Neubauprojekt
Zusammen, was getrennt gehört

Christian Mensch
Christian Mensch
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So soll der Neubau des Naturhistorischen Museums aussehen. Visualisierung
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2. Version von So soll das neue Naturhistorische Museum Basel aussehen.

So soll der Neubau des Naturhistorischen Museums aussehen. Visualisierung

zvg

Im Basler St. Johann plant Basel-Stadt einen Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv. Über 200 Millionen Franken will der Stadtkanton dafür ausgeben. Weshalb die beiden Institutionen in einen Baukörper gepresst werden, führt die Regierung in ihrem Ratschlag wortreich aus. Überzeugend sind die räumlichen und betrieblichen Argumente aber in keiner Art und Weise. Synergien werden behauptet, Belege fehlen. Aus selbst verschuldeten Sachzwängen wird nun zusammen geplant, was eigentlich nicht zusammen gehört.

Das Resultat ist ein teures Gesamtprojekt, das nicht überzeugt. Es ist mit guten Argumenten angreifbar. Und steht damit in einer möglichen Volksabstimmung ziemlich auf der Kippe.

Die Folgen eines Scheiterns wären für das Naturhistorische Museum nicht gravierend. Dass dieses im asbestverseuchten Berri-Bau unglücklich ist, mag zwar zutreffen. Doch ob der Auszug wie geplant in fünf Jahren gelingt, oder erst in zehn Jahren eine bessere Lösung vorliegt, ist letztlich unerheblich. Anders präsentiert sich die Lage für das Staatsarchiv, das nicht irgendwann, sondern jetzt eine zeitgemässe Infrastruktur benötigt, um als Gedächtnis des Kantons seine Aufgaben zu erfüllen.

Elisabeth Ackermann, die Regierungspräsidentin und Kulturdirektorin, hat ihren Job nicht gemacht, wenn sie sich weiter als Sachwalterin von Problemstellungen und Notlösungen präsentiert. Und die Not des Staatsarchivs reicht nicht als Begründung, um den Gesamtbau zu realisieren.