Tourismus
Sanierungen von Hotels in Berggebieten sollen unterstützt werden

Der Tourismus in der Schweiz ächzt unter der Coronakrise. Mit einem Impulsprogramm möchte das Parlament den Betrieben unter die Arme greifen – allerdings nur in Berggebieten.

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In vielen Hotels blieben die Schlüssel im letzten Jahr ungebraucht. Das Parlament will nun ein Impulsprogramm für die Branche. (Symbolbild)

In vielen Hotels blieben die Schlüssel im letzten Jahr ungebraucht. Das Parlament will nun ein Impulsprogramm für die Branche. (Symbolbild)

Keystone

Die Idee des Berner SP-Ständerates Hans Stöckli hat dank der Coronakrise Auftrieb erhalten. Er forderte bereits 2019, dass der Bund ein Impulsprogramm für die Sanierung von Hotels im alpinen Raum lanciert. Dies sei nötig, damit die notwendigen Erneuerungen an den Betrieben durchgeführt werden können, da die Banken oft die nötigen Kredite nicht sprechen würden.

Die Motion fand auch am Mittwoch im Nationalrat Anklang. Damit werde eine langjährige Forderung der hauptbetroffenen Kantone aufgegriffen, betonte Prisca Birrer Heimo (SP/LU) im Namen der Kommission. In den Augen der Ratsmehrheit muss der Schwerpunkt auf einer energetisch nachhaltigen Sanierung liegen, statt wie bisher nur um Strukturerhalt. Der Nationalrat hiess die Forderung mit 108 zu 72 Stimmen gut.

Nun muss der Bundesrat ein weiteres Impulsprogramm ausarbeiten. Anfang September hatte Wirtschaftsminister Guy Parmelin bereits ein «Recovery-Programm» angekündigt. Mit dem 60-Millionen-Paket soll der Tourismus wieder fit gemacht werden. Besonders die ausländischen Gäste sollen wieder in die Schweiz gelockt werden.

Beschränkt auf Berggebiete

Kein Herz hat der Nationalrat offenbar für die Hotellerie im nicht-alpinen Raum. Weil die Motion auf die Berggebiete beschränkt ist, hatte die zuständige Kommission des Ständerates einen weiteren Vorstoss ausgearbeitet, der ein generelles Impulsprogramm für den Tourismus vorsieht.

Im Nationalrat fand sich für diesen Vorstoss keine Mehrheit. Der Rat lehnte die Motion mit 103 zu 80 Stimmen bei 5 Enthaltungen ab. Die bestehenden Instrumente zur Förderung der Investitionen in den Tourismus seien ausreichend, versicherte Kommissionssprecherin Céline Amaudruz (SVP/GE). Denkbar seien Anpassungen bei der Raumplanung. Ins Auge gefasst werden müsste auch ein Bürokratieabbau. (rwa/mg)

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