Aperçu
Vor lauter Velos den Bus verpasst

Felix Lee, Peking
Felix Lee, Peking
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Die Velos sind zurück in Peking. (Symbolbild)

Die Velos sind zurück in Peking. (Symbolbild)

Keystone

Velofahren ist umweltfreundlich und gut für die Gesundheit. Das weiss jeder. Und doch gilt selbst in Peking: Im Übermass kann selbst das Gute eine Plage sein. Denn eigentlich ist Peking keine Fahrradstadt. Die Bilder von Tausenden von Radfahrern, die dicht gedrängt in einem gleichförmigen Strom die grossen Strassen entlang fahren – das war einmal, irgendwann in den 70er- und 80er-Jahren.

Seit ein paar Wochen jedoch ist die normalerweise von Autos völlig verstopfte 23-Millionen-Metropole wieder voll mit Rädern: quietschgelbe, orange-graue oder hellblaue Zweiräder mit trendigem Gestell. Der Grund für diese Veloschwemme: Junge Unternehmer haben das Geschäft mit Leihrädern entdeckt. Per App können die Velos genutzt werden. Und weil es so viele Anbieter gibt und sie sich preislich unterbieten, ist ihre Nutzung quasi kostenlos.

Was sich derzeit auf Pekings Bürgersteigen abspielt, geht trotzdem weit über das gut gemeinte Ziel hinaus. Fusswege und Hauseingänge sind versperrt. Neulich habe ich den Bus verpasst, weil vor der Haltestelle alles verstopft war mit ineinander verkeilten Rädern – eine Barrikade aus Velosalat. Gut, steht darum Vater Staat zur Seite. Die Stadtverwaltung hat unlängst einige Tausend Leihräder verschrotten lassen. Das hat es mit Autos noch nie gegeben.