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Bachem investiert rund 1,3 Milliarden in der Schweiz ++ Holcim schliesst Übernahme von Izolbet ab ++ Christina Johansson wird Finanzchefin von Dormakaba

Neuer Chef, tiefrote Zahlen oder Firma verkauft? Mit dem tagesaktuellen Wirtschafts-Ticker bleiben Sie über das Geschehen informiert. Die neuesten Meldungen aus der Schweizer Wirtschaftswelt.

Nachrichtenredaktion Aktualisiert
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Bachem baut eine neue Fabrik und investiert insgesamt rund 1,3 Milliarden

Das Life-Science-Unternehmen Bachem eröffnet eine weitere Chemiefabrik in der Nordwestschweiz. Zu liegen kommt die Anlage auf dem Sisslerfeld in der Aargauer Gemeinde Eiken. Bisher betreibt Bachem Standorte in Bubendorf (BL) und Vionnaz (VS). Auf dem Areal in Eiken könnten bis zu 3000 Arbeitsplätze entstehen, teilte Bachem am Mittwoch mit. Bis 2030 sollen dort 750 Millionen Franken investiert werden. Dabei ist die Schaffung von mehr als 500 neuen Arbeitsplätzen geplant. Zugleich schreite der Ausbau des Standorts Bubendorf voran, hält Bachem fest. Dort werden innert drei Jahren 550 Millionen Franken investiert und rund 800 neue Arbeitsplätzen geschaffen. 

Das bisher unbebaute Areal in Eiken soll schrittweise erworben werden. Eine erste Parzelle ist laut Bachem bereits gekauft. Der Kaufpreis werde nicht bekannt gegeben. Das Sisslerfeld soll in den nächsten Jahren stark überbaut werden: Entstehen soll ein Schwerpunkt für die im Fricktal stark präsenten Branchen Pharma und Life Sciences. (wap)

Holcim schliesst Übernahme von Izolbet ab

Die Übernahme des führenden polnischen Bauunternehmens Izolbet durch Holcim ist abgeschlossen. Die Übernahme stärke die Präsenz von Holcim im attraktiven Markt für Renovierung und Wärmedämmung, schreibt die Holcim am Mittwoch in einer Mitteilung. Die Übernahme ergänze die jüngste Investition von Holcim in eine neue Produktionsanlage für Trockenmischungen in Krakau.

Izolbet beschäftigt in Polen 170 Mitarbeitende an vier Standorten. Das akquirierte Unternehmen habe in den letzten drei Jahren ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebitda) erzielt, so die Mitteilung weiter. (wap)

Christina Johansson wird Finanzchefin von Dormakaba

Am 1. Dezember übernimmt Christina Johansson als Finanzchefin (CFO) von Dormakaba und nimmt damit zugleich Einsitz in der Konzernleitung. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Sie übernimmt damit die Nachfolge von Kaspar W. Kelterborn. Dieser hat die Position seit April ad interim inne. 

Christina Johansson

Christina Johansson

ho

Johansson war zuvor CFO beim deutschen Industriedienstleister Bilfinger SE, wo sie zwischenzeitlich auch als CEO ad interim tätig war. Kaspar W. Keltenborn bleibe bis Dezember im Unternehmen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, heisst es in der Mitteilung. 

Zu teuer: Coop streicht mehrere Mars-Produkte aus dem Sortiment

«Coop setzt sich für faire Preise ein»: Unter diesem Titel vermeldete der Detailhandelsriese am Dienstag in der Coopzeitung, dass mehrere Produkte des Lieferanten Mars aus dem Sortiment verschwinden. Mars wolle seit Anfang Oktober «über das ganze Sortiment überdurchschnittliche Preiserhöhungen» umsetzen. Mit dieser Preispolitik sei Coop nicht einverstanden, heisst es im Bericht.

Deshalb streicht Coop diverse Mars-Produkte dauerhaft aus dem Sortiment. Betroffen sind etwa die Reismarke Ben’s, Müsliriegel von Balisto und Hundefutter von Crave. Die ausgelisteten Produkte seien noch verfügbar, bis der Vorrat aufgebraucht ist. Coop schlägt der Kundschaft Alternativen aus den eigenen Produktreihen wie Naturaplan oder Prix Garantie vor. (aka)

Landwirtschaftliches Einkommen 2021 leicht höher als im Vorjahr

2021 betrug das landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb 80'700 Franken. Damit lag es 1,9 Prozent höher als im Vorjahr. Dies teilte das bundeseigene Forschungsinstitut Agroscope am Dienstag mit. Das Einkommen aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten lag bei 59'800 Franken pro Vollzeit-Arbeitskraft. Dies sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. 

Die gestiegenen Preise auf dem Milch- und Rindfleischmarkt hätten zu höheren Erträgen geführt, heisst es in der Mitteilung. Der Pflanzenbau habe dagegen unter der misslichen Witterung gelitten. Zu schaffen machten der Landwirtschaft unter anderem Spätfröste, übermässige Regenmengen und Hagel. 

Die Direktzahlungen des Bundes pro Betrieb nahmen 2021 leicht zu. Grund dafür sei der Strukturwandel hin zu flächenmässig grösseren Betrieben, schreibt Agroscope. (wap)

Isabelle Welton wird NZZ-Verwaltungsratspräsidentin

Wechsel an der Spitze der NZZ: Nach zehn Jahren als Verwaltungsratspräsident wird Etienne Jornod im April 2023 von seinem Amt zurücktreten. Grund dafür ist, dass er die statutarische Alterslimite von 70 Jahren erreicht. Das teilte das Medienunternehmen am Dienstag mit. Unter seiner Leitung sei es dem Unternehmen gelungen, sein Geschäftsmodell erfolgreich zu transformieren, heisst es.

Jornods Nachfolgerin wird Isabelle Welton, die bereits seit zehn Jahren Mitglied des NZZ-Verwaltungsrats ist. Dieser habe sich einstimmig für sie ausgesprochen. Welton sei eine «ausgewiesene Führungspersönlichkeit, die über breite unternehmerische Erfahrungen» verfüge. (abi)

Starker Anstieg bei den Firmenkonkursen

Im dritten Quartal 2022 haben die Firmenkonkurse in der Schweiz um 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Dies teilte die Auskunftei Crif am Dienstag mit. Die Firmengründungen stiegen dagegen nur um drei Prozent. Am meisten Konkurse gab es in der Baubranche, im Grosshandel und in der Gastronomie. Am stärksten betroffen ist der Kanton Freiburg. Am meisten Neugründungen erfolgten in den Kantonen Zürich, Waadt und Genf. (wap)

Post übernimmt Eoscop

Mit dem Logistiksoftware-Unternehmen Eoscop aus Balsthal übernimmt die Post eine langjährige IT-Partnerin, wie sie am Dienstag mitteilte. Eoscop sei aufgrund einer Nachfolgeregelung auf der Suche nach einem Käufer gewesen. Das Unternehmen habe in den letzten Jahren «zahlreiche und sehr spezifische» Anwendungen für die Güterlogistik der Post entwickelt. Die Post sei deshalb schon jetzt die grösste Kundin von Eoscop.

Die Post übernimmt Eoscop zu 100 Prozent. Mit der Übernahme könne die Post ihre Planungssoftware für spezifische Logistikabläufe standardisieren und weiterentwickeln. «Indem wir die Spezialistinnen und Spezialisten von Eoscop unter einem Dach haben, können wir zudem noch schneller auf spezifische Bedürfnisse unserer Geschäftskunden eingehen», wird Johannes Cramer, Leiter Logistik-Services der Post, in der Mitteilung zitiert. 

Die 20 Mitarbeitenden in Balsthal sollen laut Post ihre Stelle behalten. Über die Einzelheiten der Übernahme sei Stillschweigen vereinbart worden. Ein Kaufpreis wird in der Mitteilung nicht genannt. (wap)

Der Auto-Absatz in der Schweiz steigt

Im September sind in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 20'947 neue Autos auf die Strassen gekommen. Das sind 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit sei erstmals seit Februar und dem Angriff Russlands auf die Ukraine wieder ein Monatsplus registriert worden, teilte Auto-Schweiz, die Vereinigung der Automobil-Importeure, am Dienstag mit. Dabei kamen Alternative Antriebe im September auf einen Marktanteil von 51,2 Prozent. Seit Jahresbeginn machen die Elektro-, Hybrid-, Gas- und Wasserstoff-Antriebe gemäss Auto-Schweiz mit 80’292 Neuzulassungen oder 49,4 Prozent knapp die Hälfte des Marktes aus. Gegenüber dem Vorjahreswert von 41,8 Prozent stelle dies nach wie vor ein spürbares Wachstum dar. (abi)

Trockenheit sorgt für durchschnittliche Mostobsternte

Der Schweizer Obstverband rechnet dieses Jahr mit einer «durchschnittlichen» Mostobsternte von 74'000 Tonnen Mostäpfeln und 5360 Tonnen Mostbirnen. Dies führt der Verband auf die lange Trockenperiode zurück, wie er am Dienstag mitteilt: «Sie führte zu einem teilweisen vorzeitigen Fruchtfall». Immerhin hatte die Sonne einen positiven Einfluss auf die Ernte: Der diesjährige Saft fällt laut dem Obstverband «süsser und aromatischer» aus. (dpo)

Meyer Burger plant Kapitalerhöhung bis 250 Millionen Franken

Das Berner Solarunternehmen Meyer Burger fasst eine Kapitalerhöhung ins Auge. Der Verwaltungsrat strebt mit diesem Schritt einen Bruttoerlös von 250 Millionen Franken an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Aktionäre sollen über die Erhöhung an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 28. Oktober bestimmen. Das Angebot werde voraussichtlich Bezugsrechte für bestehende Aktionäre enthalten.

Die Märkte für Solarmodule weisen laut Meyer Burger insbesondere in Europa und den USA ein anhaltend starkes Wachstum auf. Vor diesem Hintergrund will das Unternehmen mit den Mitteln aus der Kapitalerhöhung die jährliche Produktionskapazität für Solarzellen und -module auf 3 Gigawatt pro Jahr ausbauen. (dpo)

Holcim übernimmt Polymers Sealants North America

Der weltweit tätige Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat am Dienstag die Übernahme des Geschäftsbereichs Polymers Sealants North America (PSNA) von Illinois Tool Works bekanntgegeben. PSNA ist ein Anbieter von Beschichtungs-, Kleb- und Dichtstofflösungen. Der Nettoumsatz des Unternehmens im laufenden Jahr wird auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Zum Kaufpreis hat der Baustoffkonzern keine Angaben gemacht.

Die mehr als 150 Mitarbeitenden an verschiedenen Produktionsstätten in den USA werden von Holcim übernommen. Mit der Übernahme will das Unternehmen laut eigenen Angaben das Wachstum der Division Solutions & Products beschleunigen. Bis 2025 soll der Bereich 30 Prozent des Nettoumsatzes der Holcim Gruppe erreichen. (dpo)

Finanzchefs: Trübe Aussichten für Schweizer Wirtschaft

Getrübte Aussichten: Die Schweizer Unternehmen beurteilen die Konjunkturaussichten für die Schweiz «deutlich schwächer als vor einem halben Jahr». Das teilte Deloitte am Dienstag mit. Das Beratungsunternehmen hat im September 127 Finanzchefs von börsenkotierten Unternehmen und privat gehaltenen Gesellschaften zu Geschäftsaussichten, Finanzierungen, Risiken sowie Trends befragt.

Von einem eigentlichen Einbruch der Wirtschaft wollen die Finanzchefs aber nichts wissen. Allerdings sorgen sie sich wegen der direkten und indirekten Folgen der geopolitischen Entwicklungen – also Inflation, Engpässe in der Lieferkette und bei der Energieversorgung. Zudem würden Deutschland und China «sorgenvoll» betrachtet.

Gemäss Deloitte gehen die Befragten zudem von einer noch moderaten Inflation aus und erwarten einen weiter steigenden Leitzinssatz. Bezüglich ihres eigenen Unternehmens sind sie für das nächste Jahr mehrheitlich positiv gestimmt. (abi)

Femsa hat alle Bewilligungen für Valora-Kauf

Nun steht dem Verkauf der Kioskbetreiberin Valora an die Femsa nichts mehr im Wege. Die mexikanische Getränkefirma hat alle behördlichen Bewilligungen für die Abwicklung des Kaufes erhalten, wie die Valora am Montagmorgen in einer Ad-hoc-Mitteilung schreibt. Am 7. Oktober soll der Kauf vollzogen werden.

Femsa wird 260 Franken pro Aktie zahlen – insgesamt rund 1,1 Milliarden Franken. Der Preis entspricht dem ursprünglichen Kaufangebot, das Femsa im Juli gemacht hat. (aka)

Flughafen Zürich auch dieses Jahr ausgezeichnet

Zum 19. Mal in Folge hat der Flughafen Zürich den World Travel Award als bester Flughafen Europas erhalten. Bewertet worden seien die Kundenzufriedenheit und die Qualitätsstandards von Produkten und Dienstleistungen rund um den Flughafen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Flughafen-CEO Stephan Widrig lobt darin die gute Zusammenarbeit aller Unternehmen am Standort. (wap)

Credit-Suisse-Aktie stürzt weiter ab

Die Credit Suisse am Paradeplatz Zürich.

Die Credit Suisse am Paradeplatz Zürich.

Andrea Zahler

Die Aktien der Credit Suisse (CS) sind am Montag weiter unter Druck: Zum Handelsstart verlor die Aktie fast 11 Prozent und fiel auf 3,552 Franken. Kurz vor 11 Uhr lag sie mit 3,615 Franken noch rund 9 Prozent im Minus – und befindet sich weiter auf einem Rekordtief. Damit hat sich der Börsenwert der zweitgrössten Schweizer Bank seit Anfang Jahr halbiert.

Ein Grund für das Misstrauen der Aktionärinnen und Aktionäre dürften die wilden Gerüchte um die Grossbank sein, die einfach nicht abreissen wollen. Allerdings sind nicht nur die CS-Aktionäre verunsichert: Mit der CS sinkt auch der Leitindex SMI: Dieser hat seit Jahresanfang um die 20 Prozent verloren. Die Aussicht auf hohe Inflation, damit auf hohe Zinsen und vielleicht einen Konjunktureinbruch verbreitet weltweit Angst und Schrecken. (chm)

Produktionsausfälle befürchtet: Energiepreise treiben Unternehmen um

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie konnte seinen Abwärtstrend vorerst stoppen. Er ist im September um 0,7 Indexpunkte auf 57,1 Zähler geklettert, wie die Credit Suisse (CS) am Montag mitteilte. Dennoch bleibe der Abwärtstrend und damit die Verlangsamung der Industrieaktivität weiter deutlich sichtbar. An Schwung eingebüsst hat derweil der PMI für Dienstleistungen: Er sank im September um 4,6 Indexpunkte auf 52,3 Zähler.

Laut CS hat die Produktion im Industriebereich zugenommen, die Auftragsbücher sind voll und der Personalaufbau hält an. Allerdings bereiten die steigenden Energiepreise Sorgen: Fast jedes dritte befragte Industrieunternehmen befürchte deswegen Produktionsausfälle in den nächsten sechs Monaten. 36 Prozent rechnen mit so «gravierenden Ausfällen», dass Kurzarbeit drohe. Damit hat sich die Situation gemäss CS weiter verschärft. Als Reaktion darauf stocken die Unternehmen ihre Lager auf. Auch würden die Einkaufspreise wieder verbreiteter ansteigen.

Die CS berechnet den Index monatlich auf der Basis einer Umfrage unter den Mitgliedern von Procure, dem Fachverband für Einkauf und Supply Management. Als Frühindikator der Konjunkturentwicklung gibt der PMI die Einkaufslust unter Industrie- und Dienstleistungsunternehmen wieder. (abi)

Migros schafft Plastik-Einwegbesteck ab

Die Migros ersetzt das Plastik-Einwegbesteck in allen Filialen durch ein nachhaltigeres Einwegbesteck aus Holz und Bambus. Dieses wird zudem kostenpflichtig, wie die Migros am Montag mitteilte. Kaufen kann man es für zehn Rappen an den Verkaufsstellen. Zusätzlich soll Mehrwegsbesteck aus Chromstahl prominenter angeboten werden. 

Durch die Massnahme könne die Migros jährlich 17 Tonnen Plastikmaterial vermeiden, heisst es in der Mitteilung. Bis Ende Jahr bleibt in den meisten Filialen noch alles beim Alten: Das vorrätige Plastikbesteck soll erst aufgebraucht werden, bevor die Holzalternative ins Angebot gelangt. (wap)

Matt Sause wird Mitglied der Roche-Konzernleitung

Der bisherige Leiter der Region Nordamerika von Roche Diagnostics, Matt Sause, wird per 1. Januar CEO von Roche Diagnostics und damit Mitglied der Konzernleitung. Dies teilte das Pharmaunternehmen am Montag mit. Sause folgt damit auf Thomas Schinecker, der am 15. März 2023 CEO der Roche werden soll. Schinecker wird Nachfolger von Severin Schwan, welcher der Generalversammlung vom 14. März 2023 als künftiger Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen wird. (wap)

ABB-Spin-Off Accelleron wird an der Börse gehandelt

Die Überführung des ehemaligen ABB-Geschäftsbereichs Turbolader in ein eigenes Unternehmen ist abgeschlossen. Seit Montag werden die Aktien der neuen Firma Accelleron an der Börse gehandelt. Accelleron hat den Firmensitz in Baden und ist weltweit in 50 Ländern aktiv. Die Aktionäre der ABB hatten das Spin-Off am 7. September gutgeheissen. (wap)

Nestlé stoppt Einkäufe bei indonesischem Palmöl-Hersteller AAL

Der schweizerische Lebensmittelkonzern Nestlé will nach Protesten von Umweltgruppen kein Palmöl mehr bei drei Tochtergesellschaften des indonesischen Unternehmens Astra Agro Lestari (AAL) beziehen. Der Schritt erfolge im «Rahmen unseres Ansatzes zur nachhaltigen Beschaffung von Palmöl», teilte Nestlé am Wochenende mit. Bis Ende Jahr soll kein AAL-Palmöl mehr in die Lieferketten gelangen.

Konkrete Angaben, weshalb die Zusammenarbeit nun beendet wird, machte der Hersteller von Marken wie Nescafé, Maggi und Smarties nicht. Umweltgruppen hatten zuvor AAL Land- und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. (dpa)

Microsoft stellt 2023 in der Schweiz 100 zusätzliche Mitarbeitende ein

Microsoft will in der Schweiz ausbauen. Nächstes Jahr will das Technologieunternehmen im Cloud-Bereich 100 zusätzliche Angestellte einstellen, wie Catrin Hinkel, CEO von Microsoft Schweiz, der «SonntagsZeitung» sagt. Bis Ende 2023 werde der Cloud-Bereich an den Standorten in Zürich, Bern und Genf neu 700 Mitarbeitende umfassen. Die Schweiz ist laut Hinkel wichtig für das Cloud-Geschäft – aufgrund der Rechtssicherheit bezüglich Datenhaltung und weil die Zusammensetzung der Wirtschaft «ideale Bedingungen für Innovationen» biete.

Die Chefin von Microsoft Schweiz beteuerte weiter, dass das Unternehmen auf eine allfällige Strommangellage vorbereitet sei. Für die Rechenzentren habe Microsoft vom Bund eine Einstufung als «systemrelevant» erhalten. Zudem sei in einem Notfallplan der Betrieb mit Generatoren vorgesehen. (dpo)

SNB-Präsident Thomas Jordan hält steigende Zinsdifferenz für möglich

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat vergangene Woche das Ende der Negativzinsära eingeläutet und ihren Leitzins auf 0,5 Prozent erhöht. Nun sagt SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview mit der «NZZ» vom Samstag, dass die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland erneut steigen könnte. «Wenn künftig das internationale geldpolitische Umfeld weniger expansiv ist, ist es gut möglich, dass die Zinsunterschiede zwischen dem Ausland und der Schweiz grösser werden», so Jordan. Dies sei auch in Vergangenheit oft der Fall gewesen.

Bei einer Inflation von 3,5 Prozent erleiden die Sparer auf ihren Guthaben aktuell hohe Kaufkraftverluste. Auf die Frage, wie lange diese Situation andauern werde, antwortete Jordan: «Die SNB gestaltet die monetären Bedingungen, insbesondere ihren Leitzins, so, dass in mittlerer Frist die Preisstabilität gewährleistet ist. An diesem Punkt sind wir noch nicht.» Deshalb schliesse die Nationalbank weitere Zinserhöhungen nicht aus, um die Inflation wieder unter 2 Prozent zu bringen.

Wo dann das reale Zinsniveau genau liegen werde, wisse die SNB nicht. Darüber hinaus gibt es laut Jordan «nie eine Garantie, dass man mit Sparanlagen einen positiven Realzins erwirtschaftet». Derzeit schwappt die Inflation auf immer mehr Güter über. Doch der SNB-Präsident verteidigt sich gegen die Kritik, dass die Nationalbank zu spät Gegensteuer gegeben habe. «Die SNB hat ihre Geldpolitik nicht zu spät angepasst. Wir haben bereits im Herbst 2021 als erste geldpolitische Massnahme eine nominale Aufwertung des Frankens zugelassen, um der erhöhten Inflation im Ausland entgegenzuwirken», sagte Jordan. (dpo)

Swiss-Piloten wollen während Herbstferien nicht streiken

Ferienhungrige Flugpassagiere können aufatmen: Die Swiss-Piloten wollen bis und mit 23. Oktober nicht streiken. Bedingung dafür ist, dass die Gespräche zwischen dem Aeropers-Präsidenten und dem Swiss-CEO in einem «akzeptablen Rahmen» stattfinden. Das teilte der Pilotenverband am Freitagabend mit.

«Damit wir der Geschäftsleitung das lukrative Herbstgeschäft sichern, verlangen wir im Gegenzug auch Sicherheit für unsere Mitglieder», wird Aeropers-Vorstand Thomas Steffen in der Mitteilung zitiert. «Für den temporären Streikverzicht verlangen wir eine Verlängerung des Kündigungsschutzes für die Pilotinnen und Piloten.» Die Sicherstellung der Flüge ist Teil eines Massnahmenpakets, das die Gespräche ermöglichen soll. Die Piloten reagieren damit ihrerseits auf die von der Swiss gestellten Forderungen. Diese müssen ebenfalls erfüllt sein, damit es überhaupt zum Gespräch kommt.

Die Piloten und die Swiss streiten derzeit über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Die letzten Verhandlungen sind jeweils gescheitert. Am Donnerstag haben die Swiss-Piloten in Kloten gegen ihre aktuelle Arbeitssituation protestiert. Sie zogen gemeinsam mit Vertreter und Vertreterinnen der Pilotengewerkschaft durch die Strassen. (abi)

Swissport startet Betrieb in Mailand

Ab dem 1. Oktober bietet Swissport Passagierdienstleistungen am Flughafen Milano-Linate an. Das Angebot umfasst Check-In, Gate und Boarding sowie Airport Lounge Hospitality und das Fundbüro. Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Das Engagement in Mailand ist Teil der Italien-Strategie von Swissport. Seit dem 14. Juli hat der Schweizer Anbieter bereits Dienstleistungen an Italiens grösstem Flughafen Rom-Fiumincio übernommen. Bisher seien über 900'000 Passagiere bedient worden. Die Dienstleistungen betrafen 7'225 Flüge von 42 Airlines. (wap)

Erste Münzen mit Porträt von König Charles III.

50 Cent und 5 Pfund mit dem Portrait von Charles III.

50 Cent und 5 Pfund mit dem Portrait von Charles III.

Keystone

Die britische Münzprägeanstalt Royal Mint hat erstmals Münzen mit dem Porträt des neuen Königs Charles III. vorgestellt. Das Profil des 73-Jährigen soll zunächst auf einer neuen 5-Pfund-Sondermünze und einer 50-Pence-Münze zum Andenken an die kürzlich im Alter von 96 Jahren gestorbene Queen Elizabeth II. zu sehen sein.

Einer alten Tradition folgend blickt der Monarch dabei von sich aus nach rechts, nachdem seine Mutter den Kopf nach links gewandt hatte. Die Gedenkmünzen sollen bereits von Oktober an erhältlich sein. Die 50-Pence-Münzen werden von Dezember an nach und nach in Umlauf gebracht, wie die Royal Mint am Freitag mitteilte. (dpa)

Konjunktur nimmt im September kaum Fahrt auf

Das Konjunkturbarometer der Forschungsstelle KOF verharrt im September auf knapp 94 Punkten. Damit liegt es weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt, wie die KOF am Freitag mitteilte. Sie blickt eher pessimistisch auf die nächsten Monate: Das sich seit längerem abschwächende Barometer verheisse eine Abkühlung der Wirtschaft für das Ende des Jahres.

Zwar hat das Barometer gegenüber August um 0,3 Punkte zugelegt. Die KOF spricht von einer «verhalten positiven Entwicklung» im Verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der Metall- und Textilindustrie. Das gleiche gilt für den Maschinen- und Fahrzeugbau. Rückläufig waren die Indikatoren hingegen in der Elektroindustrie. In den übrigen Branchen ergibt sich laut KOF kaum eine Veränderung zum August. (gb)

Inflation treibt Umsätze im Detailhandel weiter in die Höhe

Im August sind die Umsätze im Detailhandel im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent gestiegen. Der Anstieg ist jedoch fast zur Hälfte der Teuerung geschuldet. Real sind die Umsätze um 3 Prozent gestiegen. Saisonbereinigt ergibt sich ein reales Wachstum von 1,2 Prozent.

Klammert man die Tankstellen aus der Rechnung aus, hat der Detailhandel ein Wachstum von nominal 4,6 Prozent und real 2,6 Prozent erlebt. Am stärksten wuchs der Nicht-Nahrungsmittelbereich. Dieser legte real um 4,6 Prozent zu.

Bereits im Juli legte der Detailhandel wegen der Teuerung ein Umsatzwachstum hin. Damals lag das Plus mit 4,6 Prozent jedoch noch etwas unter dem Wert vom August. (gb)

Deloitte steigert Umsatz erneut

Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat seinen Nettoumsatz im vergangenen Jahr von 506 auf 547 Millionen Franken gesteigert. Dies entspricht einer Zunahme von 8 Prozent. Laut einer Mitteilung von Deloitte vom Freitag hätten alle Geschäftsbereiche zum «Rekordergebnis» beigetragen.

Deloitte sie es gelungen, in einem schwierigen Umfeld weitere Marktanteile zu gewinnen und 240 Stellen zu schaffen, wird CEO Reto Savoia in der Mitteilung zitiert. Die Nachfrage nach Dienstleistungen ist laut Deloitte besonders im Bereich technologiegetriebener Transformationsprozesse, Cybersecurity und Cloudtechnologie hoch gewesen. Auch Beratungen zu Nachhaltigkeit und internationaler Besteuerungsfragen seien gefragt.

Das Wachstum von Deloitte liegt nichtsdestotrotz etwas unter den 10 Prozent, die sich das Unternehmen vor einem Jahr vorgenommen hat. Für das laufende Jahr hat sich Deloitte nun erneut ein zweistelliges Wachstumsziel gesetzt. Das vergangene Geschäftsjahr von Deloitte endete am 31. Mai 2022. (gb)

Beteiligungsquote von 97 Prozent: Femsa steht kurz vor Kauf von Valora

Das mexikanische Detailhandelsunternehmen Femsa hat das  provisorische Endergebnis des öffentlichen Kaufangebots für Valora veröffentlicht. Demnach wurden der Femsa rund 4,2 Millionen Valora-Aktien angedient. Damit hält sie nun 96,87 Prozent aller Aktien der Kioskbetreiberin Valora in ihrem Besitz. 

Femsa wird 260 Franken pro Aktie zahlen. Der Preis entspricht dem ursprünglichen Kaufangebot, das Femsa im Juli gemacht hat. Der Vollzug des Angebots unterliegt noch der behördlichen Genehmigung. Am 14. Oktober sollen im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung die neuen Valora-Verwaltungsratsmitglieder gewählt werden. (gb)

Kurzarbeit: Firmen können Gesuche für Nachzahlung neu bis Ende Dezember einreichen

Unternehmen, die pandemiebedingt Kurzarbeitsentschädigungen bezogen haben, können Nachzahlungen beantragen. Grund dafür ist ein Urteil des Bundesgerichts. Wer seine Angestellten 2020 und 2021 wegen Corona in die Kurzarbeit schicken musste, kann demnach rückwirkend eine Entschädigung für Ferien- und Feiertage verlangen. Ursprünglich war eine solche Entschädigung im während der Pandemie geltenden Schnellverfahren nicht vorgesehen. 

Nun hat der Bund die Eingabefrist für entsprechende Gesuche vom 31. Oktober neu auf den 31. Dezember 2022 verlängert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilt. Damit solle den Unternehmen mehr Zeit gewährt werden für die Nachforderungen. (dpo)

Protestaktion der Swiss-Piloten

Piloten der Fluggesellschaft Swiss haben am Donnerstag in Kloten gegen ihre aktuelle Arbeitssituation protestiert. Sie zogen gemeinsam mit Vertreter und Vertreterinnen der Pilotengewerkschaft durch die Strassen und hielten dabei Schilder hoch. Slogans wie «Sparen beim Personal führt zu unzufriedenen Passagieren», «Qualität braucht gute Arbeitsbedingungen» und «Bei der Personalführung die Orientierung verloren?» waren dabei zu sehen. Gemäss dem Pilotenverband Aeropers nahmen 400 Personen am Protest teil.

Die Piloten und die Swiss streiten derzeit über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Die letzten Verhandlungen sind jeweils gescheitert und die Zeichen stehen derzeit nicht auf Beruhigung. Die Gewerkschaft befragt derzeit ihre Mitglieder, wie sie zu einem Streik stehen. Die Fluggesellschaft setzt dagegen auf eine Schlichtung. Am Donnerstagmorgen hatten zudem mehrere Medien berichtet, dass der Swiss-CEO zu direkten Gesprächen mit der Gewerkschaft bereit sei. (mg)

Piloten der Swiss bei einem Protest am Donnerstag in Kloten.

Piloten der Swiss bei einem Protest am Donnerstag in Kloten. 

Keystone

Kaufvertrag aufgelöst: Rega bekommt keine neuen Helikopter 

Die Schweizer Rettungsflugwacht Rega muss bis auf weiteres auf voll enteiste Rettungshelikopter verzichten. Drei solcher Helikopter hatte die Rega 2015 beim italienischen Hersteller Leonardo entwickeln lassen. Die Maschinen konnten jedoch nicht mit den gewünschten Spezifikationen ausgestattet werden, wie die Rega am Donnerstag mitteilte. Der Kaufvertrag sei einvernehmlich aufgelöst worden.

Die Idee hinter dem Projekt war, den weltweit ersten mittelschweren, voll enteisten Helikopter zu entwickeln. Die Heizung gewisser Maschinenteile hat den Vorteil, dass Rettungsflüge auch bei tiefen Temperaturen in den Wolken oder bei starken Schneefall durchgeführt werden könnten. Aktuell fliegt die Rega bereits mit enteisten Helikoptern, diese sind für Spitallandeplätze jedoch zu schwer, wie der Mitteilung weiter zu entnehmen ist. «Die Rega und Leonardo waren sich von Beginn an bewusst, dass dies ein Pionierprojekt ist, für dessen Realisierung es keine Garantie geben kann», heisst es seitens der Rega. Die «Vision einer wetterunabhängigen Luftrettung» will die Rega aber weiterverfolgen. (gb)

Bundesgericht: Lidl muss seine Schoggihasen vernichten

Vor dem Bundesgericht erreicht der Schokoladenproduzent Lindt & Sprüngli einen Sieg gegen Lidl Schweiz. Dabei geht es um seinen bekannten Goldhasen. Als Folge darf der Detailhändler seine ebenfalls goldenen Schoggihasen nicht mehr verkaufen und muss noch vorhandene Exemplare vernichten, wie das Bundesgericht am Donnerstag mitteilt. Das Gericht kommt im Urteil zum Schluss, dass der Goldhase von Lindt Markenschutz geniesst und, dass eine Verwechslungsgefahr zum Schoggihasen von Lidl besteht.

