Persönlich
Weihnachtliche Parkplatz-Gedanken

In Basel ist es immer noch ein Kampf, Autos auf vernünftige Weise unterzubringen. In den Basler Parkhäusern hat es immer freie Plätze, nur sind die nicht dort, wo man sie braucht.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Bei grösseren Fahrzeugen wirds auch im Parkhaus Baseltor rasch einmal sehr eng im Parkplatz.

Bei grösseren Fahrzeugen wirds auch im Parkhaus Baseltor rasch einmal sehr eng im Parkplatz.

Wolfgang Wagmann

Einst standen überall Autos herum. Sie belegten wertvollen Lebensraum. Raum für Nutzung und Zwischennutzung, Raum zum Sein. Jetzt sind sie weg. Es ist wundervoll. Und viel sicherer für Fussgänger. Und die Autos sind nach wie vor in Griffweite. In nächster Nachbarschaft zum Sofa haben sie Platz gefunden in einem mehrstöckigen Parkhaus.

Das Parkhaus ist aus Plastik, gehört dem Sohnemann und steht in unserer – einst dauernd mit Autos übersäten – guten Stube. Wieso schreibe ich das in die Zeitung? Weil das, was in der heimischen Stube so wunderbar funktioniert, eben ein gutes Rezept ist. Sohnemanns Weihnachtsgeschenk hat mich dazu gebracht, wieder einmal darüber nachzudenken, wieso es in Basel immer noch ein Kampf ist, Autos auf vernünftige Weise unterzubringen. Sie in den Quartieren und am Innenstadtperimeter in Parkhäuser zu stellen. Ja, das Kunstmuseums-Parking ist bald da. Also, was man eben so unter bald versteht. Aber wie lange hat es gedauert? Und wie lange wird es dauern, bis es andauernd überfüllt ist?

In den Basler Parkhäusern hat es immer freie Plätze, werden nun einige sagen. Stimmt. Meistens. Aber nicht dort, wo man sie braucht. Es nutzt dem Besucher der Innenstadt nur wenig, wenn er weiss, am Badischen Bahnhof könnte er sein Auto noch abstellen. Ebenso wenig wie dem im Unteren Kleinbasel Wohnhaften. Er hätte wohl lieber ein Quartierparking. Ein Parking muss da stehen, wo es gebraucht wird. Die Plastikgarage des Sohnemanns steht ja auch nicht im Keller, sondern da, wo die Autos sind, also im Wohnzimmer.

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