Todesfall

Berühmt-berüchtigter US-Gangster James Bulger stirbt im Hochsicherheits-Gefängnis

Sein Leben inspirierte viele Kriminalfilme wie etwa «Departed - Unter Feinden»: Der amerikanische Mafiaboss James «Whitey» Bulger ist tot. Er wurde 89 Jahre alt.

Der berühmt-berüchtigte Schwerverbrecher sei leblos in seiner Zelle in einem Gefängnis im US-Bundesstaat West Virginia gefunden worden, teilten die zuständigen Gefängnisbehörden am Dienstag mit. Versuche, ihn wiederzubeleben, seien gescheitert. Nähere Informationen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Der 1929 geborene Bulger galt lange als einer der meistgesuchten Verbrecher der USA. Bulger war im Juni 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Kalifornien festgenommen worden, wo er unter falschem Namen mit seiner langjährigen Lebensgefährtin lebte. Im Jahr 2013 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, vor allem wegen 19 Morden, die er in den frühen 70ern bis Mitte der 80er Jahre beging. In der Ostküstenmetropole Boston war er auch in Erpressung, Drogenhandel, kriminelle Verschwörungen und Geldwäsche verwickelt gewesen. 

Geschnappt hatten die Fahnder ihn, indem sie sich auf seine Lebensgefährtin konzentriert hatten. Den entscheidenden Tipp erhielten sie nach einer Öffentlichkeitskampagne. Für Informationen über die damals 60-Jährige war eine 100'000-Dollar-Belohnung ausgeschrieben worden, für Bulger sogar zwei Millionen. Das ist – zumindest bis zum damaligen Zeitpunkt – die höchste jemals vom FBI in Aussicht gestellte Belohnung für einen der zehn meistgesuchten mutmasslichen US-Verbrecher.

Die Fahnder hatten sich zuletzt vor allem auf Greig konzentriert und darauf gesetzt, dass diese sie schliesslich zu Bulger führe. Am Mittwochabend griffen die Einsatzkräfte zu und nahmen die beiden in einem Wohnhaus fest.

Seit Montag im Hochsicherheitsgefängnis

Bulger war erst am Montag in das Hochsicherheitsgefängnis Hazelton eingeliefert worden, wo er den Rest seiner Haftstrafe verbüssen sollte. Medienberichte, wonach Bulger getötet wurde, bestätigten die Behörden nicht. Nach Angaben des "Boston Globe" gilt ein Mithäftling "mit Verbindungen zur Mafia" als Tatverdächtiger.

Der Gangster diente im mit einem Oscar prämierten Kinofilm "The Departed" (2006) der Figur von Hollywood-Star Jack Nicholson als Vorlage. Nicholson spielt darin den irischen Mafiachef Frank Costello. Dieser schleust im Film mehrere seiner Leute in die Polizei im US-Bundesstaat Massachusetts ein, um ihn mit Informationen zu versorgen. Umgekehrt wird ein Polizist als Undercover-Agent in Costellos Organisation eingesetzt.

Ebenso diente Bulger als Vorbild für einen Mafia-Boss in "Black Mass" (2015) mit Johnny Depp und in der Serie "Brotherhood" (2006-2008). 

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