Aufwändiger Einsatz
«So eine Operation ist immer eine heikle Geschichte»: Wie die Bergung eines abgestürzten Flugzeugs aus dem Bodensee verlief

Mitte Februar ist ein Kleinflugzeug vor Staad in den Bodensee gestürzt. Nun ist die Maschine geborgen worden, sie wird in Rorschach zerlegt. Im Einsatz standen 60 Personen. Beobachtungen.

Enrico Kampmann
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Die besten Bilder der Bergungsaktion:

Es ist kalt und es regnet, als am Mittwochmorgen der zweite Anlauf für die Bergung des Kleinflugzeugs bei Staad am Bodensee beginnt. Kurz nach 10 Uhr begeben sich drei Polizeitaucher ins graue Wasser und tauchen ab. Sie sollen das Wrack mit Hilfe von zwei auf einer Fähre stehenden Kranen aus einer Tiefe von 84 Metern bergen.

Thurgauer Profitaucher fanden das Wrack

Alles begann am 18. Februar: Kurz vor Mittag ging bei der St.Galler Kantonspolizei die Meldung ein, dass ein Flugzeug vermisst werde. Es kam zu einem Grosseinsatz der Rettungskräfte, das verunfallte Kleinflugzeug und der Pilot wurden bei Staad im Bodensee aufgefunden. Der Pilot konnte gerettet werden, sein Flugzeug jedoch sank auf den Grund.

Bild: pd

Wenige Tage später fanden zwei Thurgauer Profitaucher das Wrack und teilten der Polizei den Standort mit. Daraufhin fand am 25. Februar der erste Versuch statt, das Flugzeug zu bergen. Doch dieser musste aufgrund technischer Probleme und Dunkelheit aus Sicherheitsgründen frühzeitig abgebrochen werden.

Zweiter Versuch wird besser vorbereitet

Doch an diesem Mittwoch sollte es gelingen. Gegen 11 Uhr trifft Polizeisprecher Hanspeter Krüsi ein und bestätigt, dass die Bergungsaktion nach Plan verläuft. Insgesamt seien 60 Personen im Einsatz, um das 9 Meter lange Flugzeug mit 12 Metern Spannweite zu bergen. Darunter verschiedenste Spezialisten der Kantonspolizei – unter anderem 12 Polizeitaucher –, die Feuerwehr, das Schifffahrtsamt, die Schweizerische Bodensee Schifffahrt mit einer Fähre, der Rettungsdienst, das Amt für Umwelt sowie Kran- und Transportspezialisten.

Hanspeter Krüsi, der Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gibt Auskunft.

Hanspeter Krüsi, der Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gibt Auskunft.

Bild: Enrico Kampmann

Zudem habe man über die letzten zwei Wochen zahlreiche Vorbereitungen getroffen, die es ermöglichen sollten, die Komplikationen des letzten Bergungsversuchs zu vermeiden, sagt Krüsi. So wurden das Arbeitsseil mit Gurten und das Lastenseil bereits abgelassen, die Gurte wurde unter den Tragflächen des Flugzeugs angebracht, das Lastenseil eingeschlauft und auf 49 Metern am Bojenseil fixiert. Daher müssen die Taucher diesmal nur bis zu einer Tiefe von 49 Metern absteigen, was die Aktion erheblich erleichtert.

Die Vorbereitungsarbeiten haben sich gelohnt. Um 13.15 Uhr bricht das Flugzeugwrack die Wasseroberfläche. Daraufhin wird es Heck voraus über eine Stunde hinweg Stück für Stück aus dem Wasser gezogen. Krüsi ist erleichtert. Er sagt: «So eine Operation ist immer eine heikle Geschichte, und einige der Taucher sind meine Kollegen und Freunde. Ich bin froh, dass alles geklappt hat.»

Einwandfreie Zusammenarbeit

Kurz vor 15 Uhr kommt die Fähre, die das Flugzeug transportiert, im Hafen von Rorschach an. Die Feuerwehr ist vor Ort, um das Wrack zu zerlegen. Zahlreiche Schaulustige tummeln sich im Hafen, um das Spektakel aus erster Hand mitzuerleben. Krüsis Fazit: «Ich finde es beeindruckend, wie einwandfrei die Zusammenarbeit von so vielen Spezialisten aus verschiedensten Institutionen funktioniert hat.» Alle Beteiligten hätten ein gemeinsames Ziel gehabt und am gleichen Strang gezogen, sagt Krüsi.

Manchmal brauche es dennoch zwei Anläufe, wie in diesem Fall, «aber am Ende haben wir es geschafft».

