Kommentar
Was kann man für die Unzufriedenen tun?

Die Familien in Basel leben gerne hier. Über 2200 Eltern mit mindestens einem Kind haben an der Familienbefragung teilgenommen. 91 Prozent von ihnen fühlen sich wohl in ihrem Wohnquartier. Doch was ist mit dem Rest?

Muriel Mercier
Muriel Mercier
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Familien leben grundsätzlich gerne in Basel.

Familien leben grundsätzlich gerne in Basel.

Kenneth Nars

In Basel wurde 2013 eine Familienbefragung durchgeführt. Ziel des Präsidialdepartements ist, heraus zu spüren, an welchen Ecken sich die Familien in der Stadt wohlfühlen und warum. Die Umfrage sei ein wichtiges Werkzeug für das politische Handeln und gebe Auskunft über die Bedürfnisse der Basler, beziehungsweise deren Zufriedenheit, sagte Regierungspräsident Guy Morin an der gestrigen Pressekonferenz. Die Ergebnisse der Befragung sind fabelhaft, in allen Kriterien fallen die Zahlen positiv aus. Nur elf Prozent der Familien wollen umziehen – die meisten sogar innerhalb der Stadt (die bz berichtete).

Das ist ja alles gut und recht. Die Tatsache aber, dass aus der Studie nicht hervorgeht, wie die Zufriedenheit der Familien über die Stadt verteilt ist, macht stutzig. Ziemlich sicher fühlen sich die Bewohner im Matthäusquartier nicht alle gleich wohl, wie die Familien im Neubad. Und der Wunsch nach intensiverer Tagesbetreuung ist auf dem Bruderholz möglicherweise nicht so ausgeprägt, wie er in Kleinhüningen ist. Aber wie repräsentativ ist eine Studie, wenn man nicht weiss, wie viele Familien pro Quartier ihren Fragebogen zurückschicken? Ein Ding der Unmöglichkeit, da gebe ich den Verantwortlichen der Studie recht. Zudem wohnen in den Quartieren unterschiedlich viele Menschen.

Wichtig wäre doch aber, die elf Prozent, die umziehen möchten, genauer unter die Lupe zu nehmen. So wüsste der Kanton, wo es bei diesen Menschen hapert. Und was kann man für sie tun, dass sie bleiben? Wichtig für die Zukunft ist ja nicht, warum die Basler Familien zufrieden sind. Sondern warum sie es eben nicht sind.