Muss vernichtet werden: Der Schoggihase von Lidl.

Muss vernichtet werden: Der Schoggihase von Lidl. 

Bundesgericht

Der Rechtsstreit geht zurück auf das Jahr 2018. Lindt & Sprüngli reichte damals Klage beim Handelsgericht des Kantons Aargau gegen Lidl ein. Das Unternehmen argumentierte, dass der Schoggihase von Lidl die Markenrechte von Lindt verletze.

Das Handelsgericht wies die Klage 2021 ab. Lindt & Sprüngli erhob daraufhin Beschwerde beim Bundesgericht, das nun zugunsten des Schweizer Schokoladenherstellers entschied. (dpo)

CS-Studie: Immobilienpreise trotzen Zinsanstieg weiterhin

Die Immobilienanalysten der Credit Suisse (CS) beobachten trotz Zinserhöhungen weiterhin einen Anstieg der Immobilienpreise. Das erhöhte Zinsumfeld habe bisher lediglich die «Übernachfrage» reduziert, heisst es in einem Bericht zum dritten Quartal vom Donnerstag. Statt 15 bis 20 gebe es aktuell nur noch 3 bis 4 Interessierte pro Eigentumsobjekt.

Trotzdem dürfte der Zenit der Immobilienpreise erreicht sein, schreibt die CS. Dafür spreche etwa, dass in den nächsten Jahren die Babyboomer-Generation viele Häuser verlassen werde, wodurch mehr Eigenheime auf den Markt kämen. Zudem dürfte die Nachfrage wegen der steigenden Zinsen weiter sinken.

Weiterhin im «freien Fall» befindet sich laut der CS die Anzahl freier Mietwohnungen. Es sei im laufenden Jahr mit dem stärksten Rückgang der Leerwohnungsziffer seit 1978 zu rechnen. Aktuell liegt diese bei 1,31 Prozent. Verantwortlich dafür sind laut CS die tiefe Bautätigkeit und die Zuwanderung. (gb)

Betrug mit Covid-Geldern: Auch die Chefin des Reiseanbieters Lastminute beschuldigt

Den Schweizer Tochtergesellschaften des niederländischen Reiseanbieters Lastminute wird vorgeworfen, Covid-Kurzarbeitsgelder zu unrecht bezogen zu haben. Unter Verdacht steht nun gar die interimistische CEO der Gruppe, Laura Amoretti. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, seien ihr und weiteren Mitarbeitenden des Unternehmens der Status von «Beschuldigten in der Voruntersuchung» erteilt worden. Der Verwaltungsrat der Gruppe stelle sich hinter Amoretti, heisst es in der Mitteilung weiter.

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass sich die Vorwürfe gegen Lastminute und deren Tochtergesellschaften bis in die Konzernspitze ziehen. Auch der damalige CEO war betroffen. 

Die Ermittlungen werden vom Kanton Tessin geführt. Es geht um eine Summe von 28,5 Millionen Franken, welche die drei Schweizer Tochtergesellschaften zwischen März 2020 und Februar 2022  an Kurzarbeitsgeldern bezogen haben. Konkret lautet der Verdacht der Behörden auf Betrug, unrechtmässige Inanspruchnahme von Sozialversicherungsleistungen und Verletzung des Arbeitslosengesetzes. (gb)

Porsche gelingt erfolgreichster Börsengang seit 1997

Nach jahrelangen Spekulationen und monatelanger Prüfung gibt der Sportwagenbauer Porsche am Donnerstag sein Börsendebüt. Knapp 9,4 Milliarden Euro spült die Erstnotiz an der Frankfurter Börse in die Kassen des Mutterkonzerns Volkswagen, wie am späten Mittwochabend bekannt wurde. Trotz angespannter Finanzmärkte gelingt damit der grösste deutsche Börsengang seit der Telekom im Jahr 1996.

Der Ausgabepreis je Vorzugsaktie wurde am Mittwoch mit 82,50 Euro festgelegt und lag damit am oberen Ende der vorab ausgegebenen Spanne. Damit war angesichts der hohen Nachfrage von Seiten der Anleger bereits gerechnet worden. Insgesamt werden knapp 114 Millionen Vorzugsaktien platziert. Darin enthalten sind rund 15 Millionen Aktien für Mehrzuteilungen.

Insgesamt gibt es - angelehnt an Porsches wohl bekanntestes Modell - 911 Millionen einzelne Wertpapiere. Das bedeutet bezogen auf den Ausgabepreis eine Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden Euro. Das Grundkapital war in Vorbereitung auf den Börsengang je zur Hälfte in stimmberechtigte Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien aufgeteilt worden. (dpa)

Radio Zürisee steht zum Verkauf

Die Firma Zürichsee Medien löst sich von ihrem Werbe- und Radiogeschäft. Ersteres geht zu 100 Prozent in den Besitz des Ostschweizer Medienunternehmens Galledia über, wie es in einer Mitteilung von Galledia heisst. Für Radio Zürisee ist hingegen noch kein Käufer gefunden, wie das Branchenportal «Persönlich» berichtet.

Radio Zürisee gibt es seit 1983. Es gehört zu den ältesten Privatradios der Schweiz. Das Sendegebiet reicht vom Kanton Zürich bis ins Linthgebiet und den Kanton Glarus. Laut «Persönlich» beschäftigt Radio Zürisee 37 Angestellte. (gb)

Aktionäre der MCH-Gruppe stimmen für Kapitalerhöhung

An einer ausserordentlichen Generalversammlung haben die Aktionäre der MCH Group mit 91,5 Prozent der abgegebenen Stimmen die geplante Kapitalerhöhung gut geheissen. Insgesamt waren 86,9 Prozent der eingetragenen Stimmrechte vertreten, wie der Messekonzern am Mittwochabend mit.

Im Vorfeld hat die MCH Group bereits mitgeteilt, dass sie den Bezugspreis pro neue Namenaktie auf 4,75 Franken festgelegt hat. Insgesamt sollen bis zu 18,59 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Die Bezugsfrist startet am Donnerstag und dauert bis zum 10. Oktober 2022. (dpo)

Video on Demand wächst weiter – allerdings langsamer als früher

Die Filmabrufe auf Abo- und Streamingdiensten haben im letzten Jahr um 19 Prozent zugenommen. Das zeigen am Mittwoch veröffentlichte Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS). Nach Wachstumsraten von über 50 Prozent in den Jahren 2020 und 2019 «flacht damit die Nachfrage deutlich ab», heisst es vom BFS. Das Angebot auf den Abo- und Streamingplattformen wuchs mit 22 Prozent in ähnlichem Masse wie die Nachfrage (plus 17'000 Filme).

Weiter an Bedeutung verloren haben dagegen die Filmkäufe und -mieten. Damit setzt sich der Trend der beiden Vorjahre fort. Die Nachfrage nach digitalen Filmmieten ist um knapp einen Drittel zurückgegangen. So wurden 2021 noch 4,3 Millionen Filme ausgeliehen. Die digitalen Filmkäufe gingen um einen Fünftel zurück – auf 950'000.

Der Begriff «Video on Demand» bezeichnet das Anfordern von Videos gegen Bezahlung. Dies umfasst sowohl den Abruf über eine Streaming-Plattform oder einen Abo-Dienst als auch Miete oder Kauf von digitalen Filmen. (aka)

Gewerkschaften kritisieren Novartis für Umgang mit Massenentlassung

Beim angekündigten Stellenabbau beim Chemiegiganten Novartis gibt es Streit. Die beiden Gewerkschaften Syna und Unia kritisieren am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung, das Konsultationsverfahren sei nur eine Alibi-Übung. Denn Novartis sei nicht bereit, die Fusion von Onkologie und Pharma auf den Prüfstand zu stellen. 

Dies wäre laut Gewerkschaften notwendig, um die «sinnlose Vernichtung von 1400 Arbeitsplätzen» zu verhindern. In der Vergangenheit sei es auch bei der Novartis gelungen, durch ein Konsultationsverfahren Arbeitsplätze zu retten. Ein wirkliches Konsultationsverfahren müsse aber prüfen, ob ein Unternehmensentscheid korrekt sei oder ob es nicht Alternativen gebe, heisst es in der Mitteilung. 

Konkret werfen die Gewerkschaften der Novartis vor, das Treffen bis Mitte September hinausgezögert zu haben, dies obwohl sich Unia und Syna bereits im Juli gemeldet hätten. Vertreter des Konzern hätten ausserdem erklärt, nur mit der internen Personalvertretung, nicht aber mit den Gewerkschaften verhandeln zu wollen. «Novartis will diktieren, nicht verhandeln», kritisiert Uni-Funktionär Johannes Supe laut der Mitteilung. 

Die Gewerkschaften zweifeln deshalb nun auch das Bekenntnis des Pharma-Giganten zum Standort Schweiz überhaupt an. «Anhand der jetzigen Massenentlassung stellt sich die Frage, ob sich Novartis mittelfristig aus der Schweiz verabschiedet», wird Syna-Zentralsekretärin Corina Thomann zitiert. (wap)

Hacker knacken E-Voting-System der Post nicht

Damit Schweizerinnen und Schweizer dereinst digital abstimmen können, wird derzeit das E-Voting-System der Post auf Herz und Nieren geprüft. In den vergangenen vier Wochen haben rund 3400 Hackerinnen und Hacker aus der ganzen Welt versucht, das System zu knacken. Dies im Rahmen eines sogenannte Intrusionstests. Dabei kam es laut Mitteilung der Post zu rund 60'000 Angriffen. «Es ist niemandem gelungen, das E-Voting-System zu knacken oder sogar in die elektronische Urne vorzudringen», schreibt die Post.

Nur gerade einen Befund vom Schweregrad «tief» konnten die Hacker offenlegen. Dafür erhielt der Hacker eine Belohnung von 500 Franken. Mit diesem Belohnungssystem sollten die Computercracks motiviert werden, am Test teilzunehmen. Derzeit laufen aber auch weitere Abklärungen rund um das E-Voting-System. Auch eine unabhängige Prüfung im Auftrag des Bundes läuft. Dabei geht es auch um die Frage, ob das System den Anforderungen der Rechtsgrundlagen entspricht.

Geht alles nach Plan, will die Post interessierten Kantonen das System voraussichtlich im Laufe des Jahres 2023 für den Einsatz zur Verfügung stellen. (mg)

Credit Suisse und UBS von US-Börsenaufsicht gebüsst

Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse sind auf einer Liste von 16 Finanzinstituten, die von der US-Börsenaufsicht SEC mit insgesamt über 1,1 Milliarden US-Dollar gebüsst werden. Dies teilte die SEC am Dienstag mit. Sowohl UBS wie CS zahlen je 125 Millionen Dollar.

Den Banken wird vorgeworfen, die elektronische Kommunikation ihrer Mitarbeitenden nicht ordnungsgemäss aufbewahrt zu haben. Konkret wurden Geschäfte über Chats auf privaten Mobiltelefonen von Mitarbeitenden abgewickelt und die Nachrichten nicht von den Instituten archiviert. 

Die betroffenen Institute hätten das Fehlverhalten zugegeben und der Zahlung der vereinbarten Strafzahlung zugestimmt, heisst es in der SEC-Mitteilung. Die Banken seien nun dabei, ihre Policy entsprechend den Vorgaben der SEC zu ändern. (wap)

Pilotenverband lehnt Schlichtungsangebot der Swiss ab

Im mittlerweile seit über zwei Jahre dauernden Streit um einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) hat die Swiss dem Pilotenverband Aeropers vergangene Woche ein aussergerichtliches Schlichtungsverfahren vorgeschlagen. Doch die Piloten wollen davon nichts wissen und schlagen das Angebot aus, wie Aeropers am Dienstag mitteilt. Der Pilotenverband moniert, die Swiss habe vorherige Schlichtungs- und Mediationsangebote seitens der Piloten abgelehnt. «Wir zweifeln deshalb an der Ernsthaftigkeit der geäusserten Absicht, mit diesem Vorschlag den Weg zu einem neuen Piloten-GAV zu ebnen», lässt sich Clemens Kopetz, Präsident von Aeropers, zitieren.

Den Vorschlag der Swiss taxiert der Verbandspräsident als «nicht zielführend». Stattdessen schlägt er Dieter Vranckx, dem Swiss-CEO, eine «abschliessende Verhandlungsrunde im kleinen Führungskreis» vor. Dabei müsse die Fluggesellschaft mit einem «zeitgemässen Angebot auf ihre Pilotinnen und Piloten zugehen», so Kopetz. Der Pilotenverband bekräftigte, dass er weiter eine Lösung am Verhandlungstisch anstrebe.

Weiter teilte Aeroepers mit, dass die Piloten für den Donnerstag einen Protestmarsch durch Kloten angekündigt haben. Zuletzt hatte der Pilotenverband einen verbesserten Vorschlag der Swiss für einen Gesamtarbeitsvertrag abgelehnt. Just vor den anstehenden Herbstferien drohten die Piloten zudem mit Streik. (dpo)

Studie: Food Waste könnte global enorm verringert werden

Jedes Jahr gehen bis zu 40 Prozent aller globalen Lebensmittel – rund zwei Milliarden Tonnen – verloren oder werden verschwendet. Das zeigt eine Studie der Beratungsfirma McKinsey. Die dadurch verursachten Treibhausgasemissionen entsprechen demnach 8 Prozent der weltweiten Emissionen und sind viermal so hoch wie die der Luftfahrt.

In der Studie «Reducing food loss: What grocery retailers and manufacturers can do» unterscheiden die Autoren zwischen Lebensmittelverschwendung (dem Wegwerfen in Handel, Gastronomie und Haushalten) und Lebensmittelverlusten (Verlusten bei Produktion, Ernte und Verarbeitung). Die Hälfte aller vergeudeten Lebensmittel geht bereits während oder kurz nach der Ernte verloren. Wert: etwa 600 Milliarden US-Dollar.

Dabei könnten 50 bis 70 Prozent dieser Lebensmittelverluste vermieden werden, heisst es weiter. McKinsey appelliert deshalb an die Hersteller und Händler, Themen wie Überproduktion und Handelsnormen anzugehen. Die meisten Beschaffungsverträge würden heute nämlich keine Anreize zur Reduzierung dieser Verluste schaffen. Gemäss der Studie haben die drei Kategorien Obst/Gemüse, Getreide und Wurzeln/Knollen mit 75 Prozent den grössten Anteil an den Verlusten. Der Anteil von Fleisch- und Milchprodukten ist mit 3 respektive 5 Prozent hingegen vergleichsweise gering. (gjo)

Finanzberatungen in der Post: Migros Bank zieht in Postfilialen ein

Die Migros Bank zieht ab Anfang Oktober in sieben Postfilialen in der Deutsch- und Westschweiz ein. In sogenannten «Beratungsboxen» werde die Migros Bank mit eigenen Mitarbeitenden Finanzberatungen anbieten, teilt die Post am Dienstag mit. Damit wolle man die Entwicklung der Postfilialen zu «Dienstleistungszentren» vorantreiben. So soll die Post «ein relevanter Kontaktpunkt für die Bevölkerung bleiben» und das «dichte Netz beibehalten» werden können.

Weitere 26 Postfilialen fungieren als Bindeglied zwischen Post und Migros Bank: Dort vermitteln die Postmitarbeitenden interessierten Kundinnen und Kunden einen Beratungstermin mit der Migros Bank. Unabhängig davon bleibt das Angebot der Postfinance in allen Filialen bestehen.

Der Migros-Bank-Deal gehört zur neuen Strategie der Post: Sie will ihre Poststellen für Dritte öffnen, um so die Kosten für das Filialnetz zu teilen. Im Juli präsentierte die Post mit der Krankenkasse Sympany eine erste Mietpartnerin, später folgte Assura. Die Migros Bank ist nun das erste Finanzinstitut, das beim Postfinance-Mutterkonzern einzieht. (aka)

MCH Group definiert Bedingungen für Kapitalerhöhung 

Die MCH Group hat vor der ausserordentlichen Generalversammlung am Mittwoch die Bedingungen zur geplanten Kapitalerhöhung festgelegt. Demnach wurde der Bezugspreis pro neue Namenaktie auf 4,75 Franken festgelegt, wie der Messekonzern am Dienstag mitteilte. Den Aktionären werden pro Namenaktie, die sie nach Handelsschluss am Mittwoch halten, ein Bezugsrecht zugeteilt. Die Ausübung von vier Bezugsrechten berechtigt dabei zum Erwerb von fünf neuen Namenaktien gegen Bezahlung des Bezugspreises von 4,75 Franken je neue Namenaktie.

Die Bezugsfrist für die bestehenden Aktionäre läuft gemäss Mitteilung vom 27. September bis zum 10. Oktober 12 Uhr. Die endgültige Anzahl der neuen Namenaktien teile das Unternehmen am werde am oder um den 11. Oktober vor Handelsbeginn an der Schweizer Börse. 

Insgesamt sollen bis zu 18,59 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Bereits zuvor hat die MCH Group, welche unter anderem die Art Basel betreibt, bekannt gegeben, dass der Verwaltungsrat einen Bruttoerlös von maximal zirka 80 Millionen Franken anstrebt. 68 Millionen davon haben der Kanton Basel-Stadt und die Lupa Systems des Investors James Murdoch zugesichert. Das Unternehmen sieht sich zur Kapitalspritze gezwungen, um seine Liquidität zu sichern. Der Konzern litt stark unter der Pandemie, da in der Messebranche die meisten Grossveranstaltungen abgesagt werden mussten. (dpo)

Industrie: Zwei Drittel der KMU fürchten Betriebsaufgabe bei Blackout

Kleine und mittlere Betriebe der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sehen sich durch die sich abzeichnende Energiemangellage in ihrer Existenz bedroht. Wie der Branchenverband Swissmechanic am Montag mitteilte, hätte eine Kontingentierung der Stromversorgung – mit Unterbrechungen von bis zu vier Stunden pro Tag über einen längeren Zeitraum – für mehr als zwei Drittel der Verbandsmitglieder einen Rückzug aus dem Markt zur Folge.

Dies gehe aus einer Umfrage hervor, die Swissmechanic unter 160 Betrieben aus allen Regionen der Schweiz gemacht hat. Auch die steigenden Energiepreise seien für die KMU bedrohlich, heisst es in der Mitteilung. Zwei Fünftel seien bei den Energiekosten mit Steigerungen von mindestens 50 Prozent konfrontiert.

In einzelnen Fällen steige der Preis für die Stromrechnung um über 500 Prozent, teilweise sogar bis zu 1600 Prozent. Derartige Preissteigerungen könnten nicht an den Markt weitergegeben werden, heisst es in der Mitteilung. Die Lage sei deshalb kritisch. (wap)

Inflationsprognose erhöht: Preise sollen 2022 um 3 Prozent steigen

Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich hat ihre Inflationsprognose erhöht. Demnach ist im Jahr 2022 mit einem Preisanstieg von 3 Prozent zu rechnen, wie die KOF am Montag mitteilt. Bei der letzten Prognose im Juni waren die Fachleute noch von einer Teuerung von 2,6 Prozent ausgegangen. Auch im nächsten Jahr soll die Inflation steigen – gemäss der aktuellen Prognose um 2,4 Prozent.

Auch die Aussichten hinsichtlich des Wirtschaftswachstums hat die KOF nach unten korrigiert. So geht sie fürs laufende Jahr von einem geringeren Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus, nämlich von 2,2 Prozent. Im Juni lag die prognostizierte Rate noch bei 2,5 Prozent. Immerhin bezüglich des Arbeitsmarktes bleiben die Fachleute optimistisch: So soll sich die Arbeitslosenquote im laufenden Jahr auf tiefe 2,2 Prozent belaufen. (aka)

Julie Brown verlässt Roche-Verwaltungsrat

Die britische Finanzmanagerin Julie Brown kehrt der Roche den Rücken. Das Unternehmen gab am Montag Browns Rücktritt aus dem Verwaltungsrat bekannt. Brown habe eine Managementrolle in einem anderen Pharmaunternehmen angenommen, heisst es in der Mitteilung. Der Abgang erfolge per sofort, sie wird Finanzchefin beim britischen Konkurrenten GSK. Brown war 2019 in den Verwaltungsrat gewählt worden. (wap)

Im freien Fall: Credit Suisse-Aktie ist nur noch 4.34 Franken wert

Die Wertpapiere der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) stürzen an der Börse ab. Bereits am Donnerstag war der Aktienkurs um 5,5 Prozent gefallen, und am Freitag kommt es noch schlimmer: Am Freitagmorgen erreichte die CS-Aktie mit 4.26 Franken ein neues Allzeittief. Um 10.45 Uhr hat sie sich minim erholt und wird zu 4.34 Franken pro Stück gehandelt. Das entspricht einem Minus von rund 6,6 Prozent.

Grund für den Absturz sind jüngste Gerüchte über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf Insider. Nun befürchten viele Anlegerinnen und Anleger, dass ihre Anteile massiv an Wert verlieren. Hinzu kommt ein Bericht der «Financial Times» von Donnerstag, wonach die Credit Suisse plane, ihre Investmentbank in drei Teile aufzuspalten.

Die CS-Aktie fiel bereits Anfang Monat unter die 5-Franken-Marke. Zudem machten jüngst Gerüchte über einen Abbau von tausenden Stellen die Runde. (aka)

Auslandvermögen der Nationalbank ist gesunken

Der Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz belief sich im zweiten Quartal auf 11 Milliarden Franken, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Freitag mitteilte. Das ist knapp eine Milliarde weniger als in der Vorjahresperiode. Vor allem beim Warenhandel resultierten weniger Einnahmen. 

Auch das Nettoauslandvermögen der Nationalbank ist im zweiten Quartal gesunken: um 27 Milliarden Franken auf 631 Milliarden Franken. Dies sei «nahezu ausschliesslich auf hohe preisbedingte Bewertungsverluste» zurückzuführen, namentlich bei Aktien und Obligationen, heisst es von der SNB. (aka)

Pilatus kauft Service-Dienstleister Skytech

Der Schweizer Flugzeughersteller Pilatus übernimmt den US-amerikanischen Service-Dienstleister Skytech. Damit wolle man das direkte Engagement im für Pilatus «sehr wichtigen US-Markt» erweitern, wie die Pilatus Gruppe am Freitag mitteilt. Die Skytech hat je einen Sitz in den Bundesstaaten Maryland und South Carolina. Pilatus beabsichtigt, alle 120 Mitarbeitenden weiter zu beschäftigen. 

Skytech soll als eigenständige Firma für den Kundendienst und Verkauf von PC-24 und PC-12 an der US-Ostküste sowie Flugzeugtypen anderer Hersteller zuständig bleiben. Auch der Name bleibt bestehen. Über den Kaufpreis haben Pilatus und Skytech Stillschweigen vereinbar. (aka)

115-Millionen-Anleihe: «Zur Rose» macht Rückkaufangebot 

Die Versandapotheke Zur Rose veröffentlicht ein Kaufangebot für ihre ausstehende Anleihe über 115 Millionen Franken an, wie das Unternehmen am Freitag in einer Ad-hoc-Mitteilung meldet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 100 Prozent des Nennwerts und beträgt 5000 Franken pro handelbarer Einheit. Zuzüglich der aufgelaufenen und nicht bezahlten Zinsen beträgt der Gesamtpreis für die Anleihegläubiger 5030,56 Franken je Anteil.

Das Angebot folgt auf die kürzlich erfolgten Kapitalmarkttransaktionen, um die im Sommer 2023 fällige Anleihe vorzeitig zu refinanzieren. Dies mit einem Coupon von 2,5 Prozent. Damit soll den Investoren der Anleihensobligationen mehr Liquidität verschafft werden. Das Rückkaufangebot läuft ab sofort bis zum 6. Oktober 2022. Gemäss eigenen Angaben beabsichtigt die Gesellschaft, alle erworbenen Anleihensobligationen zu tilgen. (aka)

Flexiblere Zahlung: Twint und Swissbilling vereinbaren Partnerschaft

Die Schweizer Bezahl-App Twint und die Cembra-Tochter Swissbilling haben sich «auf die Grundlagen für eine Zusammenarbeit geeinigt». Dies melden die Unternehmen am Freitagmorgen in einer gemeinsamen Mitteilung. Durch die Kooperation sollen «die Zahlungsmöglichkeiten bei Twint erweitert und noch flexibler werden», heisst es weiter. Die Lancierung der digital integrierten Zahlungslösung ist für den Sommer 2023 geplant.

Mit über 4 Millionen Nutzerinnen und Nutzern ist Twint die führende Schweizer Bezahl-App. Swissbilling ist auf Rechnungskauflösungen sowohl online als auch offline spezialisiert. (aka)

Erste Schweizer Banken reagieren auf SNB-Entscheid und heben Negativzinsen auf

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag das Ende der Negativen eingeläutet: Sie erhöht ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent. Nun reagieren die ersten Schweizer Banken auf den Entscheid und heben ihrerseits die Negativzinsen auf. So schafft etwa die Postfinance die Guthabengebühr bei betroffenen Privat- und Geschäftskunden per 1. Oktober ab.

Auch die Valiant zieht nach und erhöht per Anfang Oktober die Zinsen bei den Sparkonten und per 1. November jene bei den Vorsorgekonten. Sparerinnen und Sparer erhalten bei Valiant «neu bis zu 0,25 Prozent Zinsen», wie die Bank mitteilt. Die Berner Kantonalbank zieht den Schritt vor und hebt bereits ab Freitag sämtliche Negativzinsen auf. Die Bank WIR hat am Donnerstag angekündigt, die Zinsen ab 1. Dezember «deutlich» zu erhöhen. Neu bietet die Basler Genossenschaftsbank etwa auf ihrem klassischen Sparkonto einen Zins von 0,15 Prozent an. (dpo)

Streit um GAV: Swiss schlägt Piloten eine Schlichtung vor

In dem bereits seit über zwei Jahre dauernden Streit um einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) schlägt die Swiss dem Pilotenverband Aeropers ein aussergerichtliches Schlichtungsverfahren vor. Die Fluggesellschaft «glaubt weiterhin an die Sozialpartnerschaft und ist von einer gemeinsamen Lösung im Sinne eines gutschweizerischen Kompromisses überzeugt», schreibt Swiss am Donnerstag in einer Mitteilung. Dies zumal sich beide Parteien nach wie vor dazu bekennen würden, offen zu sein für Verhandlungen über einen GAV.

Das Angebot der Swiss für ein Schlichtungsverfahren habe zum Ziel, bereits «in den nächsten Wochen eine unverbindliche Schlichtungsempfehlung» auszuarbeiten, schreibt die Fluggesellschaft weiter. Der Pilotenverband teilte auf Anfrage von CH Media gleichentags mit, dass er den Vorschlag der Swiss nun «analysieren» und nächste Woche über eine Antwort darauf entscheiden werde.

Zuletzt hatte Aeropers vergangene Woche den verbesserten Vorschlag der Swiss für einen Gesamtarbeitsvertrag abgelehnt. Just vor den anstehenden Herbstferien drohten die Piloten zudem mit Streik. (sat)

Kann der Streik der Swiss-Piloten mit einer Schlichtung noch abgewendet werden? Die Fluggesellschaft macht einen Schritt auf Aeropers zu.

Kann der Streik der Swiss-Piloten mit einer Schlichtung noch abgewendet werden? Die Fluggesellschaft macht einen Schritt auf Aeropers zu.

Keystone

Ex-Amag-Chef Hannesbo wird Verwaltungsrat von Carvolution

Der ehemalige Chef der Amag, Morten Hannesbo, hat ein neues Mandat. Er tritt in den Verwaltungsrat von Carvolution ein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Carvolution bietet sogenannte Auto-Abos an, bei denen Kundinnen und Kunden gegen einen monatlichen Fixpreis ein Auto nutzen können. Das Unternehmen hat den Sitz im aargauischen Bannwil und beschäftigt rund 100 Angestellte.

Hannesbo hat 13 Jahre lang die Amag geführt und war Vizepräsident des Branchenverbands Autoschweiz. Entsprechend freut man sich bei Carvolution über den Zugang des «Schwergewichts der Schweizer Automobilbranche», wie es in der Mitteilung heisst. 

Hannesbo hat gemäss Mitteilung eine Reihe weiterer Mandate, unter anderem beim Fahrradhersteller Scott Corporation, KSU A-Technik AG, Boyden Switzerland und Swiss eMobility. (gb)

Julius Bär macht einen Schritt nach China

Der Vermögensverwalter Julius Bär steigt bei der in Schanghai basierten Grow Investment Group ein. Dies gab die Bank am Dienstag bekannt. Investiert werde ein tiefer zweistelliger Millionenbeitrag in US-Dollar. Damit unternehme Julius Bär einen ersten Schritt nach Festlandchina, heisst es weiter. Die chinesische Firma erhalte durch die Partnerschaft umgekehrt Zugang zur globalen Investmentexpertise der Schweizer. (wap)

Rückzahlung von Prämien: CSS wehrt sich vor Gericht

Die Krankenkasse CSS akzeptiert die Verfügung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) nicht. Diese hat den Krankenversicherer im Sommer dazu verdonnert, seinen Kundinnen und Kunden 129 Millionen Franken Prämien aus der Zusatzversicherung zurückzuzahlen.

Nun hat die CSS entschieden, den Entscheid der Finma durch das Bundesverwaltungsgericht beurteilen zu lassen. Das teilte sie am Dienstag mit. Dabei soll die Frage «der Zuordnung der Verwaltungskosten auf die Grund- und die Zusatzversicherung» geklärt werden. Denn die CSS ist der Meinung, dass es bislang «keine eindeutigen regulatorischen Vorgaben» gibt. Das Gericht solle daher Klarheit schaffen, «wie die Branche mit dem Ermessensspielraum künftig umgehen soll».

Die Finma begründete ihre Verfügung damit, dass der Krankenversicherer in der Vergangenheit Verwaltungskosten einseitig zulasten der Zusatzversicherung zugeordnet hat. (abi)

Gefühlte Inflation sinkt im August – Energiepreise haben sich verdreifacht

Die gefühlte Inflation beträgt im August im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar noch immer plus 4,1 Prozent, sie ist aber gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Und zwar um 0,7 Prozent, wie der um dauerhafte Güter und Mieten bereinigte Comparis-Konsumentenpreisindex zeigt. Wie der Vergleichsdienst am Dienstag in einer Mitteilung schreibt, sind die Energiepreise gegenüber dem Juli 2022 derweil weiter stark angestiegen und haben sich seit Mai 2000 damit beinahe verdreifacht.

Die Schweiz schlage sich im weltweiten Teuerungssturm zwar weiterhin vergleichsweise gut, schreibt Comparis. «Aber die extremen Preisaufschläge bei der Energie belasten vor allem Geringverdienende und die Mittelschicht», hält Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn fest. Der Comparis-Konsumentenpreisindex misst die tatsächlich gefühlte Inflation der Konsumentinnen und Konsumenten und wird jeweils zusammen mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) erstellt.

Laut den Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) ist die effektive Teuerung im August dagegen leicht angestiegen – und zwar um einen Zehntel auf 3,5 Prozent. Die Inflation ist diese hierzulande damit jedoch deutlich tiefer als etwa in Frankreich (6,1 Prozent) oder Deutschland (7,5 Prozent). In den USA beträgt die Teuerung inzwischen 8,5 Prozent, in der Eurozone sogar 9,1 Prozent. Die grossen Unterschiede hängen unter anderem mit unterschiedlichen Strommixes der Länder zusammen. (sat)

Kantonalbanken mit positiven Halbjahresabschlüssen

Die 24 Kantonalbanken können auf ein erfolgreiches Halbjahr zurückblicken. In den ersten sechs Monaten ist die kumulierte Bilanzsumme der Banken um 3,3 Prozent auf 25 Milliarden Franken angestiegen, wie der Verband Schweizerischer Kantonalbanken am Montag mitteilt. Gleichzeitig konnten die Institute sowohl ihren Geschäftsertrag auf 4,9 Milliarden (+3,4 Prozent) steigern als auch ihren Gewinn auf 1,8 Milliarden (+6,7 Prozent).

