Alle Spiele, alle Tabellen
Deutschland blieb nicht im Regen stehen – Portugal und Frankreich spielen unentschieden – Spanien zerlegt Slowakei mit 5:0 – Schweden gewinnt gegen Polen dank Last-Minute-Winner

Die Fussball-Europameisterschaft ist in vollem Gang. Hier finden Sie alle Spiele, Resultate und Tabellen in der Übersicht.

Sportredaktion
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Achtelfinals:

Spielplan / Resultate:

  • Sa 26. Juni, 18:00, Wales - Dänemark
  • Sa 26. Juni, 21:00, Italien - Österreich
  • So 27. Juni, 18:00, Holland - Tschechien
  • So 27. Juni, 21:00, Belgien - Portugal
  • Mo, 28. Juni, 18:00, Kroatien - Spanien
  • Mo 28. Juni, 21:00, Schweiz - Frankreich
  • Di 29. Juni, 18:00, England - Deutschland
  • Di 29. Juni, 21:00, Schweden - Ukraine

Gruppe A: Schweiz – Italien – Türkei – Wales

Spielplan / Resultate:

  • 11. Juni, 21:00, Türkei - Italien 0:3 (0:0)
  • 12. Juni, 15:00, Schweiz - Wales 1:1 (0:0)
  • 16. Juni, 18:00, Türkei - Wales 0:2 (0:1)
  • 16. Juni, 21:00, Italien - Schweiz 3:0 (1:0)
  • 20. Juni, 18:00, Italien - Wales 1:0 (1:0) 
  • 20. Juni, 18:00, Schweiz - Türkei 3:1 (2:0)

Schweiz - Türkei 3:1 (2:0)

Die Schweizer Nati zeigt nach den ersten beiden ernüchternden Gruppenspielen die geforderte Reaktion. Vor allem Haris Seferovic und Xherdan Shaqiri beweisen, dass Vladimir Petkovic zu Recht an den beiden in der Startformation festgehalten hat. Steven Zuber bereitet alle drei Treffer vor, zeigt eine starke Partie. Trotzdem ist die Achtelfinal-Quali noch nicht in trockenen Tüchern, es sieht allerdings sehr gut aus.

In einer animierten Startphase geht es auf beide Seiten. Seferovic eröffnet früh das Skore für die Nati. Zuber legt vor dem Sechzehner auf die linke Seite zu Seferovic, der den türkischen Verteidiger Merih Demiral mit seinem Schuss zwischen den Beinen erwischt und dem Goalie keine Chance lässt. Um in Führung zu bleiben, muss sich Yann Sommer immer wieder strecken. Alleine die Schüsse von Mert Müldür (16., 33. und 43.) benötigen die Intervention des Schweizer Schlussmannes. Hinten lassen die Schweizer zu viel zu, vorne fällt in der 26. Minute ein Traumtor. Xherdan Shaqiri legt sich nach Vorarbeit von Zuber den Ball zurecht und versorgt ihn aus 18 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuss im oberen Winkel. Wenig später müsste er gar auf 3:0 erhöhen.

In der 2. Halbzeit kommt von den Türken deutlich weniger. Die Nati hat die Partie nun vollkommen im Griff und kommt immer wieder gefährlich vors gegnerische Gehäuse. Statt 3:0 stehts in der 62. Spielminute 2:1. Irfan Kahveci erhält von Ricardo Rodriguez nur Begleitschutz und nützt das mit dem sehenswerten Anschlusstreffer aus. Sechs Minuten später ist der Deckel drauf. Zuber zieht auf der linken Seite los, spielt den Ball flach in die Mitte und findet Shaqiri, der zum zweiten Mal an diesem Abend trifft. Der Sieg könnte höher ausfallen. Granit Xhaka trifft nach seinem Freistoss aus bester Distanz das Aluminium. (gav)

Tore: 6. Seferovic 1:0, 26. Shaqiri 2:0, 62. Kahveci 2:1, 68. Shaqiri 3:1.

Xherdan Shaqiri trifft gleich doppelt. Hier der Jubel nach dem 3:1.

Xherdan Shaqiri trifft gleich doppelt. Hier der Jubel nach dem 3:1.

freshfocus

Italien – Wales 1:0 (1:0)

Es ist eine unglaubliche eingeschworene Truppe die «Squadra Azzurra». Vor allem, wie sie an dieser Europameisterschaft aufzutreten vermag. Gegen Wales wechselte Nationaltrainer Roberto Mancini gleich auf acht Positionen. Doch von einer vermeintliche B-Elf ist überhaupt nichts zu sehen. Gegen Wales kamen sie in ihrem 30. Spiel ohne Niederlage zum zehnten Sieg in Folge.

Die Italiener waren von Beginn weg die dominierende Mannschaft, wie schon in den ersten zwei Gruppenspielen. Wieder war eine selbstverständliche Überlegenheit spürbar, wie man sie an dieser EM von kaum einer Mannschaft kennt. Die Waliser waren nicht zu mehr fähig, als nur mitzuspielen. Italien spielte zwar eher locker, aber dennoch stark. Immer wieder setzte sich Rückkehrer Marco Verratti in Szene, ehe er in der 39. Minute einen Freistoss zu Mitte brachte, den Pessina zur Führung einnetzen konnte.

Bis zur 55. Minute sollte die Partie auch absolut fair bleiben – allerdings kam es zum Fehltritt von Ampedu. Im Zweikampf mit Bernardeschi steht Ampedu seinem Gegenüber mit offener Sohle auf den Fuss und fliegt direkt vom Platz. Eine Aktion, die den Walisern überhaupt nicht in die Karten spielte. Fortan liessen sich die Italiener nicht beeindrucken, spielten ihr Spiel, schalteten einen Gang zurück und verwalteten das Resultat bis zum Schlusspfiff. Wie bereits in den ersten beiden Partien eine starke Leistung der Azzurri.

Damit ziehen die Italiener als Gruppenleader in den Achtelfinal ein. Der Gegner? Noch unklar. Aber sicher ist: Wenn die Italiener ihre Leistungen weiterhin abrufen können, wird das Turnier für sie noch lange andauern. (ldm)

Tore: 39. Pessina 1:0.

 Matteo Pessina: Der Torschütze zum 1:0.

Matteo Pessina: Der Torschütze zum 1:0.

Keystone

Italien - Schweiz 3:0 (1:0)

Italiens Nationalspieler bildeten einen Jubelkreis um Matchwinner Manuel Locatelli und feierten danach gemeinsam mit ihren glückseligen Fans den vorzeitigen Einzug ins EM-Achtelfinale. Mit einem erneuten Gala-Auftritt beim 3:0 (1:0) gegen die Schweiz lösten die Azzurri als erstes Team das Ticket für die K.o.-Runde und gaben den Titel-Träumen der Tifosi bei der Fussball-Europameisterschaft weitere Nahrung. Die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini bestand am Mittwoch vor 14 436 Zuschauern im Olympiastadion in Rom den ersten Turnier-Härtetest bravourös und untermauerte ihre Ambitionen auf den zweiten EM-Triumph nach 1968. Ein Doppelpack von Locatelli (26./52. Minute) und ein spätes Tor von Ciro Immobile (89.) machten den zweiten Sieg im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A perfekt. (sid)

Tore: 26. Locatelli (1:0), 52. Locatelli (2:0), 89. Immobile (3:0)

Jubel der Italiener nach dem 2:0 durch Manuel Locatelli, Ricardo Rodriguez zeigt sich enttäuscht.

Jubel der Italiener nach dem 2:0 durch Manuel Locatelli, Ricardo Rodriguez zeigt sich enttäuscht.

Claudio De Capitani / freshfocus

Türkei - Wales 0:2 (0:1)

Beide Teams in der Anfangsphase ein erfrischendes Kontrastprogramm zu ihren spielerisch dürftigen Auftritten am ersten Spieltag. Sowohl Wales als auch die Türkei spielten mit offenem Visier – und kamen früh zu grossen Gelegenheiten. Aaron Ramsey hätte seine Waliser nach knapp sechs Minuten in Front bringen müssen: Gareth Bale bediente den Mittelfeldspieler mit einem fabelhaften Pass, Ramsey liess Caglar Söyüncü gekonnt aussteigen, doch scheiterte am glänzend reagierenden Torhüter Ugurcan Cakir. Wenig später vergab Bale die nächste riesige Torchance (17.). Auch die Türkei war durch Burak Yilmaz unterdessen zu einem ersten vielversprechenden Abschluss gekommen (9.).

Aber es waren vor allem die Waliser, die sich durch ihr rasantes Angriffsspiel auszeichneten und fast minütlich zu Chancen kamen. Aaron Ramsey vergab seine zweite Riesenmöglichkeit, sein unbedrängter Schuss ging weit über das Tor (23.). Im dritten Anlauf machte es Ramsey dann besser: Abermals perfekt von Bale in Szene gesetzt, blieb der Mittelfeldstar von Juventus Turin diesmal eiskalt und traf zur verdienten Führung (42.).

Die türkische Defensive erweckte auch nach Wiederanpfiff einen liederlichen Eindruck. Wales erspielte sich weitere Torabschlüsse, vor allem der überragende Gareth Bale fungierte als Dreh- und Angelpunkt im Spiel nach vorn. Die Türkei konnte sich mehrfach bei ihrem Goalie Cakir bedanken. Aber auch die Abwehr der Waliser offenbarte Lücken: Burak Yilmaz kam unverhofft aus kurzer Distanz zum Schuss, doch er traf den Ball nicht optimal und liess die grösste Chance der Türken ungenutzt (54.)

