Pandemie
Bundesrat schickt 2500 Armeeangehörige in den Kampf gegen Corona

Mehrere Kantone haben den Bund bereits um Unterstützung angefragt. Die Landesregierung hat nun beschlossen, die kantonalen Gesundheitswesen mit bis zu 2500 Armeeangehörigen zu unterstützen.

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Bereits in der ersten Welle setzte der Bundesrat Armeeangehörige zur Unterstützung des Gesundheitswesens ein. Hier im Bruderholz, dem Kantonsspital Baselland.

Bereits in der ersten Welle setzte der Bundesrat Armeeangehörige zur Unterstützung des Gesundheitswesens ein. Hier im Bruderholz, dem Kantonsspital Baselland.

Alexander Kühni (27. März 2020)

(rom) Um die Kantone bei der Bewältigung der steigenden Anzahl Hospitalisierungen und Covid-19-Patienten in Intensivpflege zu unterstützen, hat sich der Bundesrat am Mittwoch für einen zweiten Armeeeinsatz in der Coronakrise entschieden. Verteidigungsministerin Viola Amherd begründet den Armeeeinsatz damit, dass seit letzter Woche bereits mehrere Kantone ein Gesuch um Unterstützung durch die Armee gestellt hätten. «Die Kantone Freiburg, Bern, Jura und Wallis sind an den Bund herangetreten», sagte sie an der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag.

Gemäss Mitteilung ist der Einsatz auf maximal 2500 Armeeangehörige begrenzt. Sie sollen die Spitäler bei der Pflege oder beim Patiententransport unterstützen und kommen zum Einsatz, wenn die Kantone darum ersuchen und die Voraussetzungen für die Subsidiarität erfüllt sind. Dafür müssen die Kantone aber aufzeigen, dass ihre zivilen Mittel nicht ausreichen. Als zivile Ressourcen bezeichnete Amherd den Zivilschutz, Zivildienst, Feuerwehr und Medizinstudenten. Die Armee könne nach einer Anfrage innerhalb von 96 Stunden zum Einsatz kommen, sagte Amherd.

Parlament muss noch zustimmen

Der Beschluss gilt bis spätestens bis Ende März. Da der Assistenzdienst länger als drei Wochen dauert, muss ihn das Parlament genehmigen. Der Bundesrat wird dazu eine Botschaft verabschieden.

Bereits in der ersten Welle der Pandemie hatte der Bundesrat beschlossen, bis zu 800 Armeeangehörige aufzubieten. Mitte März wurde daraus der grösste Einsatz seit dem Zweiten Weltkrieg – bis zu 8000 Armeeangehörigen konnten eingesetzt werden. Das Parlament musste den Einsatz im Nachhinein absegnen. Es wurden in Etappen rund 5000 Armeeangehörige kurzfristig für Einsätze aufgeboten. Ende Juni wurde der Einsatz offiziell beendet.