Zu diesem «guten Ergebnis» haben dem Verband zufolge alle grossen Ertragspfeiler beigetragen, wobei sich vor allem der Netto-Ertrag aus dem Zinsgeschäft mit knapp 3 Milliarden (+4,8 Prozent) abhebt. Für die nahe Zukunft sehen sich die Kantonalbanken trotz den wirtschaftlichen Unsicherheiten aufgrund ihres «soliden Geschäftsmodells und der auf langfristigen Erfolg ausgelegten Ertragsbasis gut gewappnet», wie sie mitteilen. (dpo)

ABB übernimmt Powertech Converter

ABB ergänzt das Produktportfolio der Division Traction mit der Übernahme der deutschen Powertech Converter (PTC). Dies gab das Unternehmen am Montag bekannt. Es verspricht sich von der Akquisition erweiterten Marktzugang. 

PTC ist ein führender Anbieter von Systemen zur Bordnetzversorgung von Trams und Metros. Die Firma mit Hauptsitz in Berlin ist eine Tochtergesellschaft der Investmentgesellschaft RCP und beschäftigt weltweit etwa 280 Mitarbeitende. 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 60 Millionen US-Dollar.

Details zur Übernahme werden nicht bekannt gegeben, so die ABB. Sie muss noch von den zuständigen Regulierungs- und Kartellbehörden genehmigt werden. Die Übernahme soll noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. (wap)

Nach Kaufangebot aus Mexiko: Valora besetzt Verwaltungsrat neu

Anfang Juli machte die Kiosk-Betreiberin Valora publik, ein Übernahmeangebot der mexikanischen Getränkefirma Femsa erhalten zu haben. Nun will die Femsa ab Oktober die Mehrheit im Valora-Verwaltungsrat übernehmen – und auch den Präsidenten stellen, wie die Valora am Montagmorgen mitteilt. Als neuer Verwaltungsratspräsident ist Femsa-CEO Daniel Alberto Rodríguez Cofré vorgesehen.

An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 14. Oktober tritt der amtierende Verwaltungsrat geschlossen zurück. Dafür sollen vier Femsa-Vertretungen in den siebenköpfigen Verwaltungsrat von Valora gewählt werden. Dies ist eine der Bedingungen, welche die Femsa für die Übernahme gestellt hat. Der Vollzug des Kaufes erfolgt voraussichtlich am 7. Oktober. (aka)

Calida-Finanzchef wechselt zu Emmi

Sacha Gerber, bisher Finanzchef von Calida, wechselt in der gleichen Funktion zu Emmi.

Sacha Gerber, bisher Finanzchef von Calida, wechselt in der gleichen Funktion zu Emmi.

PD

Der 47-jährige Sacha Gerber, seit 2018 Finanzchef des Schweizer Wäscheherstellers Calida, wechselt in der gleichen Funktion zur Milchproduktefirma Emmi. Dies melden beide Firmen gleichzeitig am Montagmorgen. Bei der Emmi tritt Gerber die Nachfolge von Ricarda Demarmels an, welche per Anfang 2023 Geschäftsführerin wird.

Damit wird der Betriebsökonom Gerber auch Mitglied der Emmi-Konzernleitung. Zuvor war Gerber bereits Geschäftsleitungsmitglied bei der Hero und Finanzchef der Swatch-Gruppe. (aka)

Milliarden-Erlös erwartet: Porsche will am 29. September an die Börse gehen

Nun gibt es wohl kein Zurück mehr: Porsche soll am 29. September an die Börse gehen. Ab dann wird die Volkswagen-Tochter aus Stuttgart aller Voraussicht nach einen Teil ihrer Vorzugsaktien frei am Finanzmarkt handeln lassen. Dies habe  Geschäftsleitung und Verwaltungsrat des VW-Konzerns am Sonntagabend beschlossen. Bisher war kein konkretes Datum genannt worden – die Entscheidung stand wegen der angespannten weltwirtschaftlichen Lage noch unter Vorbehalt.

Die Kontrolleure legten nun bereits die Preisspanne fest: Die Porsche-Vorzüge werden zu 76,50 bis 82,50 Euro pro Stück angeboten. Geplant ist die Ausgabe von knapp 114 Millionen Aktien. Sollte sich der tatsächliche Angebotspreis in dem genannten Bereich einpendeln, wird ein Bruttoerlös von 8,71 bis 9,39 Milliarden Euro erwartet. Porsches Bewertung schätzten mehrere Analysten zuletzt auf 70 bis 85 Milliarden Euro. Schon an diesem Dienstag soll die Zeichnungsfrist beginnen. Auch Privatanleger in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien sollen einen Teil der Porsche-Vorzüge erwerben können. (dpa)

Axpo schliesst Verkauf von französischen Windparks ab

Die Axpo hat den Verkauf von vier Windparks an Greencoat Renewables abgeschlossen. Dies teilte der Stromkonzern am Freitag mit. Der Kaufpreis belaufe sich auf einen hohen zweistelligen Millionenbeitrag in Euro, heisst es in der Mitteilung. Die Gesamtleistung der vier Windparks liegt bei 65,5 Megawatt. Die Anlagen waren von der Axpo-Tochter Volkswind zwischen 2017 und 2022 entwickelt und in Betrieb genommen worden. Sie liefern im Schnitt 178'500 Megawattstunden Strom pro Jahr. 

Die Axpo ist mit Volkswind seit der Übernahme 2015 in Planung, Projektierung und Bau von Windparks in Frankreich und Deutschland tätig. Ein Teil der Anlagen wird nach der Inbetriebnahme gezielt an Investoren verkauft. Diese Strategie zahle sich aus und bringe hohe Erträge, heisst es in der Mitteilung. (wap)

Alpiq-Projekt für Windpark in der Waadt verzögert sich weiter

Alpiq erleidet einen weiteren Rückschlag. Der neue Windpark Bel Coster im Waadtländer Bezirk Jura-Nord verzögert sich erneut. Gegner des Projekts haben Ende August am Bundesgericht erneut eine Beschwerde gegen den Bau des Windparks eingereicht, wie das Stomunternehmen am Freitag mitteilte. Die neun Turbinen sollen dereinst zwischen 65 und 90 Gigawattstunden Strom liefern. Das entspricht einem Stromverbrauch von 22'000 Haushalten. Zur Verfügung stünde der Strom vor allem in den kritischen Wintermonaten, wie Alpic weiter schreibt. (rwa)

Grösste Gartenfirma entsteht: Bächler + Güttinger expandiert in Romandie

Die Deutschschweizer Gartenbau- und Landschaftsfirma Bächler + Güttinger (B+G Schweiz) schliesst sich mit der Westschweizer Menétrey-Gruppe zusammen. Damit entsteht das grösste Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauunternehmen der Schweiz, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Erst vor wenigen Wochen hatte B+G Schweiz die ebenfalls im Kanton Solothurn tätige Egger AG im Rahmen einer Nachfolgeregelung übernommen. Letztere beschäftigt etwa 40 Mitarbeitende.

Beide Übernahmen seien Teil der nationalen Wachstumsstrategie der B+G Schweiz, schreibt die Beteiligungsgesellschaft Patrimonium Private Equity in der Mitteilung vom Freitag weiter. Im vergangenen Dezember hatte diese Bächler + Güttinger und im Juni Berger Roman akquiriert. Die gesamte Gruppe werde künftig einen jährlichen Umsatz von 85 Millionen Franken erwirtschaften und über 400 Mitarbeitende beschäftigen.

Mit der Menétrey-Gruppe, die etwa 180 Mitarbeitende beschäftigt, stosse nun auch noch das führende Westschweizer Gartenbauunternehmen dazu. Dessen bisheriger Eigentümer Alain Kurzen wird sich laut Mitteilung an der Muttergesellschaft beteiligen und Menétrey weiterhin als CEO leiten. (wap/sat)

BAK erwartet für 2023 tieferes Wirtschaftswachstum

In seiner jüngsten Analyse revidiert BAK Economics seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum 2023 deutlich nach unten. Neu geht das Prognoseinstitut von einem BIP-Wachstum von lediglich 0,5 Prozent aus, wie es am Donnerstag mitteilte. Im August erwartete BAK für das nächste Jahr noch ein Plus von 1,1 Prozent. Dabei würden wegen «zahlreicher Belastungsfaktoren» bereits die kommenden Monate «schwierig» für die Schweiz werden, heisst es.

So dürften vor allem die Investitionstätigkeit und die Exportwirtschaft zurückgehen. Generell wirkt sich die Inflation laut BAK dämpfend auf die wirtschaftlichen Aktivitäten aus. Weil ein Teil Energiepreissteigerungen erst zeitlich verzögert an die Schweizer Verbraucher weitergegeben wird, dürften diese Effekte «bis deutlich ins Jahr 2023 anhalten». Eine allmähliche Entspannung erwartet das Prognoseinstitut erst ab dem zweiten Quartal des nächsten Jahres.

Allerdings sehen die BAK-Analysten auch ein «erhebliches Risiko für eine noch schlechtere Entwicklung». So könnte es gar zu einer Rezession kommen, wenn wenn sich die Corona-Situation im Winter verschlechtert und es bei der Energieversorgung zu grösseren Rationierungen und Ausfällen käme. (dpo)

On stellt Schuh aus CO-Emissionen her

Die Schweizer Sportmarke On hat am Donnerstag einen Schuh vorgestellt, der mit Kohlenstoffabfällen hergestellt wurde. Für den Schuh namens «Cloudprime» wird Kohlenmonoxid aus Industrieabgasen oder Mülldeponien abgefangen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In weiteren Produktionsschritten werden die Abgase zunächst in Alkohol und schliesslich in ein EVA-Kunststoff (Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer) umgewandelt. Mit diesem Material stellt dann On Schaumstoff für den Schuh her.

Für den Laufschuh «Cloudprime» hat On einen Kunststoff verwendet, der auf Kohlenstoffabfällen basiert.

Für den Laufschuh «Cloudprime» hat On einen Kunststoff verwendet, der auf Kohlenstoffabfällen basiert.

Bei der Herstellung arbeitet die Sportmarke mit den Unternehmen Lanzatech, Technip Energies und Borealis zusammen. On hat sich zum Ziel gesetzt, dass in Zukunft jedes seiner Produkte «frei von fossilen Brennstoffen» und «vollständig zirkulär» ist.

On hat vor kurzem seine Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Die Firma, an der Tennis-Star Roger Federer finanziell beteiligt ist, erwartet neu einen Nettoumsatz von mindestens 1,1 Milliarden Franken. Zuletzt stand der Laufschuh-Hersteller wegen der Millionen-Saläre für die Chefs in der Kritik.

Weko nimmt Novartis ins Visier

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen ein schweizerisches Pharmaunternehmen eröffnet. Wie sie am Donnerstag mitteilt, geht es dabei um den Verdacht, dass das Unternehmen ein Patent auf unzulässige Weise eingesetzt haben soll, um sich vor Konkurrenz zu schützen. Beim Unternehmen handelt es sich um die Novartis, wie der Konzern am Donnerstag bestätigt. Die Weko selbst nennt den Betroffenen nicht in ihrer Mitteilung.

Bei der Untersuchung geht es um ein Präparat zur Behandlung von Hautkrankheiten. Dabei soll der Pharmakonzern auf Basis eines seiner Patente Gerichtsverfahren angestossen habe. Hier besteht der Verdacht, dass es sich um einen Einsatz von sogenannten Sperrpatenten handeln könnte. Dies könnte laut Weko «einen unzulässigen Missbrauch einer angeblich marktbeherrschenden Stellung gemäss dem Kartellgesetz darstellen.» Beim Unternehmen wurde am Dienstag auch eine Hausdurchsuchung durchgeführt. In dieser Untersuchung habe sie aber auch mit der europäischen Kommission kooperiert. 

«Die Einleitung einer Untersuchung bedeutet nicht, dass ein Fehlverhalten festgestellt wurde oder dass finanzielle Auswirkungen vorliegen», schreibt Novartis in einem Statement. Sie würden «in vollem Umfang» mit den Behörden kooperieren und seien «zuversichtlich, die Rechtmässigkeit ihrer Position zu klären», heisst es in der Mitteilung. (mg)

Hypozinsen klettern auf Rekordhoch

Die Hypozinsen steigen wieder kräftig an. Wie der Vergleichsdienst moneyland.ch meldet, sind kurzläufige Festhypotheken mit einer Laufzeit von zwei Jahren gegenwärtig bei 2.44 Prozent und «notieren damit bereits auf einem neuen Hoch». Die Zinssätze bei fünfjährigen und zehnjährigen Festhypotheken seien mit 2.59 beziehungsweise 2.9 Prozent «ebenfalls nicht mehr weit vom Zehnjahreshoch entfernt», wie es in der Mitteilung heisst. Noch vor einem Jahr lagen die Hypozinsen selbst bei langfristigen Festhypotheken nur knapp über einem Prozent.

Und moneyland.ch erwartet weitere Anstiege. In der kommenden Woche stehen die Zinsentscheide der US-Notenbank und der Schweizerischen Nationalbank an. Sollte die SNB die Zinsen um ein ganzes Prozent erhöhen, könnte das «dem Anstieg der Schweizer Hypothekarzinsen zusätzlichen Auftrieb geben», heisst es in der Mitteilung vom Mittwoch. Solange die Notenbanken die hohe Inflation nicht in den Griff kriegen, sei mit einer «weiteren Straffung der Geldpolitik und damit steigenden Hypothekarzinsen zu rechnen», so der Vergleichsdienst. (mg)

Drei Prozent weniger Motorfahrzeuge in Verkehr gesetzt

Im August 2022 wurden in der Schweiz rund 24'000 Strassenmotorfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Dies meldete das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch. Gegenüber Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um drei Prozent. Bei den Personenwagen betrug der Rückgang ein Prozent.

Laut den Daten des BFS kamen dabei wieder etwas mehr Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb auf die Strassen. Bei den Benzinern gab es einen Anstieg um fünf Prozent, bei mit Diesel betriebenen Fahrzeugen um sechs Prozent. Bei elektrischen Autos stieg die Zahl der Inverkehrsetzungen nur um zwei Prozent, bei normal-hybriden Fahrzeugen um ein Prozent. 

Einen regelrechten Einbruch gab es dagegen bei Plug-in-Hybriden: Hier ging die Zahl der neuen Inverkehrsetzungen um 36 Prozent zurück. (wap)

Andrea Masüger tritt beim Verlegerverband Nachfolge von Pietro Supino an

Andrea Masüger

Andrea Masüger

Bild: PD

Die Mitglieder des Verlegerverbandes Schweizer Medien (VSM) haben Andrea Masüger zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der ehemalige Chef des Südostschweizer Medienunternehmens Somedia tritt damit die Nachfolge von Pietro Supino an, wie der VSM am Dienstag mitteilte. Der CEO der TX-Group, welche unter anderem den «Tagesanzeiger» herausgibt, stand dem Verband seit 2016 als Präsident vor.

Supino wurde laut Mitteilung «mit grossem Dank für seine Verdienste verabschiedet und zum Ehrenpräsidenten ernannt». Bereits im Juni gab der VSM bekannt, dass das Präsidium Masüger als neuen Präsidenten vorgeschlagen hat. Der 65-Jährige Churer ist seit 2018 Verwaltungsratsdelegierter der Somedia und als Publizist tätig. Zuvor war Masüger während acht Jahren CEO des Bündner Medienhauses und insgesamt 17 Jahre Chefredaktor der Bündner Zeitung/Südostschweiz. (dpo)

Importpreise im August wieder etwas tiefer

Der Produzenten- und Importpreisindex des Bundesamts für Statistik (BFS) sank im August um 0,1 Prozent. Dies teilte das BFS am Dienstag mit. Tiefere Preise mussten insbesondere für Mineralölprodukte, Metalle und Metallhalbzeug bezahlt werden. Steigende Preise meldet das BFS dagegen für chemische Produkte sowie Erdöl und Erdgas.

Im Vergleich zum August des Vorjahres lag das Preisniveau von Inland- und Importprodukten 5,5 Prozent höher. Beim Importpreisindex betrug der Anstieg 8,9 Prozent, beim Produzentenpreisindex 3,8 Prozent. (wap)

UBS plant höhere Ausschüttung von Dividenden

Die UBS will die Abgrenzung für die ordentliche Dividende 2022 anpassen. Vorgesehen ist eine Erhöhung um 10 Prozent gegenüber Vorjahr von 0,51 auf 0,55 US-Dollar. Dies teilte die Grossbank am Dienstag mit. Der Verwaltungsrat wolle die Ausschüttung der Dividende an der Generalversammlung 2023 durch die Aktionäre genehmigen lassen. Weiter geht die UBS davon aus, dass die Aktienrückkäufe das gesetzte Ziel von fünf Milliarden US-Dollar übersteigen werden. Bis am 9. September hatte sie bereits eigene Aktionen im Umfang von 4,1 Milliarden zurückgekauft. (wap)

Passagierzahlen des Flughafens Zürich liegen noch unter Vorkrisenniveau

2’470’106 Passagiere sind im August über den Flughafen Zürich geflogen. Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das Niveau von vor der Pandemie hat der Flughafen indes noch nicht erreicht: Gegenüber August 2019 liegen die Passagierzahlen des vergangenen Monats bei 79 Prozent.

Die Zahl der Flugbewegungen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 21’404 Starts oder Landungen angestiegen, so dass sie 81 Prozent des Niveaus von 2019 betragen. Dagegen sank die abgewickelte Fracht gegenüber dem Vorjahresmonat um 1 Prozent auf 30’972 Tonnen. Im Vergleich zu vor der Krise wurde 13 Prozent weniger Fracht abgewickelt.

Dank des Aufschwungs bei den Passierzahlen schrieb der Flughafen Zürich zuletzt wieder schwarze Zahlen. So stiegen im ersten Halbjahr die Gesamterträge auf 458,3 Millionen Franken (+74 Prozent) und der Gewinn auf Stufe Ebitda nahm um 146,1 Millionen auf 238,3 Millionen zu. Insgesamt wies der Flughafen für die ersten sechs Monate ein Konzernergebnis von 55,4 Millionen vor. (dpo)

Axpo schafft eigene Divisionen für Wind- und Solargeschäft

Das Energieunternehmen Axpo überführt sein Geschäft mit Wind- und Solarstrom nach zehn Jahren Aufbauarbeit in zwei eigene Divisionen. Damit wolle die Axpo weiterhin einen «substanziellen Beitrag zum Ausbau von klimafreundlicher Stromproduktion» leisten, wie der Konzern am Montag mitteilt. Die neue Division Wind wird per 1. Oktober von Katja Stommel geleitet. Derzeit ist sie CEO des Axpo-Tochterunternehmens Volkswind. Antoine Millioud, der aktuelle Konzernchef des Schweizer Stromproduzenten Aventron, übernimmt dagegen die Leitung der Division Solar. Er werde seine Stelle im Herbst 2022 antreten, heisst es.

Axpo sendete letzte Woche Schockwellen durch das Land, als das Unternehmen bekannt gab, dass es beim Bund einen Vier-Milliarden-Rettungsschirm beantragt hat. Dies, weil das Energieunternehmen aufgrund der Verwerfungen am Strommarkt einen Liquiditätsengpass befürchtet. (dpo)

Swiss Re-CIO Guido Fürer hört auf

Der Country President Schweiz und CIO der Swiss Re tritt in den Ruhestand. Guido Fürer werde das Unternehmen nach 25 Jahren verlassen, teilte die Swiss Re am Montag mit. Fürer macht private Gründe geltend. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und sich seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Stiftungen widmen, so die Mitteilung. Bis zur Übergabe an seinen noch nicht näher genannten Nachfolger werde er seine Aufgaben weiter wahrnehmen. (wap)

Konkurswelle hält an: Firmenpleiten auch im August auf Rekordniveau

Die Konkurswelle in der Schweiz hält an. Konkret lag die Zahl der Firmenpleiten Ende August bei 4’341 Insolvenzen und damit 37 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im Vergleich zum Durchschnitt der beiden Vor-Corona-Jahre 2018 und 2019 ist dies ein Plus von 8 Prozent, wie Creditreform am Montag zu seiner Auswertung schreibt. Der Gläubigerverband erwartet für das laufende Jahr einen Rekordwert von 6’700 Konkursen. Der bisherige Höchststand von 2017 mit gut 6’300 Konkursen würde um mehr als 5 Prozent übertroffen.

Zuletzt hatte Creditrefom für das erste Halbjahr eine Zunahme der Firmenkonkurse in der Schweiz um 40 Prozent vermeldet gegenüber der Vorjahresperiode. Verglichen mit dem Durchschnitt der beiden Vor-Coronajahre war dies eine Steigerung um 10 Prozent. Wie bereits im ersten Halbjahr blieb die Zahl der Privatkonkurse auch im August rückläufig.

Wie Creditreform am Montag weiter schreibt, gibt es «keine Anzeichen für eine Verbesserung der konjunkturellen Rahmenbedingungen». Die Folgen von Pandemie, Lieferkettenproblemen, anziehender Inflation und nun die drohende Energieknappheit gefährde die Existenz vieler Firmen. Und so seien auch die Aussichten für das kommende Jahr «nicht rosig», so der Gläubigerverband in seiner Mitteilung. (sat)

Novartis will in Basel 100 Millionen Franken in Biologika investieren

Novartis will in Basel 100 Millionen Franken in die Entwicklung von Biotherapeutika der nächsten Generation investieren. Wie der Pharmakonzern am Montag mitteilt, soll auf dem Campus bis 2026 ein modernes Biologikazentrum für die frühe technische Entwicklung entstehen.

Dieses neue Zentrum soll eine bestehende Einrichtung im Klybeck Areal ersetzen. Zusammen mit dem bestehenden Biologikaforschungszentrum der Novartis Institutes for Biomedical Research werde auf dem Campus in räumlicher Nähe ein Kompetenzzentrum für Biologika entstehen. Die Investition ist laut Novartis «Teil einer Multi-Millionen-Dollar-Investition». Dabei will das Unternehmen neben der Schweiz auch Kapazitäten an bestehenden Standorten in Slowenien und Österreich ausbauen.

Die Investition untermauere «die Bedeutung des Novartis Campus in Basel als einen der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsstandorte des Unternehmens weltweit», schreibt Novartis. Als nächsten Schritt in der Weiterentwicklung soll neben dem eben eröffneten Infopavillon ab dem 3. Oktober auch der Novartis Campus während den Arbeitszeiten für die Öffentlichkeit geöffnet werden. (sat)

Femsa kontrolliert bereits über 84 Prozent der Valora-Aktien

Im Juli hat das mexikanische Detailhandels- und Getränkeunternehmen Fomento Económico Mexicano (Femsa) den Aktionären des Schweizer Konzerns Valora ein öffentliches Kaufangebot für deren Aktien gemacht. Femsa will Valora für rund 1,1 Milliarden Franken übernehmen.

Nun melden Valora und Femsa am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung, dass die Mexikaner laut dem provisorischen Zwischenergebnis bereits 84,41 Prozent des Schweizer Foodvenience-Konzerns kontrollieren. Damit sollte die Mindestschwelle von zwei Dritteln der Aktien für die Übernahme zustandekommen. Das definitive Ergebnis soll am 15. September bekannt werden. Nach der Übernahme will Femsa laut eigenen Aussagen Valora von der Börse nehmen.

«Femsa begrüsst diese starke Zustimmung des Valora-Aktionariats zur Akquisition von Valora», heisst es in der Mitteilung vom Montag weiter. Der Verwaltungsrat der Valora hatte seinen Aktionärinnen und Aktionären das Femsa-Übernahmeangebot einstimmig zur Annahme empfohlen. Auch der grösste Einzelaktionär von Valora, der 17 Prozent der Aktien hielt, unterstützte die Übernahme. Der Übernahme werden allerdings auch noch die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen müssen. (sat)

Zapft Axpo den Notkredit an, wollen die Chefs auf ihre Boni verzichten

Muss Axpo den Notkredit des Bundes anzapfen, wollen die Chefs um CEO Christoph Brand auf ihre Boni verzichten.

Muss Axpo den Notkredit des Bundes anzapfen, wollen die Chefs um CEO Christoph Brand auf ihre Boni verzichten.

Severin Bigler

Falls Axpo den Notkredit des Bundes von maximal 4 Milliarden Franken beanspruchen muss, wollen die Chefs des Energiekonzerns auf ihre Boni verzichten. Konkret sagt CEO Christoph Brand in einem am Samstag auf Blick.ch publizierten Interview: «Falls wir diese Kreditlinie anzapfen müssen, verzichten wir in der Geschäftsleitung auf Bonuszahlungen, bis das Geld zurückgezahlt ist.»Darüber habe die Konzernspitze am Freitag den Verwaltungsrat informiert.

Vor Wochenfrist hat sich der Energiekonzern Axpo mit einem Hilferuf an den Bund gewandt. Wegen stark gestiegener Strompreise drohte ihm die Zahlungsunfähigkeit. Darauf hat der Bundesrat am Montagabend per Notrecht den vorbereiteten Rettungsschirm über der Energiebranche aufgespannt und der Axpo einen 4-Milliarden-Notkredit zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen hat diesen bislang aber nicht beansprucht.

In der Folge wurden aus der Politik Rufe laut, dass die Vorlage für einen Rettungsschirm für die Elektrizitätsbranche um ein Bonus-Verbot ergänzt werden müsse. Das Geschäft soll in der Herbstsession zu Ende beraten werden. Wie Energieministerin Sommaruga erklärte, war ein solches Verbot – anderes als jenes zur Dividenden-Ausschüttung – bisher kein Thema in der Gesetzesberatung. Entsprechend habe der Bundesrat auch in seiner Notverordnung kein Bonusverbot vorgesehen. (sat)

Zürcher Energiedirektor will Axpo-Gewinne in Inland-Produktion investieren

Vor Wochenfrist hat sich der Energiekonzern Axpo mit einem Hilferuf an den Bund gewandt. Wegen stark gestiegener Strompreise drohte ihm die Zahlungsunfähigkeit. Darauf hat der Bundesrat am Montagabend per Notrecht den vorbereiteten Rettungsschirm über der Energiebranche aufgespannt und der Axpo einen 4-Milliarden-Notkredit zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen hat diesen bislang aber nicht beansprucht.

Weil die Axpo – wie auch deren Konkurrentinnen Alpiq und BKW – wegen der aktuell hohen Strompreise gleichzeitig auch hohe Gewinne schreibt, sind in der Politik auch Diskussionen darüber entbrannt, wie mit krisenbedingten Übergewinnen umgegangen werden soll. Während die einen dazu aufrufen, diese Gewinne einzuziehen, fordert Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Besitzer der Energiekonzerne auf, die Übergewinne an die Bevölkerung zurückzugeben. Denn dieser gehörten die Unternehmen ja meist auch, begründet die Energieministerin ihre Forderung am Samstag im Interview mit den Tamedia-Zeitungen.

Kein Gehör für Energieministerin

Davon will der Zürcher Energiedirektor Martin Neukom allerdings schon mal nichts wissen. Wie der Regierungsrat der Grünen gleichentags in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF sagte, will er sich jedoch dafür einsetzen, dass die aktuellen Gewinne «in die Stromzukunft und damit die Stromproduktion im Inland» investiert werden.

Und er verteidigte sich auch gegen aufgeworfene Fragen, warum die neun Eigentümerkantone der Axpo nicht selber zu Hilfe eilen konnten, sondern der Bund einspringen musste. «Kein Kanton» hat laut Neukom ein rechtliche Grundlage, um der Axpo «einfach Geld zu geben». Das brauche in jedem Fall einen Parlamentsentscheid. Auch Notrecht könnten die Kantone nicht einfach so anwenden wie der Bund. (sat)

Wegen Metallteilen: Rückruf verschiedenster Ziegenkäse-Produkte

Wegen des Verdachts auf metallische Fremdkörper ruft der französische Milchindustriekonzern Lactalis verschiedene Ziegenkäse-Produkte in der Schweiz zurück. Betroffen von dem Rückruf sind laut einer Mitteilung vom Samstag zwei Produkte: «Président La Bûche Fondante de Chèvre (180 Gramm)» und «Président Rondin de Chèvre (1 Kilogramm)». Bei ersteren sind die Chargen mit Ablaufdaten vom 15. bis 28. Oktober betroffen, bei letzteren jene mit dem Ablaufdatum 25. Oktober.

Gleichentags meldet auch Lidl Schweiz einen Ziegenkäse-Rückruf: Alle Packungen von «Bûche de chèvre» mit Mindesthaltbarkeitsdatum 3. Oktober sollen nicht konsumiert sondern ins Verkaufsgeschäft zurückgebracht werden. wie es in einer Mitteilung heisst. Diese Produkte waren in derselben Firma wie jene von Lactalis hergestellt worden.

Vom Lactalis-Rückruf sind insgesamt rund 5000 Stück der beiden Produktlinien betroffen, heisst es auf Anfrage von CH Media. Verkauft worden sind die «Président»-Ziegenkäse von Migros, Coop, Manor und Aligro – dies «vorab in der Westschweiz», wie es weiter heisst.

Die gesamten Produktionschargen von Lactalis wie auch Lidl sind laut den Mitteilungen zwar bereits vom Markt genommen worden. Dennoch habe es einzelne Verkäufe gegeben. Darum werden mögliche Käuferinnen und Käufer gewarnt, die betroffenen Produkte nicht zu konsumieren und diese stattdessen im Verkaufsgeschäft zurückzugeben. Der Verkaufspreis werde erstattet. Überdies entschuldigen sich die Unternehmen bei Betroffenen für mit dem Rückruf verbundene Unannehmlichkeiten. (sat)

Soll wegen Verdachts auf Metallteile nicht verzehrt, sondern zurückgegeben werden: «Président»-Ziegenkäse.

Soll wegen Verdachts auf Metallteile nicht verzehrt, sondern zurückgegeben werden: «Président»-Ziegenkäse.

HO

Mobiliar macht leicht weniger Gewinn

Für das erste Halbjahr 2022 weist die Mobiliar einen Gewinn von rund 232 Millionen Franken aus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 240 Millionen Franken gewesen. Darauf hatten die «Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten» ihren Einfluss: Das Finanzgeschäft lag mit rund 190 Millionen Franken deutlich tiefer als in der Vorjahresperiode (337 Millionen). Ebenfalls ein grosser Posten waren die «heftigen Hagelstürme und Überschwemmungen» im Juni. Dabei gingen beim Versicherer Schadensmeldungen in der Höhe von 92 Millionen Franken ein.

Das Prämienvolumen konnte die Mobiliar dagegen um 4,9 Prozent auf 3,12 Milliarden Franken steigern. «In Anbetracht der Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten und der Unsicherheit bezüglich der künftigen konjunkturellen Entwicklung bin ich mit dem operativen Halbjahresergebnis der Gruppe Mobiliar sehr zufrieden», lässt sich CEO Michèle Rodoni in der Mitteilung vom Freitag zitieren. (mg)

Drei Viertel der Schweizer wollen eine schnellere Energiewende

Der Umstieg auf erneuerbare Energien geht zu langsam voran, finden drei Viertel der Schweizer Bevölkerung. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Studie des Beratungsinstituts Sotomo im Auftrag des Energiekonzerns BKW, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde. Gar noch ein grösserer Anteil, nämlich gut 80 Prozent, finden es richtig, erneuerbare Energien zu subventionieren. Ausbaupotenzial orten die Befragten vor allem bei der Wasserkraft und bei der Solarenergie. Nur gut 40 Prozent befürworten die Produktion von Kernenergie in der Schweiz.

Über zwei Drittel der befragten Personen gaben an, Auswirkungen des Klimawandels im Alltag zu bemerken – besonders bezüglich mehr Hitzetagen und stärkeren Unwettern. Immerhin die Hälfte der Befragten gab an, in den täglichen Handlungen auf Klimafreundlichkeit zu achten. Von den Personen, die Immobilien besitzen, haben drei Viertel eine grössere Investition in Energieeffizienz oder Klimafreundlichkeit bereits getätigt oder geplant. (aka)

Trotz geringerem Umsatz: Reisebranche blickt zuversichtlich nach vorne

Die Coronapandemie hat die Reisebranche äusserst hart getroffen. Deren Folgen spürt sie noch immer. So ist der mittlere Umsatz pro Reisebüro im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf 1,04 Millionen Franken zurückgegangen, wie der Schweizer Reise-Verband (SRV) am Donnerstag mitteilte. Dies, obwohl der Umsatz pro Reisebüro immer noch 70 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019 liegt. 

Unterschiede zeigen sich jedoch zwischen den Reisebüros. Kleinere Büros hätten «eher noch weniger erwirtschaftet als im Vorjahr, wogegen grössere gut aufholen konnten», schreibt der SRV. Durch Anpassungen im Personalbestand und damit verbundenen Kostenreduktionen konnten die Reisebüros die Nettorendite zwar von -0,3 auf 0 Prozent anheben. Gelungen sei das am Ende allerdings nur dank den Finanzhilfen des Bundes.

Trotzdem sieht der Branchenverband einen «Silberstreifen am Horizont». Die Branche erwartet für 2023 etwa ein Geschäftsvolumen, das etwa 85 bis 90 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht. Viele Reiseunternehmen planen demnach den Personalbestand wieder aufzustocken – sofern sie Mitarbeitende finden. (dpo)

Feintool-Gründer Fritz Bösch stirbt 88-jährig

Fritz Bösch, Mitgründer und langjähriger Chef von Feintool, ist 88-jährig gestorben. Hier in einer Archivaufnahme 2006.

Fritz Bösch, Mitgründer und langjähriger Chef von Feintool, ist 88-jährig gestorben. Hier in einer Archivaufnahme 2006.

Hanspeter Bärtschi

Fritz Bösch, Mitgründer und langjähriger Patron des international tätigen Schweizer Technologiekonzerns Feintool, ist tot. Wie aus verschiedenen am Donnerstag publizierten Todesanzeigen hervorgeht, ist Bösch bereits Ende August 88-jährig verstorben.

Die heute in Lyss beheimatete Feintool-Gruppe würdigt in der Anzeige etwa Böschs Pioniergeist, Überzeugungskraft und Sinn für Unternehmertum. Weiter heisst es dankend, der Verstorbene habe das Unternehmen während 50 Jahren aufgebaut, weiterentwickelt und geprägt. Laut der Familie durfte Bösch «nach einem reich erfüllten Leben» im Beisein seiner Liebsten friedlich einschlafen.

Feintool ist ein auf den Bau von Werkzeugen, Pressen und Anlagen spezialisierter Hersteller und beliefert heute insbesondere die Automobilindustrie. Gegründet wurde die Firma 1959 in Biberist (SO) als Hügi & Bösch von Fritz Bösch und dem zweiten Mitgründer Wilfried Hügi. Bereits im darauffolgenden Jahr erfolgte jedoch der Umzug ins Berner Seeland und die Umbenennung in Feintool. Seit 1998 werden dessen Aktien an der Börse gehandelt. 2011 stieg Franke-Chef Michael Pieper mit seiner Artemis-Gruppe als neuer Mehrheitsaktionär ein.

Der heutige Technologiekonzern beschäftigt laut eigenen Angaben etwa 2600 Personen in aller Welt. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 411,5 Millionen Franken und einen Gewinn (Ebit) von 14,6 Millionen. Derzeit wird das Unternehmen von Knut Zimmer geleitet. Der CEO hat jedoch auf Ende Jahr seinen Rücktritt angekündigt. Als Nachfolger ist bereits Torsten Greiner bestimmt. (sat)

Neue Funktion: Google Maps hilft nun beim Spritsparen

Nicht mehr nur die schnellste, sondern auch die sparsamste Route wird angezeigt: Diese neue Funktion führt Google Maps nun auch in der Schweiz ein, wie der Internet-Dienst auf Twitter schreibt. Die neue Anwendung soll den Nutzerinnen und Nutzern dabei helfen, Geld für Kraftstoff zu sparen und den Treibstoffausstoss zu verringern.

Sofern also die schnellste und die treibstoffeffizienteste Route nicht identisch sind, zeigt Google Maps sie separat an. Dabei sind die relative Treibstoffersparnis und der Zeitunterschied zwischen den beiden Routen ersichtlich. Der Fahrzeug-Typ wird laut Google mit einbezogen. Die neue Funktion wurde zuerst in den USA und Kanada eingeführt, danach in Deutschland. Ab Mittwoch steht sie nun auch in der Schweiz und knapp 40 anderen europäischen Ländern zur Verfügung. (aka)

Über 2 Milliarden Franken Spenden für Schweizer Hilfswerke

Im Jahr 2021 haben die Schweizer Hilfswerke 2,05 Milliarden Franken an Spenden erhalten. Das ist praktisch gleich viel wie im ersten Corona-Jahr, wie die Stiftung Zewo am Mittwoch anlässlich der neu publizierten Spendenstatistik 2021 mitteilt. Zwei von drei Spendenfranken gingen an Hilfswerke, die von der Zewo zertifiziert sind.

Besonders in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Natur- und Umweltschutz stieg das Spendenvolumen laut der Stiftung Zewo an. Auch das Spendengeschäft verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum: So bieten immer mehr Hilfswerke digitale Zahlungskanäle an und nutzen soziale Medien und Mails für Werbung. Jedoch ist die durchschnittliche, auf digitalem Weg geleistete Spende deutlich tiefer als die analoge: nämlich 67 Franken gegenüber 126 Franken. (aka)

Mobility startet Pilotprojekt für E-Autos als «Powerbanks»

Mobility hat am Dienstag ein Projekt für mehr Netzstabilität gestartet. Dabei sollen 50 Elektroautos zu «Powerbanks» werden, schreibt der Schweizer Anbieter von Carsharing-Autos in einer Mitteilung. Es geht um die sogenannte V2X-Technologie: Bei dieser speisen Autos Strom aus ihrer Batterie zurück ins Netz, wenn sie gerade nicht gefahren werden.

Die grosse Hoffnung: E-Autos könnten dereinst die Rolle eines Energiespeichers für Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne übernehmen. Wer ein Auto hat, könnte es günstig aufladen, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Im Gegenzug würden die Batterien der E-Autos in Spitzenzeiten, wenn die Fahrzeuge nicht verwendet werden, teureren Strom ins Netz zurückspeisen.

Energieministerin unterstützt Projekt

«Stromanbieter können Schwankungen zukünftig besser ausgleichen, Engpässe im Verteilnetz minimieren, teure Netzausbauten verringern und Strommangellagen verhindern», schreibt Mobility zur Idee. Das in Bern lancierte Pilotprojekt der Genossenschaft hat denn auch bereits das Interesse von Simonetta Sommaruga geweckt. Der «Energiespeicher auf vier Rädern» werde dazu beitragen, dass die Schweiz wegkomme von fossilen Energien, wird die Energieministerin in der Mitteilung zitiert.

Und Mobility-Chef Roland Lötscher erklärt zum Vorhaben: «Unser schweizweites Flottennetz ist für dieses Pilotprojekt geradezu prädestiniert.» Konkret würden 50 «Honda E» an 40 verschiedenen Standorten in der Schweiz für das Projekt zur Verfügung gestellt. Laut Mobility handelt es sich dabei um den ersten grossflächigen Test mit bidirektional-ladenden Serienelektroautos. Bei einem Erfolg solle das Pilotprojekt später in einen Dauerbetrieb überführt werden. (wap)

Porsche plant Börsengang im Herbst

Die Porsche AG soll möglichst noch im Herbst an die Börse gehen. Von Ende September oder Anfang Oktober an könnte ein Teil der Papiere der Sportwagen-Tochter am Finanzmarkt platziert werden, wie Volkswagen am späten Montagabend mitteilte. Angestrebt wird eine Notierung in Frankfurt, vollständig umgesetzt sein könnte die Neuemission bis zum Jahresende. Diese Schritte seien «vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarkt-Entwicklungen» geplant, hiess es.

Der Wolfsburger Konzern und die Porsche-Dachgesellschaft hatten den Börsengang seit Februar geprüft. Insbesondere wegen der Folgen des Krieges in der Ukraine, der weltweiten Verteuerung von Energie und neuer Probleme in den Lieferketten ist das Marktumfeld schwierig. Mit dem Börsengang will Europas grösster Autohersteller zusätzliche Geldquellen anzapfen, um neue Investitionen in E-Mobilität und Digitalisierung zu bezahlen. Er erhofft sich darüber hinaus eine Wertsteigerung der ganzen VW-Gruppe.

Der Grossaktionär Katar habe als drittwichtigster VW-Eigner «starkes Interesse bekundet» und könnte knapp 5 Prozent der Porsche-Vorzüge erhalten, so VW. Aber auch Privatanleger in der Schweiz sowie in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien sollen zum Zuge kommen. (dpa)

Vom Porsche-Börsengang erhofft sich VW eine Wertsteigerung der ganzen Gruppe.

Vom Porsche-Börsengang erhofft sich VW eine Wertsteigerung der ganzen Gruppe.

Keystone

Mehr Teilzeitarbeit: SBB schreiben Stellen neu 60-100 Prozent aus

Der Vollzeitmitarbeiter hat ausgedient: Für 12 der ersten 20 freien Stellen, die am Montag auf SBB.ch zu finden sind, werden Mitarbeitende in einem Pensum von 60-100 Prozent gesucht. Lediglich zwei Jobs bei der Bundesbahn sind noch fix als 100-Prozent-Anstellung ausgeschrieben.

Wie die SBB gleichentags in einer Mitteilung schreiben, hat der hohe Anteil an Teilzeitstellen auf dem eigenen Jobportal System: «Teilzeitarbeit lohnt sich», argumentiert das Unternehmen mit Verweis auf eine eigens in Auftrag gegebene Studie bei der Universität Zürich. Demnach gewinnen neue Lebens-, Familien- und Arbeitsmodelle zunehmend an Bedeutung. «Deshalb will die SBB die Teilzeitarbeit auf allen Stufen fördern», verspricht die viertgrösste Arbeitgeberin des Landes.

Als Antwort auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Mitarbeitenden will die SBB ab diesem Monat darum – soweit organisatorisch möglich – Teilzeitstellen ausschreiben. Ausgenommen von dem Schritt sind laut Mitteilung Lokführerinnen und Zugverkehrsleiter in Ausbildung sowie Funktionen im Topkader. Wie die SBB schreiben, arbeiten aktuell knapp 56 Prozent der SBB Mitarbeiterinnen und nur rund 15 Prozent der Mitarbeiter Teilzeit. Insgesamt liege der Teilzeit-Wert bei gut einem Fünftel der Mitarbeitenden. (sat)

Neue CS-Studie: Weniger Leerwohnungen in der Schweiz

Die Wohnungsknappheit verschärft sich. Denn es gibt immer weniger freie Wohnungen. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag publizierte Studie der Credit Suisse (CS). Wie die Schweizer Grossbank schätzt, dürfte die Leerwohnungsziffer von 1,54 auf 1,35 Prozent sinken. Das wäre der tiefste Wert seit sechs Jahren.

Als wichtigsten Grund für die Entwicklung nennt die CS die abnehmende Bautätigkeit in der Schweiz. So hätten in den letzten zwei Jahren 4800 Wohnungen weniger eine Baubewilligung erhalten als im gleichen Zeitraum davor, heisst es in der Mitteilung. Verstärkt würde der Rückgang durch Lieferengpässe und durch den kräftige Anstieg der Baupreise. Definitive Zahlen sollen Mitte Monat vorliegen. (rwa)

Von Roll kann Umsatz weiter steigern

Der weltweit tätige Schweizer Industriekonzern Von Roll kann seinen Nettoerlös im ersten Halbjahr 2022 weiter steigern. Wie das Unternehmen am Montag mitteilt, kletterte der Umsatz trotz geopolitischer Turbulenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent auf 116,7 Millionen Franken. Auch der Bestelleingang ist um drei Millionen leicht angewachsen – auf 126 Millionen Franken. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist derweil in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres von 14 auf noch 9,3 Millionen Franken gesunken. (sat)

Trockenheit und Alpiq machen grösstem Energieversorger der Westschweiz zu schaffen

Romande Energie meldet für das erste Halbjahr durchzogene Geschäftszahlen. Wie der grösste Stromversorger der Westschweiz am Montag mitteilt, ist der Umsatz zwar um 16 Prozent auf 347 Millionen Franken angestiegen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist dagegen um 23 Prozent gesunken – auf 24 Millionen. Der Reingewinn fällt mit einem Minus von 46 Millionen sogar tiefrot aus.

Laut Romande Energie ist dieser Verlust vor allem auf dessen Beteiligung am Energiekonzern Alpiq zurückzuführen. Erst vergangene Woche meldete dieser einen Verlust von 592 Millionen Franken im ersten Halbjahr. Alf Folge davon muss Romande Energie laut Mitteilung einen buchhalterischen Verlust von 70 Millionen notieren. Ohne diesen Verlust würden die Westschweizer laut eigenen Angaben für das erste Halbjahr einen Nettogewinn von 24 Millionen ausweisen.

Zudem leidet Romande Energie unter den Folgen der Trockenheit. Weil das Wetter verrückt spiele, sei die Situation in den Flusskraftwerken «katastrophal», erklärt Christian Petit, Direktor von Romande Energie, in einem gleichentags erschienenen Interview in der «Tribune de Genève». Was im Übrigen auch auf die Windkraft zutreffe. Der Westschweizer Energieversorger produziert laut eigenen Angaben etwa 40 Prozent des an die Haushalte verkauften Stroms selbst, vorab mit Laufwasserkraftwerken. Und dies aktuell zu Kosten, «die weit unter den aktuellen Marktpreisen liegen», so Christian Petit.

Das Umsatz-Plus erklärt das Unternehmen mit Beteiligungen am Pumpspeicherkraftwerk Hongrin-Léman sowie an Wind- und Wasserkraftwerken in Frankreich respektive dem gestiegenen Stromhandel. (sat)

Geleakt? Französischer Blogger will Weltneuheit der Migros bereits kennen

Am Dienstag will die Migros die «grösste Produkte-Innovation der Firmengeschichte» bekannt geben, wie sie in der Einladung zu einer Medienkonferenz schreibt. Wie die «Schweiz am Wochenende» bereits vor Wochenfrist spekulierte, dürfte es sich dabei um ein neues, nachhaltiges Kaffee-System handeln. Und auch einen Namen hat die Detailhändlerin bereits schützen lassen: «Coffee B». Im Kern soll die Innovation aus biologisch abbaubaren Kaffeeportionen bestehen, also ohne Aluminium- oder Plastik-Hülle, wie man es von Nespresso und dessen Kopien kennt.

Nun meldet die «SonntagsZeitung» weitere Details: Forscherinnen und Forscher des Migros-Tochterunternehmens Delica haben demnach in den vergangenen fünf Jahren in Birsfelden Kugeln aus gepresstem Kaffeepulver entwickelt. Diese sollen unverpackt in einer Kartonschachtel in den Verkauf gelangen und dann von Hand in eine ebenfalls von der Migros entwickelte «Coffee B»-Maschine gelegt werden. Die Kaffeekugeln sollen von einer unsichtbaren Hülle aus einem natürlichen Material umgeben.

Diese feine Hülle aus Polysacchariden löst sich bei der Zubereitung des Kaffees zwar nicht auf, ist aber mit dem verbrauchten Kaffeepulver vollständig kompostierbar. Das geht laut «SonntagsZeitung» aus den von Delica eingereichten Patentschriften hervor. Wie es in dem Bericht weiter heisst, ist das Produkt am Freitag an einem Mitarbeiterfest intern bereits vorgestellt worden. Und ein französischer Blog publizierte vergangene Woche sogar ein Werbesujet der neuen Kapseln und der dazugehörigen neuen Kaffeemaschinen. Beides werde «seit einigen Wochen in den französischen Geschäften vorgestellt», schreibt der Autor.  (sat)

So soll «Coffee B», das neue Kaffeekapselsystem ohne Kapseln der Migros, aussehen – und in Frankreich bereits beworben werden.

So soll «Coffee B», das neue Kaffeekapselsystem ohne Kapseln der Migros, aussehen – und in Frankreich bereits beworben werden.

Screenshot

Arbeitsmarkt: Beschäftigung und Anzahl offener Stellen gestiegen

Im zweiten Quartal 2022 ist die Beschäftigung in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,2 Prozent gestiegen. Dies teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mit. Innerhalb von zwölf Monaten seien damit 164’000 Stellen dazugekommen, heisst es in der Mitteilung: «Dies ist der stärkste Anstieg seit Einführung der Statistik in der heutigen Form im Jahr 1991.»

Das stärkste Beschäftigungswachstum verzeichnete laut BFS das Gastgewerbe, wo der Wert um 17,3 Prozent stieg. Das Vor-Coronaniveau sei dort aber noch nicht erreicht. Gewachsen ist die Beschäftigung auch im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe.

Angestiegen ist auch die Zahl der offenen Stellen. Hier verzeichnet das BFS gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg um 45,5 Prozent. Insgesamt seien 39’900 offene Stellen mehr gezählt worden als im Vorjahr. Die weiteren Beschäftigungsaussichten seien erfreulich, schreibt das BFS. Allerdings hätten die Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung von gelernten Arbeitskräften stark zugenommen. Dies gelte besonders für das Verarbeitende Gewerbe. (wap)

Grundversicherung: Krankenkasse CSS übernimmt Tochtergesellschaft

Per Anfang 2023 fusioniert die CSS ihr Grundversicherungs-Geschäft mit jenem der Tochtergesellschaft Arcosana. Damit beende das Unternehmen seine Mehrkassenstrategie, schreibt der grösste Grundversicherer der Schweiz am Donnerstag in einer Mitteilung. Und weiter heisst es: Die Fusion erfolge in Absprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Mit diesem Schritt will die Krankenkasse CSS laut eigenen Angaben hohe Prämiensprünge für das kommende Jahr vermeiden und zugleich die Solvenz der Gruppe stärken. Mit der Fusion übernehme die CSS alle Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft Arcosana. Sprich: Deren Kunden würden eine «identische Versicherung» bei der CSS erhalten, heisst es.

Bereits 2021 verschwanden zwei Gesellschaften

Die CSS Gruppe hatte erst kürzlich die Anbieter in der Grundversicherung bereits von vier auf zwei reduziert. Per 1. Januar 2022 überführte sie die Gesellschaften Intras Kranken-Versicherung und Sanagate in die Arcosana. Zuvor waren Arcosana und Sanagate beim Solvenztest des BAG vom vergangenen Jahr durchgefallen.

Wie «finews.ch» berichtete, wiesen die beiden Krankenkassen Solvenzwerte von lediglich 87 respektive 97 Prozent auf. Eine Quote von unter 100 Prozent bedeutet, dass die vorhandenen Reserven die Mindestanforderungen des BAG nicht mehr erfüllen.

Drohen für 2023 happige Aufschläge?

Im Herbst wird laut verschiedenen, bislang bereits bekannt gewordenen Schätzungen, ein deutlicher Anstieg der Krankenkassenprämien erwartet. So rechnet beispielsweise Comparis mit einem Plus von bis zu 5 Prozent. Aber auch die CSS warnte bereits vor der Ankündigung der Fusion vor einer deutlichen Prämienerhöhung. Gesicherte Informationen dazu gibt es allerdings noch keine.

Zuletzt waren die Prämien fürs laufende Jahr leicht gesunken. Sie werden traditionell jeweils durch Gesundheitsminister Alain Berset respektive das BAG im September verkündet. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. (dpo/sat)

Elektra Baselland veräussert sein Telekom-Geschäft an Sunrise

Sunrise übernimmt die Telekom Sparte des Energieversorgungsunternehmens Elektra Baselland (EBL). Dies teilen beide Unternehmen am Donnerstag mit. Die EBL begründet den Verkauf mit einer «strategischen Fokussierung» auf die Geschäftsbereiche mit erneuerbaren Energie- und Wärme-Produktion sowie Vertrieb. Der Vollzug soll per 2023 stattfinden. Über die Konditionen wurde Stillschweigen vereinbart.

Laut Mitteilung ändert sich für die bestehenden rund 60'000 Telekom-Kunden von EBL nichts. Das Unternehmen sei bereits seit 18 Jahren Netzpartner von Sunrise. Mit der Übernahme könne Sunrise nun die EBL-Kunden «direkt und noch besser betreuen», lässt sich André Krause, CEO von Sunrise, in der Mitteilung zitieren. (dpo)

Hotelplan: Nach gutem Sommer auch für Herbst «sehr optimistisch»

Nachdem Herr und Frau Schweizer im Sommer äusserst rege ins Ausland verreist sind, äussert sich Hotelplan auch für die bevorstehenden Herbstferien «sehr optimistisch». Wie üblich sei die Nachfrage für späte Badeferien nach dem Sommerurlaub zuletzt zwar etwas zurückgegangen. Und Buchungen würden seit der Coronapandemie ohnehin immer kurzfristiger ausfallen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Aufgrund von Kundenrückfragen rechnet Hotelplan in den kommenden Wochen allerdings mit einem Anstieg der Nachfrage. Als Destinationen stehen laut dem Schweizer Reiseveranstalter aktuell Griechenland, Türkei, Zypern, Spanien und Ägypten hoch im Kurs. Anders als im Sommer seien Kapazitätsengpässe jedoch «weder auf den Flügen an diese beliebten Herbstferiendestinationen noch in den Hotels vor Ort» absehbar. (sat)

Stadler gewinnt ersten Metro-Auftrag in Asien

Aus St. Margrethen nach Kaohsiung: Der Schweizer Bahnbauer Stadler wird erstmals Metro-Züge nach Asien liefern. Wie das Ostschweizer Unternehmen von Peter Spuhler am Donnerstag mitteilt, hat es zusammen mit einem internationalen Konsortium eine Ausschreibung der U-Bahn der zweitgrössten Stadt Taiwans zur Lieferung von 25 dreiteiligen U-Bahn-Triebzüge gewonnen.

«Wir sind stolz darauf, dass unser hoher Qualitätsanspruch und unsere Zuverlässigkeit sowie unsere Kompetenz, Fahrzeuglösungen speziell auf die Kundenanforderungen zuzuschneiden, ausschlaggebende Kriterien für die Entscheidung für Stadler waren», wird Vize-CEO Ansgar Brockmeyer in der Mitteilung zitiert. Der Auftrag stärke die weltweite Position von Stadler im schnell wachsenden Metro-Marktsegment weiter. In Taiwan ist dies der zweite Zuschlag für das Unternehmen, nachdem Stadler 2019 bereits einen Vertrag zur Lieferung von 34 sechsachsigen Schmalspur-Diesellokomotiven unterzeichnen konnte.

Zuletzt hatte Stadler am Mittwoch mit Markus Bernsteiner einen Nachfolger für Peter Spuhler als Konzernchef präsentiert. Dieser bleibt Verwaltungsratspräsident. Und für das erste Halbjahr 2022 konnte Stadler zwar eine massive Steigerung der Auftragseingänge um 91 Prozent vermeldet. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um 4 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken. Doch der Gewinn brach von gut 26 Millionen Franken in der Vorjahresperiode auf 2,4 Millionen ein. (sat)

Nach Pandemie: Jungfraubahn schreibt wieder Gewinn

Nach zwei pandemiebedingt verlustreichen Jahren schreibt die Jungfraubahn erstmals wieder einen Gewinn. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt, weist die Jungfraubahn-Gruppe im ersten Halbjahr 2022 einen Gewinn von 15,3 Millionen Franken aus. Zu dieser «erfreulichen Entwicklung» beigetragen hätten alle Geschäftssegmente – aber auch günstige Witterungsbedingungen.

So bleibe der vergangene Winter als bester seit der Saison 2007/08 in Erinnerung. Und die Zahl der Touristinnen und Touristen in den Ausflugszielen rund um Interlaken erreiche annähernd fast wieder das Vorkrisenniveau. Auf dem Jungfraujoch sei die Auslastung zwar ebenfalls stark angestiegen, nämlich um fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit liege die Auslastung allerdings noch immer 57 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Insbesondere der internationale Gruppentourismus erhole sich aber nach wie vor nur schleppend, schreibt die Jungfraubahn-Gruppe.

Für das zweite Halbjahr geht die Jungfraubahn trotz Ukraine-Krieg und teilweise anhaltenden Reisebeschränkungen vorab in Asien «verhalten optimistisch» von einer «weiteren, schrittweisen Normalisierung» der Lage aus. Dennoch werde 2022 ein «Übergangsjahr» bleiben, wie das Unternehmen schreibt. (sat)

Fährt wieder Gewinn ein: Die Jungfraubahn-Gruppe – die unter anderem auch auf das Jungfraujoch fährt.

Fährt wieder Gewinn ein: Die Jungfraubahn-Gruppe – die unter anderem auch auf das Jungfraujoch fährt.

HO/Jungfraubahnen

Allianz Suisse profitiert von weniger Unwettern

Die Allianz Suisse Gruppe konnte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres um 20,8 Prozent auf 192,8 Millionen Franken erhöhen. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Versicherer profitierte dabei vom Wetter: Als Grund für das verbesserte Ergebnis wird in einer Mitteilung die «deutlich geringere Belastung aus Unwettern» genannt. Im letzten Jahr hatten Rekordunwetter zu zahlreichen Schadensmeldungen geführt. Das Gesamtprämienvolumen blieb mit rund 2,7 Milliarden Franken auf stabilem Niveau. (wap)

Markus Bernsteiner wird Group CEO von Stadler

Der bisherige stellvertretende Group CEO Markus Bernsteiner wird per 1. Januar 2023 Group CEO von Stadler. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Peter Spuhler, der die Funktion interimistisch inne hatte, werde sich künftig wieder auf das Amt des exekutiven Verwaltungsratspräsidenten konzentrieren. Spuhler hatte das operative Geschäft seit 2020 geführt. Der 55-jährige Bernsteiner leitet aktuell die Werke in Bussnang und St. Margrethen als CEO. Er arbeitet seit 1999 für Stadler. Spuhler selbst will sich wider stärker um die Führung des Strategieprozesses kümmern. 

Stadler gab am Mittwoch ausserdem die Zahlen für das erste Halbjahr 2022 bekannt. In diesem konnte das Unternehmen den Umsatz gegenüber Vorjahr um vier Prozent auf 1,5 Milliarden Franken steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 36 Prozent auf 66,8 Millionen Franken. Der Auftragseingang lag bei sechs Milliarden Franken und damit 91 Prozent über Vorjahr. 

Aufgrund des hohen Auftragseingangs in der ersten Jahreshälfte und der weiterhin starken Nachfrage rechnet Stadler für das Gesamtjahr mit einem Auftragseingang von sieben Milliarden Franken. Stadler hatte beim Auftragseingang 2021 einen Rekordwert von 5,6 Milliarden Franken verbucht. (wap)

Artemis-Gruppe kann Umsatz um 11,2 Prozent steigern

Die Artemis Group konnte im ersten Halbjahr den Umsatz und den Reingewinn steigern. Das Umsatzwachstum von 11,2 Prozent sei dabei eine Folge von Preiserhöhungen, aber belastet durch Währungseffekte, schreibt das Unternehmen am Dienstag in einer Mitteilung. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag derweil um 2,2 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Die Verbesserung des Reingewinn um 4,7 Prozent ist laut Mitteilung auf den Wegfall von Einmaleffekten zurückzuführen. Insgesamt machte Artemis in den ersten sechs Monaten 1,8 Milliarden Franken Umsatz und 123,9 Millionen Franken Reingewinn. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind auch bei Artemis von Unsicherheiten geprägt. Noch seien die Auftragsbestände gut, erste Rückgänge der Kundennachfrage seien aber spürbar, heisst es weiter.

Dank hohem Eigenkapital und geringer Nettoverschuldung könne die Gruppe, zu der beispielsweise auch der im Aargau beheimatete, weltweit tätige Küchentechnik-Hersteller Franke gehört, aber mit einer «robusten Bilanz» rechnen. (wap)

Maschinenindustrie nach wie vor auf Wachstumskurs

Die Auftragseingänge der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) stiegen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent. Dies teilte der Branchenverband Swissmem am Dienstag mit. Bei den Umsätzen lag das Wachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 bei 12,1 Prozent, bei den Exporten bei 9 Prozent.

Allerdings hätten sich auch die Produktionskosten deutlich erhöht, heisst es in der Mitteilung weiter. Und die rasche Abwertung des Euro belaste die Industrie zusätzlich. Die Stimmung werde ausserdem durch die Furcht vor einer Strommangellage im kommenden Winter getrübt. Diese würde die energieintensive Branche besonders stark treffen.

Hierzu fordert Swissmem mehrere Massnahmen. So sollen beispielsweise «Lösungen für bedrohte Firmen» gesucht werden. Dabei müssten «Stromproduzenten und industrielle Verbraucher gemeinsam nach Lösungen suchen», so der Wirtschaftsverband.

Auch einen spannenden Vorschlag hat der Verband in dem Strauss von Forderungen: So solle die Produktion «teilweise in die Nacht oder auf den Sonntag verlegt werden», schreibt Swissmem. Dafür brauche es jedoch eine «einfache und unbürokratische Bewilligungspraxis» seitens der Behörden. (wap)

Sonder-Briefmarke für 100 Jahre Schweizer Flugsicherung

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Schweizer Flugsicherung produziert die Schweizerische Post eine entsprechende Sondermarke. Die Briefmarke im Wert von 2.10 Franken zeigt eine moderne Passagiermaschine mit einer Momentaufnahme von Flugzeugpositionen, wie sie auf den Monitoren der Flugverkehrsleitenden zu sehen sind. "Mit der Briefmarke zu Ehren des Jubiläums der Schweizer Flugsicherung wollen wir nicht nur Sammlerinnen und Sammler, sondern auch Luftfahrt-Enthusiasten begeistern», sagt Thomas Baur, Konzernleitungsmitglied der Post.

Die Schweizer Flugsicherung geht auf die Gründung der Marconi Radio Station AG mit Sitz im Hauptpostgebäude in Bern zurück. Sie entwickelte die drahtlose Telegrafie. 1928 wurde der Firmenname in Radio Schweiz AG geändert. 1931 beauftragte das Eidgenössische Luftamt die Radio Schweiz AG mit der Flugsicherung in der Schweiz. Im Juni 1948 wurde dann in Zürich-Kloten ein neuer Interkontinental-Flughafen für die Zivilluftfahrt eröffnet. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts etablierte sich das Flugzeug als effizientes Massentransportmittel für Passagiere und Fracht weltweit etablieren.

In den Jahren danach folgte die Radartechnologie, mit der Flugzeuge auch über weite Distanzen auf einem Bildschirm zu sehen waren und so die Flugsicherung grundlegend revolutionierte. 1988 wurden die Flugsicherungs-Dienste der Schweiz in einem neuen Unternehmen zusammengelegt: Swisscontrol. 1996 wurde Swisscontrol vom Bund finanziell unabhängig. Der Hauptsitz wurde von Bern nach Genf verlegt. Die militärischen und zivilen Flugsicherungsdienste der Schweiz wurden 2001 in einer einzigen Instanz vereint, die den gesamten Schweizer Luftraum sowie Teile des angrenzenden Auslands kontrolliert und sich fortan Skyguide nennt. Das Unternehmen führt die Flugsicherung an den internationalen Landesflughäfen in Genf und Zürich, an Regionalflugplätzen und verschiedenen Militärflugplätzen durch. (bwe)

100 Jahre Schweizer Flugsicherung in der Schweiz: So sieht die Jubiläumsmarke der Post aus.

100 Jahre Schweizer Flugsicherung in der Schweiz: So sieht die Jubiläumsmarke der Post aus.

zvg

Gut aufgestellte Banken vor unsicherer Zukunft

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) veröffentlichte am Dienstag ihren Bankenbarometer 2022. Dieser zeige, dass die Geschäftslage der 239 Banken in der Schweiz gut sei, heisst es in einer Mitteilung dazu. Die Lockerung der Coronamassnahmen habe zu einer wirtschaftlichen Erholung und einer Zunahme der Beschäftigung geführt. 

