Corona
Armee will Masken mit nahendem Ablaufdatum stark verbilligt verkaufen

Für einen Teil der Masken, welche die Armee beschafft hat, rückt das Verfalldatum näher. Diese und weitere medizinische Güter will die Armee nun an Kantone und Gemeinde stark verbilligt verkaufen.

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Einige Chargen von FFP2-Masken, welche die Armeeapotheke beschafft hat, erreichen Ende 2022 ihr Ablaufdatum. (Symbolbild)

Einige Chargen von FFP2-Masken, welche die Armeeapotheke beschafft hat, erreichen Ende 2022 ihr Ablaufdatum. (Symbolbild)

(dpo) Mitten in der ersten Welle der Coronapandemie waren Hygienemasken weltweit ein heiss begehrtes Gut, ihre Nachfrage stieg rasant an. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die Masken und weitere medizinische Güter wie Desinfektionsmittel hierzulande nicht in so grossen Mengen benötigt wurden, wie ursprünglich befürchtet worden war.

Bei einem Teil dieser Güter rückt jedoch das Verfalldatum näher. Da stellt sich die Frage, was mit ihnen geschehen soll. Die Lösung der Armee: Sie will die betroffenen Güter zu stark reduzierten Preisen verkaufen. Davon sind vor allem Hygiene- und FFP2/FFP3-Masken sowie Desinfektionsmittel betroffen, die Ende 2022 ablaufen, wie das Verteidigungsdepartement VBS am Dienstag mitteilt.

Kostenlose Masken für Hilfsorganisationen

Der Verkauf sei hauptsächlich an Kantone, Gemeinden und Pflegeeinrichtungen gerichtet. Diesen hat die Armeeapotheke gemäss Mitteilung ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Die Pflegeinstitutionen könnten die Informationen über die Gemeinden oder die kantonalen Branchenverbände beziehen. Wie das VBS weiter mitteilt, ist ein Weiterverkauf der Güter ausgeschlossen. Schweizerische Hilfsorganisationen würden die Masken auf Anfrage kostenlos erhalten.

Im März 2020 wurde die Armeeapotheke beauftragt, medizinische Güter für das Gesundheitswesen zu beschaffen. Die bis dahin eher unbekannte Institution stand seitdem einige Male in den Schlagzeilen. Zu Reden gab etwa der umstrittene Deal mit der Firma Emix, als der Bund für Schutzmasken des Typs FFP2 bis zu 9.90 Franken pro Stück bezahlt hat.

Jüngst bilanzierte die Armeeapotheke, dass sie den Auftrag des Bundes «vollständig erfüllt», aber in verschiedenen Bereichen auch Fehler gemacht habe. Für einige Politiker wie die SP-Nationalrätin Franziska Roth ist dieses Eingeständnis allerdings nicht genug. Sie setzt sich dafür ein, dass die Masken-Geschäfte vom Parlament und der Eidgenössischen Finanzkontrolle aufgearbeitet werden.