An Weihnachten wird im Stedtli alles besser

Mit der Öffnung der Poststrasse soll das Stedtli für die Weihnachtseinkäufe attraktiv bleiben. Die Diskussion dauerte Monate.

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Patrick Rudin

Für die nahende Zeit der Weihnachtseinkäufe wird die Poststrasse in Liestal für den Verkehr geöffnet, die Geschäfte erhalten Flyer mit Hinweisen für Parkplätze, und an den verkaufsoffenen Sonntagen sollen Verkehrskadetten den Suchverkehr steuern: Dies versprach am Mittwoch Stadtpräsidentin Regula Gysin im Einwohnerrat.

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Gewerbes sowie Mitarbeitern der Stadtverwaltung habe sich auf diese Massnahmen geeinigt, am Dienstag hatte der Stadtrat dafür grünes Licht gegeben.

«Wir machen die Poststrasse für den Individualverkehr auf, und an allen Eingängen zum Stedtli werden grosse Plakate mit Informationen zur Wegleitung aufgestellt. Für die Fussgänger auf dem Postplatz gibt es einen grossen Weihnachtsbaum», sagte Gysin am Mittwoch.

Damit solle das Stedtli für die Weihnachtseinkäufe attraktiv bleiben. Die Kosten von rund 8000 Franken teile man sich mit dem Gewerbe.

Damit wurde nun kurzfristig möglich, was Monate zuvor offenbar an Missverständnissen sowie am fehlenden Willen aller Beteiligten gescheitert war: «Die Gespräche mit den Gewerbevertretern von KMU Liestal waren sehr schwierig, wir sind nie über die Parkplatzdiskussion hinaus gekommen. Wegen des tiefen Niveaus der Gesprächsführung hatten wir die Treffen schliesslich sistiert», erklärte Regula Gysin am Mittwoch rückblickend.
Den Durchbruch gaben nun offenbar direkte Gespräche zwischen dem Gewerbe und den Fachleuten der Verwaltung ohne den Stadtrat.

Grund für die Diskussion am Mittwoch im Einwohnerrat war ein Postulat der Bau- und Planungskommission (BPK), die eine bessere «Baustellen-Kommunikation» sowie generell mehr Werbung für Liestal als Einkaufsort gefordert hatte.

Viele Gewerbler fürchteten wegen der vielen Baustellen um ihre Umsätze. So kritisierte Einwohnerrat Paul Pfaff (SVP) die zuwenig strengen Ausschreibungen des Stadtrates: «An einem Morgen sah ich in der Kanonengasse nur drei Arbeiter auf der Baustelle. Hier muss man den Baufirmen die Anwesenheiten vorschreiben. In der Industrie wird anders gearbeitet», so Pfaff.

Stadtrat Ruedi Riesen entgegnete, die Ausschreibungen seien professionell durchgeführt worden. «Gerade in der Kanonengasse gab es schwierige Leitungsbauarbeiten, bei denen über zehn Tage lang nur drei Leute gleichzeitig arbeiten konnten. Das ging nicht anders», so Riesen. Es seien Fachleute am Werk, auch wenn man die Kommunikation sicher noch verbessern könne.

FDP-Einwohnerrat Michael Bischof ergänzte, viele Gewerbler seien auch deshalb wütend, weil ihnen in der derzeitigen Krise das Wasser bis zum Hals stehe.

Einstimmig beschloss der Liestaler Einwohnerrat schliesslich, das Postulat der Bau- und Planungskommission weiter stehen zu lassen -- der Stadtrat muss dem Einwohnerrat erst noch beweisen, dass er seine Kommunikationspolitik tatsächlich verbessert.

«Auf dem Postplatz gibt es einen Weihnachtsbaum.»
Regula Gysin, Präsidentin

«Wegen des tiefen Niveaus hatten wir die Treffen sistiert.»
Regula Gysin

«Man muss den Baufirmen die Anwesenheiten vorschreiben.»
Paul Pfaff, Einwohnerrat