Insgesamt stieg der aggregierte Geschäftserfolg aller Banken auf 70,9 Milliarden Franken und erreichte damit den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008. Die Bilanzsumme aller Schweizer Banken wuchs per Ende 2021 um 3,5 Prozent auf rund 3600 Milliarden Franken. 

Die verwalteten Vermögen nahmen 2021 um 12 Prozent deutlich zu. Gemäss Schätzungen der SBVg bleibt die Schweiz weltweit Nummer Eins in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung. Eine Zunahme gab es auch bei der Beschäftigung, und zwar um 619 Vollzeitäquivalente.

Ob es so weitergeht, ist aber unsicher. Bis Ende 2022 sei die SBVg-Prognose noch positiv, so die Mitteilung. Das erste Halbjahr sei aber von grossen Unsicherheiten geprägt gewesen. Als Faktoren nennt die SBVg die geopolitisch gestiegenen Risiken, die Inflation, Verwerfungen in den Lieferketten und die Rückkehr zu einer restriktiveren Geldpolitik. (wap)

Konjunktur: Ungebremste Abwärtsbewegung seit vier Monaten

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) vermeldet am Dienstag «wenig erfreuliche Aussichten», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Das KOF-Konjunkturbarometer ist demnach im August auf 86,5 Punkte gesunken, im Juli lag es noch bei 90.1. Für das Barometer werden Indikatoren aus verschiedenen Branchen analysiert, der Durchschnittswert liegt bei 100 Punkten. 

Seit dem letzten Höchststand im Mai zeichne sich «eine seit vier Monaten ungebremste Abwärtsbewegung» ab, heisst es in der Mitteilung. Verantwortlich für den Rückgang seien Indikatoren aus den konsumnahen Bereichen, dem verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft. 

Beim produzierenden Gewerbe sehe es etwas positiver aus, zumindest was Auftragslage und aktuelle Produktion betreffe. Problematisch sei dort die Lage bei den Vorprodukten und der Beschäftigung. Dies zeuge von Engpässen bei den Lieferketten und Rekrutierungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt, so die KOF. Positive Signale kommen aus der Holz- und Papierindustrie. (wap)

Syngenta wächst weiter

Im ersten Halbjahr hat Syngenta erneut mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet. Konkret stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar, wie der weltweit tätige Schweizer Agrarchemiekonzern am Dienstag bekannt gab. Der Gewinn auf Stufe Ebitda kletterte wiederum von 2,7 auf 3,5 Milliarden (+32 Prozent). Syngenta begründet das Wachstum mit der Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie Preissteigerungen, die höhere Kosten ausgleichen konnten. 

Damit kann der Agrarchemiekonzern an sein gutes Ergebnis aus dem ersten Quartal anknüpfen. Bereits Ende April verkündete Syngenta einen Umsatzanstieg um 26 Prozent auf 8,9 Milliarden. Gleichzeitig stieg der Gewinn um 25 Prozent auf 8,9 Milliarden. (dpo)

Partners Group erzielt tieferes Ergebnis

Die im zugerischen Baar ansässige Partners Group weist für die ersten sechs Monate des Jahres ein operatives Ergebnis (Ebit) von 570 Millionen Franken aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank dieser um rund 20 Prozent. Der Reingewinn sackte ebenfalls um 26 Prozent auf 464 Millionen ab. Dagegen stiegen die verwalteten Vermögen von 127 auf 131 Milliarden US-Dollar

Die Partners Group führt das Ergebnis auf die tieferen Performance Fees, also der erfolgsabhängigen Gebühren, zurück. Diese machten von Januar bis Juni gerade mal 8 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2021 waren die Performance Fees noch für rund 40 Prozent der Gesamteinnahmen verantwortlich und der Reingewinn verdoppelte sich dadurch auf 629 Millionen. (dpo)

TX Group: Hohe Papierpreise und Abschreibungen belasten Ergebnis

Die TX Group erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 445,7 Millionen Franken. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht das einem leichten Minus von 1,7 Prozent, wie das Zürcher Medienunternehmen am Dienstag mitteilte. Organisch sei der Umsatz dagegen um 12 Prozent gestiegen.

Beim Betriebsergebnis (Ebit) vor Fusionseffekten musste das Zürcher Unternehmen einen starken Rückgang um 40 Prozent auf 28,7 Millionen hinnehmen. Dabei hätten die hohen Papierpreise, Investitionen in die Vermarktung bei der Aussenwerbung sowie Abschreibungen wegen der im November neu gegründeten Swiss Marketplace Group das Ergebnis belastet. Darüber hinaus habe die TX Group die  Corona-Nothilfe in der Höhe von 3,1 Millionen an den Bund zurückgezahlt. 

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Besitzerin des «Tages-Anzeiger» und von «20 Minuten» noch einen Konzernertrag von gut 957 Millionen (+2,3 Prozent) vorweisen und sie erzielte ein Betriebsergebnis von 128 Millionen (+53 Prozent). (dpo)

Migros-Personalchefin wechselt zu Kühne + Nagel

Sie sass im obersten Machtzirkel der Migros, doch nun kehrt sie der Genossenschaft den Rücken: Die 52-jährige Sarah Kreienbühl, Personalchefin und Mitglied der Migros-Generaldirektion, legt ihren Job per Ende Jahr nieder. Wie die Migros am Montagabend mitteilt, wechselt sie in die Konzernleitung des Logistikunternehmens Kühne + Nagel.

Seit Anfang 2018 hatte Kreienbühl das Departement für Personal, Kommunikation und gesellschaftliches Engagement bei der Migros-Gruppe unter sich. Damit war sie sowohl Personalchefin der rund 100'000 Mitarbeitenden als auch Kommunikationsverantwortliche des Migros-Genossenschaftsbundes. Wer Kreienbühl beerben wird, ist noch offen. (aka)

Sarah Kreienbühl wechselt vom Migros-Management in die Konzernleitung von Kühne + Nagel. (Archivbild)

Sarah Kreienbühl wechselt vom Migros-Management in die Konzernleitung von Kühne + Nagel. (Archivbild)

Keystone

Markus Heusser soll neuer Präsident von Schaffner werden

Markus Heusser für Urs Kaufmann: Diesen Wechsel an der Spitze des Filterherstellers Schaffner schlägt der Verwaltungsrat seinen Aktionären vor. Die Zuwahl Heussers in den Verwaltungsrat sowie an dessen Spitze soll an der nächsten Generalversammlung im kommenden Januar erfolgen, wie das Solothurner Unternehmen am Montag mitteilt. Kaufmann hatte bereits früher erklärt, aus persönlichen Gründen nach sechs Jahren auf eine Wiederwahl zu verzichten.

Der designierte Verwaltungsratspräsident verfügt laut Mitteilung über mehrjährige Erfahrung als Präsident und Mitglied von Verwaltungsräten. Zudem war Markus Heusser laut Schaffner bei führenden, international tätigen Schweizer Industrieunternehmen wie Oerlikon, Dätwyler oder Sulzer in verschiedenen leitenden Funktionen tätig. (sat)

Soll kommendes Jahr mit Markus Heusser einen neuen Präsidenten erhalten: der Filterhersteller Schaffner in Luterbach (SO).

Soll kommendes Jahr mit Markus Heusser einen neuen Präsidenten erhalten: der Filterhersteller Schaffner in Luterbach (SO).

Sébastian Lavoyer

CEO André Krause sieht Sunrise gerüstet für Energiekrise – Politik müsste bei 5G mehr gegen «Fake News» tun

Eine mögliche Strommangellage im Winter bereitet Sunrise-Chef André Krause derzeit noch keine Kopfschmerzen. Er geht nicht davon aus, dass es zu einem «unkoordinierten Netzausfall» beim Telekomunternehmen kommen wird, wie er am Samstag den Tamedia-Zeitungen sagte. Dies, weil der Bund die Telekomnetze als systemrelevant eingestuft habe. «Diese Art der Infrastruktur steht also nicht zuoberst auf der Liste, sollte bei einer Mangellage der Strom abgeschaltet werden», so Krause. 

Des Weiteren beteuert der CEO, dass Sunrise auf solche Situationen vorbereite sei. «Wir sind schon jetzt in der Lage, kurze Stromausfälle in unseren Netzen und Datenverarbeitungszentren zu puffern.» Allerdings gebe es auch Grenzen. So sind laut Krause beispielsweise die Notstrombatterien bei den Antennenstandorten «schnell erschöpft».

Mit Blick auf den Ausbau des 5G-Netzes fordert der Sunrise-Chef «weitere Erleichterungen» vonseiten der Politik: «Das fängt bei höheren Grenzwerten für die Strahlung an und hört bei einer schnelleren Vergabe der Baubewilligungen in den einzelnen Kantonen auf». Krause moniert, dass es zu 5G «viele Fake News» gegeben habe. Die Politik, allen voran «Bundesrätin Sommaruga und ihre Behörden», hätten sich dem CEO zufolge «als neutrale Stelle mehr gegen Fake News zu 5G engagieren können». (dpo)

Zivilluftfahrt holt im zweiten Quartal auf

Die Schweizer Flughäfen zählten zwischen April und Juni insgesamt 11,4 Millionen ankommende und abfliegende Passagiere. Das sind mehr als viermal so viele Passagiere wie in der gleichen Vorjahresperiode, wie die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen. Gegenüber der Vor-Corona-Zeit im Jahr 2019 hinken die Zahlen jedoch immer noch um 25 Prozent hinterher.

Deutlich zugelegt im zweiten Quartal hat auch die Zahl der Flugbewegungen: Insgesamt wurden rund 94'200 Starts und Landungen registriert – dreimal so viele wie 2021. (abi)

Aussenwerber schränken Stromverbrauch ein

Ab dem 1. Oktober schränken die Mitglieder des Verbands Aussenwerbung Schweiz (AWS) den Stromverbrauch freiwillig ein. Leuchtplakate und Werbescreens werden dann nachts eine Stunde länger abgeschaltet bleiben als bisher üblich. Dies teilte der AWS am Donnerstagabend mit. 

Von der Massnahme erhofft sich die Branche Einsparungen beim Stromverbrauch in der Höhe von fünf bis sieben Prozent. Im Gegenzug appelliert der Verband an die Behörden, bei einer Strommangellage von der flächendeckenden Abschaltung von Leutplakaten und Werbescreens abzusehen.

Die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen (Ostral) schlägt vor, bei einer Strommangellage bereits in einer ersten Phase Leuchtreklamen zu verbieten. Damit würden der Öffentlichkeit in einer kritischen Zeit wichtige Kommunikations- und Informationskanäle entzogen, gibt der AWS zu bedenken. (wap)

Zürcher Kantonalbank schreibt rekordhohen Halbjahresgewinn

Der Gewinn des ersten Halbjahres 2022 der Zürcher Kantonalbank (ZKB) liegt bei 541 Millionen Franken. Es handle sich um einen «rekordhohen Halbjahresgewinn», teilte die ZKB am Freitag mit. Im Vorjahr hatte die Bank in den ersten sechs Monaten 487 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet. Die Gewinnsteigerung beträgt elf Prozent. Der Geschäftsertrag wurde um sechs Prozent gesteigert. 

Besonders positiv entwickelt habe sich das Zinsgeschäft, schreibt die ZKB. Hinzu komme ein hoher Neugeldzufluss. Von Januar bis Juni kamen netto 17,8 Milliarden dazu. Insgesamt nahmen die Kundenvermögen aber um 21,1 Milliarden Franken ab. Per 30. Juni beliefen sie sich auf 388,1 Milliarden Franken. (wap)

Campingplätze waren weniger beliebt 

Die Parahotellerie verzeichnete im zweiten Quartal 2022 einen minimen Gästezuwachs gegenüber dem Vorjahr, wie neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Donnerstag zeigen. Von April bis Juni zählte die Branche 3,8 Millionen Logiernächte, im Vorjahreszeitraum waren es 200'000 Übernachtungen weniger (-5,2 Prozent). Die inländischen Gäste machten 74 Prozent der gesamten Nachfrage aus. 

Waren die Campingplätze im letzten Jahr noch für den starken Aufschwung der Parahotellerie verantwortlich, flaut der Boom allmählich ab. So gingen im zweiten Jahresviertel lediglich 1,4 Millionen Logiernächte auf das Konto der Campingplätze. Im Vorjahresquartal waren es rund ein Viertel mehr. Bei den kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen gingen die Übernachtungen ebenfalls von 1,2 auf 1,1 Millionen leicht zurück. Einzig Kollektivunterkünfte wie Jugendherbergen verzeichneten deutlich mehr Gäste: Die Logiernächte stiegen von 587’000 auf 1,3 Millionen. (dpo)

Weko hebt vorsorgliche Massnahmen gegen Mastercard auf

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hebt in der Untersuchung zu den Bankomaten-Systemen die vorsorglichen Massnahmen gegen Mastercard auf. Das teilt die Weko am Donnerstag mit. Hintergrund ist ein Verfahren gegen den Kreditkartenanbieter, weil dieser angeblich den Markteintritt des National Cash Scheme (NCS) behindere. Bei NCS handelt es sich um ein neues nationales Regelwerk der Börsenbetreiberin Six für Bargeldbezüge und weitere Transaktionen an Bankomaten. Der weltweit tätige Zahlungsdienstleister Mastercard verweigere dabei das sogenannte Co-Badging auf der neuen Debit Mastercard.

Die vorsorglichen Massnahmen waren aber gar nie aktiv. «Aufgrund einer Beschwerde von Mastercard waren die vorsorglichen Massnahmen bisher nicht rechtskräftig», so die Weko. Mittlerweile wurde der Markteintritt von NCS bis zum Abschluss der Untersuchung verschoben, daher entfalle die Grundlage für eine vorsorgliche Regelung. Die Untersuchung gegen Mastercard läuft aber weiterhin. (mg)

Wegen Sicherheitszahlungen weist Alpiq buchhalterisch starken Verlust aus

Im ersten Halbjahr 2022 muss Alpiq einen hohen Verlust hinnehmen. Die «aussergewöhnliche Volatilität und extremen Preisanstiege» hätten den Energiekonzern dazu veranlasst, deutlich höhere Sicherheitszahlungen für die abgesicherte Stromproduktion zu leisten, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Diese Sicherheiten seien jedoch «vorübergehender Natur» und würden bei Vertragserfüllung in vollem Umfang wieder zurück fliessen.

Als Folge dessen weist Alpiq nach dem Rechnungslegungsstandard IRFS auf Stufe Betriebsergebnis (Ebitda) ein Minus von 566 Millionen sowie ein Verlust von 592 Millionen aus. Im ersten Halbjahr 2021 resultierte noch ein Plus von 16 Millionen. Klammert man das Ergebnis nach IRFS aus, konnte Alpiq sein operatives Ergebnis um 31 Millionen auf 114 Millionen steigern (+37 Prozent). Den Nettoumsatz konnte Alpiq von 2,7 Milliarden auf 6,9 Milliarden gar mehr als verdoppeln. Dabei hat das Unternehmen laut eigenen Angaben von den «extremen Preissteigerungen an den Energiemärkten» profitiert.

Mit Blick auf das weitere Geschäftsjahr kann der Energiekonzern jedoch «nicht mit Sicherheit» ein positives Reinergebnis nach IRFS garantieren. Dies, weil das Portfolio von Alpiq weiterhin starken Wertschwankungen unterliege und die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds möglicherweise eine negative Jahresperformance aufweisen. (dpo)

Baloise muss tieferen Gewinn hinnehmen

In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Baloise mit 287,1 Millionen Franken einen tieferen Aktionärsgewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt. Das entspricht einem Minus von 5 Prozent, wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte. Schuld daran seien «ungünstige Entwicklungen an den Kapitalmärkten» sowie ein «starker Wintersturm mit Schäden hauptsächlich in Belgien». 

Auch das Geschäftsvolumen fiel mit 5,44 Milliarden Franken um 7,5 Prozent tiefer aus. Dies führt Baloise unter anderem auf «Währungseffekte» und die «restriktive Zeichnungspolitik im traditionellen Lebengeschäft» zurück. Der Vorsteuergewinn (Ebit) belief sich dagegen auf 353,8 Millionen. Im Vorjahr waren es noch 365,5 Millionen. Der Versicherer betont jedoch, dass die Vorjahresperiode noch von einer «überdurchschnittlich positiven Entwicklung der Finanzmärkte» profitiert habe. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Baloise ihren Gewinn trotz der hohen Unwetterschäden im Sommer noch um 51 Prozent auf rund 584,6 Millionen Franken erhöhen. (dpo)

Swiss Prime Site erzielt höheren Mietertrag aber tieferen Gewinn 

Der Schweizer Immobilienkonzern Swiss Prime Site konnte von Januar bis Juni seinen Mietertrag um 1,9 Prozent auf 214,2 Millionen Franken erhöhen. Der Betriebsertrag belief sich auf 378,9 Millionen nach 369,7 Millionen im Vorjahreszeitraum (+2.5 Prozent), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Dafür resultierte mit 198,8 Millionen Franken ein tieferes Betriebsergebnis (Ebit) vor Neubewertungen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 214,2 Millionen. Insgesamt sankt der Gewinn vor Neubewertungen von 164,7 auf 158 Millionen. Rechnet man die Neubewertungen hinzu, konnte Swiss Prime Site seinen Gewinn von 251,5 auf 267,4 Millionen steigern. (dpo)

Comparis: «Gefühlte Inflation» ist im Juli stabil geblieben

Die «gefühlte Inflation» ist im Juli mit einem Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu einem vorläufigen Stillstand gekommen. Dies zeigt der am Donnerstag publizierte Konsumentenpreisindex des Vergleichsdienstes Comparis und der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. Dieser misst die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern und ist um «inflationsdämpfende Faktoren» wie Mieten und dauerhafte Güter bereinigt.

Die «Verschnaufpause» ist laut Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn auf den starken Franken, die Erhöhung des Leitzinses sowie saisonale Faktoren wie etwa den Ausverkauf zurückzuführen, welche die Konsumentenpreise stabilisiert haben. Allerdings sind gewisse Güter massiv teuerer geworden. Zwischen Juni und Juli sind etwa die Preise für die Parahotellerie mit 17,6 Prozent am stärksten gestiegen. An zweiter Stelle folgten die Preise für sonstige Dienstleistungen für Individualverkehr (+8,7 Prozent) und auf Platz drei folgten Natürliche Mineralwasser (+5,3 Prozent). (dpo)

Sulzer und Chemiekonzern BASF spannen zusammen

Sulzer und BASF gehen im Bereich der erneuerbaren Kraftstoffe und Kunststoffrecycling eine strategische Partnerschaft ein. Der Winterthurer Industriekonzern und der deutsche Chemiekonzern haben eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, «Technologien für erneuerbare Kraftstoffe und chemisch rezyklierte Kunststoffe zu fördern», wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilen. 

Konkret wollen Sulzer und BASF die Kohlenstoffintensität von erneuerbarem Diesel und nachhaltigem Flugzeugtreibstoff verringern. Zudem planen sie laut eigenen Angaben die Entwicklung von chemischen Verarbeitungslösungen voranzutreiben. Damit wollen die beiden Unternehmen «gemeinsam das Problem der Kunststoffverschmutzung angehen und die Umstellung auf nachhaltigere Brennstoffe fördern», wie die Mitteilung Detlef Ruff, Senior Vice President Process Catalysts bei BASF, zitiert. (dpo)

12 Prozent mehr Aufträge für das Baugewerbe

In der Schweiz wird rege gebaut. So haben die Aufträge im ersten Halbjahr um 12 Prozent zugenommen, wie der Schweizerische Baumeisterverband am Mittwoch meldet. Auch der Umsatz ist gegenüber der Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken gestiegen.

Das Wachstum werde jedoch relativiert, da die Baumaterialpreise 2022 «ein rekordhohes Niveau erreicht» hätten, schreibt der Baumeisterverband. Dadurch gerieten «die unterdurchschnittlichen Margen im Bauhauptgewerbe weiter unter Druck». Viel teurer waren etwa Bewehrungsstäbe (+87 Prozent), Diesel (+45 Prozent), Kunststoffrohre (+19 Prozent), Kantholz (+14 Prozent) und Bitumen (+12 Prozent).

Im Hochbau hat sich die Produktion laut dem Baumeisterverband um 11,2 Prozent verteuert, im Tiefbau (Belagsbau) um 7,9 Prozent. Der Umsatz sei weniger stark gestiegen als die Kosten, wodurch die ohnehin tiefe Gewinnmarge von 2 bis 3 Prozent weiter gesunken sei. Der Arbeitsmarkt sei stark umkämpft, heisst es weiter. 40 Prozent der meldenden Unternehmen hätten mehr Personal eingestellt als vor drei Monaten. (aka)

Beitrag zu Netto Null: So stehen die Schweizer Banken da

Mit einer Studie macht der Schweizer Finanzplatz erstmals transparent, wie er bezüglich seiner Selbstverpflichtung zum Netto‑Null-Ziel dasteht. Demnach sind aktuell rund 62 Prozent der verwalteten Vermögen an sogenannte Netto-Null-Allianzen gebunden, teilt die Schweizerische Bankiervereinigung am Mittwoch mit. Das bedeute, «dass die Vermögen auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet sind». Bei den Mitgliedern des Schweizerischen Versicherungsverbands gilt dies für 48 Prozent des Prämienvolumens.

«Der Weg zum Ziel ist zwar noch lang», schreibt die Bankiervereinigung selbst. Zugleich zeige sich, dass immer mehr Finanzierungslösungen, Assets und Versicherungsprämien auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet seien. (aka)

Migros Bank wächst weiter – und steigert Gewinn

Die Migros Bank konnte ihr Geschäft im ersten Halbjahr ausbauen. Die Kundeneinlagen wuchsen um 2,8 Prozent auf 43,4 Milliarden Franken, wie die Bank am Mittwoch meldet. Auch die Kundenausleihungen sind gestiegen: um 3 Prozent auf 46,4 Milliarden Franken. Es resultiert ein Gewinn von 130 Millionen Franken, was einem Plus von 3,7 Prozent entspricht.

Positiv entwickelt haben sich neben dem Zinsgeschäft (plus 5,7 Prozent) auch das Kommissionsgeschäft (plus 5,6 Prozent) und das Handelsgeschäft (plus 5,5 Prozent). Unter Berücksichtigung des übrigen Erfolgs resultiert ein Geschäftsertrag von 343 Millionen Franken, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht. (aka)

Unter Druck: Dätwyler kämpft mit stark gestiegenen Kosten

Der Urner Industriekonzern Dätwyler muss einen Rückgang beim Betriebsgewinn (Ebit) hinnehmen. Im ersten Halbjahr resultierte ein Minus von 26,7 Prozent auf 72,5 Millionen Franken (Vorjahr: 98,9 Millionen Franken), wie Dätwyler am Mittwoch mitteilt. Auch die Gewinnmarge ist von 18,3 Prozent im Vorjahr auf 13,4 Prozent gesunken. Geschuldet ist dies laut Dätwyler den «stark gestiegenen Inputkosten, negativen Effekten aus Akquisitionen und der zeitverzögerten Wirkung von erfolgreich umgesetzten Preiserhöhungen». Der Reingewinn sank um 23 Prozent auf 57,4 Millionen.

Das Eigenkapital ist um 52 Prozent auf 369,8 Millionen Franken regelrecht eingebrochen. Auch beim Umsatz vermeldet Dätwyler einen Rückgang von 8,2 Prozent auf 541,6 Millionen Franken (Vorjahr: 590 Millionen Franken). Dank zwei Übernahmen konnte Dätwyler den Umsatz bei den fortgeführten Geschäftsbereichen steigern.

Wegen des Krieges in der Ukraine, der hohen Rohstoffpreise und des möglichen Gas- und Strommangels erwartet Dätwyler «ein anspruchsvolles zweites Halbjahr». Bereits im Mai korrigierte der Industriekonzern seine Jahresziele nach unten. (aka)

Raiffeisen steigert Gewinn um 10 Prozent

Raiffeisen hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 556 Millionen Franken erzielt, wie die Bank am Mittwoch mitteilt. Das entspricht einem Plus von gut 10 Prozent (Vorjahr: 505 Millionen Franken). Zum laut Raiffeisen «sehr guten Halbjahresergebnis» hätten insbesondere ein Zuwachs beim Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft beigetragen (plus 17,2 Prozent). Auch beim Hauptertragspfeiler, dem klassischen Zinsengeschäft, konnte Raiffeisen um 2,1 Prozent zulegen.

Beim Geschäftserfolg kann die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz erneut ein positives Resultat vermelden: Er stieg verglichen zum ersten Halbjahr 2021 um 1,4 Prozent auf 622,8 Millionen Franken. Leicht im Wert gesunken sind dagegen die verwalteten Kundenvermögen – um 1 Prozent auf rund 238,87 Milliarden Dollar. Insgesamt erwartet Raiffeisen auch für das zweite Halbjahr einen «soliden Geschäftsgang», heisst es weiter.

Trotz der Turbulenzen um den Abgang des Präsidenten Guy Lachappelle im letzten Jahr schloss die Bankengruppe das Geschäftsjahr 2021 erfolgreich ab. Insgesamt resultierte ein Geschäftserfolg von 1,3 Milliarden Franken, während der Gewinn um 24 Prozent auf 1,07 Milliarden stieg. (aka)

Post erhöht Paketpreise für Geschäftskunden

Auf den ersten Blick sieht alles gut aus: Die Post weist für das erste Halbjahr 2022 im Vergleich zur Vorjahresperiode einen höheren Umsatz, ein höheres Betriebsergebnis und einen höheren Reingewinn aus. Doch letztlich beruht diese finanziell positive Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren: Auf der Erhöhung der Preise für A- und B-Post-Briefe und dem Einkassieren von Negativzinsen.

Die Aussichten für das zweite Halbjahr sind hingegen bereits nicht mehr so gut: Denn erstens erhöhen die gestiegenen Treibstoffpreise die Kosten für die Post-Logistik. Und zweitens vermindern die wegfallenden Negativzinsen die Einnahmen der Postfinance «deutlich», denn sie kann diese nicht mehr als sogenannte «Guthabengebühren» von ihren Kundinnen und Kunden einziehen.

Nach Briefpost geht nun auch Päckli-Menge zurück

Zudem geht die Abnahme bei der für das Ergebnis wichtigen Briefpost weiter. Der Rückgang betrug im ersten Halbjahr 2,8 Prozent. Und neu gibt es auch bei den Paketen ein Minus: Der coronabedingte Paketboom scheint zu Ende zu sein. Die Menschen würden wieder mehr in Läden einkaufen, sagte Post-Finanzchef Alex Glanzmann am Dienstag an einer Medienkonferenz. Auf längere Sicht rechne die Post aber weiterhin mit einem anhaltenden Wachstum bei den Paketen, weshalb der Bundesbetrieb an seinen Ausbauprojekten festhält.

Neue Energie- und Teuerungszuschläge 

Um sich aber auf dem hart umkämpften Paketmarkt die Margen zu sichern, erhöht die Post per Anfang Jahr die Paketpreise für einen Teil ihrer Geschäftskunden. Konkret will sie ab dem 1. Januar neu einen «variablen Energiezuschlag» sowie einen Teuerungszuschlag für jene 3500 Geschäftskunden mit individuell vereinbarten Preisen verlangen.

Im tiefroten Bereich bleibt derweil die Konzernsparte «Kommunikation», mit der die Post in Zukunft viel Geld verdienen möchte, um die wegbrechenden Einnahmen in der Briefpost zu kompensieren. Bei einem verschwindend kleinen Umsatz von 29 Millionen resultiert im ersten Halbjahr 2022 ein Verlust von 35 Millionen Franken. Die Ambitionen der Post in diesem Bereich bleiben jedoch hoch: Diese Konzernsparte soll ab dem Jahr 2025 Gewinne schreiben, wie Finanzchef Glanzmann betont. (fv)

Firmenkunden werden für Päckli ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen.

Firmenkunden werden für Päckli ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen.

Keystone

Vetropack leidet unter Schäden an ukrainischem Werk

Die Vetropack-Gruppe weist für das erste Halbjahr einen Verlust von 9,7 Millionen Franken aus. Der Schweizer Hersteller von Verpackungsglas für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie musste wegen Kriegsschäden an seinem Werk ausserhalb von Kiew eine Wertberichtigung von 46,5 Millionen Franken vornehmen. Das ukrainische Werk von Vetropack wurde im März von den russischen Truppen beschossen. Bereits im Mai gab Vetropack bekannt, zwei Drittel der 600 Stellen vor Ort abzubauen, teilte aber mit, das Werk künftig wieder in Betrieb nehmen zu wollen.

Das erste Halbjahr war laut einer Mitteilung geprächt vom anhaltenden Krieg in der Ukraine, den gestiegenen Energie- und Produktionskosten und einer ungebrochen hohen Nachfrage nach Verpackungslas. Deshalb konnte Vetropack den Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen um 9,0 Prozent auf 435 Millionen Franken steigern. Das konsolidierte EBIT stieg auf 48,3 Millionen Franken. Im ersten Halbjahr verkaufte die Gruppe 2,69 Milliarden Stück Verpackungsglas. Das sind 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr, was auf die fehlenden Kapazitäten aus der Ukraine zurückzuführen ist.

Für das zweite Halbjahr rechnet Vetropack mit leicht höheren Nettoerlösen. Das Konzernergebnis werde aufgrund der Wertberichtigung «klar unter dem Wert des Vorjahres zu liegen kommen». (ehs)

Arbonia steigert Umsatz, aber hohe Materialkosten belasten Gewinn

Der Bauzulieferer Arbonia hat von Januar bis April 630,9 Millionen Franken erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 7,2 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Allerdings muss Arbonia einen deutlichen Gewinnrückgang sowohl auf Stufe Ebitda (-22,4 Prozent) wie auch auf Stufe Ebit (-48.9 Prozent) auf 52,4 Millionen respektive 17,8 Millionen hinnehmen. Für das Geschäftsjahr 2021 konnte Arbonia noch einen Konzernumsatz von knapp 1,2 Milliarden und einen Reingewinn von 41 Millionen vorweisen.

Den rückläufigen Gewinn führt der im Thurgau beheimateten Schweizer Bauzulieferer unter anderem auf die hohen Materialpreissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges und den starke Franken zurück. Nichtsdestotrotz erwartet Arbonia für das laufende Geschäftsjahr weiterhin ein organisches Wachstum von über 5 Prozent. (dpo)

Feintool mit massivem Umsatzplus – und bald neuem Chef

Feintool hat die selbst gesteckten Ziele im ersten Halbjahr erreicht. Und das «in einem sehr anspruchsvollen Marktumfeld», wie der Automobilzulieferer am Dienstag mitteilt. Konkret konnte Feintool den Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 36 Prozent auf 411.5 Millionen Franken steigern. Unter dem Strich blieb ein operatives Betriebsergebnis (Ebit) von 14.6 Millionen – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Überdies kündet Feintool einen Chefwechsel: CEO Knut Zimmer will aus persönlichen Gründen Ende 2022 nach fünf Jahren an der Spitze des Unternehmens zurücktreten. Auf ihn folgen soll Torsten Greiner. Laut Mitteilung war dieser zuletzt elf Jahre Chef der deutschen Edscha Holding  – und damit ebenfalls in der internationalen Automobilindustrie tätig. Feintool-Präsident Alexander von Witzleben bedauert Zimmers Abgang sehr und dankt dem scheidenden Chef für die Zusammenarbeit.

Feintool gehört zur Artemis-Group die von Industriepatron Michael Pieper präsidiert wird. Zuletzt konnte die weltweit tätige Schweizer Industriegruppe den Umsatz 2021 trotz Schwierigkeiten in der Autoindustrie und den Folgen der Coronapandemie um einen Fünftel auf 588 Millionen Franken steigern. Das operative Betriebsergebnis kletterte auf 34 Millionen. Und unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 19 Millionen. Im ersten Coronajahr war der Umsatz von Feintool noch um gut einen Fünftel auf 492 Millionen Franken eingebrochen. (sat)

Flughafen Zürich schreibt wieder schwarze Zahlen

Seitdem die Reiseeinschränkungen aufgehoben wurden, steigen die Passagierzahlen am Flughafen Zürich wieder an. Dieser Aufschwung schlägt sich nun auch in den Geschäftszahlen des Unternehmens nieder. So stiegen im ersten Halbjahr die Gesamterträge auf 458,3 Millionen Franken, wie der Flughafen am Dienstag mitteilte. Das entspricht einem Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Gewinn auf Stufe Ebitda nahm derweil um 146,1 Millionen auf 238,3 Millionen zu. Insgesamt kann der Flughafen Zürich im ersten Halbjahr ein Konzernergebnis von 55,4 Millionen vorweisen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2021 verzeichnete der Flughafen noch einen Verlust von 45 Millionen Franken. Und im gesamten letzten Jahr resultierte unter dem Strich dann ein Verlust von 10 Millionen. Trotz der finanziellen Erholung erreicht das Unternehmen aber noch noch nicht die Zahlen des Vorkrisenniveaus. So liegen die Gesamterträge und der Gewinn erst bei jeweils 78 Prozent von jenen des ersten Halbjahres 2019. (dpo)

Novartis baut 700 Jobs im Management ab

Diesmal trifft der Stellenabbau auch die Teppichetagen. Von den insgesamt 1400 Stellen, die Novartis in der Schweiz abbauen will, trifft die Hälfte das Management. Konkret: In der Schweiz würden 700 Stellen im Management verlorengehen, wie Vertreter von Novartis Schweiz bei einem Treffen in Zürich mit Journalistinnen und Journalisten ausführten. Die Konsultationen, die bei Kaderangestellten individuell erfolgten, seien Ende der vergangenen Woche zu Ende gegangen. Aufgrund der Vorankündigungsfrist von 4 Monaten und der Kündigungsfristen von 6 Monaten dürften die ersten Betroffenen Novartis im Juli 2023 verlassen.

Hintergrund des Stellenabbaus ist eine konzerninterne Zusammenlegung. Im Juni hatte Novartis angekündigt, dass durch die Fusion der Pharma- und Onkologiesparte konzernweit 8000 der 108’000 Stellen gestrichen würden. In der Schweiz führt der geplante Abbau von Doppelspurigkeiten zum Abbau von 1400 der insgesamt 11’600 Stellen. (fv)

Bei Novartis werden Stellen abgebaut: Die Hälfte davon im Management.

Bei Novartis werden Stellen abgebaut: Die Hälfte davon im Management.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Trotz weniger Reingewinn: PSP Swiss Property erhöht Prognose

Im ersten Halbjahr hat PSP Swiss Property einen Gewinn ohne Liegenschaftserfolge von 124,5 Millionen Franken erzielt. Dies entspricht einem Plus von 10,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, wie der Immobilienkonzern mit Hauptsitz in Zug am Freitag mitteilt. Die Steigerung sei vorwiegend auf höhere Mieteinnahmen sowie höhere Gewinne aus dem Verkauf von Entwicklungsprojekten und Stockwerkeigentum zurückzuführen.

Der durchschnittliche Leerstand im 9,34 Milliarden Franken schweren Immobilienportfolio von PSP Swiss Property lag Ende Juni bei 3,7 Prozent (Zum Vergleich: Ende 2021 waren es noch 3,8 Prozent). Bergab ging es dagegen beim Reingewinn, der mit 227,2 Millionen Franken um fast 39 Prozent tiefer liegt als in der Vorjahresperiode. Laut dem Immobilienkonzern ist der Rückgang durch eine tiefere Portfolioaufwertung zu erklären. Trotzdem ist PSP für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich – und erhöht die Prognose leicht auf einen erwarteten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 290 Millionen Franken. (aka)

Sonova will chinesische Hörakustik-Geschäfte übernehmen

Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova will die Expansion in China vorantreiben. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilt, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der chinesischen Hysound-Gruppe abgeschlossen. Diese ist laut der Mitteilung «eine der führenden Ketten von Hörakustik-Geschäften in China». Hysound ist mit rund 200 Geschäften in über 70 chinesischen Städten präsent. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Sonova erhofft sich von der Übernahme einen «grossflächigen Zugang zu Konsumenten in China». Erst vor drei Tagen hatte Sonova bekannt gegeben, den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zu senken. (aka)

Mobilezone steigert im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn

Die Mobilezone Gruppe hat im ersten Halbjahr einen Umsatz von 500 Millionen Franken erzielt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilt. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie es weiter heisst, hat Mobilezone 28 Prozent des Umsatzes in der Schweiz erwirtschaftet, den Rest in Deutschland.

Insbesondere auch beim operativen Betriebsgewinn (Ebit) konnte das in der Schweiz beheimatete Telefonie-Unternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2022 zulegen – im Vergleich zum Vorjahr um gut 7 Prozent auf 34,7 Millionen Franken. Ebenso bei der Ebit-Marge, die neu bei 6,9 Prozent liegt. Damit setzt sich der Aufwärtstrend bei Mobilezone fort. Im März hatte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2021 ein «Rekordergebnis» vermeldet. (aka)

Bahn: Personenverkehr erholt sich weiter, bleibt aber unter Vorkrisenniveau

4,91 Milliarden Personenkilometer verzeichnete der  Personenverkehr auf der Schiene im zweiten Quartal 2022. Damit setzt sich die Erholung seit Aufhebung der Coronamassnahmen fort, wie der Informationsdienst für des öffentlichen Verkehrs (Litra) am Donnerstag bekannt gibt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die im Zug zurückgelegten Kilometer gar um 55,2 Prozent gestiegen.

Allerdings sei das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht worden. Der Abstand zu den Rekordwerten aus dem zweiten Quartal 2019 beträgt immer noch 7,8 Prozent. Dafür ist die Nachfrage beim Güterverkehr auf der Schiene ungebrochen hoch. Mit 3,18 Milliarden zurückgelegten Kilometern resultierte nur ein leichtes Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Insgesamt blickt Litra zuversichtlich in die Zukunft. Die Auslastung beim Personenverkehr liege mittlerweile bei mehr als 90 Prozent. «Wenn sich die positive Entwicklung fortsetzt, kann der Schienenpersonenverkehr das Niveau von 2019 bald erreichen», heisst es. (dpo)

Äpfel und Birnen: Obstverband rechnet mit leicht tieferer Ernte

Die Schweizer Obstproduzenten beginnen in diesem Jahr rund sechs Tage früher mit der Apfel-und Birnenernte als üblich. Grund dafür sind die guten Wetterbedingungen, wie der Schweizer Obstverband (SVO) am Donnerstag mitteilt. Dabei liegt die Vorernteschätzung für Äpfel mit 114'351 Tonnen fünf Prozent unter dem Vorjahresertrag. Auch bei den Birnen fällt die Schätzung mit 18'493 Tonnen ein Prozent tiefer aus als letztes Jahr. Der SVO erwartet insgesamt dennoch eine «gute Ernte». 

Regional zeigen sich grosse Unterschiede bei der Vorernteschätzung. Im Kanton Wallis wird beispielsweise der Ertrag pro Hektare Äpfel um 54 Prozent tiefer geschätzt als im vergangenen Jahr. Dies aufgrund der «extremen Wetterbedingungen während der Ausdünnung», wie es heisst. In der Ostschweiz besteche hingegen die Apfelsorte Gala mit «guten Grössen», weshalb die Ernte dort gut ausfallen dürfte.

Bereits bei den Zwetschgen konnten wegen den guten Wetterbedingungen einzelne Sorten rund zehn Tage früher als üblich geerntet werden, wie der Obstverband jüngst mitteilte. (dpo)

Emmi knackt 2-Milliarden-Grenze und schreibt weniger Gewinn

Emmi konnte im ersten Halbjahr 2022 den Umsatz erstmals knapp über die Zwei-Milliarden-Schwelle steigern. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte dieser noch bei 1,88 Milliarden gelegen. Treiber für das hohe organische Wachstum von 5,4 Prozent sind laut einer Mitteilung von Emmi vom Donnerstag «primär das Auslandsgeschäft und Wachstumsmärkte wie Brasilien, Mexiko und Tunesien».

Auch im Heimmarkt konnte Emmi den Nettoumsatz um 0,8 Prozent auf 808,1 Millionen Franken weiter steigern. Der Reingewinn des in Luzern beheimateten, weltweit tätigen Milchverarbeiters sank dabei von 98,7 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 78,1 Millionen.

Für das laufende Jahr senkt Emmi die Erwartungen leicht. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) rechnet das Unternehmen «aufgrund der widrigen Rahmenbedingungen» und weiter steigenden Kosten mit einem leicht tieferen Ergebnis von bis zu 280 Millionen Franken (bisher bis zu 305 Millionen).

Im letzten Jahr hatte Emmi einen Nettoumsatz von 3,9 Milliarden Franken und ein Wachstum von 5,6 Prozent vermelden können. Allerdings musste die Milchverarbeiterin auf dem Heimmarkt Schweiz im Vergleich zum Vorjahr einen organischen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent verzeichnen, dies wegen der «weitgehenden Rückkehr zu alten Konsumgewohnheiten inklusive Einkaufstourismus», wie Emmi damals mitteilte. (wap/sat)

Meyer Burger steigert Umsatz, bleibt aber in tiefroten Zahlen

Der einstige Solarzulieferer Meyer Burger kann im ersten Halbjahr zwar weiter Fuss fassen im neuen Geschäftsfeld Solarzellen-Produktion. Doch den finanziellen Turnaround schafft der in Thun beheimatete Schweizer Solarkonzern damit noch nicht. «Dank des neuen Geschäftsmodells» meldet Meyer Burger am Donnerstag zwar immerhin ein starkes Plus beim Umsatz im ersten Halbjahr – von 18 Millionen Franken im Vorjahr auf 56,7 Millionen Franken.

Doch unter dem Strich blieb Meyer Burger vor Steuern und Abgaben (Ebitda) noch immer ein happiger Verlust von 24,4 Millionen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2021 hatte dieser noch bei 30,9 Millionen gelegen. Auch das Ergebnis im ersten Halbjahr bleibt mit einem Minus von 41 Millionen tiefrot (2021: -37,2 Millionen). «Die Ergebnisse des ersten Halbjahres spiegeln die erfolgreiche Etablierung des Unternehmens auf dem Markt für Premium-Solarmodule», schreibt das Unternehmen. Zudem laufe die bestehende Produktion und der weitere Ausbau auf Hochtouren.

In dieses Bild passt die gleichzeitige Verkündung eines Vertrags mit dem amerikanischen Solaranlagen-Betreiber D. E. Shaw Renewable Investments zur langfristigen Lieferung von Solarmodulen mit einer Leistung von bis zu 5 Gigawatt. Diese sollen im US-Werk von Meyer Burger hergestellt werden. Vergangenes Jahr hatte der Schweizer Solarkonzern auch in Freiburg i.B. ein neues Werk zur Produktion von Solarmodulen eröffnet. (sat)

Dank der neuen Solarproduktion steigt der Umsatz von Meyer Burger deutlich an. Unter dem Strich zeigt sich jedoch noch keine Trendwende.

Dank der neuen Solarproduktion steigt der Umsatz von Meyer Burger deutlich an. Unter dem Strich zeigt sich jedoch noch keine Trendwende.

HO

Orascom steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr

Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber Orascom hat seinen Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2022 um 19,8 Prozent auf 270,5 Millionen Franken gesteigert. Der Reingewinn wurde auf 20,7 Millionen Franken verdreifacht. Das adjustierte Betriebsergebnis (Ebitda) stieg um 14,7 Prozent auf 66,5 Millionen Franken.

Im zweiten Quartal habe das Geschäft in fast allen Segmenten wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreicht, teilte das Unternehmen mit Sitz in Altdorf UR am Mittwoch mit. So stieg der Gesamtumsatz zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent auf 128,5 Millionen Franken, das adjustierte Betriebsergebnis (Ebitda) lag bei 29 Millionen. Das zweite Quartal habe zudem einen deutlichen Anstieg der Auslastung und des Gesamtertrags der Hotels gebracht. Die Netto-Immobilienverkäufe stiegen im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 173,5 Millionen. 

Im Andermatt Swiss Alps Resort erreichten die Netto-Immobilienverkäufe im ersten Halbjahr 2022 rund 89 Millionen Franken. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 112 Prozent auf 65,7 Millionen. Das Chedi Andermatt verzeichnete eine Auslastung von 71 Prozent und das Radisson Blu Reussen eine Auslastung von 50 Prozent. Insgesamt waren die Hotels in Andermatt zu 56 Prozent ausgelastet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Auslastung 54 Prozent betragen. (wap)

Implenia erhält Zuschlag für Gotthardstrassentunnel-Abschnitt

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Zuschlag für ein knapp acht Kilometer langes Teilstück der zweiten Gotthardstrassentunnel-Röhre vergeben. Er geht an die vom Baukonzern Implenia geführte Agre, wie Implenia am Dienstag mitteilt. Der Auftrag im Wert von 467 Millionen Franken betrifft den Abschnitt bis zur Losgrenze in der Tunnelmitte. Die Bauarbeiten sollen bereits 2022 beginnen und bis 2029 dauern. Wie die Implenia weiter schreibt, begründet das Astra den Entscheid mit dem «qualitativ und preislich sehr guten Angebot». (aka)

Finanzmarktaufsicht verlangt von CSS Rückzahlung von Prämien

Die Krankenkasse CSS soll nach dem Willen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) 129 Millionen Franken Prämien aus der Zusatzversicherung ihren Kundinnen und Kunden zurückzahlen. Dies teilte die Finma am Dienstag mit. Begründet wird der Entscheid damit, dass die CSS in der Vergangenheit Verwaltungskosten einseitig zulasten der Zusatzversicherung zugeordnet habe. Die Finma hatte das Geschäft mit externen Versicherungsvermittlern und die Allokation von Verwaltungskosten für die Jahre 2013 bis 2019 geprüft, wie sie schreibt.

Der Betrag entspreche rund 1,5 Prozent der durchschnittlichen Jahresprämie von 14 Franken pro Person, heisst es von Seiten der Krankenkasse in einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Reaktion auf den Finma-Entscheid. Dieser ist allerdings noch nicht rechtskräftig und kann von der CSS noch beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

«Die CSS analysiert die Verfügung nun im Detail und prüft das weitere Vorgehen», schreibt die Krankenkasse in ihrer Reaktion. Sie sei «überrascht ob dem Umfang und der Absolutheit der von der Finma geäusserten Vorwürfe.» (wap)

Wettbewerbskommission eröffnet Untersuchung gegen Pharmaunternehmen

Ein bestimmtes Pharmaunternehmen soll einer schweizerischen Pharmagrosshändlerin mutmasslich den Bezug von Produkten zu günstigeren Konditionen im Ausland verweigern. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat deshalb eine neue Untersuchung eröffnet, wie sie am Dienstag mitteilte.

«Falls bei dem Pharmaunternehmen eine relative Marktmacht festgestellt werden kann, könnte die Verweigerung gegen das Kartellgesetz verstossen», heisst es in der Mitteilung. Betroffen seien Produkte wie Trink- und Sondennahrung. Um welches international tätige Pharmaunternehmen es sich handelt, gibt die Weko nicht bekannt.

Die Weko wendet seit Jahresbeginn neue Vorschriften zur relativen Marktmacht an. Die neuen Bestimmungen des Kartellgesetzes dienten der Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz und gehen auf die Fair-Preis-Initiative zurück, so die Weko. (wap)

Clientis meldet deutliches Plus im ersten Halbjahr

Die 14 Clientis-Banken konnten im ersten Halbjahr ein gutes Ergebnis vorlegen. Wie Bankengruppe am Dienstag mitteilt, steigerte sie den Gruppengewinn deutlich und konnte auch das qualitative Wachstum im Kundengeschäft fortsetzen. «Das bewährte Geschäftsmodell und die regionale Verankerung führten auch im anspruchsvollen Umfeld zu einem guten Halbjahresergebnis», wird CEO Matthias Liechti zitiert.

Konkret konnte Clientis im eigentlichen Bankgeschäft den Betriebserfolg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent auf 94,8 Millionen Franken steigern. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg laut Mitteilung um 5,1 Prozent auf 71,1 Millionen Franken. Derweil ist allerdings auch der Geschäftsaufwand mit 51,3 Millionen Franken 3 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr. Insgesamt resultierte unter dem Strich ein Gruppengewinn von 31,7 Millionen – ein Plus von 7,7 Prozent. (sat)

Sonova senkt Ausblick für das laufende Geschäftsjahr

Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova senkt seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Als Grund gibt die in Stäfa (ZH) beheimatete Unternehmensgruppe den «schleppender als ursprünglich angenommenen» Geschäftsgang in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 in Schlüsselmärkten an. Dies führe zu geringeren als den ursprünglich erwarteten Umsatzzahlen.

Und weiter heisst es: «In Kombination mit höheren Kosten für Transport und Komponenten hat dies die Gewinnentwicklung belastet». Konkrete Zahlen nennt Sonova nicht. Einzig, dass beim Gesamtumsatz neu ein Wachstum von 15 bis 19 Prozent erwartet wird und ein Gewinnwachstum vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6 bis 10 Prozent. Bei ebenfalls konstanten Wechselkursen war bei Ersterem bislang ein Wachstum von 17 bis 21 Prozent und bei Letzterem ein Anstieg um 12 bis 18 Prozent erwartet worden.

Sonova wird Mitte September in den Kreis der 20 wichtigsten an der Schweizer Börse gehandelten Unternehmen aufsteigen. Der Aufstieg in den Swiss Market Index (SMI) erfolgt aufgrund einer Neuberechnung der durchschnittlichen Marktkapitalisierung und dem jährlichen Handelsvolumen der Sonova-Aktien, wie im Juni bekannt wurde. (sat)

Weniger Autos neu auf den Schweizer Strassen, dafür mehr elektrische

Im Juli 2022 wurden schweizweit 23'434 Strassenmotorfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt, wie das Bundesamt für Statistik am Montag meldet. Dies sind 19 Prozent weniger als im Juli 2021. Der Rückgang zeigt sich besonders bei Autos, die mit Benzin (minus 24 Prozent) oder Diesel (minus 25 Prozent) fahren sowie bei Hybriden (minus 13 Prozent bei normal-hybriden, minus 33 Prozent bei plug-in-hybriden Autos). 

Zugelegt haben dagegen die elektrischen Autos, die neu auf den Schweizer Strassen fahren: So wurden verglichen mit Juli 2021 8 Prozent mehr E-Autos in Verkehr gesetzt. (aka)

Importpreise sinken im Juli minim

Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise ist im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gesunken, wie das Bundesamt für Statistik am Montag meldet. Damit liegt er bei 109,7 Punkten (Dezember 2020 = 100). Insbesondere Metalle und Metallhalbzeug sowie Schrott und Mineralölprodukte waren etwas billiger als im Juni. Teurer wurden dagegen Metallprodukte, elektronische Bauelemente und Leiterplatten, Gas und Uhren.

Markant höher liegt das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten im Vergleich zum Juli 2021: Es stieg um 6,3 Prozent. (aka)

Schweiz kann weitere 1000 Tonnen Butter importieren

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat das Zollkontingent für Butter für das laufende Jahr bereits zum vierten Mal erhöht. Nun können weitere 1000 Tonnen Butter importiert werden. Dies soll die inländische Nachfrage bis Ende Jahr decken, wie das BLW am Donnerstag mitteilte. Bislang gaben die Behörden im laufenden Jahr 5100 Tonnen Butter zum Import frei. Im Schnitt beträgt die Nachfrage in der Schweiz über 40'000 Tonnen Butter pro Jahr.

Der Antrag für die zusätzliche Buttermenge hatte die Branchenorganisation Milch eingereicht. Sie schätzt, dass das inländische Angebot für Butter im laufenden Jahr nicht ausreicht. Da die Schweizer Milch grösstenteils zu Käse verarbeitet wird, bleibe zu wenig für die Butterherstellung übrig. Zudem sei die gesamte Milchproduktion tiefer als erwartet. (abi)

Bell steigert Umsatz im ersten Halbjahr

Der Fleischverarbeiter Bell hat im ersten Halbjahr einen Umsatz von 2,1 Milliarden Franken erzielt. Dies entspricht einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Bell die Teuerung mit Preiserhöhungen rasch an die Kundinnen und Kunden weitergegeben hat, wie der Mitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Weiter für das Wachstum verantwortlich ist das Take-Away-Sortiment der Marken Eisberg, Hilcona und Hügli. Die hohen Verkaufszahlen, die während der Zeit von Homeoffice und Restaurant-Schliessungen in den Supermärkten erzielt wurden, konnten jedoch nicht mehr erreicht werden.

Trotz Umsatzwachstum liegt das operative Betriebsergebnis mit 63 Millionen Franken um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Und beim Reingewinn machten der Bell Fremdwährungsverluste in der Höhe von 5 Millionen zu schaffen. So lag der Reingewinn von 40,2 Millionen im ersten Halbjahr rund 10 Millionen unter dem Vorjahreswert. (gb)

Edelweiss mit neuem Rekord

Die Lufthansa-Tochter Edelweiss befindet sich im Steigflug. Im Juli beförderte die Airline über 304'000 Passagiere - das sind 3 Prozent mehr als vor der Covid-Krise. Zudem ist es ein neuer Rekord für die Swiss-Schwester. Noch nie sind in einem Monat so viele Gäste mit Edelweiss geflogen. Die Auslastung der Flüge lag im Schnitt bei 84 Prozent, was in der Branche als guter Wert gilt. Besonders gefragt waren laut Mitteilung die USA, Kanada, die Dominikanischen Republik sowie Spanien, Griechenland und Italien. Der positive Trend halte auch für den Herbst und Winter an. Die Swiss bestätigt derweil auf Anfrage, ihre überlasteten Call Center aufzustocken. Dies geschehe laufend, wie ein Sprecher sagt. Vor wenigen Tagen hatte Lufthansa-Geschäftsleitungsmitglied Christina Foerster angekündigt, die Kapazitäten bei den Hotlines zu verdreifachen. Die Swiss nennt keine Zahl. (bwe)

Sika: Übernahme von MBCC Group verzögert sich

Der Abschluss der Übernahme der MBCC Group durch Sika verschiebt sich auf nächstes Jahr. Dies teilte Sika am Mittwoch mit. Ursprünglich war die Übernahme per Ende Jahr geplant, nun werde der Abschluss der Transaktion für die erste Jahreshälfte 2023 erwartet. Grund dafür sei ein Entscheid der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CMA, eine vertiefte Prüfung im britischen Markt durchzuführen. Auf die strategische Attraktivität der Transaktion habe dies keinen Einfluss, heisst es in der Mitteilung.

Die Übernahmevereinbarung war im November 2021 unterzeichnet worden. Bei der in Mannheim ansässigen MBCC Group handelt es sich um ehemalige Bauchemiegeschäft der deutschen BASF-Gruppe. Zum Zeitpunkt der Vereinbarung wurde sie mit 5,5 Milliarden Franken bewertet. Sika erhofft sich von der Übernahme jährliche Synergien in einer Höhe von bis zu 180 Millionen. (wap)

Berner Kantonalbank meldet Rekordgewinn im ersten Halbjahr

Der Gewinn der Berner Kantonalbank (BEKB) stieg im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent auf ein 66 Millionen Franken. Dabei handle es sich um ein «Rekordhoch», teilte die BEKB am Mittwoch mit. Der Geschäftsertrag habe sich um insgesamt 12,6 Prozent erhöht.

Auch für das zweite Halbjahr ist die Kantonalbank zuversichtlich. Sie geht allerdings davon aus, dass in den nächsten 12 Monaten auch in der Schweiz weiterhin mit einer hohen Inflation und weiteren Zinssteigerungen zu rechnen sei.

Nachhaltigkeit ist bei der Berner Kantonalbank ein grosses Thema. Erst am Montag erklärte BEKB-Präsidentin und Nachhaltigkeitspionierin Antoinette Hunziker-Ebneter im Interview mit CH Media, was ihr Institut diesbezüglich tut und wie sich Anleger vor Greenwashing schützen können. (wap)

Alcon mit starkem zweiten Quartal

Das auf Augenbehandlungen spezialisierte Unternehmen machte im zweiten Quartal 2,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Dies seien 5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zu konstanten Wechselkursen hätte das Wachstum gar 10 Prozent betragen. Über das gesamte erste Halbjahr erzielte Alcon einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr 2021 hatte das Unternehmen rund 4 Milliarden Umsatz gemacht. 

Für das Gesamtjahr geht Alcon von einem Umsatz von 8,6 bis 8,8 Milliarden aus. Noch im Mai war ein Umsatz bis zu einer Höhe von 8,9 Milliarden prognostiziert worden. Die aktualisierte Schätzung liegt aber noch immer im vorgesehenen Wachstumsbereich von 9 bis 11 Prozent. (wap)

Der Velohandel boomt weiter

Im ersten Halbjahr 2022 wurden wieder mehr Velos und E-Bikes importiert. Konkret stiegen die E-Bike-Importe gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 117'357 Stück (+5,6 Prozent), die der Velos auf 219'573 Stück (+9,3 Prozent), wie Velosuisse unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit am Dienstag mitteilt. Während die Exporte von E-Bikes ebenfalls um 7,2 Prozent auf 9665 Einheiten stiegen, brach er bei den Velos um 28,5 Prozent auf 25'051 Stück ein. 

Laut Velosuisse hat sich die Liefersituation im Handel inzwischen «weitgehend entspannt». Doch die hohe Nachfrage bereite den Velolieferanten weiterhin Mühe. «Die grossen Teilezulieferer schieben nach wie vor eine grosse Bugwelle an Bestellungen vor sich her», zitiert die Mitteilung Andreas Kessler, CEO des grössten Schweizer E-Bikeherstellers Flyer. Zudem sei noch unklar, wie viel der Mehrkosten für die gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Transportpreise auf den Endkunden abgewälzt werden. (dpo)

UBS sieht keine Beruhigung bei der Inflation

Die UBS geht davon aus, dass die Inflation in der Schweiz auch in der zweiten Jahreshälfte auf einem hohen Niveau bleibt. Gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Einschätzung der Bank dürfte die Teuerung in diesem Jahr 3,1 Prozent erreichen. Bisher ging die UBS von 2,1 Prozent aus. Auch im nächsten Jahr wird die Teuerung laut UBS Thema bleiben. Sie geht für 2023 von 2,1 Prozent Inflation aus. Die bisherige Schätzung von 1,5 Prozent lag deutlich tiefer. Als Grund für das Andauern der Teuerung nennt die UBS die «Verwerfungen am Energiemarkt». (wap)

Post beteiligt sich an Betreiberin von E-Patientendossier

Die Post will per Ende September 75 Prozent der Aktien an Axsana übernehmen. Sie führe derzeit Gespräche mit den Eigentümern, teilte sie am Dienstag mit. Die Axsana ist eine von fünf Stammgemeinschaften, welche das elektronische Patientendossier betreiben. Sie ist in 14 Deutschschweizer Kantonen tätig. «Mit der Mehrheitsbeteiligung an der Axsana wollen wir dem elektronischen Patientendossier Schub verleihen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter vorantreiben», heisst es in der Mitteilung der Post. Gleichzeitig steigt mit der Beteiligung der Post an Axsana die Swisscom als Bereitstellerin der technischen Infrastruktur aus. Diese will sich laut eigenen Angaben künftig stärker auf Lösungen für den ambulanten Sektor, Spitäler und Krankenkassen fokussieren.

Die Axsana geriet jüngst in finanzielle Schwierigkeiten, weil sich ihre Zertifizierung als Stammgemeinschaft stark verzögerte und der Betrieb des elektronischen Patientendossiers nicht wie geplant im Jahr 2020 sondern erst 2021 aufgenommen werden konnte. Schuld daran ist aber nicht allein die Axsana, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle Anfang Jahr zum Schluss kam. In einem Bericht hielt sie fest, dass sämtliche beteiligte Akteure den Aufbau und sowie die Zertifizierung in ihrer Komplexität unterschätzt hätten. (gb)

«Mr. Cum-Ex» Hanno Berger legt ein Teilgeständnis ab

In dem milliardenschweren «Cum-Ex»-Steuerskandal hat der bekannteste Verfechter der dubiosen Aktiendeals zu Lasten der Staatskasse, Hanno Berger, ein Teilgeständnis abgelegt. Der der besonders schweren Steuerhinterziehung in drei Fällen angeklagte 71-jährige Anwalt räumte gestern vor dem Landgericht ein, ab 2009 mit bedingtem Vorsatz gehandelt zu haben.

Lange hatte Berger jede Schuld von sich gewiesen und versucht, sich in der Schweiz vor der deutschen Justiz in Sicherheit zu bringen. Nach einer Razzia in seiner Kanzlei zog vor rund zehn Jahren in sein Ferienhaus in Zuoz (GR) - bis er in Auslieferungshaft genommen wurde und im Frühjahr auch definitiv ausgeliefert wurde. (dpa/chm)

Seco meldet 39 Fälle von Missbrauch bei Kurzarbeitsgeldern

Die Kurzarbeit trug während der Coronapandemie wesentlich dazu bei, die Schweizer Wirtschaft zu stabilisieren und einen Stellenabbau zu verhindern. Allerdings kam es dabei auch zu Missbrauch. Bislang hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in 39 Fällen Anzeige erhoben, wie es auf am Montag auf Twitter mitteilte. Es geht um eine Schadensumme von 39,8 Millionen Franken. 

Seit September 2020 hat das Seco 1215 Missbrauchsmeldungen erhalten. Bei 862 erhärtete sich nach einer Vorprüfung der Verdacht. Bei den bislang 441 geprüften Unternehmen gab es bei 118 keine Beanstandung und bei 284 wurde ein Fehler gemeldet. Die restlichen Unternehmen wurden angezeigt. (abi)

Axpo wechselt Brennelemente bei AKW Beznau aus

Der Block 2 des Kernkraftwerks Beznau wurde am Montag planmässig für zwei Wochen vom Netz getrennt und abgestellt. Dies teilte die Betreiberin Axpo am Montag mit. Grund für die Abstellung ist ein Brennelementwechsel. Insgesamt werden 121 Brennelemente im Reaktorkern ersetzt. Zudem werden wiederkehrende Prüfarbeiten und Systemtests durchgeführt. Die rund 500 Mitarbeitenden würden dabei von 120 externen Fachkräften unterstützt, so die Axpo. (wap)

Arbeitslosigkeit verharrt im Juli auf tiefen zwei Prozent

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) registrierte Ende Juli rund 91’000 Arbeitslose, wie es am Montag mitteilte. Dies entspricht einer Quote von 2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bleibt damit tief. Sie liegt rund 28 Prozent unter dem Juli-Wert vom Vorjahr.

Die Jugendarbeitslosigkeit hat seit Juni um 4,3 Prozent zugenommen, aber liegt mit rund 8000 Betroffenen immer noch 33,7 Prozent unter Vorjahreswert. Bei der Altersarbeitslosigkeit wurde eine leichte Abnahme um rund 3 Prozent registriert. Sie liegt damit knapp 28 Prozent unter dem Vorjahreswert. Deutlich unter dem Wert vom Juli 2021 lag die Zahl der Stellensuchenden: Hier meldet das Seco ein Minus von 25,5 Prozent. (wap)

Hochdorf: Inflation belastet Betriebsergebnis

Die Hochdorf-Gruppe fuhr im ersten Halbjahr ein negatives Betriebsergebnis (Ebit) von -15,9 Millionen Franken ein. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Als Grund gibt der Konzern die gestiegenen Preise für Rohstoffe in der Produktion, die steigenden Energiepreise und besonders den höheren Milchpreis in der Schweiz an. Die knappe Milchmenge für die Milchpulverproduktion in der Schweiz habe sich ausserdem erschwerend ausgewirkt, heisst es in der Mitteilung. 

