Umwelt
Birdlife kritisiert: Schweiz ist bei Biodiversität nicht auf Kurs

Das Ziel der Strategie Biodiversität Schweiz ist laut der Naturschutzorganisation Birdlife verfehlt worden. Zum Teil mache die Schweiz gar Rückschritte in die entgegengesetzte Richtung.

Merken
Drucken
Teilen
Am Rand von Naturschutzobjekten sind Pufferzonen vorgeschrieben. Trotzdem werde zum Teil bis an deren Grenzen gedüngt, so Birdlife.

Am Rand von Naturschutzobjekten sind Pufferzonen vorgeschrieben. Trotzdem werde zum Teil bis an deren Grenzen gedüngt, so Birdlife.

Birdlife Schweiz

(dpo) 2012 hat der Bundesrat zehn Ziele in seiner Strategie Biodiversität Schweiz festgelegt, die bis Ende 2020 erreicht werden sollen. Ein Ziel besagt beispielsweise: «Der Erhaltungszustand der Populationen von National Prioritären Arten wird bis 2020 verbessert und das Aussterben so weit wie möglich unterbunden.» Allerdings kommt Birdlife zum Schluss, dass die Schweiz bei einem Drittel der Ziele keine Fortschritte und bei einem weiteren Drittel gar Entwicklungen in die entgegengesetzte Richtung macht.

So sind laut einer Mitteilung des Naturschutzverbandes vom Donnerstag allein unter den Vögeln Rebhuhn, Bekassine, Grosser Brachvogel, Rotkopfwürger und Ortolan als Brutvögel «ausgestorben oder praktisch ausgestorben». Das Fazit von Birdlife: «Das Ziel wurde klar verfehlt.»

Initiative will Biodiversität fördern

Die Massnahmen zur Biodiversitätsstrategie von 2012 seien um viele Jahre verzögert worden, so dass am Schluss nur ein ungenügender Aktionsplan beschlossen worden sei, so die Naturschutzorganisation weiter. Indem der Bundesrat vergangene Woche einen Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative angekündigt hat, habe er «immerhin einmal mehr den Handlungsbedarf bestätigt».

Die eidgenössische Volksinitiative «Für die Zukunft unserer Natur und Landschaft (Biodiversitätsinitiative)» ist im Oktober formell zustande gekommen. Das Begehren verlangt, dass Bund und Kantone die nötigen «Flächen, Mittel und Instrumente» bereitstellen, um die Biodiversität zu stärken. Hinter der Initiative stehen mehrere Naturschutzorganisationen, unter anderem auch Birdlife.