Telekom
Swisscom verdient wegen Sondereffekten weniger als im Vorjahr

Die Swisscom muss zwar leicht tiefere Zahlen als noch im Vorjahr ausweisen. Für die ersten drei Monate 2022 resultiert aber weiterhin ein Gewinn von rund einer halben Milliarde Franken.

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2,7 Milliarden Franken hat Swisscom in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eingenommen.

2,7 Milliarden Franken hat Swisscom in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eingenommen.

Keystone

Im ersten Quartal des Jahres hat die Swisscom einen Konzernumsatz von 2,7 Milliarden Franken erwirtschaftet. Das entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, als das grösste Schweizer Telekom-Unternehmen 2,8 Milliarden einnahm. Der Umsatz im Schweizer Kerngeschäft belief sich auf 2 Milliarden Franken (- 0,5 Prozent).

Unter dem Strich kann die mehrheitlich im Besitz des Bundes stehende Swisscom einen Reingewinn von 447 Millionen vorweisen. Zum Vergleich: In den ersten drei Monaten des Vorjahres 2021 resultierte noch ein Gewinn von 630 Millionen. «Grund für den Rückgang sind positive Sondereffekte im Finanzergebnis aus dem Vorjahr», schreibt das Unternehmen am Donnerstag. Konkret geht es um den Übertrag einer Beteiligung von Fastweb sowie den Verkauf der Beteiligung von Swisscom an der Belgacom International Carrier Services. Ohne diese Sondereffekte wäre der Reingewinn gestiegen, so das Unternehmen.

In Italien auf Erfolgskurs

Damit kann die Swisscom nicht ganz an ihr solides letztes Jahresergebnis anknüpfen. Im Februar gab das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 11,2 Milliarden bekannt – ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings stagnierte der Umsatz im Schweizer Kerngeschäft (-0,2 Prozent). Den Rückgang führte Swisscom damals auf den hiesigen Wettbewerbs- und Preisdruck zurück.

Während das Geschäft in der Schweiz stockt, läuft es in Italien weiterhin. Der Umsatzwachstum bei Fastweb betrug 14 Millionen Euro, das sind 2,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Swisscom gesamthaft mit einem Nettoumsatz in der Höhe von rund 11,1 Milliarden Franken. Als grosse Baustellen bezeichnet der Konzern einmal mehr den Breitbandausbau im Festnetz und auch den Ausbau des Mobilfunknetzes.

Bald wechselt der Kopf an der Spitze

Vor zwei Monaten teilte das Unternehmen auch den überraschenden Rücktritt ihres Konzernchefs Urs Schaeppi mit. Nach neun Jahren an der Spitze der Swisscom wird der 62-Jährige per 1. Juni als CEO abtreten – auf eigenen Wunsch, wie es hiess. Zuvor hatte nichts auf einen Rücktritt von Schaeppi hingedeutet. Allerdings musste der Swisscom-Chef in den letzten Jahren immer wieder Kritik einstecken. Aufgrund diverser Pannen musste er etwa mehrfach bei Kommunikationsministerin Simonetta Sommaruga oder in Parlamentskommissionen antraben.

Urs Schaeppis Nachfolger steht bereits fest: Der Verwaltungsrat hat Christoph Aeschlimann an die Konzernspitze gewählt. Der 45-jährige Informatik-Ingenieur leitet aktuell den Bereich Infrastruktur, Netz und IT und ist Mitglied der Konzernleitung. (mg/dpo)