Stromzubau
Energiewende und Versorgungssicherheit beim Strom: Es geht jetzt vor allem um die Frage «Wer bezahlt?»

Die Schweiz braucht mehr Infrastruktur, wenn die Stromversorgungssicherheit auch künftig gegeben sein soll. Die Stromkonzerne wollen das nicht finanzieren. Eigentlich haben sie recht, aber es gibt da einen wunden Punkt. Ein Kommentar.

Lucien Fluri
Lucien Fluri
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Wie wird geheizt? Das ist eine sehr politische Frage geworden.

Wie wird geheizt? Das ist eine sehr politische Frage geworden.

Keystone

Klimaschutz propagieren, finden sich besonders viele klimaschädliche Heizungen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Auf den zweiten Blick ist klar, dass die Gasinfrastruktur ein wesentlicher Grund ist. Basel oder Bern wollen sie nun durch Fernwärme ersetzen, was Hunderte Millionen an Investitionen benötigt. Und die Frage ist: Wer zahlt? Dass man am liebsten zu Massnahmen wie Anschlusszwang oder Quasi-Verboten von fossilen Heizungen greift, ist heikel. Aber nachvollziehbar.

Wer zahlt? Das ist allgemein die Frage, die im Energiebereich gerade ausgehandelt wird. Die Schweiz will Öl durch Strom ersetzen und gleichzeitig die Atomkraftwerke abschalten. Das bedeutet: Die Schweiz muss einen Grossteil der heutigen Infrastruktur nochmals dazu bauen, wenn sie auch künftig Versorgungssicherheit will. Das Problem: Die heutige Stromversorgung lebt von früheren Investitionen, die im Monopolmarkt von den Konsumenten getragen wurden.

Heute, im teilliberalisierten Markt, will kein Konzern mehr gross in die Wasserkraft investieren. Lukrativer sind Investments im Ausland. Die Konzerne sagen: Wenn wir in die Schweizer Versorgungssicherheit investieren sollen, dann müsst ihr uns entschädigen. Das ist natürlich das Recht freier Konzerne. Wäre da nicht die Ironie der Geschichte: Die Firmen sind meist im Besitz von Kantonen und Gemeinden, die von den Gewinnen immer auch profitiert haben.

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