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«Die Bilder aus Einsiedeln schaden der ganzen Fasnacht»

Während Luzern das fasnächtliche Treiben rigoros unterbunden wird, gerät die Situation in Einsiedeln am Güdelmontag ausser Kontrolle. Die Luzerner Fasnächtler verfolgten die Situation mit einem Ohnmachtsgefühl.

Christian Glaus
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Güdelmontag in Einsiedeln: Über 1000 Personen versammeln sich nach Polizeiangaben im Dorf zum Süühudi-Umzug. Sie feiern Fasnacht, als gäbe es kein Coronavirus:

CH Media Video Unit

Am Mittag greifen die Behörden durch. Die Polizei verteilt 100 Bussen, Take-aways müssen schliessen. Am Abend gerät die Situation ausser Kontrolle. Rund 50 Alkoholisierte greifen die Polizisten an:

CH Media Video Unit

Gleichentags in Luzern: Die Wey-Zunft sorgt mit einer kurzen Rundfahrt ihres Zunftmeisters Rolf Birchler für etwas Fasnachtsstimmung. Als Birchler an seinem normalerweise grossen Tag beim Schwanenplatz ein paar Orangen verteilen will, verhindert dies die Polizei. Gegenüber Tele 1 zeigt sich Birchler enttäuscht: «Die Polizei war sehr aggressiv.»

Güdismontag light der Wey-Zunft in Luzern.

Tele 1

Ausgelassene Stimmung hier, Repression da: Wie reagiert man in Luzern auf die Bilder aus Einsiedeln. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Peti Federer, Medienchef des Lozärner Fasnachtskomitees LFK:

«Was in Einsiedeln vorgefallen ist, geht gar nicht. Die Bilder lösten bei mir ein Ohnmachtsgefühl aus.»

Federer sagt zwar, es liege nicht an ihm, Richter zu spielen. Dennoch macht er sich Sorgen: «Die Bilder aus Einsiedeln schaden allen Fasnächtlern. Am Schluss werden alle als unvernünftig in einen Topf geworfen.»

Hunderte Fasnächtler ziehen durch Einsiedeln.
11 Bilder
Tausende Zuschauer verfolgen den Umzug am Strassenrand
Auch auf dem Hauptplatz in Schwyz fanden sich am Montagmorgen Fasnächtler ein.

Hunderte Fasnächtler ziehen durch Einsiedeln.

Bild: Benno Kälin

Das LFK organisiert in Luzern die Umzüge, den Fasnachtsmäärt und die Usgüüglete. «Unsere grosse Sorge war, dass trotz unserer Absage unter dem Radar Anlässe organisiert werden. Was in Einsiedeln vorgefallen ist, hätte auch in Luzern passieren können.» Dass es nicht soweit kam, habe unter anderem mit der Kommunikation der Fasnachtsorganisationen zu tun. Und mit der Arbeit der Polizei.

Diese beurteilt Federer durchaus kritisch, obwohl dadurch Bilder wie aus Einsiedeln verhindert wurden: «Man könnte sagen, in Luzern sei behördenseitig besser gearbeitet worden. Doch die Luzerner Polizei hat eine Drohkulisse aufgebaut, war präsent wie an einem Hochrisikospiel und hat sämtliche Aktivitäten im Keim erstickt.»

Auch Basel kritisiert das Fasnachtsverhalten in Einsiedeln

Beim Basler Fasnachts-Comite betont man: «Wir verstehen den Frust der Fasnächtler. Es schadet aber indessen der Tradition, wenn man das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus in Kauf nimmt.»

Man bitte deshalb die Aktiven, sich an die Covid-Verordnung zu halten sowie sich selbst und die Bevölkerung zu schützen.

In Basel beginnt die Fasnacht erst am Montag den 22. Februar - wenn nicht Corona wäre - mit dem traditionellen Morgenstraich. Natürlich ist er dieses Jahr abgesagt, genauso wie die Kinderfasnacht,der Cortège und die Guggenkonzerte.

Auf der Website der Basler Fasnacht heisst es stattdessen: «Wir freuen uns jetzt schon auf die «drey scheenschte Dääg» im Jahr 2022: Dann findet die Basler Fasnacht hoffentlich wieder mit all ihren Traditionen vom 7. bis 9. März statt.»