Luftfahrt
Allianz fordert klare Rahmenbedingungen, um den Luftverkehr zu retten

Die Coronakrise setzt dem Luftverkehr arg zu. Eine Allianz aus der Branche, Sozialpartnern und Wirtschaft fordert daher vom Bundesrat klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.

André Bissegger
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Die Coronapandemie tritt den Luftverkehr besonders hart. Die Allianz «Back in the Air» stellt deshalb Forderungen an die Politik.

Die Coronapandemie tritt den Luftverkehr besonders hart. Die Allianz «Back in the Air» stellt deshalb Forderungen an die Politik.

Keystone

Der Luftverkehr ist coronabedingt am Boden. Anfang April trafen sich daher Vertreter aus Wirtschaft, Luftfahrt, Tourismus sowie Sozialpartner, die Allianz «Back in the Air», zum Krisengipfel. Sie formulierten Kernanliegen aus, um die Reisefreiheit wiederzuerlangen und die Branche zu retten. Diese Forderungen präsentierten sie am Freitag vor den Medien.

«Wir brauchen klare Regeln und Rahmenbedingungen, damit der Luftverkehr rasch und sicher wieder hochgefahren werden kann», sagte Nationalrat Thomas Hurter, Präsident vom Dachverband Aerosuisse. Es gehe um Planungssicherheit – auch für die Wirtschaft und Gesellschaft.

Im Videointerview: Thomas Hurter, Präsident Aerosuisse.

Keystone-SDA

Konkret fordert Allianz die Aufhebung von Reisebeschränkungen zwischen Ländern mit ähnlichem Ansteckungsrisiko. Wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist, soll zudem aus- und einreisen und sich in der Schweiz frei bewegen können. Die dritte Forderung betrifft den Impfnachweis, der digitalisiert und international anerkannt sein soll. Diese Forderungen überreichten sie bereits am Donnerstag Bundesrat Guy Parmelin.

Grosser Stellenabbau droht

Daniel Lampart vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) erklärte derweil, dass es um mehr gehe als bloss die Luftfahrt. «Eine gute internationale Anbindung ist für die Schweiz besonders wichtig», sagte er. Gerade auch, weil die Schweiz ein wichtiger Standort für internationale Organisationen sei. Er ist der Meinung, die Luftfahrt werde in der Pandemie benachteiligt. Entsprechend drohe ein grosser Stellenabbau.

Rudolf Minsch von Economiesuisse schloss sich an. Ein gut funktionierender Luftverkehr sei für das Binnenland Schweiz auch bezüglich Import und Export elementar. «Die Hälfte der Exporte laufen über Luftverbindungen», sagte er. Der Chefökonom betonte auch, dass das Luftverkehrssystem nicht innert weniger Tage hochgefahren werden könne.

Klimastreik: «Unhaltbare Forderung»

Die Allianz belegt die grosse volkswirtschaftliche Bedeutung des Luftverkehrs mit Zahlen. So betrage der volkswirtschaftliche Effekt des Luftverkehrs mehr als 24 Milliarden Franken pro Jahr, was einem Arbeitsmarkteffekt von mehr als 138'000 Vollzeitstellen entspreche, heisst es in der Mitteilung. Nicht nur die Fluggesellschaften, Flughäfen und flugnahen Betriebe würden unter der Pandemie leiden, sondern auch die Reise- und Tourismusbranche sowie zahlreiche weitere Wirtschaftszweige.

Für Klimastreik Schweiz sind die Forderungen keine «zukunftsfähige Lösung», wie die Organisation mitteilte. Die «Back in the Air»-Initiative manifestiere die klimazerstörende Praxis der Flugbranche und sei nicht kompatibel mit dem von der Schweiz unterzeichneten Pariser Abkommen. Die Forderungen seien daher unhaltbar. Der Klimastreik will sich nun die nächsten Schritte dagegen überlegen.