Vermischtes

Fischsterben am Blausee: Deponiebetreiber widersprechen mit Sauberkeitsnachweis

Mutmasslich illegal deponierter Schotter aus dem Lötschberg soll zum Tod der Fische geführt haben. Nun widersprechen die Steinbruch-Betreiber.

Mutmasslich illegal deponierter Schotter aus dem Lötschberg soll zum Tod der Fische geführt haben. Nun widersprechen die Steinbruch-Betreiber.

Nach schweren Vorwürfen rund um das mysteriöse Fischsterben am Blausee wehrt sich die Betreiberin der benachbarten Deponie mit einem Sauberkeitsnachweis. Giftstoffe könnten keine nachgewiesen werden.

(sat) Warum sind in den letzten zwei Jahren Zehntausende Tiere in der Fischzucht am Blausee verendet? Wie die Besitzer und Betreiber des Naturparks im Kandertal letzte Woche informierten, verdächtigen sie als Ursache einen nahen Steinbruch. Dort seien mutmasslich 1000 Tonnen mit Giftstoffen und Schwermetallen belasteter Schotter illegal deponiert worden. Dieser wurde bei der Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels – zusammen mit alten Bahnschwellen – ausgehoben.

Nun meldet sich die Steinbruch-Betreiberin zu Wort: «Eine Gefährdung oder Belastung des Grundwassers kann ausgeschlossen werden», zitiert die Steinbruch Blausee Mitholz am Dienstag in einer Mitteilung aus einem Fachbericht des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern. Eine Bestätigung dieser Aussage ist noch ausstehend.

Externer Bericht erteilt Steinbruchbetreiber Persilschein

Zudem schreibt die Steinbruch-Betreiberin: «Schon früher hatten die für das Trinkwasser im Kandertal zuständigen Gemeindebehörden Entwarnung gegeben.» Damit widerspricht die in der Nachbarschaft des Blausees gelegene Steinbruch Blausee Mitholz, die zur Vigier-Gruppe gehört, den Betreibern und Besitzern des Naturparks diametral. Ebenso widerspricht sie damit Recherchen der Tamedia-Zeitungen und der «Rundschau» von Fernsehen SRF. Diese hatten vor bald einer Woche erstmals über die mutmassliche Vergiftung der Bio-Fische berichtet.

Wie die Steinbruch Blausee Mitholz in ihrer Mitteilung schreibt, kommt die Firma Geotest in ihrem zu Handen des AWA erstellten Fachberichts zudem zum Schluss, «dass die SHB Steinbruch + Hartschotterwerk Blausee-Mitholz AG (SHB) die verfügte Abbaukote eingehalten hat und weder im Sicherheits- noch im Grundwasserbereich Abbauarbeiten vornahm». Bodenproben im Bereich der Aufbereitung und Ablagerung des Altschotter hätten ergaben, dass «sämtliches Ausfallkornmaterial aus dem Gleisaushub entfernt wurde und keinerlei Hinweise auf noch vorhandene Belastungen im Bereich des Steinbruchs» bestünden.

Kantonsparlament startete eigene Untersuchung

Am Montag hat das Bernische Kantonsparlament eine Untersuchung im Fall des mysteriösen Fischsterbens am Blausee beschlossen. Im Fokus der Abklärungen der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates soll zuerst die Frage stehen, welche Aufgaben und Kompetenzen dem Kanton obliegen und inwiefern er diese korrekt wahrgenommen hat.

Am letzten Freitag forderte zudem die SP Kanton Bern bereits mit einem – auch von Parlamentariern aus anderen Parteien unterzeichneten – Vorstoss eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) in derselben Sache. Eine PUK müsste jedoch das Kantonsparlament zuerst erst noch einsetzen.

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