Reisebüro-Umfrage 2021
«Etwas Licht»: Reisebranche fasst nach Coronaschock langsam wieder Tritt

Die Coronapandemie hat die Reisebranche äusserst hart getroffen. Doch nun geben neueste Zahlen auch wieder etwas Hoffnung. Wenn auch noch immer auf äusserst tiefem Niveau.

Samuel Thomi
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Um fast 70 Prozent sind die Umsätze der Schweizer Reisebüros eingebrochen. Nun gibt eine Branchenumfrage Grund zur Hoffnung.

Um fast 70 Prozent sind die Umsätze der Schweizer Reisebüros eingebrochen. Nun gibt eine Branchenumfrage Grund zur Hoffnung.

Tobias Garcia

Und dann ging nichts mehr. Von einem Tag auf den anderen. Das war vor anderthalb Jahren, als sich das Coronavirus in Windeseile über die Welt ausbreitete. Die Einschränkungen, die folgten, haben eine Branche dabei besonders hart getroffen: Reisebüros. Wie genau, zeichnet die jährliche Umfrage des Schweizer Reise-Verbands bei seinen Mitgliedern nach.

Konkret ist der Umsatz der Reisebüros in der Schweiz im vergangenen Jahr um 68,1 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken zurückgegangen, wie der Reise-Verband am Dienstag mitteilt. Auch der Umsatz pro Mitarbeitende ist im gleichen Verhältnis zurückgegangen. Und die sowieso schon «magere» Nettorendite der Mitglieder-Betriebe sei 2020 gar von 1 Prozent auf -3,5 Prozent tief ins Minus gerutscht. Und auch die Zahl der Mitarbeitenden ist letztes Jahr als Folge der Pandemie um 22 Prozent oder 1700 Vollzeitstellen gesunken. Pro Unternehmen gingen damit durchschnittlich etwa zwei Stellen verloren.

Margen dürften unter Druck bleiben

«Noch unklar ist derzeit, wie viele Reisebüros aufgrund dieses Schocks für immer ihr Geschäft aufgeben müssen», schreibt der Reise-Verband. Dies, weil Kurzarbeitsentschädigungen und weitere Finanzhilfen von Bund und Kantonen derzeit teilweise noch laufen. Eine abschliessende Beurteilung der Pandemieschäden werde wohl erst in zwei, drei Jahren möglich sein.

Nur schwarzmalen will der Verband dann allerdings doch nicht. «Das Licht am Ende des langen Tunnels scheint nun aber zumindest sichtbar zu sein», schreibt er. Der Wunsch zu verreisen – und damit auch die Kundinnen und Kunden – kämen langsam zurück. «Einzig die Margen sind weiterhin unter Druck», schreibt der Reise-Verband. Allerdings sind diese auch vor Corona bereits unter Druck geraten. Nicht zuletzt wegen dem Wandel hin zu Online-Buchungen.

Für die 22. Reisebüro-Umfrage des Reise-Verbands hat die Hochschule St. Gallen 505 Mitglieder- und 50 Nicht-Mitglieder-Reisebüros befragt. Traditionell nicht befragt werden dabei grosse Reiseveranstalter.

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