Ukraine-Krieg
Trotz Neutralität: Bevölkerung wünscht engere Kooperation mit Nato

Der Ukraine-Krieg verschiebt die Gewichte in der europäischen Sicherheitspolitik. Auch die Schweizer Bevölkerung wünscht sich eine engere Anbindung an die Nato und mehr Geld für die Armee.

Reto Wattenhofer
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Der wichtigste Staat im Nato-Bündnis sind die USA. Im Bild: US-Truppen kommen im lettischen Riga an.

Der wichtigste Staat im Nato-Bündnis sind die USA. Im Bild: US-Truppen kommen im lettischen Riga an.

Keystone

Der Krieg in der Ukraine erschüttert die europäische Sicherheitsarchitektur gerade in ihren Grundfesten. Sicherheit, Frieden und Wohlfahrt: Was vor dem russischen Einmarsch als Selbstverständlichkeit galt, ist nun plötzlich gefährdet. Das stellt auch Gewissheiten auf den Kopf. Schweden und Finnland streben eine Nato-Mitgliedschaft an. In Deutschland möchte SPD-Kanzler Olaf Scholz aufrüsten.

Und in der Schweiz? Auch hierzulande verschieben sich die Prioritäten, wenn es um Krieg und Neutralität geht. Eine repräsentative Umfrage im «SonntagsBlick» zeigt nun: Eine Aufrüstung und eine engere Kooperation mit westlichen Partnern wäre im Sinne der Bevölkerung. Das Forschungsinstitut Sotomo hat dazu 20'000 Menschen hierzulande über die Rüstungs- und Sicherheitspolitik befragt.

Selbst Linke für engere Anbindung

Gemäss Umfrage sprechen sich 56 Prozent der Befragten für eine engere Zusammenarbeit mit der Nato aus. Diese Idee hatte FDP-Präsident Thierry Burkart vor zehn Tagen ins Spiel gebracht. Eine Mehrheit von 55 Prozent plädiert auch dafür, die Armeeausgaben künftig zu erhöhen. Ins Auge sticht dabei, dass eine vertiefte Kooperation mit der Nato auch bei der politischen Linke auf Sukkurs stösst. So sprechen sich 76 Prozent der SP-Sympathisanten dafür aus, bei der Basis der Grünen sind es 73 Prozent.

Ähnlich positiv erachtet die Bevölkerung die Pläne für einen europäischen Schutzschirm gegen Raketenangriffe, wie sie derzeit in der EU diskutiert werden. 65 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Beteiligung der Schweiz daran aus. Ihre Unterstützung geben auch SP- und Grüne-Sympathisanten.

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