Persönlich
Wow! Wer hätte gedacht, dass mir die Basler Fasnacht gefallen würde?!

Warum es im Nachhinein ganz gut war, dass ich während der Fasnacht keine Ferien nehmen durfte.

Noemi Lea Landolt
Noemi Lea Landolt
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Die Stimmung am Morgestraich ist magisch.

Die Stimmung am Morgestraich ist magisch.

Roland Schmid

Fasnacht ist für mich: scheiss Musik, scheiss Konfetti, scheiss Getue! Zu viele Leute, die unter ihren Masken alle Hemmungen verlieren. Absolut primitiv! Als ich erfahren habe, dass ich während der Fasnacht in Basel arbeite, war ich alles andere als erfreut. «Ich nehme einfach Ferien», war mein erster Gedanke. «Unmöglich!», die Antwort.

Bis zu meinem ersten Morgestraich musste ich als nach Zürich ausgewanderte Aargauerin noch viel lernen: «Hat sie gerade Maske gesagt?», «Sollen wir sie wirklich an die Pressekonferenz einer Vorfasnachtsveranstaltung schicken?», «Es heisst Cortège! Und ich bin nicht in einer Gugge, sondern pfeife in einer Clique.» Die Liste liesse sich beliebig weiterführen. Die Augen der Redaktionskollegen rollten ein paar Mal. Unterdessen weiss ich, dass Konfetti hier Räppli heissen und der Waggis dich damit stopft, wenn du keine Blaggedde trägst (ja, das schreibt man tatsächlich mit Doppel-g und Doppel-d).

Am Sonntagabend vor dem Morgestraich spürte ich tatsächlich so etwas wie Vorfreude und war etwas nervös. Meine Anti-Fasnacht-Kollegen verstanden die Welt nicht mehr. Um 2 Uhr morgens bin ich in den Extrazug nach Basel gestiegen. Kurz vor Vier stand ich wohl behütet zwischen meinen Basler Redaktionskolleginnen und -kollegen am Spalenberg. Es wurde dunkel und mucksmäuschenstill. Dann der erste Ton. Magisch! Und diese wunderschönen Laternen! Und die Masken, eh Larven! Wow!

Vielleicht nehme ich nächstes Jahr Ferien – und komme nach Basel an die Fasnacht.

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