Sturzflut-Nacht
Heftige Unwetter ziehen über die Schweiz – im Tessin mussten Häuser evakuiert werden

In der Nacht zogen heftige Unwetter über die Schweiz. In Freiburg mussten 300 Menschen aus einem Zelt gerettet werden. Und in der Südschweiz sorgen Erdrutsche und umgestürzte Bäume am Donnerstag für Verkehrsbehinderungen.

Samuel Thomi
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Nächtliches Gewitter über dem Zugersee.

Nächtliches Gewitter über dem Zugersee.

Leserbild: Daniel Hegglin (Zug, 7. September 2022)

In der Nacht auf Donnerstag sind heftige Gewitter über die Schweiz gefegt. Besonders im Tessin fielen dabei riesige Mengen Regen vom Himmel. Wie SRF Meteo auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schreibt, wurden in Lugano beispielsweise gut 150 Millimeter gemessen:

Als Folge dieser heftigen Regengüsse kam es zu «Erdrutschen, Überschwemmungen und umgestürzte Bäume», schreibt SRF Meteo weiter. Laut Angaben der Tessiner Kantonspolizei mussten in Manno etwa 20 Personen aus fünf Häusern evakuiert werden, weil ein Bach über die Ufer getreten war. Verletzt wurde niemand, aber die Schäden sind erheblich, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen.

Wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilt, standen Polizei und Feuerwehren am späten Mittwochabend auch im Freiburgischen im Grosseinsatz und rückten insgesamt mehr als 60 Mal aus. In Romont mussten dabei 300 Personen vorübergehend aus einem Festzelt evakuiert werden. In Grossguschelmuth brannte nach einem Blitzeinschlag ein Einfamilienhaus. Verletzt wurde laut Polizei während des Unwetters jedoch niemand.

So viel Regen in zwölf Stunden wie in normalem September

Wie der private Wetterdienstleister MeteoNews auf Twitter schreibt, kam es in Wädenswil (ZH) zudem zu einer schweren Orkanböe. Dabei sei eine maximale Geschwindigkeit von 139.7 Stundenkilometer gemessen worden.

Und die Regenmenge in der Südschweiz ist laut MeteoNews rekordverdächtig. Die in Lugano gemessenen Niederschläge innert zwölf Stunden entsprächen der dort sonst im September üblichen Menge:

Wie die Wetterfrösche von SRF Meteo weiter schreiben, ist wettertechnisch das Ärgste allerdings bereits vorüber. Die Regenfront werde in den Morgenstunden nach Osten weiterziehen:

Laut MeteoSchweiz wird im Tagesverlauf dann zunehmend auch die Sonne zum Vorschein kommen.

Die nächtlichen Unwetter kamen allerdings nicht überraschend. Bereits am gestrigen Mittwoch hatte der Bund eine Unwetterwarnung abgesetzt. Und die Meteorologen warnten verbreitet vor Gewittern.

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