Kommentar
Die Olympischen Frauen-Spiele

Die erfolgreichen Schweizer Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen in Tokio sorgten für eine aussergewöhnliche Woche. Bei den Herren ist die Bilanz dagegen eher ernüchternd.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Zurück aus Tokio mit Edelmetall im Gepäck (v.l.n.r.): Marlen Reusser, Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand.

Zurück aus Tokio mit Edelmetall im Gepäck (v.l.n.r.): Marlen Reusser, Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand.

Claudio Thoma/Freshfocus

Die Schweizer Sportlerinnen sorgen in Tokio für eine Sternstunde nach der anderen. Schützin Nina Christen. Das Mountainbike-Trio Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand. Zeitfahrerin Marlen Reusser. Am Donnerstag schliesslich Belinda Bencic und Viktorija Golubic. Die Tennisspielerinnen werden gleich zwei Medaillen gewinnen, dürfen in den Finals am Wochenende von Gold träumen. Sie sind die nächsten Heldinnen in einer Woche, die dem Schweizer Sport noch lange als aussergewöhnlich in Erinnerung bleiben wird. Bencic nannte es den «besten Tag meiner Karriere», sie musste nun an drei Tagen in Serie ein Einzel und ein Doppel hintereinander bestreiten – allesamt erfolgreich. Es ist eine grossartige Leistung.

Vielleicht folgen im Windschatten dieser Erfolge ja schon bald die nächsten. Die Wettbewerbe in der Leichtathletik beginnen erst, und die Beachvolleyballerinnen sind ebenfalls hungrig auf Medaillen. Helvetias Töchter prägen diese Olympischen Spiele. Aber der Schweizer Sport ist 2021 nicht erst seit dieser Woche fest in weiblicher Hand. Bereits im Winter sorgten die Frauen für die grössten Schweizer Erfolge an den Weltmeisterschaften im Ski alpin und nordisch.

Und die Männer? Es gab die Silbermedaille von Biker Mathias Flückiger. Sonst waren sie aber vor allem wegen Dopings in den Schlagzeilen. Die Bilanz ist getrübt von Kariem ­Husseins Lutschtabletten und Alex Wilsons Lust am Rindfleisch. Noch bleibt eine Woche, um das zu ändern.

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