Leserbrief
Appell für einen sorgsameren Umgang mit der Sprache

«Steuersenkung war ein Misserfolg», Ausgabe vom 9. Februar

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In dieser Zeitung wird der Präsident der SP-Kantonalpartei zitiert, wonach «wir mehr Geld in der Kasse des Kantons und im Portemonnaie der normalen Menschen hätten, wenn die Firmensteuern nicht so stark gesenkt worden wären».

Abgesehen davon, dass die Argumentation von David Roth zu kurz greift, habe ich mich gewundert über den kursiv hervorgehobenen Begriff der «normalen Menschen». Dies suggeriert, dass es im Kanton Luzern auch «abnormale Menschen» gibt. Zu welchen ich selbst gehöre, lasse ich mal offen. Man könnte zu dieser Kategorisierung der Menschen noch viel schreiben. Es zeigt einfach, wie schemenhaft argumentiert wird und Menschen, Bürgerinnen und Bürger sehr schnell «gestempelt» oder in «Töpfe geworfen» werden – hier die Guten und Normalen, dort die Unguten und Abnormalen. Ein solches Denken fördert die Gräben und die Polarisierung.

Ich appelliere deshalb an dieser Stelle an einen etwas sorgsameren Umgang mit der Sprache – auch oder gerade in den politischen Debatten.

Norbert Schmassmann, Kantonsrat CVP, Luzern