Ausgerechnet der ansonsten glänzend aufgelegte Gareth Bale liess die Vorentscheidung liegen. Er schoss seinen Penalty deutlich über das Tor (61.), nachdem er von Zeki Celik ungeschickt zu Fall gebracht worden war. Weil ein merkliches Aufbäumen der zahnlosen Türken jedoch ausblieb, brachte Wales den Sieg über die Zeit. Und legte dank dilettantischer türkischer Defensive noch ein Tor nach: Bale setzte sich erschreckend einfach an der Grundlinie durch, Connor Roberts verwertete seine flache Hereingabe zum Schlusspunkt (90.+5). Die Waliser dürften das Weiterkommen bereits so gut wie sicher haben. Die Türkei steht nach der zweiten Pleite vor dem Aus. (dur)

Tore: 42. Ramsey 0:1. 90.+5 Roberts 0:2.

Gareth Bale, stärkster Spieler auf dem Platz mit zwei Torvorlagen, setzt sich in der Szene gegen Umut Meras durch.

Gareth Bale, stärkster Spieler auf dem Platz mit zwei Torvorlagen, setzt sich in der Szene gegen Umut Meras durch.

Freshfocus

Schweiz - Wales 1:1 (0:0)

Die Rollen im Spiel sind rasch verteilt. Die Nati ist spielbestimmend, hat viel Ballbesitz und sucht immer wieder nach Lücken. Die Waliser ihrerseits konzentrieren sich aufs Kontern und Defensivarbeit, erweisen sich als der erwartet unangenehme Gegner.

Die beste Torchance im ersten Durchgang geht auf das Konto von Wales. In der 15. Minute braucht es eine Glanztat von Yann Sommer und jeden Zentimeter seiner Körpergrösse, um den Kopfball von Kiefer Moore über die Latte zu lenken. Die Schweizer haben drei Top-Chancen, um das Skore zu eröffnen. Ein frecher Absatztrick von Fabian Schär (20.) nach einem Eckball braucht die Intervention vom walisischen Schlussmann. Haris Seferovic hat die Führung gleich zweimal auf dem Fuss. Seine Abschlüsse (27. und 45.) landen neben dem Tor.

Der Knoten platzt früh in der zweiten Halbzeit. Breel Embolo scheitert in der 49. Minute noch am Wales-Goalie, doch der fällige Eckball führt zum Erfolg. Der 24-jährige Stürmer löst sich geschickt, kann per Kopf aus kurzer Distanz einnicken und sich so sein 6. Nati-Tor gutschreiben lassen. Die Nati überlässt Wales in der Folge unverständlicherweise das Spiel und wird dafür bestraft. Eine Flanke von der rechten Seite findet den Kopf von Moore, der vom eingewechselten Zakaria zu viel Freiheiten geniesst und zum Ausgleich trifft. Kurz vor Schluss hätte das Spiel die gewünschte Wende aus Schweizer Sicht bekommen sollen. Der Ball ist nach dem Abschluss vom eingewechselten Mario Gavranovic im Tor (85.), doch der VAR schaltet sich nach Abseitsstellung ein. Wales-Goalie Danny Ward avanciert zum Mann des Spiels, weil er nach einem Eckball der Nati den Kopfball von Embolo noch entschärfen kann. Der Punktgewinn hat aus Schweizer Sicht einen bitteren Nachgeschmack. (gav)

Tore: 49. Embolo 1:0, 74. Moore 1:1.

Breel Embolo köpft die Schweiz zum 1:0.

Breel Embolo köpft die Schweiz zum 1:0.

Keystone

Türkei - Italien 0:3 (0:0)

Beide Teams war in der ersten Halbzeit viel Nervosität anzumerken, ein entsprechend zerfahrenes Bild gab das Eröffnungsspiel ab. Die Italiener agierten auf dem heimischen Geläuf in Rom insgesamt ballsicherer und produzierten zumindest einige Torannäherungen. Die Türkei blieb im Spiel nach vorn weitgehend unsichtbar, liess der im Vorfeld hochgelobten italienischen Offensive aber kaum Luft zum Atmen.

Es passte zur zähen Partie, dass der Premierentreffer mehr erzwungen denn erspielt wurde: Ciro Immobile beförderte eine wuchtige Hereingabe in den Fünfmeterraum, der türkische Innenverteidiger Merih Demirel stand denkbar ungünstig – und lenkte den Ball höchst unglücklich ins eigene Tor (53.). Die Führung eröffnete der Squadra Azzura gegen harmlose Türken mehr Räume. Immobile traf per Abstauber zum überfälligen 2:0 (65.). Infolge eines kapitales Fehlpasses von Torhüter Ugurcan Cakir machte Lorenzo Insigne alles klar (79.). (dur)

Tore: 53. Demirel (Eigentor) 0:1. 65. Immobile 0:2. 79. Insigne 0:3.

Ciro Immobile (3.v.l.) feiert mit seinen italienischen Teamkollegen seinen Treffer zum 2:0.

Ciro Immobile (3.v.l.) feiert mit seinen italienischen Teamkollegen seinen Treffer zum 2:0.

Keystone

Gruppe B: Belgien – Dänemark – Russland – Finnland

Spielplan / Resultate:

  • 12. Juni, 18:00, Dänemark - Finnland 0:1 (0:0)
  • 12. Juni, 21:00, Belgien - Russland 3:0 (2:0)
  • 16. Juni, 15:00, Finnland - Russland 0:1 (0:1)
  • 17. Juni, 18:00, Dänemark - Belgien 1:2 (1:0)
  • 20. Juni, 21:00, Finnland - Belgien 0:2 (0:0)
  • 20. Juni, 21:00, Russland - Dänemark 1:4 (0:1)

Russland - Dänemark 1:4 (0:1)

Unfassbares Happy End dank belgischer Schützenhilfe: Auch ohne seinen Anführer Christian Eriksen hat Dänemark bei der EM direkt das Achtelfinale erreicht. Der leidenschaftlich stürmende Europameister von 1992 besiegte Russland mit 4:1 (1:0). Weil zeitgleich Belgien 2:0 gegen Finnland gewann, kletterten die Skandinavier dadurch sogar noch auf Rang zwei in der Gruppe B. Russland ist ausgeschieden.

Kasper Damsgaard brachte mit seinem Treffer (38.) nach zähem Beginn den Parken in Kopenhagen, wo 25.000 Fans zugelassen waren, erstmals zum Beben. Yussuf Poulsen sorgte nach einem fürchterlichen Missverständnis in der russischen Abwehr für den zweiten Jubelorkan (59.). Den Stimmungsdämpfer durch einen umstrittenen Foulelfmeter von Artjom Dsjuba (70.) machten die Kunde von den Toren der Belgier und die Treffer von Andreas Christensen (79.) und Joakim Mähle (82.) wett.

Eriksen war nicht im Stadion, aber doch allgegenwärtig. Wieder wurde das überdimensonale Trikot mit seiner «10» auf den Rasen getragen wie beim zweiten Gruppenspiel im Parken gegen Belgien (1:2). Wieder sangen die Zuschauer vor dem Einlauf der Mannschaften voller Inbrunst «You'll never walk alone». Wieder gab es also Gänsehaut-Momente, wenn auch nicht so extrem wie wenige Tage zuvor. (sid)

Tore: 38. Damsgaard 0:1. 59. Poulsen 0:2. 70. Dsjuba 1:2. 79. Christensen 1:3. 82. Maehle 1:4.

Dänemark qualifiziert sich direkt für den Achtelfinal

Dänemark qualifiziert sich direkt für den Achtelfinal

Keystone

Finnland - Belgien 0:2 (0:0)

Belgien hat bei der Fussball-EM als dritte Mannschaft eine perfekte Vorrunde gespielt. Der schon als Achtelfinalist feststehende Weltranglistenerste gewann zum Abschluss der Gruppe B in St. Petersburg auch sein drittes und letztes Spiel gegen Neuling Finnland 2:0 (0:0).

Die Roten Teufel erreichten damit als Gruppensieger ebenso die Idealausbeute von neun Punkten wie zuvor Italien und die Niederlande. Belgiens Sieg lässt die Finnen hinter dem Gruppenzweiten Dänemark noch um den Achtelfinaleinzug bangen.

Belgiens Siegtreffer fiel durch ein Eigentor von Finnlands Torhüter Lukas Hradecky (74.). Wenige Minuten vor dem Fauxpas des Schlussmannes von Bundesligist Bayer Leverkusen war ein Treffer des belgischen Torjägers Romelu Lukaku vom Münchner Referee Felix Brych nach Überprüfung durch den Videoschiedsrichter wegen Abseits nicht anerkannt worden. Lukaku erzielte dann in der 81. Minute doch noch das 2:0. (sid)

Tore: 74. Hradecky (ET) 0:1. 81. Lukaku 0:2.

Lukau traf für Belgien zum 2:0

Lukau traf für Belgien zum 2:0

Keystone

Dänemark - Belgien 1:2 (1:0)

Nicht wenige Beobachter dürften sich gefragt haben, wie verunsichert der Auftritt der Dänen wenige Tage nach dem Eriksen-Schock sein würde. Die Antwort: offenbar kein bisschen. Bereits nach knapp zwei Minuten brachte Yussuf Poulson den Parken in Kopenhagen zum Beben: Er schloss einen frühen Ballgewinn trocken zum 1:0 ab. Dänemark zeigte eine beeindruckende Intensität. Belgien bekundete grosse Mühe, das Geschehen zu beruhigen, fand offensiv fast gar nicht statt. Mitreissende Dänen erarbeiteten sich hingegen zahlreiche Gelegenheiten.

