Promoted Content

Krankenversorgung vor Ort mit dem Labor im Rucksack

Im Auftrag von FHNWFHNW
Die meisten Schritte der Rund-um-Versorgung funktionieren digital.

Die meisten Schritte der Rund-um-Versorgung funktionieren digital.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität haben es oft schwer, schnell an ärztliche Hilfe und Medikamente zu kommen. Forschende der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW haben einen Weg gefunden, Untersuchungen beim Patienten zuhause durchzuführen.

Dieser Artikel wurde von der FHNW aufbereitet und alleinig verantwortet. Hier geht es zu den Richtlinien für Paid Content.

Wer nicht mehr gut gehen kann, wird es schätzen: das mobile Rucksacklabor der FHNW. Vielleicht haben es Fachpersonen der Spitex künftig dabei, wenn sie ältere Menschen mit Gehstörungen zu Hause besuchen. «In der Schweiz gibt es mehrere Hunderttausend Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind», sagt Daniel Gygax von der Hochschule für Life Sciences FHNW. «Es ist wichtig, dass sie einfach und schnell an medizinische Versorgung kommen, ohne extra ihr Haus verlassen zu müssen.»

Deshalb hat der Biochemiker mit anderen Forschenden der FHNW und mit Schweizer Unternehmen ein Dienstleistungskonzept entwickelt, das eine personalisierte Rund-um-Versorgung bietet: vom Besuch der Pflegefachperson über den Arztkontakt online bis zur Labordiagnostik, Medikamentenbestellung und Therapie. Das Konzept ist eine Ergänzung zum klassischen Arztbesuch für den Fall, dass ein solcher nicht möglich sein sollte. Die ärztliche Konsultation bleibt ein zentraler Bestandteil.

Erstdiagnostik per Video-App

«Wenn sich eine Seniorin krank fühlt oder eine medizinische Kontrolle braucht, kommt die Pflegefachperson und informiert per Tablet einen Arzt», erklärt Gygax. «Dieser schaltet sich per Video-App zu und befragt die Patientin. Dann wird entschieden, welche Untersuchungen nötig sind und was gleich vor Ort gemacht werden kann.» Der Praxisbesuch entfällt, denn die gesamte Ausrüstung für die wichtige Erstdiagnostik passt in einen leichten Freizeitrucksack, den die Pflegefachperson zum Hausbesuch mitnimmt. Der Rucksack enthält neben einem Blutdruckgerät und einem digitalen Stethoskop verschiedene Schnelltests, um wichtige Blutparameter sofort zu bestimmen. Dazu gehören ein Schnelltest zur Diagnose von Infektionen, eine Analyse, um die Ursachen von Müdigkeit abzuklären, aber auch Tests von anderen Biomarkern.

Der Rucksack lässt sich mit weiteren Komponenten ergänzen, so etwa mit einem mobilen EKG oder Probenentnahmeröhrchen für Corona-Tests. Alle Befunde werden von der Pflegefachperson digital an den Arzt geschickt, der die Ergebnisse anschaut und ein Rezept ausstellt, das direkt an eine Apotheke weitergeleitet wird. Deren Personal kümmert sich darum, dass die Seniorin ihre Medikamente zeitnah erhält.

Die Vor-Ort-Diagnostik ist eine Strategische Initiative der FHNW.

Sichere Übermittlung garantiert

Die meisten Schritte in dem neuen Dienstleistungskonzept funktionieren digital: die Messungen und Laboranalysen, die Kommunikation zwischen den beteiligten Personen und zwischen den verschiedenen Geräten. Eigens dafür haben Forschende der Hochschule für Technik FHNW eine elektronische Gerätebibliothek entwickelt – eine Art digitale Kommandozentrale, die den sicheren Datenaustausch zwischen den verschiedenen mobilen Applikationen in den Betriebssystemen Android und iOS sicherstellt.

«Kern der Idee ist, dass der Prozess dezentral verläuft – egal, ob die Untersuchung zuhause von der Spitex, in Pflegeheimen oder Apotheken gemacht wird», betont Gygax. Dafür haben Forschende der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW im Vorfeld die sogenannten Journeys entworfen, die mehrere Alltagsszenarien aus dem Blickwinkel der Beteiligten beleuchten. So ermittelten sie, welche Untersuchungen bei verschiedenen Krankheiten am meisten gefragt sind und welche Ansprüche die beteiligten Personengruppen haben. Gygax und sein interdisziplinäres Team von der FHNW werden das neue Dienstleistungskonzept in Kürze in einer Pilotphase testen.

«Wichtig ist, dass wir betroffenen Menschen das Leben ein wenig leichter machen», sagt der Forscher. Dies ist insbesondere im Zuge der Covid-19-Pandemie von Vorteil: Die Gefahr für Risikogruppen, sich im direkten Kontakt anzustecken, wird durch die Vor-Ort-Diagnostik stark verringert.

Artboard 1