Rudel
Bundesbern verweigert Bündner Behörden die Abschussbewilligung für Wölfe

Weil das Wolfsrudel Beverin mehrere Nutztiere gerissen und auch sonst grosse Schäden angerichtet hat, wollte Graubünden den Bestand dezimieren. Bern stoppte die Pläne aber.

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Wölfe sorgen im Bündnerland für Ärger. (Symbolbild)

Wölfe sorgen im Bündnerland für Ärger. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Dem Wolfsrudel Beverin bleibt die Kugel erspart: Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat ein Abschussgesuch des Kantons Graubünden abgelehnt. Die dortigen Behörden wollten den Wölfen an den Pelz, da dieses Rudel «grosse landwirtschaftliche Schäden» angerichtet habe. Ausserdem habe das Rudel ein Kalb bei einer Mutterkuhherde und einen Esel gerissen. Das sei «eine neue Dimension in dieser konfliktbringenden Entwicklung», schreiben die Bündner Behörden in ihrer Mitteilung vom Mittwoch.

Der Bund kam dagegen zum Schluss, dass ein Schuss noch nicht angebracht wäre. So sei etwa ein gerissener Esel noch kein «grosser Schaden», der eine Regulation des Rudels rechtfertigen würde. Der Kanton Graubünden nimmt den Entscheid des Bundes «zur Kenntnis», zeigt sich aber «besorgt». Wölfe würden sich «auch in Herden von Tieren der Rinder- und Pferdegattung wagen und in diesen auch Tiere reissen». Bereits 2019 wurde das Rudel am Beverin reguliert – damals wurden zwei Jungwölfe dem Rudel «entnommen», wie es in der Mitteilung heisst.

Graubünden fordert derweil, dass die rechtliche Fragen in mehreren Punkten geklärt werden müssten. Ebenfalls soll der «Herdenschutz verstärkt» und die «Regelungen zum Abschuss des Wolfes bei schweren Fällen flexibilisiert» werden. Derzeit würden auch auf Bundesebene entsprechende Bestrebungen laufen.