"Diese Leute haben sich vielleicht mit Kindern und Frauen über Meere gekämpft, um hier ein besseres Leben zu finden", sagte der Wortakrobat in seiner flammenden Rede. Niemand reise auf so gefährliche Weise einfach leichtfertig in ein ihm fremdes Land.

Anlass für seine Rede sei eine Facebook-Gruppe, in welcher sich Schweizer beklagen würden, wie schlecht es ihnen gehe und wie gut es den Asylbewerbern in der Schweiz gehe.

Diese Ansicht teilt Knackeboul nicht: "Den Schweizern geht es sehr gut im Vergleich zum grossen Rest der Weltbevölkerung." Während hierzulande praktisch jeder ein Auto fahre, einen Computer und einen Fernseher habe, kämpften andere ums nackte Überleben.

David Kohler - so sein bürgerlicher Name - sagt im Video auch, er sei zwar glücklich, Schweizer zu sein, nicht aber unbedingt stolz. "Was habe ich schon getan, um Schweizer zu sein? Nichts, es ist Zufall, in welches Land man hineingeboren wird." Er sehe sich selber eher als Weltbürger, denn als Schweizer.

Mit einer "linken oder rechten politischen Einstellung" habe seine Meinung nichts zu tun, findet Knackeboul. "Es geht um den gesunden Menschenverstand und darum, den Schwächeren dieser Welt zu helfen."

Knackeboul stammt selber aus einfachen Verhältnissen und hat einen Teil seiner Kindheit in Portugal verbracht. Der Musiker und Beatboxer ist als Solokünstler erfolgreich und arbeitet als Moderator beim Jugendsender Joiz.