Der Ticker zur Bergung des Flugzeugs zum Nachlesen:

15:48 Uhr

Damit verabschieden wir uns und bedanken uns herzlich für Ihr Interesse.

15:45 Uhr

«Ich finde es beeindruckend, wie einwandfrei die Zusammenarbeit von 60 Spezialisten aus verschiedensten Institutionen funktioniert hat.» Alle Beteiligten hätten ein gemeinsames Ziel gehabt und am gleichen Strang gezogen. Krüsi sagt:

«Manchmal braucht es zwei Anläufe – wie in diesem Fall. Aber am Ende haben wir es geschafft.»

Über die nächsten Stunden werde das Wrack nun in seine Einzelteile zerlegt, abtransportiert und verschrottet. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) habe mitgeteilt, dass das Wrack nicht benötigt werde, um das Absturzgeschehen zu rekonstruieren, sagt Krüsi.

Bild: Enrico Kampmann
15:31 Uhr

Die Feuerwehr hat nun damit begonnen, den Treibstoff aus dem Flugzeugwrack abzupumpen.

15:24 Uhr

Das Zusammenspiel von Technik, Bergungspersonal und Tauchern habe hervorragend funktioniert, sagt Krüsi. Der Flieger werde nun zerlegt.
Es sei die Mühe Wert gewesen, vorwiegend aus Umweltgründen. Man dürfe nicht vergessen, dass der Bodensee ein grosses Trinkwasser-Reservoir sei. Man wolle es daher vermeiden, den See zu verdrecken.

15:12 Uhr

Das Seil ist abgehängt, das Flugzeugwrack liegt nun sicher an Land im Hafen von Rorschach. Die Bergungsaktion ist vollendet. Nun soll das Flugzeug an Ort und Stelle in seine Einzelteile zerlegt werden, damit es anschliessend mit einem Lastwagen abtransportiert werden kann.

15:10 Uhr

Das Wrack ist nun vollständig auf dem Festland, hängt aber noch an den beiden Drahtseilen. Feuerwehrleute legen Holzpaletten unter das Flugzeug.

Bild: Enrico Kampmann
15:00 Uhr

Die Fähre hat im Hafen Rorschach angelegt. Dutzende Feuerwehrleute und Bergungskräfte sind damit beschäftigt, das Flugzeugwrack ans Festland zu befördern.

14:52 Uhr

Die Fähre fährt nun auf die Anlegestelle zu, das Flugzeugwrack im Gepäck.

Bild: Enrico Kampmann
14:50 Uhr

Das Boot liegt vor dem Hafen in Rorschach. Die Feuerwehr ist mit einem Grossaufgebot vor Ort, un das Wrack zu zerlegen.

Zahlreiche Schaulustige tummeln sich im Hafen, um das Spektakel aus erster Hand mitzuerleben.

Bild: Enrico Kampmann
14:17 Uhr

Krüsi sagt, er sei erleichtert. Der Einsatz sei riskant gewesen. Gerade für die Taucher habe trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ein Restrisiko bestanden, wie immer bei solchen Tiefen.

«Wer die Kosten für den Einsatz übernimmt und wie hoch diese sein werden, ist noch nicht bekannt.»

Das Flugzeug wird nun in den Hafen von Rorschach transportiert.

14:06 Uhr

Das Flugzeugwrack hat die Wasseroberfläche komplett durchbrochen. Die Bergungsaktion war ein Erfolg!

Bild: Kapo SG
13:55 Uhr

Das Flugzeug schwebt nach wie vor über der Wasseroberfläche, gehalten von zwei Kranseilen. Nur die Schnauze befindet sich noch unter Wasser.

Gian Ehrenzeller / Keystone
13:49 Uhr

Mehrere Schaulustige haben sich nun doch noch am Ufer versammelt, um die entscheidenden Momente der Bergungsaktion mitzuverfolgen.

Bild: Enrico Kampmann
13:39 Uhr

Die Flügel sind nun sichtbar. Das Flugzeug ist fast vollständig aus dem Wasser. Man nehme sich beim Rausziehen so viel Zeit, damit das Flugzeug vollständig von Wasser entleert werden könne, sagt Krüsi. So sei es leichter, wenn man es ganz aus dem Wasser gezogen habe.

13:37 Uhr

Das Flugzeug hängt nach wie vor etwa zur Hälfte aus dem Wasser, es geht weder vor noch zurück. Komplikationen gebe es jedoch keine, versichert Krüsi.

13:32 Uhr

Jetzt geht es voran. Immer mehr des Flugzeuges wird sichtbar. Das Flugzeug ist senkrecht und fast zur Hälfte über der Wasseroberfläche. Es scheint, als würde das Seil des zweite Krans ebenfalls am Wrack befestigt werden. Alle vier Taucher sind beim Wrack im Wasser und machen sich daran zu schaffen.

