Thaïs in der Smitten

Zwanzig Güggel krähen um die Wette, um sie herum scharren und picken 2000 Hennen, 10 000 Quadratmeter Auslauf haben sie, dazu noch einen grossen Wintergarten und einen Stall in dem sich fünf Hühner einen Quadratmeter teilen. Es sind die Hühner von Bio-Bauer Jörg Eng in Stüsslingen. Momentan legen sie täglich 1940 Eier. Damit Eng seiner Eier «bio» nennen darf, muss er die Vorschriften seines Abnehmers der Hosberg AG, erfüllen: Die Hühner sind selber Bio-Hühner, sie bekommen Bio-Futter und müssen in einem grosszügigen Stall mit Wintergarten und genügend Auslauf gehalten werden. Auch den Mist muss Eng auf dem eigenen Land ausführen können. Sein ganzer Betrieb ist bio.

Die Eier hat Eng bereits am morgen eingesammelt und mit Datum und Betriebsnummer versehen. In 30er Schachteln übergibt er sie der Hosberg AG, dem Eierhändler, die sie dann in kleinere Schachteln umverteilt und an die Detailhändler verkauft. Grundsätzlich würden die Bio-Eier aus der Region wieder in der Region verkauft, sagt Eng, eine Garantie gäbe es jedoch nicht. Im Coop oder Migros kuckt sich Eng auch mal das Bio-Eier-Sortiment an, eigene Eier habe er aber noch nie gesehen.

Legehennen oder Milchkühe

Jörg Eng produziert bereits seit 1998 Bio-Eier. Eng ist der einzige der 2000 Bio-Legehennen hat im Kanton Solothurn. Andere Bio-Bauern haben lediglich ein paar Hundert Hennen oder zehn, zwanzig Stück, um den Eigenbedarf zu decken. Vielen Landwirten sind die Hürden für den Einstieg in Bio-Landwirtschaft zu hoch (siehe Kasten). Zudem müsse man sich oft entscheiden zwischen Hühnern und Milchkühen, so Eng. Er selbst hat wegen der Hühner mit der Milchproduktion aufgehört.

Den Bestand noch zu erweitern kommt für Bauer Eng nicht in Frage. 2000 Hühner sei die grösst mögliche Anzahl für einen Bio-Stall. Wollte er erweitern, müsste ein zweites Gebäude her. Zudem hätte er keine Zeit, weitere 2000 Hühner zu versorgen. Vier bis fünf Stunden braucht er pro Tag, um die Eiern einzusammeln, die Hühner zu füttern und den Stall zu misten.
Die Hühner bekommt Eng jeweils im Januar mit 18 Wochen von einem Bio-Hühner-Züchter aus dem Emmental. Ein Jahr bleiben sie bei ihm bevor sie Ende Dezember geschlachtet werden. Die Hennen würden dann noch Eier legen, die Schale wird jedoch mit zunehmendem Alter der Henne dünner, da der Kalkgehalt sinkt; beim kochen würden diese Eier verbrechen. Ende Dezember wird der Stall gereinigt und desinfiziert, bevor wieder 2000 neue Hennen rein kommen.
Hähne müsste Bauer Eng keine halten. Das sei nur eine Empfehlung. «Die Güggel beruhigen die Herde und sorgen für ein besseres soziales Klima. So gehen die Hennen weniger aufeinander los», begründet Eng.