Seilbahnen
Trotz Personalmangel und Corona: Viele Skigebiete hatten eine hervorragende Wintersaison

Die Zahlen zur Wintersaison 2021/2022 zeigen: Die meisten Skigebiete können mehr als zufrieden sein. Erstmals seit fast zehn Jahren verzeichneten die Seilbahnen über 25 Millionen Tagesbesuche.

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Das Skigebiet Zermatt machte 2021/22 am meisten Umsatz und zählte die meisten Gäste.

Das Skigebiet Zermatt machte 2021/22 am meisten Umsatz und zählte die meisten Gäste.

Keystone

Für die Schweizer Skigebiete stand die Wintersaison 2021/2022 zunächst unter keinem guten Stern. Die Branche fürchtete Einbussen wegen der Pandemie und wehrte sich erfolgreich gegen eine Zertifikatspflicht. Zudem mangelte es vielerorts an Personal. Nun zeigt sich: Die Skigebiete können mit der vergangenen Saison mehr als zufrieden sein. Oder wie es der Branchenverband Seilbahnen Schweiz ausdrückt: «Die Saison übertraf sämtliche Erwartungen.»

Gemäss der am Freitag veröffentlichten Bilanz des Verbands zählten die Skigebiete 25 Millionen Tagesbesuche. Dies entspricht einer Zunahme von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und entspricht dem höchsten Wert seit fast zehn Jahren. Der Anteil ausländischer Gäste lag bei rund einem Drittel und war wieder gleich hoch wie vor der Pandemie.

Kleine und tief gelegene Gebiete ziehen den Kürzeren

Von der Rückkehr der Gäste profitierten jedoch nicht alle Skigebiete gleich. Die drei Spitzenreiter sind Zermatt, Arosa Lenzerheide und Davos Klosters. Generell verzeichneten grosse Gebiete mehr Eintritte als kleinere. Am stärksten litten Seilbahnen unter 1000 Metern über dem Meer. Gemäss Statistik verzeichneten sie wegen des Schneemangels in tieferen Lagen einen Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Fünfjahresmittel.

Da grosse Gebiete in der Regel höhere Preise verlangen als kleinere, stieg der Gesamtumsatz der Branche stark an. Insgesamt 828 Millionen Franken setzten die Seilbahnen um, auch dies ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Dazu beigetragen haben laut Branchenverband auch allgemeine «Preisoptimierungen» dank dynamischer Preismodelle.

Konkret zeigt die Statistik, dass Tagespässe zum Vollpreis im Schnitt 67,65 Franken kosteten, was einem Anstieg von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 62 Prozent der Skigebiete hätten ihre Preise erhöht, heisst es weiter. Die mittleren Tagespreise entsprechen aber oft nicht dem tatsächlich bezahlten Preis, da viele Gebiete Rabatte und Saisonkarten anbieten. So zahlten Gäste im Schnitt 35 Franken pro Skitag, was im oberen Mittel der letzten Jahre liegt. (gb)