Im zweiten Halbjahr hätten Portfoliobereinigungen und operative Effizienzsteigerung Priorität, so Hochdorf. Dank einer Zwischenfinanzierung sei die Liquidität bis zum September 2023 gesichert. Für das zweite Halbjahr rechnet die Hochdorf-Gruppe mit einem Verlust (Ebitda) von weniger als sieben Millionen. (wap)

Der Gegenwind für die Konjunktur wird stärker

Bei der Konjunktur passiert das Gegenteil der derzeitigen Temperaturen: Sie kühlt sich ab. Wie die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) am Freitag meldet, dürfte der «Gegenwind in der nächsten Zeit zunehmen». Zwar sei die Lage immer noch besser als zu Beginn des Jahres, aber gerade in der Bewertung der Zukunftsaussichten seien die Befragten deutlich pessimistischer. Besonders spürbar sei dies im Detailhandel, so die KOF. Einen gegenteiligen Trend beobachten die Forscher dagegen im Gastgewerbe. Da habe sich die Geschäftslage «deutlich» gebessert.

Die KOF sieht auch sonst nicht nur dunkle Wolken. Zwar bestehen die Probleme beim Material- und Vorproduktemangel weiterhin, sie hätten sich aber trotz Krieg in der Ukraine nicht weiter verschärft. Auch der Preisauftrieb sei zwar hoch, nehme aber ebenfalls nicht zu. Es gebe durchaus Indizien, die darauf deuten, «dass die Geschwindigkeit der Preissteigerungen insgesamt zumindest nicht mehr so stark zunehmen wird.»

Einen Dämpfer gibt es dagegen für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Die Bruttolöhne dürften gemäss Lohnumfrage kurzfristig nicht mit der Inflation Schritt halten. Die Löhne dürften zwar um leicht mehr als 2 Prozent steigen, das reicht in den Augen der Befragten aber nicht aus, um mit der Inflation Schritt zu halten. (mg)

Fitch stuft Credit Suisse herunter

Die Credit Suisse kommt aus den Negativmeldungen nicht heraus: Auch die dritte grosse amerikanische Ratingagentur Fitch stuft die krisengeplagten Grossbank herunter und senkt die Bonitätsnote auf «BBB» von «BBB+». Zuvor hatte bereits Moody’s das Rating gesenkt und S&P den Rating-Ausblick auf «negativ» zurückgenommen. (chm)

Mobimo legt bei Vermietung zu, erzielt aber weniger Gewinn

Mobimo schreibt in einer Mitteilung vom Freitag von einem «erfreulichen» Halbjahresergebnis trotz «etwas unruhigerem Umfeld». So stieg der Erfolg aus Vermietung um 7,4 Prozent auf 60 Millionen Franken. Grund dafür ist der Kauf von Geschäftsliegenschaften und eines Areals sowie eine Reduktion des Leerstands von 4,8 auf 4,6 Prozent. Der Erfolg aus Entwicklungen und Verkauf Promotion sank dagegen von 54,4 auf 3,8 Millionen Franken. Das Vorjahr sei vom Verkauf eines Grossprojekts geprägt gewesen.

Unter dem Strich erzielte Mobimo einen Unternehmensgewinn von 63,5 Millionen Franken – inklusive Neubewertungen. Im Vorjahr waren es noch 83,7 Millionen gewesen. Laut der Immobiliengesellschaft stieg der Wert des Gesamtportfolios von 3,6 auf rund 3,7 Milliarden Franken.

Das Unternehmen ist für den weiteren Geschäftsgang «generell sehr zuversichtlich». So spürt Mobimo trotz den Entscheiden der Nationalbank keine ausgeprägte Unruhe am Markt. Einzig im Transaktionsgeschäft sei eine gewisse Zurückhaltung feststellbar. (abi)

Der Reiseanbieter Lastminute schon fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

Der Reiseanbieter Lastminute blickt auf ein gutes Halbjahr zurück. Nach einem harzigen Jahresbeginn aufgrund der Omikron-Variante habe das Geschäft Fahrt aufgenommen, teilt das Unternehmen am Freitag mit. Der Umsatz belief sich auf 159,8 Millionen Euro. Das sei dreimal mehr als vor einem Jahr und nur 5 Prozent weniger als 2019. Das Nettoergebnis in Höhe von 13,2 Millionen Euro liegt sogar bereits 14 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau und bedeutet Rekord. Im ersten Halbjahr 2019 war es noch negativ.

Der Reiseanbieter führt das Ergebnis vor allem auf den starken Aufschwung im zweiten Quartal zurück. Dort stiegen Umsatz und Gewinn auf einen historischen Höchststand, wie es weiter heisst.

Weiter betont das Unternehmen, dass die jüngsten Ereignisse keine Auswirkungen auf den aktuellen Geschäftsverlauf hätten. Der Schweizer Tochtergesellschaften von Lastminute wird vorgeworfen, Covid-Kurzarbeitsentschädigungen unrechtmässig bezogen zu haben. Für mehrere Mitarbeitende wurde Untersuchungshaft beantragt – darunter auch CEO Fabio Cannavale und COO Andrea Bertoli. Zudem gab das Unternehmen bekannt, dass die Generalversammlung von Anfang September abgesagt wird. (abi)

Bank of England: Grosser Zinsschritt gegen die Teuerung

Die britische Notenbank hebt den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent, wie sie gestern mitteilte. Es ist der grösste Zinsschritt seit 25 Jahren, seit der politischen Unabhängigkeit der Bank of England im Jahr 1997. Es ist ein Schritt im Kampf gegen die Inflation: Denn in Grossbritannien ist die Teuerung mittlerweile auf 9,4 Prozent gestiegen. Die Inflation ist damit so hoch wie seit etwa 40 Jahren nicht mehr. Zugleich rechnen die britischen Währungshüter mit einem langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung: Ab dem vierten Quartal dürfte die britische Wirtschaft demnach fünf Quartale in Folge schrumpfen. (dpa)

Glencore profitiert von hohen Preisen

Von einer «aussergewöhnlichen finanziellen Leistung» spricht Glencore-Chef Gary Nagle in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der Schweizer Rohstoffkonzern erzielte im ersten Halbjahr trotz schwierigem Umfeld ein bereinigtes Rekord-Ebitda von 18,9 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 119 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das angepasste operative Ergebnis (Ebit) beläuft sich auf 15,4 Milliarden (+191 Prozent). Der Umsatz wuchs um 43 Prozent auf 134 Milliarden. Der Konzern profitierte unter anderem von Rekordpreisen für Kohle und Gas. (chm)

Valiant legt beim Gewinn leicht zu

Die Bank Valiant kann laut Mitteilung vom Donnerstag auf ein positives erstes Halbjahr zurückblicken. Der Konzerngewinn konnte gegenüber der Vorjahresperiode um 1,3 Prozent auf 62 Millionen Franken gesteigert werden. Der Geschäftsertrag wuchs um 5,1 Prozent auf 220 Millionen. Sowohl das Zinsgeschäft wie auch das Dienstleistungsgeschäft hätten zum erfreulichen Ergebnis beigetragen. 

Zugenommen haben auch die Kundenausleihungen. Per Mitte 2022 betragen diese gesamthaft 27,9 Milliarden Franken. Damit konnte Valiant hier 2,5 Prozent zulegen. Gleichzeitig spart Valiant aber weiter. Im Februar haben sie ein entsprechendes Programm gestartet, dieses soll ab 2024 jährlich Einsparungen in der Höhe von 12 bis 15 Millionen Franken bringen. Die Bank hat aber auch zwei neue Filialen eröffnet. Weitere sollen bis Ende Jahr folgen. (mg)

Adecco legt im zweiten Quartal zu – aber nicht beim Gewinn

Jobvermittler Adecco kann auf ein gutes zweites Quartal zurückblicken. Der Umsatz stieg organisch um 4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Adecco verdiente damit unter dem Strich allerdings lediglich 77 Millionen Euro – 47 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit erwirtschaftete der Jobvermittler im ersten Halbjahr einen Umsatz von knapp 11,4 Milliarden und einen Reingewinn von 169 Millionen Euro. Während der Umsatz organisch um 4 Prozent wuchs, sank der Reingewinn um 37 Prozent. Als Gründe dafür nennt Adecco unter anderem Investitionen und Abschreibungen. (chm)

Bundesrat übernimmt EU-Goldembargo

Nachdem die EU vor zwei Wochen ein Goldembargo gegenüber Russland verhängt hat, zieht die Schweiz jetzt nach. Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist es ab Mittwoch, 3. August, um 18 Uhr verboten, Gold und Golderzeugnisse aus Russland zu kaufen, einzuführen oder zu transportieren. Auch Lieferungen über Drittländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate sind untersagt.

Bisher war der Import von russischem Gold in die Schweiz nicht sanktioniert. Einschränkungen gab es aber beim Handel: Da russisches Gold, das nach dem 7. März produziert worden war, auch in der Schweiz nicht mehr den anerkannten Standards entsprach, stand der Handel damit unter Strafe. Raffinerien oder sogenannte Handelsprüfer indes konnten weiterhin solches Gold einkaufen, einschmelzen und handeln. Sie mussten aber mit einer Überprüfung durch die Zollbehörden rechnen. Diese klären in einem solchen Fall ab, ob alle Sorgfaltspflichten eingehalten worden sind. Zu diesen Pflichten gehört auch, dass die Firma klären muss, ob an der Lieferung sanktionierte russische Personen oder Organisationen beteiligt sind. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit riet angesichts der Risiken vom Kauf russischen Goldes ab. Mit dem Entscheid, russische Goldimporte zu verbieten, schafft der Bundesrat klare Verhältnisse. 

Den Juristen dürfte die Arbeit dennoch nicht ausgehen. Denn es ist durchaus denkbar, dass auch mit dem Embargo künftig noch russisches Gold in der Importstatistik auftaucht - und das ganz legal. In der Verordnung des Bundes heisst es, sanktioniert sei Gold, «das nach dem 4. August 2022 aus der Russischen Föderation ausgeführt wurde». Gold, das Russland bereits früher exportiert hatte, darf deshalb weiterhin eingeführt werden. Jedoch würde, wie bereits vor den neuen Sanktionen, dann die Edelmetallkontrolle des Bundes aktiv werden und prüfen, ob eine Raffinerie oder ein Handelsprüfer die Sorgfaltspflichten verletzt hat. (mpa)

Eine Frage der Herkunft: Gold aus Russland darf ab dem 3. August nicht mehr importiert werden.

Eine Frage der Herkunft: Gold aus Russland darf ab dem 3. August nicht mehr importiert werden.

Chris Collins / The Image Bank RF

Kartellamt genehmigt höheren Kühne-Anteil an Lufthansa

Der in der Gemeinde Feusisberg SZ wohnhafte Logistik-Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne darf grösster Anteilseigner der Deutschen Lufthansa AG werden. Das Bundeskartellamt hat die Erhöhung seines Aktienanteils von zuvor 10 Prozent auf nunmehr 15,01 Prozent genehmigt, wie es am Mittwoch in Bonn berichtete. Kühne ist Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne+Nagel und Grossaktionär der Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd.

Zwar sei Kühne+Nagel International einer der weltweit grössten Logistikanbieter und schon bislang ein grosser Kunde der Lufthansa-Frachtsparte. Wettbewerbsnachteile für die Konkurrenz seien aber nicht zu befürchten, entschied das Kartellamt.

«Selbst wenn in Folge der Kühne-Beteiligung bei der Lufthansa künftig weniger freie Kapazitäten für andere Nachfrager nach Luftfracht verfügbar wären, stünden diesen noch genügend Ausweichalternativen zur Verfügung», sagte Amtspräsident Andreas Mundt. Kapazitätsengpässe spielten bei der Luftfracht eine geringere Rolle als im Passagiergeschäft. Es sei zudem mit einem steigenden Angebot von Frachtkapazitäten zu rechnen. (dpa)

Trotz Ukraine-Krieg und Inflation gute Aussichten für Arbeitnehmende

Der Beschäftigungsindikator klettert auch im dritten Quartal weiter nach oben und erreicht einen neuen Höchststand: Mit 17,2 Punkten liegt er so hoch wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1992. Damit hat er sich seit dem zweiten Quartal 2020, direkt nach Beginn der Corona-Pandemie, jedes Quartal verbessert. Das teilte die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich am Mittwoch mit.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds lasse der Stand des Indikators für die nächste Zeit eine sehr erfreuliche Beschäftigungsentwicklung in fast allen Branchen erwarten. Eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen beurteile den gegenwärtigen Bestand an Beschäftigten denn auch als zu tief.

Allerdings bekommen die Beschäftigungserwartungen für die nächsten drei Monate einen kleinen Dämpfer, wie es weiter heisst. Dies könnte laut KOF ein erstes Anzeigen sein, dass der Beschäftigungsindikator seinen Höhepunkt erreicht hat. Trotzdem: Insgesamt deute er für das laufende und kommende Quartal «auf ein starkes Beschäftigungswachstum auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hin».

Der Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen der KOF berechnet. Für das dritte Quartal wurden im Juli etwa 4500 Unternehmen zu ihren Beschäftigungsplänen und -erwartungen befragt. (abi)

Deutlich mehr Bestellungen: Oerlikon legt im ersten Halbjahr zu

Oerlikon kann auf ein gutes erstes Halbjahr zurückblicken. Der Bestellungseingang des Konzerns stieg gegenüber dem Vorjahr um 21,2 Prozent auf über 1,5 Milliarden Franken. Das teilte der Industriekonzern am Mittwoch mit. Der Umsatz wuchs um 19,7 Prozent. Das Ebit belief sich auf 125 Millionen Franken – ein Plus von 30 Millionen gegenüber dem ersten Halbjahr 2021. Und das Konzernergebnis erhöhte sich um mehr als 23 Prozent auf 88 Millionen Franken, wie es weiter heisst.

Ein Grund dafür ist das zweite Quartal, das Oerlikon als «stark» beschreibt. Der Bestellungseingang stieg um 19,5 Prozent. Der Industriekonzern führt dies auf eine starke Nachfrage im Filament- und Non-Filament-Geschäft bei Polymer Processing Solutions zurück. Der Konzernumsatz wuchs weltweit um 16,9 Prozent auf 734 Millionen.

«Unser starkes Wachstum bestätigt die Strategie, sich auf innovative und nachhaltige Lösungen zu konzentrieren», wird Michael Süss, Executive Chairman des Oerlikon Konzerns, in der Mitteilung zitiert. Der Konzern bestätigt denn auch die Gesamtjahresprognose für das laufende Jahr. (abi)

Brief an Bundesrat: Milchwirtschaft will keine Strom-Kontingentierung

Die Branchenorganisation (BO) Milch blickt sorgenvoll auf die kommenden Wintermonate und die dann drohende Strom- und Gasmangellage. Vor allem der vom Bund vorgeschlagene Massnahmenplan mit der Kontingentierung der Energieträger und dem vorübergehenden Abschalten des Stromnetzes bereitet ihr Sorgen. Sie gelangt deshalb mit einem Brief an den Bundesrat und bittet darin, die Grossverbraucher der Wertschöpfungskette Milch im Notfall von den Massnahmen auszunehmen. Das teilte die BO am Dienstag mit. Für sie ist klar: Ihre Wertschöpfungskette wäre von eingeschränkten Strom- und Gaslieferungen «besonders» betroffen.

Der Bundesrat habe die Möglichkeit, je nach Situation, bestimmte grundversorgungsrelevante Produktions- und Verarbeitungsbetriebe von diesen Massnahmen zu befreien. Er solle dabei sehr gezielt vorgehen «und nicht einer Rasenmäher-Methode gleich allen Wirtschaftssektoren die beiden Energieträger einzuschränken». 

Begründet wird die Bitte damit, dass Milch, Butter oder Rahm zu den Grundnahrungsmitteln gehören. «Während der Covid-Pandemie zeigte sich eindrücklich, was geschieht, wenn sie, wie die übrigen Milchprodukte, zur Mangelware werden: Der Verkauf verdreifachte sich, teilweise blieben die Regale leer», schreibt die BO. Diese Situation solle sich nicht wiederholen. (abi)

Steigende Preise und schwache Wirtschaft: Konsumenten sehen schwarz

Die Konsumentinnen und Konsumenten erwarten eine schwache Wirtschaftsentwicklung und beurteilen ihre eigene finanzielle Lage «historisch» negativ. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte Juli-Umfrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

So ist der Index der Konsumentenstimmung mit einem Minus von 42 Punkten erneut deutlich zurückgegangen. Laut Seco wird damit sogar erstmals das Niveau nach dem Ausbruch der Coronapandemie im April 2020 leicht unterschritten. Auch der Teilindex zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten liegt mit -53 Punkten weit unter dem langjährigen Mittel von -9 Punkten.

Zwar gehen die Befragten davon aus, dass die gute Situation am Arbeitsmarkt weiter anhält. Allerdings werden die Haushaltsbudgets durch steigende Preise belastet. Laut Seco stieg der entsprechende Teilindex im Vergleich zur April-Umfrage «markant» an. Die Befragten zeigen sich denn auch zurückhaltend, wenn es um grosse Anschaffungen geht. (abi)

Meyer Burger passt Produktionspläne nach unten an

Meyer Burger hat die erwartete Produktionsmengen für 2022 und 2023 angepasst, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Konkret erwartet der Hersteller von Solarzellen und -modulen für das laufende Jahr neu ein Produktionsvolumen von 320 bis 370 Megawatt (MW) statt 500 MW. Für das kommende Jahr rechnet Meyer Burger neu mit einem Produktionsvolumen von 1 bis 1,2 Gigawatt. Der Solarspezialist führt die angepassten Produktionspläne auf die bisherigen Betriebserfahrungen und auf die «herausfordernde» Lieferkettensituation zurück.

Meyer Burger habe die gestiegenen Materialkosten durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben. Dennoch sieht das Unternehmen eine «so starke Nachfrage» nach den Solarmodulen in Europa und den USA, dass es sein Produktionsvolumen den Kunden zuteilen müsse. Meyer Burger geht davon aus, dass die erwartete Absatzmenge im kommenden Jahr «fast vollständig» in das Segment der Hausdächer fliessen wird. Ursprünglich sah der Absatzplan einen Anteil von bis zu 30 Prozent für Solarkraftwerke vor. (abi)

Verkauf von Ruag Ammotec abgeschlossen

Sämtliche Anteile der Ruag Ammotec sind nun in der Hand der Beretta Holding. Der Verkauf der Kleinkaliber-Sparte wurde somit abgeschlossen. Beretta übernehme alle «2700 Mitarbeitenden an sämtlichen Produktions- und Vertriebsstandorten von Ammotec», wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Der Verkauf wurde vom Bundesrat beschlossen und hat auch vom Parlament seinen Segen erhalten – allerdings gab es da Widerstand gegen die Veräusserung der Munitionsfirma. 

Beretta hat zugesichert, den Produktionsstandort Thun mit rund 400 Arbeitsplätzen für mindestens fünf Jahre zu erhalten. (mg)

Konjunkturforscher sehen «dunkle Wolken»

Zum dritten Mal in Folge sinkt das Konjunkturbarometer der Forschungsstelle der ETH (KOF). Der Index liegt nun bei 90.1 Punkten, was beinahe 10 Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt ist. Beinahe in allen Bereichen hätten sich die Aussichten eingetrübt, schreibt die KOF am Freitag. Sie sieht «dunkle Wolken» am Konjunkturhimmel.

«Die Schweizer Konjunktur dürfte sich im Herbst harzig entwickeln», heisst es in der Mitteilung. Der Fall des Barometers habe sich nach einem Rückgang im Vormonat im Juli wieder beschleunigt. Die Perspektiven seien in vielen Branchen «deutlich ungünstiger als bisher». (mg)

Umsätze im Schweizer Detailhandel legen leicht zu

Die Umsatzzahlen im Schweizer Detailhandel sind im Juni saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent angewachsen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten provisorischen Ergebnissen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Auch wenn die Teuerung berücksichtigt wird, konnten die Detailhandelsumsätze im Vergleich zum Mai leicht zulegen: Real stiegen sie saisonbereinigt um ebenfalls 0,1 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr wird das Wachstum deutlicher: Nominal stiegen die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Umsätze um 3,2 Prozent. Real waren es 1,2 Prozent. (abi)

Sunrise macht keine grossen Sprünge

Sunrise meldet einen stabilen Umsatz. Im zweiten Quartal hat das Telekommunikationsunternehmen 740 Millionen Franken erwirtschaftet. Das ist praktisch gleich viel wie in der Vorjahresperiode. Das Unternehmen meldet weiter einen minim höheren Gewinn. Das segmentbereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) liegt auf angepasster Basis 0,5 Prozent höher als im Vorjahr und beträgt 269 Millionen Franken.

Bei den Mobile-Abos konnte Sunrise im Bereich der Postpaid-Abos um 47'300 Kundinnen und Kunden zulegen. Dagegen gab es im Breitbandbereich einen Rückgang von 2000 Abos – dies sei auf den schrittweisen Abbau der Marke UPC zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. (mg)

Clariant kann steigende Rohstoffpreise mehr als ausgleichen

Beim Spezialchemiekonzern Clariant ist man mit dem ersten Semester zufrieden. Wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heisst, stieg der Umsatz in Schweizer Franken um 26 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. Dies dank «eines starken Preis- und Volumenwachstums», wie CEO Conrad Keijzer schreibt. Die Umsätze seien in allen Regionen signifikant gewachsen. Das Betriebsergebnis (Ebitda) bei fortgeführten Aktivitäten stieg um satte 30 Prozent auf 436 Millionen Franken. Auch die um über 35 Prozent gestiegenen Rohstoffpreise konnten ausgeglichen werden. 

Beim Nettoergebnis gab es einen kräftigen Sprung. Dieses betrug im ersten Halbjahr 386 Millionen Franken. 2021 waren es noch 157 Millionen gewesen. Im laufenden Jahr wolle Clariant «stärker als der Markt wachsen». Auch die Ebitda-Marge solle trotz eines herausfordernden geopolitischen Umfelds verbessert werden. 

Vontobel spricht von« zufriedenstellendem» Halbjahr

Die Ergebnisse der ersten sechs Monate des laufenden Jahres liegen unter jenen vom Vorjahr, teilt Vontobel am Donnerstag mit. Im Vergleich mit 2020 seien sie aber besser. So liegt das Ergebnis vor Steuern heuer bei 180 Millionen Franken, 2021 waren es noch über 50 Millionen mehr gewesen. Auch der Betriebsertrag lag mit 686 Millionen Franken (Vorjahr: 779,6 Millionen) deutlich tiefer. Zurückgegangen sind auch die verwalteten Kundenvermögen: Sie sanken um 14 Prozent und betragen neu 208,6 Milliarden Franken. Die Bank begründet dies mit dem schlechten Umfeld an den Märkten.

Trotzdem spricht Vontobel von einem «zufriedenstellenden Resultat», wie es in der Mitteilung heisst. Nach dem Rekordjahr 2021 sei der Start ins neue Jahr «erwartungsgemäss» ausgefallen. (mg)

Gründerfamilie will bei Calida kürzertreten

Beim Unterwäschehersteller Calida zeichnet sich ein Wechsel bei den Besitzverhältnissen ab. Die Gründerfamilie Kellenberger habe dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass sie die Regelung ihrer Nachfolge als Ankeraktionärin einleiten wolle. In absehbarer Zeit stehe innerhalb der Familie «keine Nachfolgerin und kein Nachfolger für Verwaltungsrat Erich Kellenberger mit der notwendigen industriellen Expertise bereit», heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Daher beabsichtige die Familie den Verkauf ihrer Aktienbeteiligung von 33,5 Prozent. Dabei werde «eine für alle Stakeholder konstruktive Lösung» gesucht, die Familie strebe eine Übergabe an «verantwortungsvolle Aktionäre» an. Die andere Gründerfamilie, die Familie Palmers, hat sich bereits früher aus dem Unternehmen zurückgezogen.(mg)

Beim Unterwäschehersteller Calida zeichnet sich ein Wechsel bei den Besitzverhältnissen ab.

Beim Unterwäschehersteller Calida zeichnet sich ein Wechsel bei den Besitzverhältnissen ab.

Keystone

Höherer Umsatz bei Bucher Industries

Der Schweizer Maschinenhersteller Bucher Industries blickt auf ein «gutes» erstes Halbjahr zurück und meldet am Donnerstag eine «deutliche Umsatzsteigerung» – und dies «trotz anhaltender Schwierigkeiten in Beschaffung und Logistik», wie der Konzern schreibt. Der Nettoumsatz für die ersten sechs Monate betrug 1,78 Milliarden Franken, 2021 waren es für die gleiche Berichtsperiode noch 1,6 Milliarden. Ebenfalls höher liegt das Betriebsergebnis (Ebitda): In den ersten sechs Monaten beläuft es sich auf 243 Millionen Franken (2021: 221 Millionen).

Für das weitere Jahr rechnet der Konzern damit, dass sich die Nachfrage «auf sehr hohem Niveau abschwächen wird». Dabei werde «die Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften die Abarbeitung des rekordhohen Auftragsbestands erschweren». Der Druck auf die Margen dürfte so laut Bucher erhöht werden. Der Konzern erwartet «im Vergleich zu 2021 einen höheren Umsatz und eine etwas tiefere, zweistellige Betriebsgewinnmarge», wie es in der Mitteilung heisst. (mg)

Publibike und Intermobility fusionieren

Im August soll das «grösste zusammenhängende Bike-Sharing-Netz der Schweiz» entstehen. Das teilten Publibike und Intermobility am Mittwoch gemeinsam mit. Die beiden Firmen wollen ihre Kräfte künftig bündeln und als eine Firma auftreten. Unter deren Dach werden die Produkte Publibike und Velospot betrieben – vorerst ohne neues Branding der aktuellen Veloflotte. Beide Systeme sollen im bestehenden Design weiterbetrieben werden.

Publibike verfügt heute über acht Netze in der ganzen Schweiz, Intermobility mit Velospot über zehn. Künftig werden die Systeme gekoppelt. Damit können die Velos von beiden Anbietern in 18 Städten oder Regionen mit nur einem Abo genutzt werden, wie es weiter heisst.

Den Kundinnen und Kunden stehen dann Velos an mehr als 1500 Ausleihstationen zur Verfügung – vom Genfersee über Basel, dem Espace Mittelland und dem Tessin bis nach Zürich. Im Verlauf des kommenden Jahres sollen sie auf über 10'000 Velos, E-Bikes und Cargobikes Zugriff haben. (abi)

Peter Spuhler wird Hotelbesitzer

Eisenbahnbauer und Stadler-Lenker Peter Spuhler hat ein neues Engagement: Zusammen Silvio Denz übernimmt er das Hotel Florhof in Zürich. Silvio Denz ist Mehrheitsaktionär und Verwaltungsratspräsident der Lalique Group. Durch den Erwerb des Hotels wollen Denz und Spuhler die Weiterführung des Hauses als Hotel-Restaurant sichern, heisst es in einer Mitteilung der Lalique Group. Diese wird den Betrieb als Pächterin übernehmen. (wap)

Zehnder meldet 15 Prozent Umsatzwachstum für das erste Halbjahr

Die Zehnder Group konnte den Umsatz im ersten Halbjahr 2022 auf 399,6 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis (Ebit) lag bei 36,9 Millionen Euro, der Reingewinn bei 29,4 Millionen. Angesichts steigender Herstellungskosten und Lieferengpässen sei dies ein solides Ergebnis, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. 

Das Unternehmen rechnet auch im zweiten Halbjahr 2022 mit einem überdurchschnittlichen Umsatzwachstum. Angestrebt wird ein Umsatz in Höhe von 775 bis 825 Millionen Euro und eine Ebit-Marge in der Bandbreite von acht bis zehn Prozent.

Zehnder ist in Gränichen ansässig und ein international führender Anbieter von Gesamtlösungen für Raumklima. 55 Prozent des Umsatzes entfielen im ersten Halbjahr auf das Lüftungsgeschäft, 45 Prozent auf das Heizungssegment, (wap)

Gewerkschaft Verdi legt Lufthansa lahm – über 1000 Flüge abgesagt

Die Lufthansa hat für den Mittwoch nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt. Grund sind Warnstreike des Lufthansa-Bodenpersonals, zu welchen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte. Der flächendeckende Ausstand des Bodenpersonals zwingt nach Unternehmensangaben 678 Flüge in Frankfurt und 345 Flüge in München an den Boden. Er soll bis Donnerstag um 6 Uhr dauern. Verdi hat zu Kundgebungen an den Flughäfen Frankfurt, Hamburg und München aufgerufen.

Betroffen sind mitten in der Ferienzeit rund 144'000 Fluggäste, die längst nicht alle umgebucht werden konnten, weil auch in den folgenden Tagen die Flieger bereits voll sind. Bereits am Dienstag fielen laut Lufthansa mindestens 47 Verbindungen aus. Die Airline befürchtet Auswirkungen bis zum Freitag.

Der erste Streik bei Lufthansa nach dem Corona-Schock kommt vor dem Hintergrund eines teilweise chaotisch verlaufenen Neustarts der Branche. Personalengpässe und eine starke Urlaubsnachfrage haben schon ohne Streiks zu erheblichen Abfertigungsproblemen in diesem Sommer geführt. Verdi macht dafür vor allem Missmanagement und überzogenen Personalabbau bei Flughäfen und Airlines verantwortlich. (dpa)

SIG meldet robustes Wachstum im ersten Halbjahr

Die SIG Group konnte den Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um währungsbereinigt 12,4 Prozent steigern. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das organische Wachstum betrug 7,5 Prozent. Preiserhöhungen hätten ab dem zweiten Quartal zur Beschleunigung des organischen Wachstums beigetragen. Insgesamt machte die SIG Group im ersten Halbjahr 1,14 Milliarden Euro Umsatz. Im ersten Halbjahr 2021 waren es 965,8 Millionen gewesen. Das in Neuhausen am Rheinfall SH ansässige Unternehmen ist in der Verpackungsindustrie tätig. (wap)

Emmi verkauft Ambrosi-Anteile an die Lactalis Gruppe

Emmi wendet sich vom Parmesan ab: Wie die grösste Schweizer Milchprodukteherstellerin am Montag mitteilt, stösst sie ihre Beteiligung von 25 Prozent an der italienischen Käsefirma Ambrosi ab. Die italienischen Käseklassiker hätten das Sortiment von Schweizer Käsespezialitäten «ideal ergänzt», würden aber «nicht mehr zum Kernsortiment» gehören, lässt sich Emmi-CEO Urs Riedener in der Mitteilung zitieren.

Sowohl Emmi als auch Ambrosi würden heute über eigene Strukturen ausserhalb des Heimmarktes verfügen und seien «für weiteres Wachstum gut positioniert», heisst es weiter. So haben Emmi und Ambrosi gemäss der Mitteilung das Kaufangebot der französischen Lactalis Gruppe akzeptiert. Diese ist Weltmarktführer im Bereich Milchprodukte und Käse. Der Vollzug des Kaufes unterliege der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden. Über den Preis habe man Stillschweigen vereinbart, so Emmi. (aka)

Öffentliches Übernahmeangebot für Bobst Group

Die Mehrheitsaktionärin von Bobst, die JBF Finance, hat ein öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien des Herstellers von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie angekündigt. Sie sei bereit, 78 Franken in bar pro Bobst-Aktie zu bezahlen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Dies entspreche einer Prämie von 22 Prozent im Vergleich zum Durchschnittskurs der vergangenen vier Wochen. Danach soll die Bobst Group von der Börse genommen und privat weitergeführt werden. (wap)

Lastminute.com: Vier Personen müssen in Untersuchungshaft

Schweizer Tochtergesellschaften von lastminute.com sollen Covid-Kurzarbeitsentschädigungen unrechtmässig bezogen haben. Die Tessiner Behörden haben entsprechende Untersuchungen eingeleitet und Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Insgesamt fünf Personen sind davon betroffen – darunter auch aktuelle Führungskräfte.

