Nicolas Kucera

«Bereits in einem Jahr kann man in diesem Teich erste Kröten beobachten», ist Harald Cigler überzeugt. Als Zuständiger für den Bau der Amphibienteiche bei der Reppisch in Birmensdorf weiss er, wovon er spricht.

Dennoch erscheint die Aussage auf den ersten Blick reichlich gewagt. Denn wo schon in wenigen Monaten Leben einziehen soll, klafft zurzeit noch ein Loch im Boden, das Arbeiter sorgfältig mit Steinen auslegen. Diese Steine dienen der Strukturierung des Teiches und sollen ihn in kleinere Bereiche unterteilen. Ausserdem bieten die Steine den verschiedenen Lebewesen Unterschlupf.

Verzögerung der Arbeiten

Die Arbeiten am kleineren Teich sind bereits abgeschlossen und auch beim grösseren Teich rechnet man mit einem baldigen Ende der Arbeiten. Dort ist das Team um Cigler zurzeit noch damit beschäftigt, eine natürliche Trennmauer aus Wurzelstöcken zu erstellen. Diese soll den Teich vom Weg abgrenzen und so als natürliche Schutzmauer dienen.

Wenn die restlichen Arbeiten planmässig verlaufen, werden die Bauarbeiten an den beiden Teichen insgesamt knapp zwei Wochen in Anspruch genommen haben. Verzögert wurden sie ein wenig, weil man beim kleineren Teich unverhofft auf die Kanalisation gestossen war und deshalb Anpassungen vornehmen musste.

Ein interessantes Detail der beiden Teiche ist, dass sie über einen Abfluss verfügen. So kann man im Winter notfalls das Wasser ablassen. Dies könnte sich laut Cigler als nützlich erweisen, etwa wenn jemand unerwünscht Fische in einem der Teiche aussetzen sollte.

Mehrere Arten erwartet

Obwohl die beiden Teiche kurz vor der Fertigstellung stehen, wird es auch weiterhin einiges zu tun geben. So müssen im kommenden Frühling unter anderem Pflanzen gesetzt werden. Ausserdem ist es denkbar, dass man in Zukunft die eine oder andere Art künstlich umsiedeln muss.

Der erste Neuzuzüger in den beiden neuen Teichen wird laut Cigler die Geburtshelferkröte sein. Danach folgen weitere Amphibienarten. In einigen Jahren dürfte der Bestand dann sieben bis acht Arten umfassen. Dazu müssen die Teiche allerdings zuerst ein gewisses Alter erreichen.

Die Amphibienteiche sind Teil des Projekts zur Revitalisierung der Reppisch in Birmensdorf nahe der Kläranlage, mit dessen Realisierung bereits vor zwei Jahren begonnen wurde. Dabei wurde zunächst der Flusslauf der Reppisch auf einer Länge von 300 Metern aus seinem Kanal befreit und die Uferbreite von 16 auf 30 bis 40 Meter verbreitert. Überdies wurden künstliche Flussbiegungen sowie Tief- und Flachstellen eingebaut, wodurch der Flusslauf der Reppisch in Zukunft innerhalb der neuen Uferbreite variieren kann.

Ökologische Kompensierung

Die Revitalisierung der Reppisch war eine der Auflagen beim Bau der Westumfahrung. Damit sollte der Schaden, der durch die Bauten an der Autobahn entstand, wenigstens teilweise durch ökologische Massnahmen kompensiert werden.