«Irgendwann ist es einfach passiert», sagt Köbi. Er und Jadwiga Cervoni hätten sich ja schon länger gekannt, bevor sie einander näher gekommen sind. Und schliesslich hatten sie sich immer im Blick. Jadwiga konnte als Nachbarin auf Köbis Terrasse sehen und sah ihn dort nach dem Tod seiner Frau hin- und herlaufen. Sogar geraucht habe er plötzlich.

Bewundert habe sie ihren Nachbarn schon immer, sagt Jadwiga. Vor allem, wie er sich um seine Frau Alice gekümmert hat, die 2008 an Altersleukämie erkrankte. 2014 starb sie in seinen Armen – nach fast 50 Ehejahren. Doch fürs Alleinsein ist Köbi nicht geschaffen: «Ich war immer ein Teamplayer.» 

«Und dann ist er nicht mehr weggegangen»

Jadwiga sah, wie er litt und kochte für ihn. Sein Lieblingsessen, wie sie seiner Biografie entnahm: Fischfilets mit Salzkartoffeln und Spinat. Und dann ist es eben passiert: Köbi kam zum Essen «und dann ist er einfach nicht mehr weggegangen».

Das Thema Liebe hatte Jadwiga Cervoni eigentlich abgehakt. zwei «glückliche Scheidungen», wie sie es nennt, hat sie bereits hinter sich und war schon länger alleine. Statt auf Männer hat sie sich auf ihre Arbeit konzentriert – heute führt die Unternehmerin zehn Kinderkrippen und 180 Mitarbeiter.

Sehen Sie hier den ganzen «Sommertalk» mit Köbi Kuhn und Jadwiga Cervoni

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«Eine echte Liebe»

Und doch, der Ehemann Köbi Kuhn hat ihr gefallen. «Wenn ich ihn in der Zeitung oder im Fernsehen gesehen habe, dann habe ich mir immer gedacht, jede Frau in der Schweiz würde sich so einen Mann wünschen», sagt die gebürtige Polin.

Köbi, das sei «eine echte Liebe», sagt sie. Ihn beschreibt sie so: «Er ist immer lieb. Mit ihm kann man nicht streiten und das ist schön.»  

«Alice hätte sich das auch gewünscht»

Diese neue Liebe löste im Sommer 2015 Reaktionen aus. Nicht nur gute. Doch die beiden wirken nicht, als ob sie sich davon hätten unterkriegen lassen.

Es habe böse Briefe gegeben, aber auch gute. Jawiga: «In einem Brief stand, Köbi müsse immer so bleiben, wie er ist – das habe ich mir zu Herzen genommen.»

Und Köbi ist sich sicher: Selbst Alice würde sein neues Glück gutheissen. «Sie hat nicht gern über ihre Krankheit und was daraus wird, gesprochen. Aber ich denke, dass wir zusammen sind, hätte sie sich auch gewünscht»

Keine Zeit zum heiraten?

Folgt jetzt die Hochzeit, wie schon mehrmals in den Medien angedeutet? «Wir haben keine Zeit!», wehrt Köbi ab.

Jadwigas verschmitztes Strahlen verrät aber: Sie sieht das nicht ganz gleich. Auf die Frage, ob sie gern einen romantischen Antrag hätte, nickt sie heftig. «Ja, das wäre eine gute Idee.» (smo)