13:30 Uhr

Die Taucher, die im Einsatz sind, seien normale Polizisten mit einem Sonderauftrag als Polizeitaucher, erklärt Krüsi. Sie müssten regelmässige Trainings absolvieren, um Einsätze tauchen zu dürfen. Auf diesen Einsatz hätten sie sich gut vorbereitet. Unter anderem habe man das Befestigen der Gurte und das Handhaben der Haken im Trockenen geübt.

Doch im Wasser sei es dennoch etwas komplett anderes. Die Sicht sei sehr eingeschränkt und sie würden dicke Handschuhe tragen. Ausserdem würden sie wegen des begrenzten Sauerstoffs unter Zeitdruck stehen.

13:26 Uhr

Man sei bei dem Einsatz auf Nummer sicher gegangen und dies habe sich nun bewährt, sagt Krüsi. Es sei irrelevant, ob der Flieger eine Stunde später im Hafen Rorschach ankomme. Wichtig ist laut Krüsi, dass er es tut.

13:18 Uhr

Die Bergung erfolgt sehr langsam. Immer noch ist nur das Heck des Kleinflugzeuges zu sehen.

Bisher ist nur das Heck des Flugzeugs zu sehen.

Bisher ist nur das Heck des Flugzeugs zu sehen.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone
13:15 Uhr

Das Flugzeugwrack hat die Wasseroberfläche gebrochen! Es wird Heck voran aus dem Wasser gezogen. So etwas habe Krüsi in seinen 38 Dienstjahren noch nie erlebt. Er sagt:

«So eine Operation ist immer eine heikle Geschichte und einige der Taucher sind meine Kollegen und Freunde. Ich bin erleichtert, dass alles gut geklappt hat.»
13:10 Uhr

Die kleineren Boote entfernen sich von der Fähre. Wohl um den Sicherheitsabstand einzuhalten. Noch ist das Flugzeug nicht zu sehen. Doch es sollte jeden Moment an die Oberfläche kommen. Es befindet sich jetzt auf vier Metern Tiefe.

12:58 Uhr

Die Taucher sind soeben wieder an der Wasseroberfläche erschienen. Das Seil am Kran steht sichtlich unter grosser Spannung. Polizeisprecher Krüsi sagt:

«Es dauert sicher noch 6 Minuten.»
12:54 Uhr

Das zweite Etappenziel von 5 Metern Tiefe hat man laut Hanspeter Krüsi nun erreicht. In wenigen Minuten werde das Flugzeug an die Oberfläche kommen.

12:50 Uhr

Zwei Polizeidrohnen schweben einige Meter über dem Wasser und filmen die Bergungsarbeiten. Die Bilder seien für die Polizei bestimmt, um das geschehen zu dokumentieren und im Nachhinein verfolgen zu können.

12:48 Uhr

Krüsi bestätigt, dass das neue vierköpfige Tauchteam nun dabei sei, das Lastseil in 30 Metern Tiefe umzuhängen.

«Wir befinden uns jetzt in der heissen Phase. Aber alles läuft nach Plan.»
12:34 Uhr

Noch ist laut Krüsi unklar, in welcher Position das Flugzeug aus dem Wasser gezogen werde. Man hoffe, dass es möglich sein wird, das Flugzeug horizontal zu bergen. Sicher ist dies allerdings noch nicht. Nach der Bergung wird das Flugzeug mit der Fähre in den Hafen von Rorschach gebracht, wo es zerlegt werden soll.

12:29 Uhr

Krüsi teilt mit, dass soeben ein neues Tauchteam von vier Leuten ins Wasser gegangen ist, um zum Wrack zu tauchen. Sie lösen damit das erste Dreierteam ab.

Allerdings gebe es erneut leichte Verzögerungen. Das Flugzeug werde nicht vor 13 Uhr geborgen. Zu den Gründen für die Verzögerung sagt Krüsi, man habe sich lediglich in der benötigten Zeit etwas verschätzt.

12:13 Uhr

Das Flugzeug hat das erste Etappenziel von 30 Metern Tiefe erreicht. Sobald es sich stabilisiert hat, tauchen die Taucher zum Wrack hinunter. Die Schwierigkeit bestehe nun darin, das Seil vom einen Haken auf den anderen umzuhängen, sagt Krüsi. Dafür würden die Taucher voraussichtlich etwa 45 Minuten benötigen.

