Markthalle
Baubeginn bei der Markthalle

Mit einem Jahr Verspätung beginnen Ende September die Bauarbeiten an der Markthalle. Neben den geplanten Beizen und Läden bleibt eine grosse Fläche frei für private und öffentliche Veranstaltungen.

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Sichtbeton

Sichtbeton

bz Basellandschaftliche Zeitung

Daniel Haller

Die Arbeiten, die bis 2012 nicht zuletzt zur architektonischen Befreiung der ursprünglichen Basler Markthalle führen sollen, beginnen Ende Monat unspektakulär: Im Gebäudeinnern wird die Haustechnik demontiert, Wasser- und Elektroleitungen umgelegt und eine provisorische Transformatorenstation eingerichtet, um die Baustelle mit Strom zu versorgen. Im Oktober beginnt dann der Abbruch am Steinentorberg und des Gondrand-Gebäudes.

Das Projekt

Die Kuppelhalle wird saniert und im Minergiestandard ausgebaut. Zusammen mit dem Umbau der Säulenhalle, den Randbauten und dem 14-stöckigen Hochhaus ergeben sich 1300 m2 Fläche für Gastronomie, 4900 m2 Verkaufsflächen, 1100 m2 Eventflächen, und 4200 m2 Wohnfläche. Letzgenannte ist aufgeteilt in 47 Zweieinhalb- und Dreieinhalbzimmer-Wohnungen. Die Bausumme beträgt 65 Millionen Franken, der Bau soll 2012 fertig werden. (dh)

Dünner als eine Eierschale

Dieses ist 1972 als architektonischer Fremdkörper zwischen Markthalle und Viaduktstrasse gesetzt worden und versperrt den Blick vom Bahnhof auf die europaweit einzigartige Halle von 60 Metern Durchmesser: Bei ihrem Bau 1929 wurde sie nur von einer Halle in Leipzig (75 Meter) übertroffen, das Pantheon in Rom misst 44 Meter.

Thomas Lutz, Adjunkt des Basler Denkmalpflegers, verdeutlicht die Dimensionen: «Bei einem Ei ist das Verhältnis zwischen Durchmesser und Schalendicke 1 zu 100. Bei der Markthalle liegt das Verhältnis bei 1 zu 700.» Ein Ei müsste also eine siebenmal dünnere Schale aufweisen, um die Leichtigkeit der Markthallenkonstruktion zu egalisieren.

Verzwickter als erwartet

Diese freitragende Kuppel bildet das Herzstück des Projekts: Sie wird unter Denkmalschutz gestellt und durch aussen aufgebrachte Dämmung sowie Isolierglasfenster auf Minergiestandard gebracht. Dies bietet Probleme: «Man hat festgestellt, dass die Betonhülle unter anderem deswegen in so gutem Zustand ist, weil sie nicht beheizt wurde und innen und aussen die gleichen Temperaturen herrschten», berichtet Lutz.

Künftig wird der hohe Raum nun mit Weitwurfdüsen, die über den am Rand der Halle hingestellten eingeschossigen Läden montiert werden, mit Warmluft beheizt. Die dabei auftretenden physikalischen Probleme seien «verzwickter als erwartet», erklärt Simone Britschgi, Pressesprecherin des Bauherrn Allreal Markthalle AG. Deswegen musste der ursprünglich geplante Baubeginn um ein Jahr verschoben werden.

Interessenten schon vorhanden

Die Kuppel bleibt eine offene Halle mit relativ geringer vermietbarer Fläche. Und die Büroräume des Gondrandgebäudes werden abgerissen, um den Eingangsbereich der Halle in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Das ist denkmalpflegerisch erwünscht, geht aber zu Lasten der nutzbaren Fläche. Das wird nicht im 14-geschossigen Mietwohnungs-Hochhaus kompensiert. «Ein Wermutstropfen», meint Lutz. «Aber das Projekt muss eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung ermöglichen.»

Die fertig umgebaute Markthalle mit Büros, Ausstellungsfläche, Restaurants und Läden steht mitten in einem Büroviertel mit wenig Laufkundschaft. Wird sich das rechnen? «Miet-Interessenten haben sich bereits gemeldet», erklärt Simone Britschgi. «Wären wir von dem Konzept nicht überzeugt, würden wir nicht 65 Millionen Franken investieren.»