Wie im Vorfeld angekündigt, war das Spiel indes nach etwa zehn Minuten zu Ehren von Christian Eriksen kurzzeitig zur Ruhe gekommen. Die Fans und beide Teams spendeten Applaus und sorgten für eine emotionale Atmosphäre.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Belgier endlich beherzter in die Zweikämpfe. Und liessen wie aus dem Nichts ihre atemberaubende individuelle Klasse aufblitzen: Thorgan Hazard schloss eine Lehrbuch-Kombination von Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne zum Ausgleich ab (55.) – und verlieh den Belgiern damit offenkundig viel Sicherheit. Die Mannschaft von Trainer Roberto Martínez war jetzt deutlich präsenter und kaufte den Dänen zunehmend den Schneid ab.

Es entwickelte sich eine vollends offene Partie, in der am Ende die herausragende Klasse den Ausschlag zugunsten der Belgier gab. Kevin De Bruyne, Rückkehrer nach seinen Gesichtsverletzungen, liess sich nach einem abermals schulmässigen Spielzug nicht zweimal bitten und brachte den Ball ansatz- und kompromisslos im dänischen Tor unter (70.). Martin Braithwaite traf auf der Gegenseite nur die Latte (87.). Belgien ist damit sicher im Achtelfinal dabei. Doch auch Dänemark hat den zwei Niederlagen zum Trotz weiter alle Chancen. (dur)

Tore: 2. Poulsen 1:0. 55. T. Hazard 1:1. 70. De Bruyne 1:2.

Belgiens Starspieler Kevin De Bruyne gab sein Comeback nach seinen Gesichtsverletzungen – und schwang sich gleich zum Matchwinner auf.

Belgiens Starspieler Kevin De Bruyne gab sein Comeback nach seinen Gesichtsverletzungen – und schwang sich gleich zum Matchwinner auf.

Keystone

Finnland - Russland 0:1 (0:1)

Russland stand nach der klaren Auftaktpleite gegen Belgien schon gehörig unter Druck. Den zielstrebigeren und gefährlichen Eindruck hinterliessen zu Beginn aber die Finnen, die auch gleich ein Erfolgserlebnis feiern durften: Jukka Raitala eroberte auf der rechten Aussenbahn den Ball, flankte passgenau in die Mitte, wo Joel Pohjanpalo zu seinem zweiten EM-Tor einköpfte (3.). Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn der Stürmer von Union Berlin stand hauchdünn im Abseits.

Pohjanpalo und Teemu Pukki warteten in der Folge mit einigen gefährlichen offensiven Ansätzen auf, bei denen lediglich die letzte Präzision fehlte. Auf der Gegenseite wurde Kapitän Artem Dzyuba einige Male vor dem finnischen Tor vorstellig. Dzyuba war auch am russischen Führungstreffer beteiligt; der bullige Angreifer legte auf Aleksey Miranchuk ab, der die Kugel mit viel Gefühl links oben ins Netz beförderte (45.+2).

Pukki verpasste nach der Pause gleich zweimal den Ausgleich (49./53.), gleichzeitig hätte Aleksandr Golovin mit seinem kraftvollen Flachschuss die Führung der «Sbornaja» beinahe ausgebaut (52.). Die zweiten 45 Minuten gestalteten sich ungleich temporeicher und intensiver als die ersten, beide Teams agierten deutlich spielfreudiger und kombinationssicherer als zuvor. Nach knapp 66 Minuten verpasste Rifat Zhemaletdinov das 2:0 aus russischer Sicht, sein Abschluss rollte knapp am Kasten vorbei. Kurz darauf scheiterte Daler Kuzyaev aus aussichtsreicher Position (73.). Die Fehlschüsse rächten sich nicht mehr: Russland hatte die Lage mehr und mehr im Griff, Finnlands Bemühungen blieben harmlos. Die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug stehen nun für beide Teams nicht schlecht; auch Finnland könnte durch den Auftaktsieg über Dänemark zumindest als Gruppendritter in die K.o.-Phase einziehen. (dur)

Tor: 45.+2 Miranchuk 0:1.

Russlands Alexey Miranchuk bejubelt seinen sehenswerten Siegtreffer über Finnland.

Russlands Alexey Miranchuk bejubelt seinen sehenswerten Siegtreffer über Finnland.

Keystone

Belgien - Russland 3:0 (2:0)

Erst schoss Romelu Lukaku den Titelaspiranten Belgien zum EM-Auftaktsieg, dann grüsste er seinen Klubkollegen Christian Eriksen. «Viel Kraft, Chris, ich liebe dich», rief der Stürmer des italienischen Meisters Inter Mailand beim 3:0 (2:0) der Roten Teufel gegen Russland beim Torjubel in die Kamera.

Der Adressat war zweieinhalb Stunden zuvor bei Dänemarks EURO-Start gegen Finnland (0:1) auf dem Platz kollabiert, Notärzte hatten mit Herzdruckmassagen sein Leben gerettet. Weil Eriksen danach wach und stabil war, konnte Belgien wie geplant in St. Petersburg seine Titelmission beginnen.

Der überragende Lukaku (10./88.) und der eingewechselte Dortmunder Thomas Meunier (34.) sicherten mit ihren Toren vor 26.264 Zuschauern einen Start nach Mass für den Weltranglistenersten und die Tabellenführung in der Gruppe B. Meunier schrieb sogar EM-Geschichte - als erster Joker-Torschütze in einer ersten Halbzeit. (sid)

Tore: 10. Lukaku 1:0. 34. Meunier 2:0. 88. Lukaku 3:0.

Die belgischen Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Romelu Lukaku (2.v.r.).

Die belgischen Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Romelu Lukaku (2.v.r.).

Keystone

Dänemark - Finnland 0:1 (0:0)

Dänemark mühte sich, rannte an, verbuchte mehr Ballbesitz, ja vergab gar einen Penalty. Pierre Emile Höjbjerg scheiterte kläglich aus elf Metern am finnischen Goalie Lukas Hradecky (74.). Das Tor trafen nur die Finnen: Joel Pohjanpalo erzielte per Kopf den ersten finnischen EM-Treffer der Geschichte und besiegelte die erste grosse Überraschung des Turniers (60.).

Überschattet wurde der historische erste EM-Erfolg der Finnen allerdings vom Schock um Dänemarks Mittelfeldstar Christian Eriksen, der nach 43 Minuten kollabierte und reanimiert werden musste. Dass der Zustand des 29-Jährigen laut offiziellen Quellen stabil ist, überwiegt wohl jeden Premierensieg oder jede ärgerliche Niederlage. (dur)

Tor: 60. Pohjanpalo 0:1.

Joel Pohjanpalo schrieb sich mit seinem Siegtor gegen Dänemark in die finnischen Fussball-Geschichtsbücher.

Joel Pohjanpalo schrieb sich mit seinem Siegtor gegen Dänemark in die finnischen Fussball-Geschichtsbücher.

Keystone

Gruppe C: Holland – Österreich – Ukraine – Nordmazedonien

Spielplan / Resultate:

  • 13. Juni, 18:00, Österreich - Nordmazedonien 3:1 (1:1)
  • 13. Juni, 21:00, Holland - Ukraine 3:2 (0:0)
  • 17. Juni, 15:00, Ukraine - Nordmazedonien 2:1 (2:0)
  • 17. Juni, 21:00, Holland - Österreich 2:0 (1:0)
  • 21. Juni, 18:00, Nordmazedonien - Holland 0:3 (0:1)
  • 21. Juni, 18:00, Ukraine - Österreich 0:1 (0:1)

Nordmazedonien – Niederlande 0:3 (0:1)

Mit Nordmazedonien und der Niederlande trafen die zwei Mannschaften der Gruppe C aufeinander, deren Position in der Tabelle nach zwei Spieltagen jeweils gefestigt ist. Die Niederlande ist als Gruppensieger für die Achtelfinals qualifiziert, Nordmazedonien punktlos aus dem Turnier ausgeschieden.

Trotzdem verkaufte sich das als Heimteam gesetzte Nordmazedonien teuer. In der 10. Minute traf Trickovski auf Vorlage von Pandev, sein Tor wurde aufgrund einer Abseitsstellung allerdings nicht gewertet. In der 22. Minute fasste sich Trajkovski von ausserhalb des Sechzehners ein Herz, traf dabei aber nur den Pfosten. Beim Weitschuss wäre Stekelenburg abermals chancenlos gewesen.

Nur zwei Minuten nach dem Pfostenschuss der Nordmazedonier bewiesen die Niederländer ihre Klasse. Daley Blind erobert den Ball von Pandev, Malen bekommt ihn. Malen spielt einen Doppelpass mit Barca-Neuzugang Depay und spielt dem Neo-Barcelona-Stürmer den Ball im Strafraum zu, wo er zur Führung einschieben kann.

Fortan dominierten die Niederländer ihre Überlegenheit. Der Klassenunterschied war deutlich zu sehen. In der 51. Minute kommt es wieder zu einem Konterangriff, nachdem Nordmazedonien einen Einwurf in der gegnerischen Hälfte hatte. Die Niederlande erobert den Ball und macht sofort Druck aufs Tor. Depay wird in den Sechzehner geschickt wo er auf Wijnaldum ablegt, dieser muss nur noch den Fuss hinhalten. Nur sieben Minuten später war es erneut Wijnaldum, der einen Abpraller von Depay zum Spielentscheidenden 3:0 verwandeln konnte.

