Solothurn
Nach 28 Jahren tritt Kurt Fluri ab – FDP droht Stadtpräsidium zu verlieren

Der amtsälteste Stadtpräsident der Schweiz tritt ab. Doch noch ist die Nachfolge Kurt Fluris an Solothurns Spitze offen. Im ersten Wahlgang verpassen die Kandidierenden von FDP und SP das absolute Mehr.

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Tritt nach 28 Jahren als Stapi von Solothurn ab: FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Seine Nachfolge ist nach dem ersten Wahlgang noch offen.

Tritt nach 28 Jahren als Stapi von Solothurn ab: FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Seine Nachfolge ist nach dem ersten Wahlgang noch offen.

Hanspeter Bärtschi

Weder Stefanie Ingold (3373 Stimmen) noch Markus Schüpbach (3326 Stimmen) erreichten am Sonntag das absolute Mehr von 3444 Stimmen. Dass die SP-Frau die Wahl im ersten Wahlgang äusserst knapp verpasst hatte, ist auf 187 leere Stimmzettel zurückzuführen. Damit liegt in Solothurn ein Wechsel des Stapi-Amtes vom Freisinn zu den Sozialdemokraten so nahe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Am 26. September wird es zum zweiten und entscheidenden Wahlgang kommen. Die Stimmbeteiligung bei der Stapi-Wahl lag bei 61 Prozent.

Der 65-jährige Kurt Fluri gilt als amtsältester Stadtpräsident der Schweiz. Genaue Zahlen dazu gibt es zwar nicht. Beim Schweizerischen Städteverband, den der FDP-Nationalrat als eines von vielen Nebenämtern seit Jahren ebenfalls präsidiert, wertet Direktorin Renate Amstutz die lange Amtsdauer ihres Präsidenten «sicher als Seltenheit». Klar ist nur: Mit Maxime Zuber, dem ehemaligen Stapi von Moutier, ist ein weiterer langjähriger Schweizer Stadtpräsident der jüngeren Zeit bereits 2016 nach 22 Jahren abgetreten.

Beim Städteverband sind Präsidium wie auch die Vorstandssitze an ein Mandat in der Exekutive gebunden. Kurt Fluri wird darum laut Direktorin Amstutz spätestens im Sommer 2022 zurücktreten müssen. (sat)