ÖV
Von der Angst, ein Agglo-Ei zu werden

Ich bin ein Landei. Und wie fast alle Landeier verschiebe ich mich morgens ins Zentrum und abends wieder zurück. Meistens mache ich das per Bus. Dabei wirds zunehmend enger: Obwohl viel mehr Busse fahren als noch vor zehn Jahren, ist bei der Heimreise öfters Stehen angesagt.

Andreas Hirsbrunner
Andreas Hirsbrunner
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Die Busse auf dem Land werden immer voller. Ob das mit einer Preiserhöhung des U-Abos wohl so bleibt?

Die Busse auf dem Land werden immer voller. Ob das mit einer Preiserhöhung des U-Abos wohl so bleibt?

zVg

Und auch auf der Strasse reiht sich zu gewissen Zeiten nahtlos Auto an Auto. Nur mit dem Velo hats Platz auf dem Veloweg wie eh und je. Was auch nicht erstaunt: Da der Veloweg weitgehend entlang der Strasse verläuft, stinkt es zur Hauptverkehrszeit beträchtlich. Seit man weiss und nicht nur ahnt, dass das mit den gereinigten Diesel-Abgasen einem Volks(wagen)-Märchen entspringt, noch mehr.

Die zunehmende Enge ist gewollt: Ich wohne in einem unauffälligen Dorf mit einer unauffälligen Regierung, die wie fast alle Nachbarregierungen auch das Ziel hat, dass das Dorf stetig wachsen soll. Ich weiss zwar nicht wieso, aber die Dorfregierung findet das gut. Vielleicht, weil sie kaum Bus fährt. Nun gut, ich habe eine einflussreiche Verbündete: Dank Sabine Pegoraro dürfte ich bald mehr Platz haben im Bus.

Die Kehrseite ist nur, dass sich gleichzeitig mein Arbeitsweg verlängert, weil der Bus im Stau stehen wird, den jene verursachen, die das U-Abo nicht mehr zahlen können oder wollen. Aber weil ich weiss, dass meine Verbündete gerne neue Strassen baut, wird sie auch für dieses Stau-Problem eine Lösung finden. Was mir dabei am meisten Sorgen macht: Wenn das alles so weitergeht, bin ich kein Landei mehr, sondern ein Agglo-Ei, obwohl ich immer noch im gleichen Dorf am Talende wohne.

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