Damit stehen die Niederländer mit neun Punkten aus drei Spielen klar an der Tabellenspitze der Gruppe C und treffen somit im Achtelfinal auf einen der vier besten Gruppendritten. (ldm)

Tore: 24. Depay 0:1. 51. Wijnaldum 0:2. 58. Wijnaldum 0:3.

Wijnaldum traf für die Niederlande doppelt.

Wijnaldum traf für die Niederlande doppelt.

Keystone

Österreich - Ukraine 1:0 (1:0)

Mit einem Sieg in ihrem «Finale» hat Österreich Fussball-Geschichte geschrieben. Das Team um Kapitän David Alaba zog durch ein 1:0 (1:0) im letzten Vorrundenspiel gegen die Ukraine erstmals bei einer EM-Endrunde in die K.o.-Runde ein. Als Tabellenzweiter der Gruppe C trifft die Mannschaft des deutschen Trainers Franco Foda im Achtelfinale am Samstag (21.00 Uhr) in Wembley auf den viermaligen Weltmeister Italien.

Christoph Baumgartner (21.) erzielte in Bukarest das Siegtor für die Österreicher, die erstmals seit der WM 1982 die Vorrunde bei einem grossen Turnier überstanden. «Ich kann es noch nicht ganz realisieren. Was noch dazukommt ist, dass mir der Schädel weh tut», sagte Torschütze Baumgartner, der vor der Pause verletzt ausgewechselt worden war. «Ich freue mich für ganz Österreich, ich hoffe, alle haben es genossen. Wir hatten eine schwierige Zeit hinter uns mit dem Corona-Dreck, also geniesst es.»

Die Ukraine ist dagegen als Dritter mit drei Punkten auf Schützenhilfe angewiesen, um ebenfalls die K.o.-Runde zu erreichen. Für die Ukraine dürfte das Turnier zu Ende sein. (sid/swe)

Tor: 21. Baumgartner 1:0.

Niederlande – Österreich 2:0 (1:0)

Nach 13 Jahren Wartezeit ist die Niederlande im Eiltempo in die K.o.-Runde der Fussball-EM gestürmt. Mit dem 2:0 (1:0) gegen Österreich im zweiten Vorrundenspiel in Amsterdam zogen die Niederlande auf dem schnellsten Weg als Gruppensieger ins Achtelfinale ein. Der König jubelte diesmal nicht auf der Ehrentribüne mit.

Memphis Depay (11., Foulelfmeter) und Denzel Dumfries (67.) sorgten mit ihren Toren vor 16'000 Zuschauern in der Johan Cruyff Arena das Ende einer Durststrecke. Denn die Elftal hatte es zuletzt 2008 aus der EM-Vorrunde heraus geschafft, 2012 war sie als Vize-Weltmeister in der deutschen Gruppe gescheitert, 2016 wie bei der WM 2018 gar nicht qualifiziert. Gegner im Achtelfinale könnte die deutsche Nationalmannschaft sein, wenn sie Gruppendritter werden sollte.

Die Niederlage der Österreicher, die vor dem letzten Gruppenspiel am Montag gegen die Ukraine weiter gute Chancen auf das Weiterkommen haben, leitete ausgerechnet Kapitän David Alaba ein. In seinem 83. Länderspiel, mit dem er mit der Legende Herbert Prohaska gleichzog, verursachte der langjährige Bayern-Star schon früh einen Elfmeter. (sid)

Tore: 11. Depay (P.) 1:0. 67. Dumfries 2:0.

Torschütze zum 1:0: Memphis Depay

Torschütze zum 1:0: Memphis Depay

Keystone

Ukraine - Nordmazedonien 2:1 (2:0)

Die Ukraine – merklich beflissen, gegen Aussenseiter Nordmazedonien die ersten Punkte an dieser EM einzufahren – war zunächst klar spielbestimmend und kam früh in der Partie zu ersten Torchancen. Die Mazedonier hielten kämpferisch im Rahmen der Möglichkeiten dagegen, brachten nach vorn aber nichts zustande. Die Ukraine verfügte über die reifere Spielanlage und beförderte sich mehrfach in gute Abschlusspositionen.

Ein Eckball brachte die verdiente Führung: Oleksandr Karawajew leitete den Ball sehenswert mit der Hacke an den zweiten Pfosten weiter, dort brauchte Andrij Jarmolenko zu seinem zweiten Turniertreffer nur noch einzuschieben (29.). Roman Jaremtschuk erhöhte wenig später auf 2:0 (34.). Der Angreifer profitierte von einer unsortierten Defensive, tauchte allein vor Goalie Stole Dimitrievski auf und schob abgeklärt ein (34.). Die plötzliche Freude über Goran Pandevs Anschlusstreffer währte nur kurz, stand der Altstar vor seinem gekonnt erzieltem Tor doch im Abseits (39.).

Ein Strafstoss verhalf Nordmazedonien zurück in die Begegnung. Ezgjan Alioski verwandelte im Nachschuss (56.), Pandev war zuvor im Sechzehner zu Fall gebracht worden. Das Spiel wurde zunehmend offener und zerfahrener. Die Ukraine büssten ihre Ballsicherheit ein, Nordmazedonien erhöhte den Druck und war bissig in den Zweikämpfen. Wiktor Zyhankow hätte die Ukraine ihrer Sorgen entledigen können, doch ihm versagten freistehend die Nerven (74.). Ruslan Malinovskyj vergab die zweite Riesenchance zur Entscheidung, sein Handspenalty war zu unplatziert (84.). Doch leidenschaftliche Nordmazedonier verpassten den Ausgleich – und damit womöglich auch die K.o.-Runde. Die Ukraine darf sich dagegen realistische Hoffnungen auf das Weiterkommen machen. (dur)

Tore: 29. Jarmolenko 1:0. 34. Jaremtschuk 2:0. 57. Alioski 2:1.

Der Ukrainer Ruslan Malinovskyj (gelbes Trikot) im Zweikampf gegen Eljif Elmas.

Der Ukrainer Ruslan Malinovskyj (gelbes Trikot) im Zweikampf gegen Eljif Elmas.

Keystone

Holland - Ukraine 3:2 (0:0)

Die sonst obligate Abtastphase fiel zur Freude der 16.000 Zuschauer in Amsterdam gänzlich flach, stattdessen gingen beide Teams sogleich mit voller Intensität zu Werke. Vor allem die Niederländer überzeugten durch Spielwitz und temporeiche Ballstafetten, die «Elftal» kam durch Denzel Dumfries (5.) und Georginio Wijnaldum (7.) früh zu vielversprechenden Gelegenheiten. Es entwickelte sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch zweier mutiger Mannschaften, denen aber das Schussglück und die letzte Präzision fehlten. Mit zunehmender Dauer verfestigten sich die Rollen der Teams: Den Niederländern oblag die Spielgestaltung, die Ukraine stand tief, lauerte auf Konter – und hatte grosses Glück, dass Dumfries seinen Kopfball völlig freistehend neben das Tor setzte (40.).

In der 52. Minute sorgte Wijnaldum für die verdiente Führung: Der herauseilende ukrainische Torhüter Georgiy Bushchan vermochte den Ball nach einer Hereingabe bloss unglücklich nach vorn abzuwehren, der Mittelfeldspieler war zur Stelle und beförderte den Ball überlegt ins verwaiste Gehäuse. Wout Weghorst stellte die Weichen wenig später scheinbar endgültig auf Sieg (59.). Doch auf einmal überschlugen sich die Ereignisse: Andriy Yarmolenko hauchte dem Match durch einen feinen Schlenzer noch einmal Spannung ein (75.), kurz darauf köpfte Roman Yaremchuk den unverhofften Ausgleich (79.). Die Niederlande erholten sich flugs vom Schock; ausgerechnet Denzel Dumfries, der in der ersten Halbzeit an einer viel einfacheren Kopfballübung kläglich gescheitert war, erzielte sagenhaft per Kopf die abermalige Führung (85.) – und sicherte den leistungsgerechten Sieg. (dur)

Tore: 52. Wijnaldum 1:0. 59. Weghorst 2:0. 75. Yarmolenko 2:1. 79. Yaremchuck 2:2. 85. Dumfries 3:2.

Denzel Dumfries (r.) schraubt sich hoch und köpft das 3:2-Siegtor für seine «Elftal».

Denzel Dumfries (r.) schraubt sich hoch und köpft das 3:2-Siegtor für seine «Elftal».

Keystone

Österreich - Nordmazedonien 3:1 (1:1)

Unsere Nachbarn erkämpfen sich in ihrem Startspiel gegen den EM-Debütanten Nordmazedonien einen Sieg. Es ist der erste EM-Sieg Österreichs überhaupt. Der nominell schwächste EM-Teilnehmer (62. FIFA-Weltrangliste) kann vor allem in der ersten Halbzeit gut mithalten.

