Kommentar
Viel Geschirr zerschlagen

Marc Krebs
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Sonja Kuhn, Dr. Katrin Grögel und Regierungsrätin Elisabeth Ackermann.

Sonja Kuhn, Dr. Katrin Grögel und Regierungsrätin Elisabeth Ackermann.

Kenneth Nars

Zum zweiten Mal innert weniger Tage wurde die Programmkonferenz eines Basler Museums von Sonja Kuhn gecrasht. Gut, dass sich die künftige Co-Chefin der Abteilung Kultur der schwierigen Situation stellt, was die Finanzen von Kunstmuseum und Historischem Museum betrifft. Schade, dass sie dabei lieber von «Herausforderungen» und «Themen» spricht als von der Tatsache: Beide Häuser leiden an strukturellen Defiziten. Im Fall des Historischen Museums, das wurde gestern erst durch Nachfragen der Journalisten bekannt, liegt der Ursprung bei Sparmassnahmen durch den Regierungsrat. Das ist sieben Jahre her. Wieso erfährt man erst jetzt davon? Hat die Abteilung Kultur ihre Hausaufgaben nicht gemacht – oder davon gewusst und geschwiegen? Ihre Rolle bleibt unklar.

Stellt sich diese Abteilung hinter ihre Museumsdirektoren? Oder vor diese? Verteilt das Präsidialdepartement Maulkörbe oder steht es für Transparenz, im Dienste der Öffentlichkeit?
Dass das Historische Museum seinen Leistungsauftrag nicht wahrnehmen kann, dass Sammlungsgegenstände fehlen oder falsch gelagert wurden, ist skandalös. Alarmierend auch, dass man von diesen Problemen nicht vom Präsidialdepartement erfährt, sondern nur über die Medien.

Betriebsanalysen sollen 2018 endlich Klarheit bringen. Das versprach Kuhn, auf die Missstände angesprochen. Die Museumsstrategie aber, die alle fünf staatlichen Museen betrifft, will ihre Chefin Elisabeth Ackermann trotz allem noch 2017 vorlegen. Zuerst die Strategie, dann die Analyse? Wenn das nicht sinnlos ist, dann zumindest grotesk. Immerhin positiv: Die Porzellansammlung im Historischen Museum ist zurück. Doch dahinter liegt ein Scherbenhaufen in der Basler Museumspolitik, der noch nicht aufgewischt worden ist.