Streit
Sexismusvorwurf: Patrizia Laeri geht gegen Wirtschaftsportal vor

Finanzportal gegen Finanzportal: Die neue Plattform von Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri bekam eine Breitseite von Inside Paradeplatz ab. Nun wehrt sie sich auf dem Rechtsweg.

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Patrizia Laeri reicht es. Nachdem das Branchenportal Inside Paradeplatz «mehrfach sexistisch und in irreführender Weise geschäftsschädigend» berichtet habe, will die ehemalige SRF-Redaktorin mit ihrer Firma gegen die Konkurrenz vorgehen. Die Firma elleXX , bei der Laeri CEO ist, reiche gegen die Plattform ein zivilrechtliches Massnahmengesuch ein, schreibt elleXX am Dienstag in einer Mitteilung. Hintergrund ist ein auf Inside Paradeplatz publizierter Artikel über Laeris Firma, die gezielt frauenspezifische Finanzdienstleistungen anbietet.

Der Artikel auf Inside Paradeplatz sei «nicht nur in Bezug auf die vermittelten Fakten falsch und irreführend, sondern darüber hinaus mit einem unfassbar groben, sexistischen Narrativ unterlegt», zitiert elleXX eine Anwältin.

Die langjährige SRF-Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri, die ein eigenes Branchenportal betreibt, klagt gegen Konkurrent «Inside Paradeplatz».

Die langjährige SRF-Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri, die ein eigenes Branchenportal betreibt, klagt gegen Konkurrent «Inside Paradeplatz».

HO

Wo der kritisierte Artikel vorspurt, legen die Kommentare nach: Patricia Laeri sei ein «feministischer Heissluftföhn der Sonderklasse», ist noch eine der harmloseren Äusserungen. «Eine publizistische Plattform ist auch verantwortlich für die Kommentare, da diese zum redaktionellen Teil gehören», schreibt elleXX. Inside Paradeplatz gewährleiste dies ganz offensichtlich nicht.

Auch suggeriere der Artikel, «dass die Finanzmedienplattform erfolglos und unseriös geschäfte». Dem sei aber nicht so. «Die Intention des Journalisten ist klar: Dem Start-up soll Schaden zugeführt werden», so Laeri in der Pressemitteilung.

«Mit gutem Beispiel voran»

Dagegen wehrt sich das Unternehmen nun: «Das Recht bietet Schutz gegen Lästereien, falsche und sexistische Unterstellungen», zitiert elleXX eine Medienrechtsanwältin. Die junge Firma gehe deshalb «mit gutem Beispiel voran». Sie wolle anderen Frauen Mut machen, «Sexismus und sexuelle Belästigung nicht einfach hinzunehmen, sondern dem einen Riegel vorzuschieben und gegebenenfalls rechtlich zu verfolgen», heisst es in der Mitteilung.

Inside Paradeplatz ist kein Tummelplatz der Traurigkeit. Immer wieder fällt das Portal mit dem verbalen Zweihänder auf. Sprachlich durchaus lustvoll hämmert das Team um Herausgeber Lukas Hässig auf die Akteure aus der Finanzbranche ein. In der Regel ist die Plattform gerade aus dem Umfeld der Grossbanken gut informiert und nützt diese gezielten Indiskretionen auch aus für scharfe Attacken. Wiederholt stand Inside Paradeplatz darum auch schon im Gegenwind. (mg)

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