Persönlich
Zum Glück wohne ich in Basel

Als Deutscher habe ich in Basel keine Probleme. Den Franzosen geht es in der Romansie schlechter.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Marie Maurisse

Marie Maurisse

zVg

Ich muss wohl Glück gehabt haben, denn ich bin Deutscher und nicht Franzose. Seit 1991 arbeite ich als Redaktor für ein Basler Medium, und seit vier Jahren wohne ich auch Basel. Probleme habe ich wegen meiner Herkunft so gut wie nie gehabt. Vor vielen Jahren war ich bei einem Schweizer Freund zum Geburtstagsfest eingeladen: Irgendwann haben die anderen Gäste gefragt: «Woher kennt Ihr denn einen Deutschen?» Ich hatte nicht den Eindruck, dass das böse gemeint war. Sie haben sich eher gewundert.

Etwas unangenehmer war eine Begegnung auf der Challhöhe bei Röschenz. Ich wohnte damals noch in Frankreich und hatte ein Elsässer Autokennzeichen. Als wir beim Parking ankamen, begrüsste mich ein Schweizer mit den Worten: «Was wollen die Franzosen hier in unsren Wäldern?» Er war überzeugt, dass sie den Schweizern die Arbeit wegnehmen. Ich konnte lange argumentieren, dass der Raum Basel ohne Grenzgänger nicht funktionieren würde. Meine Begleiterin klärte mich dann auf, dass der Mann Zürideutsch redete.

Auf der Buchmesse in Saint-Louis habe ich mit einer französischen Journalistin geredet, die seit 2008 in der Romandie lebt und als Korrespondentin für «Le Monde» arbeitet. In ihrem Buch «Bienvenue au paradis!» hat sie beschrieben, dass die Franzosen in der welschen Schweiz nicht gerade wohlgelitten seien. «Viele Schweizer haben die Nase voll von ihnen und kritisieren, sie kämen zu spät, arbeiteten nicht genug, würden andauernd meckern. Es geht ihnen wie den Deutschen in Zürich. Die sind dort auch nicht gern gesehen.» Da bin ich doch froh, dass ich in Basel lebe.

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