Frick

Adventszeit ohne Besuch der Feuerwehr

So ist es richtig:  Wenn ein paar Punkte beachtet werden, brennen nur die Kerzen am Adventskranz.  AZ-Archiv

Kerzen

So ist es richtig: Wenn ein paar Punkte beachtet werden, brennen nur die Kerzen am Adventskranz. AZ-Archiv

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Doch manchmal setzt das Lichtlein auch ganz andere Dinge in Brand und plötzlich steht in der Weihnachtszeit nicht der Samichlaus, sondern die Feuerwehr vor der Tür.

Lilly-Anne Brugger

Wenn es abends früh dunkel wird und draussen die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt sinken, steigt das Bedürfnis nach Gemütlichkeit. In der Wohnung werden Kerzen angezündet und ein urchiges Fondue genossen. Doch das offene Feuer der Kerzen oder des Rechauds birgt Gefahren: Im Innern der Kerzenflamme ist es ungefähr 1000 Grad Celsius heiss. Wenn Kerzen nicht richtig platziert werden, können sie Zimmer oder gar ganze Wohnungen in Brand stecken. Das passiert in der Schweiz einige tausendmal pro Jahr - der dadurch verursachte Sachschaden beläuft sich auf über 30 Millionen Franken. Gerade während der Weihnachtszeit steigt die Brandgefahr: Adventsgestecke oder Weihnachtsbäume werden gegen Jahresende trocken und brennen dann besonders schnell.

Feuerfeste Unterlage benutzen

«Im Fricktal sind die Menschen anscheinend sensibilisiert auf die Gefahren des Feuers», meint Andreas Schmid, Feuerwehrkommandant der Stützpunktfeuerwehr Frick. Die Feuerwehr Frick müsse nicht häufig zu Unfällen mit Kerzen ausrücken. Dass es im Fricktal nur selten wegen einer Kerze zu Bränden kommt, ist dem vorsichtigen Umgang mit offenem Feuer zu verdanken. So sollten Kerzen beispielsweise nie unbeaufsichtigt brennen und immer auf einer feuerfesten Unterlage oder in einem Kerzenständer stehen, heisst es im Merkblatt der Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB).

Auch zum richtigen Umgang mit Adventskränzen oder Weihnachtsbäumen gibt die BfB Tipps ab: Kerzen am Weihnachtsbaum oder am Adventskranz sollten 30 Zentimeter Abstand zu brennbaren Materialien haben und zur Sicherheit empfehle es sich, neben dem Weihnachtsbaum einen Eimer mit Wasser aufzustellen. Ein weiterer Tipp: Nach Silvester am Weihnachtsbaum keine Kerzen mehr anzünden, da der Baum dann so trocken ist, dass er explosionsartig brennen würde.

Apropos Silvester: Auch beim traditionellen Fondue chinoise gibt es einiges zu beachten. So empfiehlt die Beratungsstelle für Brandverhütung, dass anstelle von Brennsprit Brennpaste in den Rechauds verwendet werden soll. Wenn Brennsprit in ein noch heisses Rechaud nachgefüllt werde, könne sich der Sprit explosionsartig entzünden. Dabei kann es auch zu einer Stichflamme kommen. Deshalb gilt beim Aufstellen eines Rechauds dasselbe wie bei der Kerze: Brandfeste Unterlage verwenden und Abstand zu brennbaren Gegenständen einhalten.

Nicht den Helden spielen

Manchmal nützen aber alle Vorsichtsmassnahmen nichts und Adventskränze oder Weihnachtsbäume verursachen trotzdem Brände. Sechsmal ist dies laut einer Statistik der Aargauischen Gebäudeversicherung im Jahr 2008 im Aargau passiert. Im Jahr davor war diese Brandursache noch dreimal häufiger. Feuerwehrkommandant Andreas Schmid betont, im Falle eines Brandes sei ein Punkt wichtig: «Spielen Sie auf keinen Fall den Helden und versuchen Sie nicht, das Feuer selber zu löschen!» Feuerwehr alarmieren, Menschen aus dem Gebäude evakuieren und alle Türen schliessen - dies sei das Wichtigste, wenn ein Feuer ausbreche.

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