Die frühe Führung bringt Österreich nicht die gewünschte Ruhe im Spiel. Marcel Sabitzer schlägt einen herrlichen Diagonalpass auf Stefan Lainer, der verwertet. Die Mazedonier antworten mit dem 37-jährigen Routinier Goran Pandev. Der Stürmer reagiert nach einer österreichischen Slapstick-Einlage am schnellsten und trifft. Es entsteht eine ausgeglichene Partie. Der Favorit ist zwar überlegen, findet aber kaum einen Weg durch die dichte Defensive, bis der österreichische Coach Franco Foda in Gregoritsch und Arnautovic den Sieg einwechselt. (gav)

Tore: 18. Lainer 1:0, 28. Pandev 1:1, 78. Gregoritsch 2:1, 90. Arnautovic 3:1.

EM-Debütant Nordmazedonien zeigt sich als aufsässiger Gegner und gewinnt viele Zweikämpfe.

EM-Debütant Nordmazedonien zeigt sich als aufsässiger Gegner und gewinnt viele Zweikämpfe.

Keystone

Gruppe D: England – Kroatien – Tschechien – Schottland

Spielplan / Resultate:

  • 13. Juni, 15:00, England - Kroatien 1:0 (0:0)
  • 14. Juni, 15:00, Schottland - Tschechien 0:2 (0:1)
  • 18. Juni, 18:00, Kroatien - Tschechien 1:1 (0:1)
  • 18. Juni, 21:00, England - Schottland 0:0
  • 22. Juni, 21:00, Kroatien - Schottland 3:1 (1:1)
  • 22. Juni, 21:00, Tschechien - England 0:1 (0:1) 

Kroatien - Schottland 3:1 (1:1)

Superstar Luka Modric hat Vizeweltmeister Kroatien vor der grossen EM-Blamage bewahrt. Der Kapitän führte sein Team im Endspiel ums Achtelfinale gegen Schottland zum verdienten 3:1 (1:1)-Sieg und zerstörte mit seinem berühmten Aussenrist (62.) alle Träume Schottlands auf die historische Premiere in der K.o.-Runde.

In einem unterhaltsamen Alles-oder-nichts-Spiel erzielten Nikola Vlasic (17.) und der starke Ivan Perisic (77.) die weiteren Treffer der Kroaten, die mit vier Zählern dank der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Tschechen als Gruppenzweiter am Montag in Kopenhagen auf den Zweiten der Gruppe E treffen. Der Ausgleich von Callum McGregor (42.) reichte im Hampden Park nicht für die erneut tapfer kämpfenden Schotten, die am Ende der Gruppenphase nur einen Zähler auf dem Konto haben. (sid/swe)

Tore: 17. Nikola Vlasic 1:0. 42. Callum McGregor 1:1. 62. Luka Modric 2:1. 77. Ivan Perisic 3:1.

Mann des Spiels: Luka Modric erzielt per Traumtor das 2:1.

Mann des Spiels: Luka Modric erzielt per Traumtor das 2:1.

Keystone

Tschechien - England 0:1 (0:1)

England hat der Corona-Unruhe getrotzt und ist zumindest eine Halbzeit lang seiner Rolle als EM-Mitfavorit gerecht geworden. Die Mannschaft von Teammanager Gareth Southgate besiegte Tschechien mit 1:0 (1:0), sicherte sich dadurch noch den Sieg in Gruppe D und ein weiteres Heimspiel. Am kommenden Dienstag geht es erneut im Wembley-Stadion im Achtelfinale gegen den Zweiten der Gruppe F.

Raheem Sterling schoss das goldene Tor (12.) und sorgte für anhaltende Freudengesänge beim zuletzt unzufriedenen Anhang. Es war der zweite Turniertreffer des Stürmers von Manchester City - und der zweite der weiterhin gegentorlosen Three Lions, die ihren Ruf als Minimalisten festigten.

Bei den Tschechen agierte Stürmer Patrik Schick, der gegen Schottland und Kroatien alle drei Tore für sein Land erzielt hatte, diesmal unauffällig. Die Tschechen (vier Punkte) hatten wie die Engländer (sieben) den Einzug in die Runde der besten 16 bereits vor dem Anpfiff sicher, Schick und seine Kollegen rutschten aber noch auf Rang drei ab. (sid)

Tor: 12. Raheem Sterling 0:1.

Raheem Sterling (rechts) erzielte das Game-Winning-Goal für die Engländer.

Raheem Sterling (rechts) erzielte das Game-Winning-Goal für die Engländer.

AP

England – Schottland 0:0

Die älteste Rivalität im Fussball – das älteste Derby der Welt. Alle Augen richteten sich an diesem Fussballabend ins Londoner Wembley Stadion, wo die Englische Nationalmannschaft Schottland zum zweiten Gruppenspiel der EM empfing.

Und die Fussballfans sollten sogleich nicht enttäuscht werden. England, das als Mitfavorit um den EM-Titel gilt, war vor der Partie deutlich stärker eingeschätzt worden als die Schotten, die seit 23 Jahren erstmals wieder an einer internationalen Endrunde dabei sind.

Die Schotten jedoch liessen sich vom Klassenunterschied nichts anmerken. Sie spielten mutig, gingen aktiv in die Zweikämpfe, kreierten einige Torchancen. Zur besten Chance in der ersten Halbzeit für die Gäste kam Stephen O’Donell in der 31. Minute, als er einen Flankenball von Robertson per Volley abnehmen konnte. Jordan Pickford im englischen Tor war allerdings hellwach und konnte parieren.

Auch die Engländer kamen ihrerseits zu einigen Tormöglichkeiten. Die wohl beste Chance ging auf das Konto von Verteidiger John Stones, der in der 12. Minute nach einem Eckball per Kopf nur den Pfosten traf.

Die zweite Halbzeit bot ebenso viel Spektakel, wie es die Erste tat. Die Schotten liessen nicht nach, spielten aufsässig, ja wurden zwischenzeitlich sogar etwas frech. Die beste Chance der zweiten Halbzeit bekam Lyndon Dykes in der 62. Minute. Nach einem Eckball kam der breitgebaute schottische Mittelstürmer zum Kopfball, den Reece James in letzter Not auf der Linie per Kopf klären konnte.

Die Angriffsreihen des Heimteams hingegen kamen zwar immer mal wieder vor das Tor der Schotten, die hundertprozentige Torchance aber blieb aus. Nichtsdestotrotz war es wohl das spannendste Unentschieden, das es bislang an dieser EM zu sehen gab. Mit dem Unentschieden schliesst England zu Tabellenleader Tschechien auf, die ebenfalls vier Punkte verzeichnen. Schottland hingegen zieht mit Kroatien auf dem dritten Rang gleich. (ldm)

Schottland erkämpfte sich ein Remis

Schottland erkämpfte sich ein Remis

Keystone

Kroatien – Tschechien 1:1 (0:1)

Kroatien hatte in der Partie gegen Tschechien einiges gut zu machen, hatten sie das erste Gruppenspiel gegen England mit 0:1 verloren. Die Tschechen hingegen kamen mit einem Polster in die Partie, da sie als Tabellenführer dank einem 2:0-Sieg über Schottland im Rücken in das Spiel starteten.

Die beiden Mannschaften fanden nicht so richtig in die Partie, es mangelte an den kreativen Ideen, mit denen die Abwehrreihen zu durchbrechen waren. Viele Bälle liefen zwischen den Strafräumen. Auch, weil beide Verteidigungen sehr kompakt zu stehen wussten.

So war es wenig wunderlich, fiel das erste Tor der Partie nach einem Standard. Dejan Lovren fuhr bei einem Eckball der Tschechen seinen Ellbogen aus und traf Patrick Schick mitten im Gesicht – dieser fing an zu bluten, die Aktion wurde im VAR überprüft. Ein klarer Elfmeter. Wie schon im Spiel gegen Schottland sollte es auch heute Patrik Schick sein, der das Tor auf sein Konto schreiben durfte. Er verwandelte souverän in die linke Ecke.

Es schien, als waren sich die Kroaten dem Ausmass dieser Partie bewusst. Knapp zwei Minuten nach Wiederanpfiff fand Perisic zum Ball, zog von der linken Seite in die Mitte und schloss mit dem rechten Fuss ab. Wie im Bilderbuch endete der Ball in der langen hohen Ecke.

Doch das soll es bereits wieder gewesen sein mit der guten Phase der Kroaten. Statt auf das zweite Tor zu drücken und in Führung zu gehen vernachlässigten die Kroaten immer mehr ihr eigenes Offensivspiel, wurden gar passiv. Zum Schluss war kaum noch Bewegung im Spiel der vor der Partie favorisierten Mannschaft.

Tschechien hingegen wird sich mit dem Punkt zufriedengeben. Mit vier Punkten nach zwei Spielen sieht der Achtelfinal-Einzug vielversprechend aus. (ldm)

Tore: 37. Schick (P) 0:1. 47. Perisic 1:1.

Kroatien und Tschechien konnten sich nicht auf einen Sieger einigen.

Kroatien und Tschechien konnten sich nicht auf einen Sieger einigen.

Keystone

England - Kroatien 1:0 (0:0)

Den Engländern gelingt, was ihnen in neun Anläufen in EM-Startspielen noch nie gelungen ist: ein Sieg im Auftaktspiel. Die Three Lions beweisen im Wembley von Beginn weg, dass sie die Negativ-Serie durchbrechen möchten. Phil Foden scheitert nach sechs Minuten am Aluminium. Die Engländer drücken und es scheint eine Frage der Zeit, bis der erste Treffer fällt, doch die Kroaten überstehen die Druckphase. Der Vize-Weltmeister steht mit fortlaufender Dauer der Partie defensiv stabiler, tritt Offensiv allerdings kaum in Erscheinung.