Nun hat das zuständige Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft von vier Personen für eine maximale Dauer von bis zu sieben Wochen genehmigt. Das teilte der Online-Reiseanbieter am Samstag mit. Zu den vier Personen zählen auch CEO Fabio Cannavale und COO Andrea Bertoli. Ein weiterer Manager, der noch verhört wurde, sei hingegen freigelassen worden. (abi)

Dank Einmaleffekten: SIX steigert Gewinn im ersten Halbjahr

In einem herausforderndem Marktumfeld hat die Börsenbetreiberin am Freitag solide Geschäftszahlen vorgelegt. Den Betriebsertrag konnte SIX mit 751,7 Millionen Franken praktisch gleich halten (+0,8 Prozent), wie es in einer Mitteilung heisst. Wegen gestiegener Kosten infolge von Investitionen in die Infrastruktur sank der operative Gewinn auf Stufe Ebitda um 5,5 Prozent auf 213,7 Millionen Franken. Durch einmalige Effekte im Finanzerfolg stieg der Konzerngewinn unter dem Strich um 12,1 Prozent auf 121,3 Millionen Franken. (rwa)

Lieferengpässe und China-Lockdowns belasten Bystronic

Der auf Maschinenbau spezialisierte Konzern Bystronic hat ein herausforderndes erstes Halbjahr hinter sich. Zwar stieg der Nettoumsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 2,8 Prozent auf 453,2 Millionen Franken. Der operative Betriebsgewinn auf Stufe Ebit brach dagegen von 30,3 auf 10,5 Millionen Franken ein, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Zu schaffen machten der ehemaligen Conzzeta vor allem Lieferengpässe, eingeschränkte Transportkapazitäten und die Lockdowns in China. Auch für das restliche Jahr bleibt die Situation laut Mitteilung angespannt. Mögliche Folge seien längere Fristen für Auslieferungen und Installationen wie auch höhere Produktionskosten. Trotzdem hält das Unternehmen an seinen langfristigen Zielen fest. Bis 2025 strebe Bystronic ein jährliches organisches Umsatzwachstum von mehr als 5 Prozent an. (rwa)

Givaudan steigert Umsatz trotz schwierigem Umfeld

Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen blickt auf ein solides Halbjahresergebnis zurück. Givaudan konnte den Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 6,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken steigern. Trotz schwierigem Umfeld seien die Verkaufszahlen «über das gesamte Portfolio und alle Märkte hinweg» gut gewesen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Wachstumsmotor war in den ersten sechs Monaten der Bereich «Geschmack & Wohlbefinden». Hier wurden 2,0 Milliarden Franken erwirtschaftet. Das sind 7,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings sank der Bruttogewinn – und zwar um 1,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Franken. In Lokalwährungen resultierte jedoch ein Plus von 0,4 Prozent. (rwa)

Accelleron wird zum Spin-off von ABB – Börsengang ist auf Oktober geplant

Nun ist die Katze aus dem Sack: Die ABB will ihre Turbolader-Division, welche im Februar in «Accelleron» umgetauft wurde, als Spin-off abspalten. Die Aktien der Accelleron würden «als Sachdividenden an die ABB-Aktionäre» ausgeschüttet, teilt die ABB am Mittwochabend mit. Pro zwanzig gehaltene ABB-Aktien soll es eine Accelleron-Aktie geben. Damit wird Accelleron zum eigenständigen Unternehmen, bleibt jedoch in der Hand der ABB-Aktionäre.

Die Transaktion ermögliche einen «Fokus auf die jeweiligen Kernstrategien» von ABB und Accelleron, schreibt die ABB weiter. Als führender Anbieter von leistungsstarken Turboladern könne sich Accelleron darauf konzentrieren, sein volles Potenzial im Grossmotorenbereich auszuschöpfen.

Die Kotierung an der Börse ist auf den 3. Oktober geplant. Dazu muss der Spin-off jedoch noch von den ABB-Aktionärinnen und Aktionären genehmigt werden. Dies soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 7. September geschehen. (aka)

Migros Bank wächst im ersten Halbjahr

Die Migros Bank hat in den ersten sechs Monaten des Jahres ihr Geschäft weiter ausgebaut. Gegenüber der Vorjahresperiode steigerte sie den Geschäftsertrag um 5,4 Prozent auf 343 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch beim Gewinn legte die Bank um 3,7 Prozent auf 130 Millionen Franken zu. Als Zeichen des Vertrauens wertet sie auch den Umstand, dass die Kundeneinlagen um 2,8 Prozent auf 43,3 Milliarden Franken zunahmen.

Für die Zukunft möchte die Bank Synergien mit der Migros-Gruppe gezielt ausschöpfen. So wurde etwa Anfang Juli die neue Cumulus-Kreditkarte lanciert. Diese wird neu von der Migros Bank herausgegeben. Trotz der Herausforderungen wegen des Ukraine-Krieges und der allfälligen Rückkehr der Pandemie geht die Bank von einem weiterhin soliden Wachstum aus. (rwa)

Uhrenindustrie profitiert von steigender Nachfrage im Ausland

Im ersten Halbjahr exportierte die schweizerische Uhrenindustrie Produkte im Gegenwert von 11,9 Milliarden Franken. Dies teilte der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie am Dienstag mit. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei dies eine Verbesserung um 11,9 Prozent. Besonders stark wuchs die Ausfuhr in westliche Nationen wie die USA (+31,5 Prozent), Grossbritannien (+31,8 Prozent) oder Frankreich (+36,5 Prozent). Weniger verkauft wurde dagegen nach China und Hongkong. Gänzlich weggebrochen sind die Ausfuhren nach Russland, dies habe aber keine grössere  Auswirkungen auf das Gesamtergebnis, so der Uhrenverband. (wap)

Orascom steigert Verkäufe im zweiten Quartal um 31 Prozent

Die Verkäufe der Orascom Development Holding (ODH) erreichten im zweiten Quartal 2022 173,5 Millionen Franken. Das sind 31 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, wie die Orascom am Dienstag mitteilt. Der Umsatz stieg damit im ersten Halbjahr auf 306,5 Millionen Franken. Das sind 10.2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die ODH spricht in ihrer Mitteilung von einem «robusten Quartal». Es sei von geopolitischen Herausforderungen und der Abwertung des ägyptischen Pfundes geprägt gewesen. Dennoch habe sich das Immobiliengeschäft gut entwickelt.

Eine deutliche Aufwärtstendenz sieht das Unternehmen auch bei den Hotel-Auslastungen. Diese lagen nach der Aufhebung zahlreicher Pandemie-Massnahmen beinahe überall höher als im Vorjahr. So lag die Auslastung in El Gouna im ersten Halbjahr bei 66 Prozent – 2021 waren es gerade einmal 29 Prozent gewesen. Leicht gestiegen ist die Belegung in Andermatt: Hier konnten 56 Prozent der Zimmer an die Frau oder den Mann gebracht werden. Im Vorjahr waren es noch zwei Prozent weniger gewesen. Im Luxushotel The Chedi habe die Auslastung 71 Prozent betragen. (wap/mg)

SGS meldet Halbjahresgewinn von 294 Millionen Franken

Der Warenprüfkonzern SGS hat im ersten Halbjahr 2022 ein Betriebsergebnis von 423 Millionen Franken erwirtschaftet. Dies teilte die Warenprüfungsgesellschaft am Dienstag mit. Damit ist das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um sieben Millionen Franken zurückgegangen. Grund dafür seien Covid-19-Restrektionen in China, heisst es in der Mitteilung. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr Einnahmen in der Höhe von 3,3 Milliarden Franken erzielt. Der Halbjahresgewinn liegt bei 294 Millionen Franken. (wap)

Schweizer schleckten von April bis Juni 17,5 Millionen Liter Glace

Noch nie konsumierten die Schweizerinnen und Schweizer im Frühling so viel Glace wie im Jahr 2022, wie der Verband Schweizerischer Glaceproduzenten am Montag mitteilt. Auch von April bis Juni wurde fleissig weitergeschleckt – insgesamt wurden gut 17,5 Millionen Liter Glace verzehrt. Das ist deutlich mehr als noch 2021 (plus 14,5 Prozent). Wetterbedingt legten die Spontankäufe auf der Strasse besonders stark zu. Damit liegt der Konsum laut dem Glaceverband wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Pandemie. (aka)

CS-Aktie fällt unter die Marke von 5 Franken

Die Aktie der Grossbank Credit Suisse ist weiter auf Talfahrt. Am Freitagmorgen war sie erstmals weniger wert als 5 Franken und notierte bei 4,99 Franken. Danach stabilisierte sie sich jedoch wieder. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren, als sie noch für über 9 Franken gehandelt wurde. Im SMI ist sie damit einer der schlechtesten Titel überhaupt. (rwa)

Richemont legt im ersten Quartal zu

Richemont ist gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Luxusgüterkonzern steigerte im ersten Quartal, das im Juni endete, den Umsatz zu aktuellen Wechselkursen um 20 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro. Das teilte der Genfer Konzern am Freitag mit. Vor allem in Europa, Nord- und Südamerika, Japan sowie im Nahen Osten und Afrika konnte das Unternehmen zulegen. Starker Treiber waren die Schmuckverkäufe.

Um 15 Prozent rückläufig war der Umsatz dagegen im asiatisch-pazifischen Raum. Als Grund nennt Richemont den Corona-Lockdown in China. Der Umsatz auf dem chinesischen Festland ging im ersten Quartal um 37 Prozent zurück. Die «solide Dynamik» in den meisten anderen asiatischen Märkten – vor allem in Australien, Singapur, Südkorea und Thailand – konnten den Rückgang allerdings teilweise auffangen, wie es weiter heisst. Grösster Einzelmarkt mit einem Anteil von 22 Prozent am Konzernumsatz waren im ersten Quartal die USA. (abi)

Richemont steigerte den Umsatz im ersten Quartal zweistellig.

Richemont steigerte den Umsatz im ersten Quartal zweistellig.

Keystone

Trotz schwierigem Umfeld: Ems-Gruppe zeigt stabiles Halbjahr

Die Ems-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr einen Nettoumsatz von knapp 1,3 Milliarden Franken – ein Plus von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit stieg um 0,8 Prozent auf 324 Millionen Franken. Das teilte der Spezialchemiekonzern aus Domat/Ems am Freitag mit.

Ems sah sich aufgrund der steigenden Teuerung – vor allem auf Rohstoffe und Energie – gezwungen, die Verkaufspreise bei den Kunden zu erhöhen. Aufgrund dieser Erhöhungen habe sich der Umsatz stärker entwickelt als das Betriebsergebnis. (abi)

Partners Group verwaltet über 130 Milliarden Dollar

Der Vermögensverwalter Partners Group ist weiterhin auf der Überholspur unterwegs. Im ersten Halbjahr erhielt er neue Kapitalzusagen von 13 Milliarden Dollar. Damit beläuft sich das gesamte verwaltete Vermögen per 30. Juni auf 130,6 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mit Sitz im zugerischen Baar am Donnerstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch 118,9 Milliarden Dollar verwaltet. (rwa)

Der Vermögensverwalter hat seinen Sitz im Kanton Zug.

Der Vermögensverwalter hat seinen Sitz im Kanton Zug.

Keystone

Preise steigen leicht an

Der Produzenten- und Importpreisindex steigt im Juni um 0,3 Prozent. Dies teilt das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mit. Preiserhöhungen bei den Importpreisen wurden vor allem bei den Mineralölprodukten festgestellt. Auch Automobile und Automobilteile, Produkte der Bauschreinerei und des Innenausbaus, Computer, sonstige Fahrzeuge, Lederwaren und Reiseartikel wurden teurer.

Eindrücklich ist die Steigerung verglichen mit dem Vorjahr: «Im Vergleich zum Juni 2021 stieg das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten um 6,9 Prozent», schreibt das BFS. (mg)

2,6 Milliarden Franken für Schweizer Start-ups

Am Donnerstagmorgen wird der Halbjahresbericht des Swiss Venture Capital Reports veröffentlicht. Der Report informiert darüber, wie viel Risikokapital in der Schweiz in Start-ups investiert wird. Diese Summe stieg in den letzten Jahren stetig. Mit 2,6 Milliarden Franken für das erste Halbjahr 2022 wurde nun gemäss der Medienmitteilung eine neue Bestmarke gesetzt. Das ist fast 50 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Insgesamt wurden 163 Finanzierungsrunden abgeschlossen, darunter sogar 13 mit einer Summe von über 50 Millionen Franken. 

Doch ein Ende der Rekordjagd sei absehbar schreiben die Autoren vom Branchenportal Startupticker und der Investorenvereinigung Seca. So hinke die Berichterstattung über Investments und Akquisitionen den realen Vertragsabschlüssen immer um einige Monate hinterher, und die guten Zahlen für das erste Halbjahr würden auch noch vom Aufschwung der Post-Corona-Zeit zeugen. Denn in der Analyse der letzten Monate würden sich bereits Anzeichen für eine leichte Abschwächung finden lassen. Bekanntlich sass das Geld in den letzten Jahren lockerer, in Zeiten von Inflation und Zinswende hat sich dies verändert. So erwartet die Mehrheit von 80 befragten Schweizer Risikokapitalinvestoren, einen Rückgang beim investierten Kapital von bis zu 25 Prozent. Momentan, so das Fazit, würden Schweizer Investoren aber noch über genügend Mittel verfügen. Zwei Drittel der Befragten wollen in den nächsten drei Jahren mindestens 20 Millionen Franken in Schweizer Start-ups investieren, ein Drittel sogar mehr als 50 Millionen. (cg)

Swatch steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr

Die Swatch Group legt zum ersten Halbjahr ein gutes Zeugnis vor: Der Schweizer Uhrenkonzern konnte den Nettoumsatz zu konstanten Wechselkursen um 7,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Franken steigern, wie er am Donnerstag mitteilt. Der Betriebsgewinn wuchs gegenüber dem Vorjahr um 25,1 Prozent auf 503 Millionen Franken, der Konzerngewinn um 18,5 Prozent auf 320 Millionen Franken.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Der Lockdown in China im April und Mai führte zu Umsatzrückgängen von rund 400 Millionen Franken, wie es weiter heisst. Nicht nur waren viele Retailgeschäfte geschlossen, auch Produkte konnten nicht aus den zentralen Lagerhäusern ausgeliefert werden. (abi)

Swatch zeigte ein gutes erstes Halbjahr.

Swatch zeigte ein gutes erstes Halbjahr.

Keystone

Swiss Steel Group kann Konzernergebnis im ersten Halbjahr verdoppeln

Die Swiss Steel Group kann auf ein gutes erstes Halbjahr zurückblicken: Der Luzerner Stahlkonzern steigerte das bereinigte Ebitda auf vorläufiger Basis auf 171 Millionen Euro. Im Vorjahreshalbjahr belief es sich noch auf 110 Millionen Euro. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Konzernergebnis stieg in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode von 35 auf 74 Millionen Euro. Die definitiven Halbjahresergebnisse werden dann Mitte August veröffentlicht.

Das international stabile Marktumfeld habe trotz hoher Volatilität und steigender Preise für Energie und Rohstoffe zu diesem Ergebniswachstum geführt, heisst es weiter. Der Konzern gab diese Preiserhöhungen «im Wesentlichen» an die Kunden weiter. Zudem seien die Margen über alle Produkte verbessert worden. 

Im zweiten Quartal stieg das bereinigte Ebitda auf vorläufiger Basis auf 96 Millionen Euro, das Konzernergebnis auf 47 Millionen – trotz einer insgesamt niedrigerer Absatzmenge von 457 Kilotonnen. Im Vorjahresquartal waren es noch 518 Kilotonnen. Der Konzern begründet den Rückgang mit dem Ausfall des Stahlwerks in Ugine. (abi)

Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg schreitet voran

47 Jahre war das AKW Mühleberg in Betrieb. Ende 2019 wurde es abgeschaltet. Die Stilllegung ist ein langwieriger Prozess. Erst 2034 soll das Areal wieder genutzt werden können. Am Mittwoch meldete die Betreiberin BKW, dass die erste Phase der Arbeiten auf Kurs ist. Im Fokus steht der Abtransport der 418 Brennelemente ins Zwischenlager in Würenlingen AG, wie es in einer Mitteilung heisst. Dieser dauert rund zwei Jahre. 

Um Platz für Einrichtungen zur Behandlung von demontiertem Material zu schaffen, wurden im Maschinenhaus grosse Anlageteile wie etwa die Turbinen und Generatoren entfernt. Im Reaktorgebäude wurden laut Mitteilung mehrere hundert Tonnen Material oberhalb des Reaktors entfernt. (rwa)

Iqbal Khan führt die UBS-Vermögensverwaltung künftig alleine

Wechsel in der UBS-Konzernleitung: Iqbal Khan wird alleiniger Chef der Vermögensverwaltung. Co-Leiter Tom Naratil tritt im Oktober von seiner Funktion zurück und scheidet aus der Konzernleitung aus. Khan kam 2019 von der CS zur UBS.

Nachfolgerin von Naratil als Leiterin UBS Americas und damit Mitglied der Konzernleitung wird Naureen Hassan. Sie stösst von der Federal Reserve Bank of New York zur Schweizer Grossbank. (abi)

Iqbal Khan wurde der Öffentlichkeit 2019 bekannt durch die sogenannte «Beschattungsaffäre».

Iqbal Khan wurde der Öffentlichkeit 2019 bekannt durch die sogenannte «Beschattungsaffäre».

UBS

Über zwei Millionen Passagiere flogen im Juni über den Flughafen Zürich

Gemäss den aktuellen Verkehrszahlen sind im Juni 2’161’554 Passagiere über den Flughafen Zürich geflogen. Das entspricht einem Plus von 248 Prozent gegenüber Juni 2021, jedoch erst drei Viertel der Passagierzahlen von Juni 2019, wie der Flughafen Zürich mitteilt. Der Anteil der Umsteigepassagiere betrug 28 Prozent.

Auch die Anzahl der Starts und Landungen sind gestiegen - auf gut 20'000 bzw. 80 Prozent des Vorpandemieniveaus. Auch die durchschnittliche Zahl Passagiere pro Flug lag mit 132 Fluggästen knapp 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Sitzplatzauslastung ist dadurch auf 81 Prozent gestiegen. Mit knapp 35 Tonnen war die abgewickelte Fracht im Juni schon fast auf dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie. (aka)

Schweiz erhält von Expats gute Noten

Expats sind mit ihrem Leben in der Schweiz recht zufrieden. Im jährlich erscheinenden Ranking «Expat Insider» der Organisation Inter Nations erreicht die Schweiz Rang 19 von 52. Gut schneidet sie bei der Lebensqualität ab (Rang 6), schlechter bei den Themen persönliche Finanzen (31) und Eingewöhnung im Ausland (43). Die besten Länder zum Leben und Arbeiten sind Mexiko, Indonesien und Taiwan. Die letzten Ränge belegen Hongkong, Neuseeland und Kuwait. (gjo)

Nach Dekotierung: Blackstone-Resources-Aktie im freien Fall

Seit heute Morgen kann die Aktie des Baarer Rohstoff- und Batterietechnologieunternehmens Blackstone Resources wieder an der Schweizer Börse SIX gehandelt werden. Der Handel war etwas mehr als eine Woche unterbrochen gewesen, nachdem die Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) eine Suspendierung der Aktie verfügt hatte. Kurz danach hatte Blackstone Resources angekündigt, seinerseits einen Börsenwechsel vollziehen zu wollen und eine Dekotierung zu beantragen. Als Grund wurde unter anderem ein schlechtes Marktumfeld in der Schweiz für Hightech-Unternehmen genannt.

Die Dekotierung hat die SER nun verfügt. Aber nicht auf Wunsch des Unternehmens: Denn wie sich zeigt, hatte die Börsenaufsicht bereits selbst zusammen mit der Suspendierung am 1. Juli einen entsprechenden Antrag gestellt. Begründet wird dies damit, dass das Unternehmen bis zum besagten Datum und trotz mehrmaliger Fristerstreckungen kein Nachweis über eine neue Revisionsstelle erbringen konnte. Die bisherige hatte Blackstone Resources Ende März den Rücken gekehrt. Bis jetzt konnte das Unternehmen keinen testierten Jahresabschluss für 2021 vorlegen. Gleichzeitig hat die SER entschieden, den Aktienhandel noch einmal für drei Monate bis 12. Oktober zu öffnen, Blackstone selbst hatte nur fünf Börsentage gefordert. Die Konsequenz ist schon sichtbar, der Kurs sank am Dienstagmorgen in einer ersten Reaktion von 42 auf unter 30 Rappen. (cg)

ABB Schweiz hat eine neue Chefin

Nun ist klar, wer den ABB-Schweiz-Chefposten übernimmt nach dem Abgang von Robert Itschner, der BKW-CEO wird: Neue ABB-Schweiz-Chefin wird Nora Teuwsen. Die Juristin ist derzeit Partnerin beim Beratungsunternehmen Beyondlegal. Die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin und Mutter zweier Kinder war unter anderem Partnerin einer Zürcher Anwaltskanzlei sowie vor ihrer Ernennung zur SBB-Rechtschefin in verschiedenen Führungsfunktionen bei der SBB tätig. Teuwsen ist unter anderem auch Stiftungsrätin der Stiftung «Menschen für Menschen» und Verwaltungsrätin der Raiffeisenbank St. Gallen. (fv)

Ist neue Chefin von ABB Schweiz: Nora Teuwsen.

Ist neue Chefin von ABB Schweiz: Nora Teuwsen.

HO

Holcim kauft vier Steinbrüche und baut Stellung in Serbien weiter aus

Der Baustoffhersteller Holcim übernimmt Teko Mining Serbia. Wie der in Zug beheimatete, weltweit tätige Konzern am Dienstag mitteilt, ist die Firma das grösste unabhängige Zuschlagstoffunternehmen in Serbien und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 20 Millionen Franken. Teko Mining beschäftigt laut Holcim 150 Mitarbeitende und ist ein «hochprofitables Unternehmen mit beträchtlichen Reserven».

Der Kauf umfasst laut Mitteilung auch die vier Steinbrüche von Teko Mining in Batocina, Ceramide, Ljubovija und Ladne Vode. Diese stellen Produkte namentlich für die Asphaltproduktion, den Eisenbahnbau sowie Hochbauten her. Mit dem Zukauf will Holcim seine Präsenz auf dem «dynamischen serbischen Markt» stärken und eine jüngst bereits erfolgte Akquisition eines weiteren Unternehmens in der Region ergänzen. (sat)

Gehört neu Holcim: Ladne Vode in Serbien, einer der vier Steinbrüche der übernommenen Firma Teko Mining.

Gehört neu Holcim: Ladne Vode in Serbien, einer der vier Steinbrüche der übernommenen Firma Teko Mining.

HO

«Schlechtester Monat seit langem»: Pensionskassen performten im Juni schwach

Die monatliche Performancemessung von Schweizer Pensionskassen durch die UBS fällt für den Juni wenig erfreulich aus. Die über 70 Pensionskassen im Sample erzielten im Durchschnitt eine Performance von minus 3,54 Prozent nach Gebühren, teilte die UBS am Montag mit. Damit sei der Juni der schlechteste Monat seit langem gewesen. Alle Anlageklassen mit Ausnahme der Hedge Funds hätten negativ zum Ergebnis beigetragen. Am schwersten wogen dabei die Aktien mit einem Minus von 7,42 Prozent bei den Schweizer Titeln und minus 8,17 Prozent bei den internationalen Titeln. (aka)

«Soldsäckli» haben ausgedient: Armee bezahlt den Sold nun digital

Die Schweizer Armee hat den Zahlungsverkehr gegenüber den Armeeangehörigen digitalisiert: Per Anfang Juli werde der Sold nicht mehr im symbolhaften «Soldsäckli» übergeben, sondern erfolge per elektronischer Auszahlung. Das teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) am Montag mit. Dieser «Schritt in den elektronischen Zahlungsverkehr» sei nach einer sechsmonatigen Übergangsphase erfolgt und entspreche «dem Bedürfnis der Truppe».

Ab Herbst soll es auch Pilotversuche mit der Bezahl-App Twint geben: bei Kantinenkassen, in Wiederholungskursen und in Schulen. Derzeit würden Machbarkeitsstudien stattfinden, heisst es weiter. (aka)

Die gelben «Soldsäckli» haben ausgedient: Seit dem 1. Juli bekommen die Armeeangehörigen ihren Sold per elektronischer Auszahlung.

Die gelben «Soldsäckli» haben ausgedient: Seit dem 1. Juli bekommen die Armeeangehörigen ihren Sold per elektronischer Auszahlung.

Keystone

«Modernisierungsschub»: Reka-Feriendörfer tragen neu Sterne-Bewertung

Analog zu klassischen Hotels sind neu auch Reka-Ferienanlagen mit Sternen ausgezeichnet. Das teilt Hotelleriesuisse am Sonntag mit. Die Grenzen zwischen Hotellerie und Parahotellerie würden immer mehr verschwinden, so der Verband. Deshalb hat Hotelleriesuisse bereits 2019 die neue Kategorie «Serviced Apartments» eingeführt, welche sich durch «grössere private Räumlichkeiten und einen tieferen inkludierten Dienstleistungsgrad» auszeichnen.

Hier will sich Reka nun gezielt positionieren, wie zuerst die SonntagsZeitung berichtete. Die Schweizer Reisekasse hat demnach alle Ferienanlagen als «Serviced Apartments» klassifizieren lassen. Dadurch wird auch die Sterne-Bewertung eingeführt. Stand heute sind laut Hotelleriesuisse alle Reka-Ferienanlagen als 3- oder 4-Sterne-«Serviced Apartments» klassiert. Zudem sind weitere Spezialisierungen möglich, etwa als Familien-, Bike- oder Schneesportbetrieb.

Dies geschieht im Rahmen eines «Modernisierungsschubs» bei Reka, der auch die Sanierung aller Anlagen beinhaltet. 16 der 20 in der Schweiz verteilten Feriendörfern sind schon erneuert. Die neuste Anlage befindet sich in Lugano, wo am 1. Juli die ersten Gäste eingezogen sind. (aka)

Vor Übernahme: Skigebiet Andermatt erhält neue US-Verwaltungsräte

Im März wurde bekannt, dass der ägyptische Investor Samih Sawiris seine Mehrheit an den Wintersportanlagen in Andermatt-Sedrun abgibt und dafür das US-Unternehmen Vail Resorts mit 55 Prozent einsteigt. Es ist der erste Auftritt der weltweit grössten Betreiberin von Skigebieten in Europa.

Wie die Andermatt-Sedrun Sport AG am Samstag mitteilt, sind nun die Grundlagen für die Übernahme geschaffen worden. Dies einerseits mit der Wahl von sieben neuen Mitgliedern in den Verwaltungsrat (VR), darunter Vail-Vizepräsident Michael Barkin. Ebenfalls zugewählt worden ist ein Vertreter von Sawiris Andermatt Swiss Alps AG. Dafür waren vier der neun bisherigen VR-Mitglieder auf die ausserordentliche Generalversammlung vom Samstag hin zurückgetreten. Zudem haben die Aktionäre laut einer Mitteilung am gleichen Tag der Schaffung einer Einheitsnamenaktie sowie einer ordentlichen Kapitalerhöhung zugestimmt. (sat)

Ende März verkünden Vail Resorts-Vizepräsident Barkin und Andermatt-Präsident Sawiris (r.) die Übernahme des Skigebiets durch die Amerikaner.

Ende März verkünden Vail Resorts-Vizepräsident Barkin und Andermatt-Präsident Sawiris (r.) die Übernahme des Skigebiets durch die Amerikaner.

Urs Hanhart

Zoff in der Goldbranche: Verbände streiten sich wegen russischer Goldimporte

Das Schweizer Goldgeschäft ist verschwiegen. Umso bemerkenswerter ist, dass sich gerade zwei Branchenverbände öffentlich an den Karren fahren. Am Anfang stand eine Mitteilung des Swiss Precious Metals Institute (SPMI), einer erst im Mai gegründeten Aktiengesellschaft. Aufgeschreckt durch die Nachricht, dass im Mai drei Tonnen geächtetes russisches Gold in die Schweiz gelangt waren, hielt diese selbst ernannte Dachorganisation fest, dass der Import von russischem Gold nicht verboten sei – und das solches Gold auch gehandelt werden dürfe, sofern es vor dem 7. März hergestellt worden sei. Dies ist zwar korrekt, andere Punkte dieser Erklärung legt der Bund aber anders aus oder bezeichnet sie gar als falsch.

Auch die Schweizerische Vereinigung der Edelmetallfabrikanten und -händler ist erstaunt. Sie betont, dass sie über 90 Prozent des in der Schweiz verarbeiteten Goldes vertritt und nicht nur einen «legalen, sondern auch einen ethischen Ansatz» verfolgt. «Jedes Risiko, sich durch den Kauf von russischem Gold an den Kriegsanstrengungen zu beteiligen, kann nicht akzeptiert werden.» Zudem sei man der einzige anerkannte Dachverband, und das SPMI habe kein Mandat, sich im Namen der ganzen Branche zu äussern. (mpa)

Millionen-Busse wegen Sport im Pay-TV: Swisscom zieht Urteil weiter

Die Wettbewerbskommission brummte 2016 der Swisscom eine Busse von 71,8 Millionen Franken auf. Dies, weil sie mit den Tochtergesellschaften Cinetrade und Teleclub zwischen 2006 und 2013 ihre marktbeherrschende Stellung bei der Übertragung der Schweizer Fussball- und Eishockeymeisterschaft missbraucht haben soll. 

Anfang Juni bestätigte das Bundesverwaltungsgericht die Busse in zweiter Instanz. Nun will die Swisscom das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen, wie ein Sprecher am Freitag auf Anfrage bestätigte. Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, einen entsprechenden Schritt prüfen zu wollen. (dpo)

Mögliche Gas-Mangellage: «Bundesrat unterschätzt Situation überhaupt nicht»

Der Vorwurf von Swiss-Gas-Präsident André Dosé vom Donnerstag ist happig: Der Bundesrat verkenne das «riesige Problem» der Gasversorgung. Tags darauf widerspricht Ignazio Cassis: «Nein, der Bundesrat unterschätzt die Situation überhaupt nicht», sagt der Bundespräsident. Und er schiebt nach: «Im Moment ist die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts minim klein.» Mehr zum Schlagabtausch über die Gasversorgung gibts hier. (sat)

Anders als der Chef der Gas-Branche sieht Bundespräsident Ignazio Cassis die Schweiz auf Kurs mit Blick auf eine mögliche Gas-Mangellage.

Anders als der Chef der Gas-Branche sieht Bundespräsident Ignazio Cassis die Schweiz auf Kurs mit Blick auf eine mögliche Gas-Mangellage.

Keystone

«Einmalige Situation»: Seco meldet tiefste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren

Coronapandemie und Ukraine-Krieg zum Trotz: Der Schweizer Arbeitsmarkt erholt sich. Und zwar rasant, wie die jüngsten Zahlen zum Monat Mai zeigen. Denn: Fast alle Branchen befinden sich gleichzeitig im Aufschwung, meldet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Konkret sank die Arbeitslosenquote im Juni auf 2,0 Prozent. Mehr zu dieser laut Seco «einmaligen Situation» gibts hier. (aka/trs/sat)

Jetzt düsen die Manager wieder um die Welt – immer öfter in der Business Class

Homeoffice und Teams-Konferenzen zum Trotz: Schweizer Geschäftsleute fliegen wieder deutlich öfter als noch während der Coronapandemie. Der Anteil an Business-Class-Flügen sowie die durchschnittliche Reisedauer sind gegenüber der Vorkrisenzeit jedenfalls gestiegen. Hier finden Sie alle Infos zum Buchungsboom in der Teppichetage. (aka/sat)

35’900 EU-Bürger zügelten im zweiten Coronajahr zum Arbeiten in die Schweiz

Im vergangenen Jahr sind wieder mehr Personen aus EU- und EFTA-Staaten zum Arbeiten in die Schweiz eingewandert. Unter dem Strich sind 2021 laut dem am Donnerstag vorgestellten diesjährigen Bericht zur Personenfreizügigkeit 35’900 Personen aus dem EU/EFTA-Raum zum Arbeiten in die Schweiz gezügelt. Zum Vergleich: Im ersten Coronajahr hatte diese Zahl 29’500 Arbeitskräften betragen.

Im vergangenen Jahr per saldo noch stärker angestiegen ist dagegen die – laut Seco – «mehrheitlich nicht direkt arbeitsmarktbezogene» Zuwanderung aus Drittstaaten. (sat)

Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch stellt den neuen Bericht über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit vor.

Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch stellt den neuen Bericht über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit vor.

Keystone