11:51 Uhr

Polizeisprecher Hanspeter Krüsi sagt, man habe etwa eine Dreiviertelstunde Verspätung. Vor 12:45 Uhr, sei nicht damit zu rechnen, dass das Flugzeug an die Oberfläche komme.

Gemäss Krüsi konnte das Flugzeug unbeschädigt aus dem schlammigen Grund gezogen werden. Bis auf eine kleine Verspätung, laufe alles nach Plan.

Ein Schaulustiger beobachtet die Bergung des abgestürzten Flugzeuges.

Ein Schaulustiger beobachtet die Bergung des abgestürzten Flugzeuges.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone
11:47 Uhr

Hat das Wrack 30 Meter Tiefe erreicht, werden die Taucher ein zweites Seil befestigen, mit welchem das Flugzeug auf eine Tiefe von 5 Metern hochgezogen werden soll. Regen und Wind haben in der Zwischenzeit etwas nachgelassen.

11:46 Uhr

Das Flugzeug wird nun von der Tiefe von 84 Metern langsam auf eine Tiefe von 30 Metern gezogen. Dafür werden etwa 30 Minuten benötigt, weil man das Wrack sehr langsam und vorsichtig hochziehen muss. Die Taucher gehen für diese Zeit aus Sicherheitsgründen aus dem Wasser.

11:44 Uhr

Das Seil ist befestigt. Die Taucher kommen in diesem Moment wieder aus dem Wasser.

11:37 Uhr

Es sammeln sich immer mehr Journalisten um den Polizei-Lieferwagen am Hafen in Staad. Unter ihnen auch ein schaulustiger älterer Herr. Er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, gibt jedoch gerne Auskunft, warum ihn die Bergungsaktion bei diesem kalten, nassen Wetter aus seiner nahegelegenen Wohnung gelockt habe. «Ich bin Ex-Pilot und selbst 30 Jahre lang geflogen. Deswegen interessiert mich das», sagt er. Bei seinem ersten Alleinflug vor über 50 Jahren sei er hier am Flughafen Altenrhein gelandet. Und ausserdem:

«So etwas sieht man nicht jedes Jahr.»
Unter den Schaulustigen am Hafen in Staad ist auch ein älterer Herr, der früher selber Pilot war.

Unter den Schaulustigen am Hafen in Staad ist auch ein älterer Herr, der früher selber Pilot war.

Bild: Enrico Kampmann

Er sei schon beim ersten Bergungsversuch vor Ort gewesen. Und er finde es richtig, dass das Flugzeug geborgen werde – dem Umweltschutz wegen. Schliesslich befänden sich im Flugzeug noch Öl und Benzin.

11:11 Uhr

Die Taucher haben ihren Tauchgang soeben begonnen, mit leichter Verspätung. Insgesamt sind für die Tauchaktion eineinhalb Stunden vorgesehen, sagt Krüsi.

Polizeisprecher Hanspeter Krüsi hängt ein Plakat mit Beschrieb des Bergungsverfahrens auf.

Polizeisprecher Hanspeter Krüsi hängt ein Plakat mit Beschrieb des Bergungsverfahrens auf.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone
11:04 Uhr
Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St. Gallen.

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St. Gallen.

Bild: PD

Die in den letzten zwei Wochen getroffenen Vorbereitungen sollten es ermöglichen, die Komplikationen des letzten Bergungsversuchs zu vermeiden, sagt Krüsi. Beim missglückten Bergungsversuch habe man versucht, alles an einem Stück zu machen. Dann hatte sich ein Bojenseil mit einem Haken einer der Krans verheddert. Als die Dunkelheit einbrach, hatten die Taucher nicht mehr ausreichend Sicht.

Die Aktion musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Es könne immer etwas schief gehen, sagt Krüsi. Auch die Tauchtiefe von 49 Metern sei anspruchsvoll.

«Aber wir sind überzeugt, dass es heute klappt.»
11:01 Uhr

Drei kleinere Boote tummeln sich im Wasser in der Nähe der Fähre rund um die grosse Boje, an der das Lastenseil befestigt ist.

Polizeisprecher Hanspeter Krüsi ist nun vor Ort und bestätigt, dass derzeit alles nach Plan verläuft. Insgesamt seien 60 Personen im Einsatz, um das 9 Meter lange Flugzeug mit 12 Metern Spannweite zu bergen. Es seien 12 professionelle Taucher im Einsatz, allerdings seien einige nur auf Reserve auf dem Boot. Dazu käme die Seepolizei, die Feuerwehr und Rettungskräfte, für den Fall das etwas passiere, und eine Transportfirma mit zwei Kranen an Bord der Fähre. Auch das Amt für Umwelt sei vor Ort.