In der zweiten Halbzeit ist das Heimteam nicht mehr ganz so überlegen, dafür fällt aber das Tor. Kalvin Phillips umläuft nach einem Energieanfall zwei Kroaten und bedient Raheem Sterling, der einnetzt. In der Folge ist England näher am 2:0 als die Kroaten am Ausgleich. (gav)

Tor: 57. Sterling 1:0.

Raheem Sterling gelingt der einzige Treffer des Nachmittags.

Raheem Sterling gelingt der einzige Treffer des Nachmittags.

Keystone

Schottland - Tschechien 0:2 (0:1)

Erstmals seit der WM 1998 starten die Schotten wieder an einem grossen internationalen Turnier. Die Euphorie der Schotten und deren gesamten Anhängerschaft war deutlich zu spüren. Im Hampden Park in Glasgow hörte man die Fans des Heimteams deutlich. Sie schienen motiviert, das Team zu einem Sieg zu schreien. Vermutlich der bislang lauteste Auftritt einer Fangemeinschaft an dieser EM.

Der Start in die Partie gehörte den Schotten. Mit viel Druck aufs Tor, harten Zweikämpfen und Durchsetzungsvermögen fanden sie ins Spiel. Je mehr Zeit jedoch verstrich, desto besser kamen die Tschechen ins Spiel. Und weil Schottland seine Chancen nicht nutzte und immer passiver wurde, war der Führungstreffer von Patrik Schick die logische Konsequenz. Der Stürmer war zu diesem Zeitpunkt der auffälligste Spieler in den Reihen der Tschechen.

In die zweite Halbzeit starteten die heimischen Schotten mindestens so motiviert wie zu Beginn der Partie. Zwei Chancen erkämpften sie sich innerhalb von wenigen Minuten, nur ein Tor sollte daraus nicht resultieren. Und dann, sieben Minuten nach Wiederanpfiff, schockte Schick die Schotten mit einem Sonntagsschuss. Der tschechische Stürmer sah von der Mittellinie aus, dass Marshall weit vor seinem Kasten stand, fasste sich aus den rund 50 Metern ein Herz und sollte für den Mut belohnt werden. Definitiv einer der schönsten Treffer, die bislang an der EM gefallen sind.

Trotzdem verloren die Schotten nicht an Spielfreude, drückten weiter auf den Treffer. Sie scheiterten aber immer wieder an den defensiv starken Tschechen und deren Torhüter Tomas Vaclik, der mit seinen Paraden zu glänzen wusste. Eine gute Leistung des Heimteams, die unbelohnt blieb. (ldm)

Tore: 42. Schick 0:1. 52. Schick 0:2.

Schick trifft doppelt für Tschechien

Schick trifft doppelt für Tschechien

Stu Forster / AP

Gruppe E: Spanien – Schweden – Polen – Slowakei

Spielplan / Resultate:

  • 14. Juni, 18:00, Polen - Slowakei 1:2 (0:1)
  • 14. Juni, 21:00, Spanien - Schweden 0:0
  • 18. Juni, 15:00, Schweden - Slowakei 1:0 (0:0)
  • 19. Juni, 21:00, Spanien - Polen 1:1 (1:0)
  • 23. Juni, 18:00, Schweden - Polen 3:2 (1:0)
  • 23. Juni, 18:00, Slowakei - Spanien 0:5 (0:2)

Slowakei - Spanien 0:5 (0:2)

Ein kurioses Eigentor hat den Spaniern bei der Fussball-EM gerade rechtzeitig auf die Sprünge geholfen und den Weg ins Achtelfinale geebnet. Im Stile eines Volleyballers schmetterte der slowakische Torhüter Martin Dubravka den Ball ins eigene Tor und leitete damit den 5:0 (2:0)-Sieg des dreimaligen Europameisters im letzten Vorrundenspiel ein.

Mitfavorit Spanien, bei dem der Knoten erst nach dem Missgeschick des Keepers platzte, sicherte sich noch den zweiten Platz in der Gruppe E und vermied nach zwei enttäuschenden Unentschieden zum Start das erste Vorrunden-Aus bei einer Euro seit 2004. Gegner im Achtelfinale ist am kommenden Montag in Kopenhagen Vize-Weltmeister Kroatien.

Dubravka (30.) fabrizierte nach einem Lattenschuss von Pablo Sarabia das siebte Eigentor des Turniers, Nummer acht legte Juraj Kucka (71.) nach. Zudem trafen Abwehrspieler Aymeric Laporte (45.+2) sowie die Angreifer Sarabia (56.) und Ferran Torres (67.) im Glutofen von Sevilla für die Spanier, die durch Alvaro Morata (12.) auch ihren zweiten Elfmeter der Euro verschossen hatten. Die Slowaken sind als Dritter ausgeschieden. (sid)

Tore: 30. Dubravka (ET) 0:1. 45. Laporte 0:2. 56. Sarabia 0:3. 67. Torres 0:4. 71. Kucka (ET) 0:5.

Spanien demontiert die Slowakei mit fünf Toren.

Spanien demontiert die Slowakei mit fünf Toren.

Keystone

Schweden - Polen 3:2 (1:0)

Aus für den Weltfussballer: Robert Lewandowski muss nach einer völlig enttäuschenden EM-Gruppenphase mit der polnischen Nationalmannschaft die Heimreise antreten. Beim 2:3 (0:1) gegen die ohnehin schon qualifizierten Schweden zerstörte ausgerechnet Doppelpacker Emil Forsberg die Hoffnungen des Bayern-Stars auf das Achtelfinale.

Erst erzielte der Angreifer von RB Leipzig ein Blitzor nach 81 Sekunden und damit den zweitschnellsten Treffer bei EM-Endrunden, im zweiten Durchgang schlug Forsberg (59.) zum dritten Mal bei diesem Turnier zu. Lewandowski (61./84.) sorgte in St. Petersburg mit einem Doppelpack zwar noch einmal für Spannung, doch Viktor Claesson (90.+4) setzte den Schlusspunkt. Ein Punkt aus drei Spielen war für die Polen zu wenig für das Weiterkommen.

Die Schweden waren durch die Ergebnisse an den Tagen zuvor bereits auf der Couch in die Runde der letzten 16 Mannschaft eingezogen - und sicherten sich durch den zweiten Turniersieg auch noch Platz eins in der Gruppe. Im Achtelfinale geht es für die Skandinavier am Dienstag (18.00 Uhr) in Glasgow gegen einen der besten Gruppendritten. (sid)

Tore: 2. Forsberg 1:0. 59. Forsberg 2:0. 61. Lewandowski 1:2. 84. Lewandowski 2:2. 94. Claesson 3:2.

Schweden setzt sich gegen Polen durch.

Schweden setzt sich gegen Polen durch.

Keystone

Spanien - Polen 1:1 (1:0)

Zwei Dinge haben in der spanischen Presse nach dem Auftaktspiel gegen Schweden für Gesprächsstoff gesorgt. Einerseits der Zustand des Rasens, andererseits die ungenügende Darbietung von Alvaro Morata. Die Greenkeeper in Sevilla haben ihren Job gemacht, so auch der spanische Stürmer, trotzdem wird in Südspanien nach diesem Spiel nicht gejubelt.

Statt Morata durch Gerard Moreno zu ersetzen, setzt der spanische Trainer Luis Enrique auf beide. Das zahlt sich aus. Moreno ist fleissig, bringt die polnische Abwehr ein ums andere Mal in die Bredouille. So auch in der 25. Minute. Der Stürmer von Europa-League-Sieger Villareal zieht vom rechten Flügel in die Mitte, bringt den Ball Flach in die Mitte. Dort steht Morata, der sich gegen die polnische Verteidigung durchsetzt und zur Führung trifft. Der Assistent schnellt mit der Fahne hoch, will eine Abseitsstellung gesehen haben, wird durch den VAR aber korrigiert. Das Heimteam ist überlegen, hat die Partie im Griff, kassiert kurz vor der Pause aber beinahe den Ausgleich. Nach einem Ballverlust im Spielaufbau der Spanier holt sich Karol Swiderski das Leder und setzt ihn an den Pfosten. Beim Nachschuss scheitert Robert Lewandowski am spanischen Schlussmann.

In der 2. Halbzeit trifft Lewandowski doch noch. Kurz vor einer Flanke rempelt der Star-Stürmer den spanischen Innenverteidiger Aymeric Laporte weg, verschafft sich dadurch den entscheidenden Vorteil im Kopfballduell und trifft. Nur vier Minuten später könnte Spanien die Führung wieder herstellen und Moreno sich für seinen tollen ersten Durchgang mit einem Tor belohnen. Der 29-Jährige haut den Elfmeter aber an den Pfosten. In der Folge vergibt die Furia Roja aus aussichtsreichen Positionen mit Ferran Torres (73.) und Morata (84.) und muss sich mit dem Unentschieden begnügen. Damit können noch alle Mannschaften in der Gruppe E auf ein Weiterkommen hoffen. (gav)

Tore: 25. Morata 1:0, 54. Lewandowski 1:1.

Kamil Jóźwiak (links) kämpft gegen den spanischen Captain Jordi Alba (rechts) um den Ball.

Kamil Jóźwiak (links) kämpft gegen den spanischen Captain Jordi Alba (rechts) um den Ball.

