Kommentar
Vernunfts-Ja wider das Finanz-Chaos

Hans-Martin Jermann
Hans-Martin Jermann
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Juri Junkov

In den Kommissionsberichten hagelt es Kritik am Uni-Deal der Regierungen beider Basel: Dass diese das Budget der Universität mit der Kulturvertragspauschale verknüpft haben, ärgert die Basler Bildungskommission. Die Uni müsse mit dem vorliegenden Budget ja gar nicht wirklich sparen, findet demgegenüber die Baselbieter Finanzkommission. Und in einem Punkt sind sich alle einig: Zur Immobilienbewirtschaftung muss eine neue Lösung her. Doch wie diese aussehen soll, ist unklar. Dennoch stimmen die Kommissionen dem Uni-Budget 2018 bis 2021 zu; Landrat und Grosser Rat werden dieser Empfehlung in den nächsten Wochen höchstwahrscheinlich folgen. Ein vernünftiger Entscheid. Denn ohne Zustimmung der Parlamente droht der Uni ab dem 1. Januar 2018 ein Finanz-Chaos.

Angesichts des Zeitdrucks akzeptieren die Kommissionen, dass die Regierungen erneut nur eine Übergangslösung präsentiert haben. Zuerst der 80-Millionen-Deal, dann der Uni-Leistungsauftrag 2018 bis 2021 und die Kulturvertragspauschale: Streng genommen wurden zuletzt bloss Millionen hin und her verschoben. In einem nächsten Schritt müssen die beiden Basel aber grundsätzlich klären, wer wie viel an die gemeinsame Uni bezahlt. Etwa, indem sie einen neuen Finanzierungsschlüssel aushandeln, der sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kantone orientiert. Diese Auseinandersetzung wird Schweiss und Tränen kosten, ist aber zwingend. Der neue Schlüssel muss dann ein Jahrzehnt halten. Mindestens. Damit sich Professoren, Studierende und Uni-Mitarbeitende nach langer Unsicherheit auch mal wieder auf ihr Kerngeschäft fokussieren können.