10:27 Uhr

Gemäss Angaben eines Polizisten hat die Bergungsaktion plangemäss starten können. Genauere Angaben vom Schiff gebe es derzeit noch keine. Man verspreche sich bei der heutigen Aktion mehr Glück als bei der missglückten Bergung am 25. Februar. Die Kantonspolizei berichtete, dass diesmal diverse Vorbereitungsarbeiten zur Bergung getätigt wurden. So hatten Taucher Ende April das Arbeitsseil mit Gurten und das Lastenseil bereits abgelassen.

Eine Frau beobachtet das Bergungsboot mit den zwei Kranen an Bord.

Eine Frau beobachtet das Bergungsboot mit den zwei Kranen an Bord.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Die Gurte wurden unter den Tragflächen des Flugzeugs angebracht, das Lastenseil eingeschlauft und auf 49 Metern am Bojenseil fixiert. Deswegen werde der Tauchgang diesmal sehr viel weniger kompliziert, sagt der Polizist vor Ort. Auch das schlechte Wetter sollte die Bergungsarbeiten nicht beeinträchtigen.

«Die Taucher sind ja sowieso nass.»
10:25 Uhr

Mehrere kleinere Boote nähern sich der Fähre, ein kleineres Schlauchboot dreht dort seine Kreise. Vorne an der Fähre ist ein grosser Greifarm befestigt, noch bewegt er sich nicht. Erste Schaulustige treffen ein. Die Schwalben in Hafennähe fliegen tief.

Das abgestürzte Kleinflugzeug wird vor Staad aus dem See geholt und dann im Hafen Rorschach zerlegt und verladen.

Das abgestürzte Kleinflugzeug wird vor Staad aus dem See geholt und dann im Hafen Rorschach zerlegt und verladen.

Bild: Michel Canonica
09:50 Uhr

Die Fähre ist in Stellung. Vor einigen Minuten war sie am grauen Horizont aufgetaucht. Der zweite Versuch, das am 18. Februar vor dem Flughafen Altenrhein im Bodensee abgestürzte Flugzeug zu bergen, hat nun begonnen. Starker Wind und Regen dürften die Bergungsarbeiten nicht vereinfachen. Schaulustige sind dieses Mal keine im Hafen Staad anzutreffen, von wo aus das Geschehen auf dem See zu verfolgen ist. Wohl auch wegen des schlechten Wetters.

Der zweite Versuch, das im Bodensee abgestürzte Flugzeug zu bergen, hat nun begonnen.

Der zweite Versuch, das im Bodensee abgestürzte Flugzeug zu bergen, hat nun begonnen.

Bild: Enrico Kampmann
09:22 Uhr

Noch nicht viel los: Um kurz nach 9 Uhr sind in Staad noch keine Menschen und keine Boote in Sicht.

09:12 Uhr

Der Start der Bergung durch Taucher ist für 10.15 Uhr geplant. Die Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist daher offen. So sieht das geplante Vorgehen aus:

08:59 Uhr

Die Arbeiten in über 80 Meter Wassertiefe sind sehr anspruchsvoll. Seit dem ersten Bergungsversuch wurden nach Angaben der Kantonspolizei St.Gallen diverse Vorarbeitungsarbeiten gemacht. So wurden am 29. April das Arbeitsseil mit Gurten und das Lastenseil bereits abgelassen, die Gurte unter den Tragflächen des Flugzeugs angebracht, das Lastenseil eingeschlauft und auf 49 Metern am Bojenseil fixiert. Zudem wurde mit einem zweiten Seil gesichert und die Türe des Cockpits geschlossen.

08:43 Uhr

Am 18. Februar um 11.30 Uhr ging bei der St.Galler Kantonspolizei die Meldung ein, dass ein Flugzeug vermisst werde. Es kam zu einem Grosseinsatz der Rettungskräfte, das verunfallte Kleinflugzeug und der Pilot wurden bei Staad im Bodensee aufgefunden. Der Pilot wurde gerettet, das Flugzeug befindet sich noch immer 84 Meter unter der Wasseroberfläche.

Der erste Bergungsversuch eine Woche nach dem Absturz missglückte. Es kam zu Komplikationen, die Aktion wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Die Absturzursache ist weiterhin unbekannt und Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Die erste Bergung musste abgebrochen werden.

Die erste Bergung musste abgebrochen werden.

Bild: Michel Canonica (25. Februar 2021)

Heute starten die Einsatzkräfte einen zweiten Versuch. Das Bergungsschiff soll um etwa 9 Uhr bei der Absturzstelle sein. Wir sind vor Ort und halten Sie hier live über alle Geschehnisse auf dem Laufenden.