Marcel Del Pozo / Pool / EPA

Schweden - Slowakei 1:0 (0:0)

Die alten Schweden sind zurück: Das «Rentner-Team» um den überragenden Matchwinner Emil Forsberg hat mit einem späten, aber verdienten Sieg gegen die Slowakei Kurs auf das EM-Achtelfinale genommen. Die Schweden gewannen im russischen St. Petersburg das «zweitälteste» EM-Spiel der Geschichte mit 1:0 und haben mit vier Punkten die K.o.-Runde vor Augen.

Der Schwede Forsberg traf vor 20.000 Zuschauern für die im Schnitt 30,2 Jahre alten Schweden in der 77. Minute per Foulelfmeter. Dem Team von Nationaltrainer Janne Andersson reicht somit im letzten Spiel gegen Polen schon ein Unentschieden zum Weiterkommen. Die Slowakei hat mit drei Punkten zwar ebenfalls gute Karten, muss aber zum Abschluss gegen Spanien antreten.

«Es wird wichtig, dass wir unser Spiel machen können», hatte Andersson vor dem Anpfiff gesagt. Dafür setzte der Schweden-Coach erneut auf eine äusserst erfahrene Startelf: 30 Jahre und 78 Tage alt waren seine Akteure im Schnitt - damit war sein Team aber noch immer etwas jünger als der Gegner aus der Slowakei. Ein «älteres» EM-Spiel hatte es nur 2008 zwischen Griechenland und Schweden gegeben.

Spanien - Schweden 0:0

Nicht nur altersmässig lagen beide Teams weit auseinander – das ausgesprochen junge spanische Team traf auf Schweden, die älteste Mannschaft des Turniers –, auch die Matchpläne standen sich offenkundig diametral gegenüber. Spanien war zur Spielgestaltung verdammt, während sich die Skandinavier ausschliesslich auf die konsequente Verhinderung iberischer Spielzüge verlegten. Die Südeuropäer mühten sich gegen die tiefstehende Defensive. Schweden wusste mit dem wenigen Ballbesitz nichts anzufangen, nicht einmal an Kontern schien die Elf von Trainer Janne Andersson interessiert.

Dani Olmo (19.) und Koke (22.) kamen dem Tor erstmals wirklich nahe, Alvaro Morata (38.) liess die erste hundertprozentige Chance liegen. Das hätte sich beinahe gerächt: Alexander Isak hätte den Spielverlauf beinahe vollends auf den Kopf gestellt (41.), Marcos Llorente rettete vor der Torlinie.

Für die in jeder Hinsicht überlegenen Spanier entwickelte sich der Abend mehr und mehr zur Geduldsprobe. Obgleich das Team einen Umbruch und Generationswechsel durchläuft, erinnerten die langen Ballstafetten doch an das berühmte Tiki-Taka von früher, ohne allerdings die Zielstrebigkeit glanzvollster Jahre auszustrahlen. Spanien spielte zunehmend uninspiriert – und offenbarte plötzlich defensive Lücken: Marcus Berg tauchte unbewacht vor dem Tor auf, verpasste aber kläglich die schwedische Führung (61.). Die Equipe von Coach Luis Enrique übernahm fortan wieder die Kontrolle und bemühte sich bis zum Schluss redlich. Ein Tor war ihnen aber schlicht nicht vergönnt. (dur)

Tore: -

Schwedens Alexander Isak (gelbes Trikot) muss sich gegen mehrere spanische Gegenspieler behaupten.

Schwedens Alexander Isak (gelbes Trikot) muss sich gegen mehrere spanische Gegenspieler behaupten.

Keystone

Polen - Slowakei 1:2 (0:1)

Die vor der Partie favorisierten Polen finden nicht wie gewünscht ins Spiel. Sie haben die Partie zwar zu Beginn einigermassen im Griff, kommen aber ausser einem Distanzschuss von Krychowiak nicht zu gefährlichen Torchancen. Die Slowaken verteidigen gut, stehen tief und leisten starke Defensivarbeit. In der 18. Minute werden sie schliesslich für ihre Arbeit belohnt: Mak tänzelt zwei Polen aus, setzt den Schuss an den nahen Pfosten, wo er am Hinterkopf von Szczesny abprallt und schliesslich ins Tor fliegt. Das Tor wird als Eigentor von Szczesny gezählt, was zugleich auch eine Premiere bedeutet: Zum ersten Mal seit der Einführung der EM 1958 kommt es zu einem Eigentor eines Torhüters.

Genau so untypisch wie der Führungstreffer der Slowaken soll auch der Ausgleichstreffer der Polen sein. Knapp 32 Sekunden nach Wiederanpfiff spielen sich die Polen in den slowakischen Strafraum, wo Linetty frei zum Ball kommt. Er schiesst mit dem linken Fuss, trifft dabei aber sein rechtes Bein. Dubravka kommt zwar mit den Fingerspitzen noch dran, kann aber nicht mehr halten.

Die Polen wirken nach dem Pausenpfiff verändert. Es scheint, als hätte Paulo Sousa in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Doch die gute Phase der Polen soll nicht lange anhalten. In der 62. Minute begeht Krychowiak ein Foulspiel, steht seinem Gegner auf den Fuss. Und weil der Pole bereits verwarnt ist, fliegt er vom Platz. Die Slowaken profitieren prompt vom Platzverweis. In der 69. Minute ist es Milan Skriniar, der nach einem Eckball von Mak völlig frei zur 2:1-Führung einnetzen kann. Die Polen finden nicht mehr zurück ins Spiel, die Slowakei kommt verdient zu den ersten drei Punkten. (ldm)

Tore: 18. Szczesny (Eigentor) 0:1. 46. Linetty 1:1. 69. Skriniar 1:2.

Jubel bei der Slowakei, die einen Auftaktsieg gegen Polen einfuhr.

Jubel bei der Slowakei, die einen Auftaktsieg gegen Polen einfuhr.

Keystone

Gruppe F: Frankreich – Deutschland – Portugal – Ungarn

Spielplan / Resultate:

  • 15. Juni, 18:00, Ungarn - Portugal 0:3 (0:0)
  • 15. Juni, 21:00, Frankreich - Deutschland 1:0 (1:0)
  • 19. Juni, 15:00, Ungarn - Frankreich 1:1 (1:0)
  • 19. Juni, 18:00, Portugal - Deutschland 2:4 (1:2)
  • 23. Juni, 21:00, Deutschland - Ungarn 2:2 (0:1)
  • 23. Juni, 21:00,  Portugal - Frankreich 2:2 (1:1)

Portugal - Frankreich 2:2 (1:1)

Cristiano Ronaldo stapfte nach seinem Weltrekord abgekämpft zu den Fans, die Zitterpartie war dem Superstar noch immer in Gesicht geschrieben: Dank eines Doppelpacks von Ronaldo hat Titelverteidiger Portugal mit einem hart erkämpften 2:2 (1:1) gegen Weltmeister Frankreich mit Ach und Krach das Achtelfinale der EM erreicht. Bis kurz vor Schluss drohte Ronaldo und Co. an einem spannenden Abend das Aus.

Der fünfmalige Weltfussballer Ronaldo (31./60.) traf vor 55.000 Fans in Budapest zweimal per Elfmeter. Damit sorgte CR7 für neue Fabelzahlen: Der EM-Rekordtorschütze steht jetzt bei fünf Turniertreffern und 14 Toren bei EURO-Endrunden insgesamt. Vor allem aber stellte der 36-Jährige mit jetzt 109 Länderspiel-Toren den Weltrekord des Iraners Ali Daei ein.

Rückkehrer Karim Benzema hatte mit einem umstrittenen Strafstoss (45.+2) und einem Flachschuss (48.) die Franzosen zwischenzeitlich in Führung und Portugal in arge Nöte gebracht. Für den Stürmer von Real Madrid, der wegen eines Sextape-Skandals lange keine Rolle im Nationalteam gespielt hatte, waren es die ersten Tore für Frankreich seit 2085 Tagen.

Weiter geht es für Ronaldo und Co. am Sonntag in Sevilla gegen Belgien. Gruppensieger Frankreich bekommt es am Montag in Bukarest mit der Schweiz zu tun. (sid)

Nati-Rückkehrer Benzema trifft für Frankreich gleich zwei Mal.

Nati-Rückkehrer Benzema trifft für Frankreich gleich zwei Mal.

Darko Bandic / AP

Tore: 30. Ronaldo (P) 1:0, 45. (P)/ 47. Benzema 1:2, 60. Ronaldo (P) 2:2

Deutschland – Ungarn 2:2 (0:1)

Glück gehabt! Super-Joker Leon Goretzka hat die deutsche Nationalmannschaft in einem nervenzerfetzenden Zitterspiel doch noch ins EM-Achtelfinale geführt. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw erkämpfte bei widrigstem Regen-Wetter gegen Ungarn nach zweimaligem Rückstand ein 2:2 (0:1), das mit Ach und Krach für den zweiten Platz und den Sprung in die K.o.-Runde reichte. Nun geht es am Dienstag in Wembley ins Kracherduell der alten Rivalen gegen England.

Rund ums Spiel war es nach den erhitzen Diskussionen im Vorfeld recht ruhig. Ein Flitzer mit DFB-Trikot und Regenbogenfahne versuchte, die ungarische Nationalhymne zu stören - ansonsten blieb es laut Polizei-Auskunft von wenigen Festnahmen abgesehen friedlich.

Kai Havertz (66.) und Leon Goretzka (84.) trafen in der Allianz Arena im ersten Pflichtspiel gegen Ungarn seit dem WM-Finale 1954 (3:2). Die Ungarn sind trotz der Tore von Adam Szalai (11.) und Andras Schäfer (68.) ausgeschieden. (sid)

Kämpfte an der Seitenlinie bei strömendem Regen: Jogi Löw.

