Zwei Drittel der Schweizer Spitäler rechnen mit Defizit wegen zu tiefer Auslastung

Die Coronakrise verschlechtert die wirtschaftliche Situation der Spitäler in der Schweiz. Wegen zu tiefer Auslastung rechnen zwei Drittel dieses Jahr mit einem Defizit.

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In Schweizer Spitälern bleiben trotz Gesundheitsnotstand viele Betten leer. (Symbolbild)

In Schweizer Spitälern bleiben trotz Gesundheitsnotstand viele Betten leer. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Es ist ein Paradox der Coronapandemie: Inmitten der Gesundheitskrise klagen die Spitäler über eine zu geringe Auslastung. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Roland Berger rechnen 65 Prozent der 150 grössten Schweizer Spitäler mit einem Defizit für das laufende Jahr. Im Jahr 2019 erlitt nur ein Viertel der befragten Spitäler ein Defizit.

Der Grund liegt laut der Umfrage darin, dass planbare Eingriffe während der ersten Welle verschoben werden mussten. Auf den Intensivstationen der kleinen und mittelgrossen Spitäler sank das Auslastungsniveau um bis zu 14 Prozentpunkte, auf den Normalstationen gar um 40 Prozentpunkte von 89 auf 50 Prozent. Die grossen Spitäler waren im Gegensatz dazu besser ausgelastet, zumindest auf den Intensivstationen lag die Auslastung im Schnitt bei 82 Prozent.

Die Gefahr eines Defizits ist für grosse Spitäler trotzdem grösser. 75 Prozent der Spitäler mit über 400 Betten rechnen mit einem Defizit, während es bei denjenigen mit unter 200 Betten nur 55 Prozent sind. Der Grund liegt laut Roland Berger in der Flexibilität kleinerer Spitäler.