Aarauer

120 Aarauer machten Neuenburg unsicher

Ein geführter Stadtrundgang, ein schmackhaftes Fondue und eine Schifffahrt: Die Gastfreundschaft der Partnerstadt Neuenburg hätte nicht grösser sein können.

Deborah Balmer

Intercity-Neigezug am Samstag von Aarau in Richtung Westschweiz: Es liegt noch Nebel im Mittelland. Bei der Ankunft in Neuenburg ist der Himmel bereits stahlblau und sollte es den ganzen Tag lang bleiben.

«Bonjour et willkommen!» Der Neuenburger Stadtpräsident, Daniel Perdrizat, freut sich über die Gäste aus Aarau. Die grandiose Aussicht auf den Lac de Neuchâtel von der Terrasse des Hotels Alpes et Lac versetzte die 120 Aarauerinnen und Aarauer schnell in eine lockere Stimmung.

«Comment on dit ça? – Wie sagt man das?» Viele nutzen die Chance, ihr Schulfranzösisch etwas aufzufrischen. Dass sich ein paar bereits beim «Morgenkaffee» mit welschen Kollegen über Absinth unterhalten, mag daran liegen, dass das Val-de-Travers nicht weit ist.

Eine noble Vergangenheit

Bald geht es weiter zu einer geführten Stadtbesichtigung. Mit einer Mischung aus charmantem welschen Akzent und Bünderdialekt führt Hilde Gehringer die Gäste vorbei an französischen Gärten, herrschaftlichen Häusern, bekannten Plätzen. Sie erzählt von Grafen und einflussreichen Persönlichkeiten, die der Stadt ihr Erbe vermachten. Der Weg führt die Gruppe hoch zur Kollegiatskirche und zum Schloss mit dem Gerichtssaal.

Dabei erfahren die Aarauer, dass zwischen ihrer Hauptstadt und Neuenburg einige Gemeinsamkeiten bestehen: Beides sind Kleinnstädte und haben flächenmässig vergleichbare Grössen, beide Städte wurden auf einem Felsen und nah beim Wasser erbaut. Auch Neuenburg hat einen Adler im Wappen.

Etwas republikanischer

Stadtammann Marcel Gui-gnard (auch ein Westschweizer Name!) nannte dann aber doch noch einen wichtigen Unterschied: «Aarau hat nicht dieselbe noble Vergangenheit – wir sind etwas republikanischer.»

Seit mehr als 25 Jahren besteht die Städtefreundschaft. Genau vor einem Jahr besuchten Neuenburger Aarau. Die Freundschaft überwindet Sprach-, Kultur- und eine Mentalitätsgrenze und damit den Röstigraben. Präsidentin der Kommission Städteverbindung Aarau-Neuenburg ist Stadträtin Jolanda Urech, die am Samstag die Gruppe führte.

Nach einem Neuenburger Fondue ging es weiter mit einer Schifffahrt, einem Besuch im Museum oder einer Besichtigung des Fussballstadions de la Maladière.

Zurück in Aarau, war für alle klar: «Besser hätte es nicht sein können.» Danke Neuenburg!

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