Coronakrise
Berner Umfrage zeigt: Hilfe von Bund und Kantonen kommt bei der Kultur nicht an

Die Hilfsmassnahmen von Bund und Kantonen genügen den Arbeitsrealitäten des Kultursektors nicht: Dies zeigt eine Umfrage der Stadt Bern.

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Viele Kulturschaffende sind ins Prekariat abgerutscht: Protest gegen das Kultursterben in Bern.

Viele Kulturschaffende sind ins Prekariat abgerutscht: Protest gegen das Kultursterben in Bern.

Keystone

(wap) 47 Prozent der Kulturschaffenden im Raum Bern bezeichnen ihre gegenwärtige finanzielle Lage als «prekär». Dies ist das Resultat einer am Freitag veröffentlichte Umfrage der Stadt Bern. Nur 45 Prozent der 411 Befragten stufen ihre finanzielle Lage als ausreichend ein. Weitere 8 Prozent erachten die Situation als «solide». Damit hat sich die wirtschaftliche Lage für einen Grossteil stark verschlechtert: Nur 8 Prozent sagten, dass ihre Lage bereits vor der Pandemie prekär gewesen sei. 91 Prozent stuften ihre Situation vor der Pandemie als ausreichend oder gar solide ein. 63 Prozent der Befragten gaben Einkommensverluste von 40 Prozent und mehr an.

Dabei sind die Hilfsmassnahmen von Bund und Kantonen nicht bei allen Kulturschaffenden im Raum Bern angekommen. 46 Prozent gaben an, die Massnahmen hätten in ihrem Fall «schlecht» oder «eher weniger» gegriffen. Nur 27 Prozent beurteilten die Wirkung der Massnahmen als «gut» oder «sehr gut». Die Studie wertet dies als Folge der typischen Arbeitsverhältnisse in der Kulturbranche: «Meistens arbeiten Kulturschaffende gleichzeitig in verschiedenen Arbeitsformen und über die Jahre in wechselnden Konstellationen», heisst es in der Auswertung der Umfrage. «Dies hat zur Folge, dass Kulturschaffende oft nicht ins bestehende Raster der Sozialversicherungen, des Erwerbsersatzes oder der Ausfallentschädigungen passen und damit durch die Maschen fallen», heisst es in der Mitteilung der Stadt Bern.