Landwirtschaft
Ernte der Zuckerrüben: es wird kein Spitzenjahr

Die Ernte der Zuckerrüben steht vor der Tür. Doch das launige Wetter setzte den Rüben zu: Die Branche erwartet kein Spitzenjahr. Grund dafür ist das durchzogene Sommerwetter.

Dario Pollice
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Die Zuckerbranche rechnet mit einem mässigen Ertrag aus der diesjährigen Rübenernte. (Archivbild)

Die Zuckerbranche rechnet mit einem mässigen Ertrag aus der diesjährigen Rübenernte. (Archivbild)

Keystone

Die Ernte und Verarbeitung der Zuckerrüben, die sogenannte Rübenkampagne, beginnt in der Regel Ende September und dauert 80 bis 100 Tage. Doch bereits jetzt schätzen die Branchenverbände, dass es kein herausragendes Jahr wird, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag schreiben.

Vor allem die Unwetter im Juni und Juli mit Starkregen und Hagel sowie die kühlen Temperaturen im August dämpfen die Erwartungen auf eine gute Ernte. Zwar bringe der September noch etwas Sonnenschein, doch «zu einem guten Jahr wird es nicht mehr reichen», lässt sich Peter Imhof, Leiter Rübenmanagement bei Schweizer Zucker AG, zitieren. Die Zuckergehalte lägen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt und die für ein gutes Rübenjahr geltende Menge von 80 Tonnen pro Hektare dürfte vielerorts nicht erreicht werden.

2020 litten Rüben unter Virus

Bereits 2020 fiel die Ernte tiefer aus als im Vorjahr. Mit 225'000 Tonnen Zucker wurden etwa 100'000 Tonnen weniger produziert als 2019. Der Grund dafür war die sogenannte Viröse Vergilbung, das von den Blattläusen übertragen wird. Es gäbe ein Pestizid, das gegen das Virus helfen würde, doch seit Anfang 2019 ist es verboten. Das Saatbeizmittel «Gaucho» gehört zur Gruppe der sogenannten Neonicotinoide, die gemäss der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ein Risiko für Bienen darstellen.

Der Verband der Zuckerrübenpflanzer hat im vergangenen Jahr beim Bund eine Notfallzulassung für das umstrittene Pestizid beantragt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) lehnte die Notfallzulassung ab, liess aber stattdessen zwei andere Produkte zu, die bereits für Kartoffelkulturen zugelassen waren.

Trotz Rückgang der Anbaufläche und tieferen Erträgen gibt sich die Zuckerbranche dennoch zuversichtlich. Grund dafür seien der ansteigende Zuckerpreis auf dem Weltmarkt und die ungebrochen hohe Nachfrage nach Schweizer Zucker. Von den rund 320'000 Tonnen an nachgefragter Menge kann die Schweizer Zucker AG gemäss eigenen Angaben nur noch 60 Prozent abdecken. «Jetzt braucht’s noch die Bauern, die wieder vermehrt auf die Zuckerrübe setzen», heisst es in der Mitteilung.

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