Kämpfte an der Seitenlinie bei strömendem Regen: Jogi Löw.

EPA

Tore: 11. Szalai 0:1, 66. Havertz 1:1, 68. Schäfer 1:2, 84. Goretzka 2:2

Portugal – Deutschland 2:4 (1:2)

15. Minute. Das zuvor offensiv nicht gesehene Portugal startet zum Konter. Ronaldo schliesst ab, trifft zum 1:0. Das Tor? Entgegen dem Spielverlauf. Die Deutschen starteten besser, offensiver, angriffslustiger. Portugal bis zu diesem Zeitpunkt eher passiv, geht aber dank einem schön vorgetragenen Angriff in Führung.

Die starke Leistung Deutschlands sollte aber trotzdem belohnt werden. In der 35. Minute nimmt Gosens eine Flanke per Volley ab, sein Schuss streift das Bein von Ruben Dias und wird für Rui Patricio unhaltbar abgelenkt. Nur vier Minuten später erneut ein Eigentor der Portugiesen: Kimmich will eine Flanke von Müller zur Mitte bringen, wo Raphael Guerreiro im Stil von Mats Hummels ins eigene Tor einnetzt.

Ihre Überlegenheit demonstrierten die Deutschen auch in der zweiten Halbzeit, vor allem mit einem Mann im Fokus: Robin Gosens. Der 26-jährige Flügelspieler von Atalanta Bergamo leitete immer wieder Offensivaktionen ein und köpfelte in der 60. Minute gleich selbst zum 4:1 ein. Zuvor traf Havertz, die Vorlage kam von Gosens. Der Anschlusstreffer von Diogo Jota in der 67. Minute war nur noch Resultatkosmetik.

Damit ist in der Gruppe F wieder alles offen. Deutschland überholt Portugal und stösst auf Rang zwei vor, Frankreich bleibt mit vier Punkten an der Spitze. Weil es am letzten Spieltag zum Direktduell zwischen Deutschland und Ungarn kommt, ist in der Gruppe aber noch nichts entschieden. (ldm)

Deutschland gewinnt sein zweites Gruppenspiel

Deutschland gewinnt sein zweites Gruppenspiel

Keystone

Tore: 15. Ronaldo 1:0. 35. Ruben Dias 1:1. 39. Raphael Guerreiro (ET) 1:2. 51. Havertz 1:3. 60. Gosens 1:4. 67. Jota 2:4.

Ungarn – Frankreich 1:1 (1:0)

Ungarn gilt als vermeintlich krasser Aussenseiter in der Gruppe F mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Deutschland. Das dem aber nicht so ist, bewiesen die Ungarn schon im ersten Gruppenspiel der EM gegen Portugal. Zwar ging dieses schlussendlich mit 0:3 verloren, die Ungarn hielten aber bis zur 83. Minute wacker das 0:0.

Aus dem Spiel gegen Portugal schien Ungarn eine ordentliche Portion Selbstvertrauen aufgetankt zu haben. Die Rolle des Aussenseiters musste die Heimmannschaft aber trotzdem von Anfang an einnehmen. Die Franzosen kontrollierten die Partie, hatten viel Ballbesitz. Das Heimteam stand aber stark, liess sich nicht überrennen, traute sich sogar zu frechen Offensivaktionen.

In der 23. Minute der Schock für die Ungarn: Stürmer und Team-Captain Adam Szalai muss ausgewechselt werden. Bei einem Zusammenprall bleibt er liegen und muss kurz darauf ausgewechselt werden. Entgegen der Erwartungen büsste das ungarische Spiel deswegen aber nicht an Attraktivität ein. Weiterhin standen sie kompakt und kamen schlussendlich zum verdienten Treffer: In der 45. Minute entwischte Attila Fiola der französischen Abwehr und netzte zum 1:0 ein.

Und Frankreich? Den Favoriten der Partie fehlte es an Präzision und Effizienz. Mbappé und Benzema hatten zwischenzeitlich die Führung auf den Füssen, konnten den Ball aber nicht verwandeln. Es schien, als wären die Franzosen im Stromsparmodus unterwegs. Die Führung des Heimteams zur Pause war absolut verdient.

Es dauerte bis zur 66. Minute, bis die Franzosen zum Ausgleich kamen. Ein weiter Ball fand zu Kylian Mbappé, der sich gegen seine Gegenspieler durchsetzen konnte und zur Mitte des Strafraums spielte. Antoine Griezmann verwertete zum Ausgleich. Die Ungarn liessen sich aber auch nach dem Gegentreffer nicht von ihrer Linie abbringen und hüteten das Unentschieden bis zum Spielschluss.

Es war ein absolut verdienter Punktgewinn für die mutigen Ungarn, die dem Weltmeister Frankreich an diesem Nachmittag einiges abverlangten. Die Franzosen hingegen waren nicht überzeugend, spielten fast lustlos. Eine ungewohnt schwache Leistung vom wahrscheinlich grössten Favoriten auf den Titel. (ldm)

Tore: 45. Fiola 1:0. 66. Griezmann 1:1.

Fiola schoss gegen Frankreich den Führungstreffer

Fiola schoss gegen Frankreich den Führungstreffer

Keystone

Frankreich – Deutschland 1:0 (1:0)

Es hätte auch gut ein Final sein können! Mit viel Nervosität starteten die beiden Topfavoriten in diese Partie. Es knallte schon bald, allerdings im falschen Tor. Nach 20 Minuten machte der deutsche Unglücksrabe Mats Hummels ein Eigentor. Danach fiel kein Treffer mehr. Diese Niederlage der deutschen Nationalmannschaft ist die erste Auftaktniederlage überhaupt! Drei Jahre nach dem Desaster bei der WM in Russland droht nach einem 0:1 gegen einen abgezockten Weltmeister Frankreich der nächste sportliche Tiefschlag.

Die Deutschen spielte engagiert, viele Dinge klappten gut, ein wirklich strukturiertes Offensivspiel gehörte jedoch bis auf eine vielversprechende Drangphase in der zweiten Halbzeit nicht dazu, trotz der Bemühungen von Rückkehrer Thomas Müller. Der dreimalige Europameister ist damit schon vor dem zweiten Gruppenspiel am Samstag erneut in München unter Zugzwang: Gegner ist dann Portugal.

Frankreichs Trainer Didier Deschamps zeigte sich im TV-Interview nach dem Spiel sehr zufrieden. Hatte seine Truppe doch in der zweiten Halbzeit die deutlich besseren Chancen. In der 52. Minute traf Rabiot den Aussenpfosten. Mbappe und Benzema blitzten ihre ganz grosse Klasse auf - ihre brillianten Treffer wurden jedoch wegen Abseits abgepfiffen. Deschamps witterte für die kommenden Partien noch Luft nach oben: «Dieser Sieg tut gut», sagte der Weltmeister sichtlich erleichtert. (sid/keg)

Tor: 20. Hummels (ET) 0:1

Mats Hummels kanns kaum fassen: Sein Ablenker traf das falsche Tor.

Mats Hummels kanns kaum fassen: Sein Ablenker traf das falsche Tor.

Matthias Hangst / AP

Ungarn – Portugal 0:3 (0:0)

Knapp kommen die Portugiesen noch mit einem blauen Auge davon. Dank einem Treffer von Guerreiro in der 84. und dem Doppelpack von Ronaldo in den Minuten 84 und 90 kommt Portugal zu den wichtigen drei Punkten in der vermeintlich stärksten Gruppe der EM.

Das Resultat? Zu hoch. Zwar starteten die Portugiesen überlegen, hielten den Ball in den eigenen Reihen und verteidigten solide. Immer wieder führten sie harte Zweikämpfe und spielten sich in die gegnerische Hälfte. Trotzdem, den Weg durch die ungarischen Abwehrreihen sollten sie bis kurz vor Spielschluss nicht finden.

So waren es die Ungarn, die nach dem Pausenpfiff wie verwandelt in die ausverkaufte Puskas-Arena zurückkehrten. Plötzlich griff die Mannschaft von Marco Rossi an, getraute sich an Offensivaktionen, ja kam sogar zu einem Tor – bei dem der Schütze aber im Abseits stand.

Schlussendlich ist der Sieg der Portugiesen aufgrund der starken ersten Halbzeit verdient. Zu hoch, aber verdient. Mit etwas Glück trifft der Schuss von Guerreiro Orban so unglücklich am Bein, dass er für Gulacsi unhaltbar abgelenkt wird. Zwei Minuten später begeht Orban ein Foul an Rafa, Elfmeter für die Portugiesen. Ronaldo verwandelt souverän.

Der Ronaldo, den man über 80 Minuten nicht gesehen hat, sollte nun auch noch zum Mann des Spiels werden: in der Nachspielzeit realisierte er sein Doppelpack. Damit sicherte er nicht nur die wichtigen drei Punkte für Portugal, sondern baute auch seine Führung aus: Seit heute gilt er als alleiniger EM-Rekordtorschütze mit elf Treffern. Auf Platz zwei liegt Michel Platini mit neun Treffern. (ldm)

Tore: 84. Guerrero 0:1. 87. Ronaldo 0:2. 90. Ronaldo 0:3

Ronaldo avancierte zum Man of the Match.

Ronaldo avancierte zum Man of the Match.

Tibor Illyes / AP