Vorräte anlegen

In Italien hat wieder einmal die Erde gebebt. Nach dem Beben von 2009 in Aquila nun wieder ganz in der Nähe des damaligen betroffenen Gebietes. Tausende sind obdachlos. Bis jetzt wurden mindestens 240 Tote gezählt.

Michael Nolle
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Michael Nolle Pastoralassistent katholische Kirche Alt St. Johann (Bild: pd)

Michael Nolle Pastoralassistent katholische Kirche Alt St. Johann (Bild: pd)

In Italien hat wieder einmal die Erde gebebt. Nach dem Beben von 2009 in Aquila nun wieder ganz in der Nähe des damaligen betroffenen Gebietes. Tausende sind obdachlos. Bis jetzt wurden mindestens 240 Tote gezählt. Plötzlich ist alles anders, es fehlt das schützende Dach über dem Kopf – wenn man nicht gar einen lieben Angehörigen verloren hat. In so eine dramatische Situation können und müssen wir uns einfühlen.

Mich erstaunt immer wieder Papst Franziskus in seiner Spontaneität. Er hatte für seine Audienz am Mittwochmorgen eine Rede vorbereitet, legte diese aber kurzerhand zur Seite, um mit den Anwesenden für die Opfer und für die Hinterbliebenen zu beten. Von aussen her Spontaneität – da ist einer, der weiss, was jetzt wichtig ist. Der, wenn es darauf ankommt, vom Protokoll abweichen kann. Doch die Spontaneität hat noch eine andere Ursache. Da ist einer, der sich nicht so ernst nehmen muss, weil ihm die Menschen viel wichtiger sind als seine eigene Person. Das wäre uns auch zum Vorbild. Wenn der Papst das kann, dann können Sie und ich es auch. Oder? Eine andere Nachricht in dieser Woche irritiert. Das deutsche Innenministerium empfiehlt, für Notfälle Vorräte für zehn Tage anzulegen. Ist das jetzt Panikmache, ist es Realismus, ist das Wahlkampf? Wir sehen Italien. Katastrophen können geschehen. Und da ist es klug, wenn man sich vorbereitet. Zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, dass per Mausklick alles verfügbar ist. Katastrophen kann es aber auch in unserem persönlichen Leben geben. Was hilft uns dann?

Ich kenne einen, der gerne helfen will. Aber um jemanden um Hilfe zu bitten, braucht es Vertrauen, eine Beziehung, etwas Gewachsenes. Sonst kann einem das Um-Hilfe-Bitten ganz schön schwer fallen. Es ist mit dem Glauben an Gott irgendwie auch wie beim Sport – es braucht die Stetigkeit. Ich empfehle Ihnen also für kommende Notlagen: Legen Sie Glaubensvorräte an, üben Sie, reden Sie mit ihm. Die Sonntagsgottesdienste wären eine Gelegenheit. Ist das Panikmache, ist das Realismus, ist das Werbung? Sie entscheiden.