Übergriffe
Nationalrat will nationale Anlaufstelle bei Missbrauchsfällen prüfen

Für die vom Bund kontrollierten oder beauftragten Einrichtungen muss eine Anlaufstelle bei Missbrauchsfällen geprüft werden. Der Nationalrat hat ein entsprechendes Postulat angenommen.

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Bei Radio Télévision Suisse (RTS) kam es laut Medienberichten zu mehreren sexuellen Übergriffen.

Bei Radio Télévision Suisse (RTS) kam es laut Medienberichten zu mehreren sexuellen Übergriffen.

Keystone

(mg) Missbrauch müsse gestoppt werden, findet die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats. Und die Mehrheit der grossen Kammer folgte ihrer Kommission und nahm am Montag ein Postulat an, dass die Prüfung einer unabhängigen nationalen Anlaufstelle forderte. Die Forderung wurde im Nachgang zu den Vorwürfen von Spitzenturnerinnen in Magglingen und den sexuellen Übergriffen bei RTS laut. Die Meldestelle soll für alle vom Bund kontrollierten oder beauftragten Einrichtungen zuständig sein.

Bundesrat Ueli Maurer wollte das Postulat nicht überwiesen haben. Er verwies auf die hohen Kosten und darauf, dass es eigentlich Sache der Arbeitgeber sei, solche Anlaufstellen zu schaffen. Zudem werde für die Missbrauchsopfer im Turnbereich eine solche Anlaufstelle geschaffen, dies haben die Räte an ihrer Wintersession beschlossen. Und auch ansonsten gäbe es genügend Angebote und Initiativen, die das Problem angehen, heisst es in der Antwort des Bundesrats.

Mit 136 zu 49 Stimmen überstimmte die grosse Kammer den Magistraten. Der Bundesrat muss nun einen entsprechenden Bericht ausarbeiten lassen.