Schwingen
Den Ansturm der Auswärtigen abgewehrt: Mit Werner Schlegel gewinnt ein Einheimischer das Toggenburger Verbandsschwingfest in Magdenau

Werner Schlegel, Hemberg, und Marcel Räbsamen, Müselbach, standen sich am Sonntag im Schlussgang des Toggenburger Verbandsschwingfestes gegenüber. Dabei behielt der zwei Jahre Jüngere das bessere Ende für sich.

Beat Lanzendorfer
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Werner Schlegel zeigt sich in prächtiger Form und geht als Sieger beim Toggenburger Verbandsschwingfest hervor.

Werner Schlegel zeigt sich in prächtiger Form und geht als Sieger beim Toggenburger Verbandsschwingfest hervor.

Bild: Beat Lanzendorfer

Das erstaunt: Bei einem Schwingfest der Aktiven haben Werner Schlegel und Marcel Räbsamen noch nie zusammengegriffen. Deshalb war der Schlussgang am Sonntag beim vom Schwingklub Flawil organisierten Toggenburger Verbandsschwingfest in Magdenau eine Premiere.

Gewonnen hat ihn der 19-jährige, 189 Zentimeter Grosse und 113 Kilogramm schwere Werner Schlegel aus Hemberg. Er benötigte im letzten Kampf des Tages 5 Minuten und 46 Sekunden, um seinen Widersacher Marcel Räbsamen mit innerem Haken auf den Rücken zu legen. Der gleich grosse und zwei Jahre ältere Müselbacher bringt immerhin 110 Kilogramm auf die Waage.

Für Schlegel ist es bereits der dritte Sieg in Folge. Nach Ebnat-Kappel 2019 und Jonschwil 2021 folgte nun der dritte Streich in Magdenau. 2020 konnte das Fest coronabedingt nicht stattfinden. 2021 war es lediglich ein U20-Schwinganlass, weil den älteren Aktiven das Schwingen zu jenem Zeitpunkt noch nicht gestattet war.

Für beide Schwinger ein besonderes Ereignis

«Es war schon speziell, gegen einen so eng befreundeten Kameraden im Schlussgang zu stehen», sagte ein zufriedener Werner Schlegel nach getaner Arbeit. «Wir trainieren praktisch jedes Training miteinander und kennen uns in- und auswendig.»

Sicher sei der gegenseitige Respekt gross gewesen. «Es freut mich riesig, dass wir beim eigenen Fest eine derart gute Leistung zeigen konnten und gemeinsam im Schlussgang stehen durften.» Dazu ergänzt Marcel Räbsamen: «Klar bin ich über den verlorenen Schlussgang enttäuscht. Aber wenn Werner gewinnt, ist die Niederlage halb so schlimm.»

Kurz bevor Schlegel zum entscheidenden Schwung ansetzte, sei es knapp geworden, da hätte es auf beide Seiten kippen können. «Über den ganzen Tag gesehen hat der Beste gewonnen», dies das Schlussfazit des Verlierers.

Der Thurgauer Eidgenosse Domenic Schneider beendete das Schwingfest auf Rang 2a.

Der Thurgauer Eidgenosse Domenic Schneider beendete das Schwingfest auf Rang 2a.

Bild: Beat Lanzendorfer

Mit dieser Aussage traf Räbsamen den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Schlegel begann das Fest mit einem Sieg gegen Eidgenosse Michael Bless und liess daraufhin drei weitere folgen. Einzig im fünften Gang gegen Roman Wittenwiler musste er sich mit einem Gestellten zufriedengeben. Ganz anders startete Räbsamen in den Tag. Nach seiner Niederlage gegen den Thurgauer Eidgenossen Domenic Schneider setzte er zu einer Aufholjagd an, die ihm mit vier Siegen die Schlussgangteilnahme einbrachte.

Zwei statt fünf Eidgenossen im Starterfeld

Zu den Abwesenden gehörte Mitfavorit Damian Ott aus Dreien, der sich während der Woche eine Entzündung am Schienbein zuzog. «Es ist nicht weiter schlimm und eher eine Vorsichtsmassnahme. Wenn irgend möglich, möchte ich in einer Woche beim Thurgauer Kantonalen an den Start gehen», sagte er beim Nachfragen. Er liess es sich aber nicht nehmen, von aussen seine Freunde auf dem Sägemehl anzuspornen.

Nach seiner Absage hatte Damian Ott genügend Zeit, um Autogramme zu schreiben.

Nach seiner Absage hatte Damian Ott genügend Zeit, um Autogramme zu schreiben.

Bild: Beat Lanzendorfer

Passen musste auch Schwingerkönig Nöldi Forrer, der mit Knieproblemen zu kämpfen hat. Kurzfristig nicht vor Ort sein konnten die weiteren Eidgenossen Martin Roth (Arbeitsunfall), sowie Beni Notz und Samir Leuppi. Beide lagen krankheitsbedingt flach.

Mit zwei Eidgenossen, 14 Teilverbandskranzern sowie 21 Kranzern war das 122 Schwinger grosse Teilnehmerfeld aber noch immer gut besetzt. Dem Toggenburger Verbandsschwingfest wohnten erfreuliche 1500 Zuschauerinnen und Zuschauer bei.

Keine Sorgen um den Nachwuchs

Wie gut das Schwingen weiterhin aufgestellt ist, zeigte der Samstag mit dem Buebeschwinget. 240 Buben in verschiedenen Alterskategorien gehörten zu den Teilnehmern.

Vorderhand brauchen sich die verschiedenen Verbände keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen.