100 Tage im amt
SP-Co-Präsidium zieht erste Bilanz und blickt nach vorne

Mattea Meyer und Cédric Wermuth teilen sich seit 100 Tagen die Spitze der SP Schweiz. Schwerpunkte wollen sie bezüglich Ungleichheit und beim Pflegenotstand setzen.

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Mattea Meyer und Cédric Wermuth sprachen über ihre ersten 100 Tage als SP-Co-Präsidenten.

Mattea Meyer und Cédric Wermuth sprachen über ihre ersten 100 Tage als SP-Co-Präsidenten.

Keystone

(abi) Die Coronakrise hat die ersten 100 Tage der SP-Co-Parteipräsidenten Mattea Meyer und Cédric Wermuth dominiert. Nun gelte es, die richtigen Lehren daraus zu ziehen, sagten die beiden Nationalräte am Freitag vor den Medien. So habe etwa die Ungleichheit während der Krise massiv zugenommen, betonte Meyer. Deshalb wolle die SP hier einen Schwerpunkt setzen.

Sie denkt dabei an Menschen mit Lohneinbussen oder Erwerbslosigkeit, Jugendliche ohne Anschlusslösung oder Selbstständige, die ihre Altersvorsorge anzapfen, um ihre Firma zu retten. Unter anderem fordere die SP daher eine Jobgarantie für Junge. «Und es braucht kurzfristig grosszügige Unterstützung und mittelfristig konstruktive, nachhaltige Lösungen», sagte sie. Als neue Co-Präsidenten hätten sie sich an der Front über die Probleme informiert. «Genannt werden beispielsweise die sehr hohe Mieten oder Fragen zur sozialen Absicherung.»

Pflege-Offensive gefordert

Weiter müsse unter anderem auch der Pflegenotstand thematisiert werden. «Wir brauchen jetzt eine Pflegeoffensive», sagte die Zürcher Nationalrätin. Dazu gehöre auch die Aufwertung der systemrelevanten Berufe in den Bereichen Pflege, Post oder Logistik.

Neben der aktuellen Krisenbewältigung stünden andere wichtige Entscheide an, sagte Cédric Wermuth. Der Aargauer Nationalrat denkt dabei an das CO2-Gesetz oder die Altersvorsorge. «Bei AHV 21 und dem Sozialpartner-Kompromiss zur zweiten Säule gibt es keinerlei Spielraum für Verschlechterungen», sagte Wermuth.

Bezüglich Co-Präsidium zieht er eine positive Bilanz. «Die Idee hat sich bewährt», sagte er. «Wir entlasten uns gegenseitig und sind in konstantem Austausch.»