bBarbara Vogt
«Wir sind stolz!», sagt Zentrumsleiter Otto Zeller. Dafür hat er zwei gute Gründe, erstens: Die Tagesstätte für Demenzpatienten wird als einzige Stätte im Kanton von den Krankenkassen anerkannt. Zweitens gelang es dem Alterszentrum Schöftland dafür einen Vertrag mit Santésuisse abzuschliessen. Der Branchenverband der Versicherer habe zu Beginn kein Musikgehör gehabt, sagt Zeller. Nach zweijähriger Verhandlungszeit und infolge Umsetzung der Pflegeverordnung im Krankenversicherungsgesetz auf Bundesebene sei der Vertrag aber zustande gekommen.

«Für die Führung der Tagesstätte müssen wir strenge Auflagen erfüllen», so der Zentrumsleiter. «Unter anderem unterstehen wir dem Qualitätscontrolling des Kantons, und für die Demenzbetreuung braucht es ausgebildetes Pflegepersonal. Auch müssen wir eine Bewilligung für die ambulante Pflege einholen.»

Einen Tag mehr offen in der Woche
Bis anhin war die Tagesstätte für Demenzpatienten, die sich in einem neu gestalteten Einfamilienhaus hinter dem Alterszentrum Schöftland befindet, am Montag und Freitag offen. Nach den Sommerferien werden die Öffnungszeiten um einen Tag ausgedehnt: Die Türen öffnen sich auch mittwochs.

Weniger Kosten für Angehörige
Die Kosten für Betreuung und Mahlzeiten betragen laut Zeller 110 Franken pro Tag. Neu übernimmt die Krankenkasse 24 Franken von diesem Betrag. «Das ist nicht sehr viel», aber immerhin werden die Angehörigen finanziell etwas entlastet.» Bis zu zehn Gäste können in der Tagesstätte für Demenzpatienten aufgenommen werden. Die Räume sind wohnlich eingerichtet, die Wände bewusst in Farben gehalten, die sich positiv auf Demenzpatienten auswirken. Mitten im Wohnzimmer steht ein alter Radio: «Der Sound von DRS 3 ist begehrt», scherzt der Zentrumsleiter.

Die Gäste fühlten sich in der Tagesstätte wohl. Einige wollten immer wissen, wann sie wieder kommen dürften. Trotzdem sei es in der Schweiz noch ein Tabu, sich von der Pflege der Angehörigen zu entlasten, so Otto Zeller. Vielen Angehörigen, die Patienten zu Hause pflegten, fehle einfach der Mut, Demenzpatienten auswärts in Obhut zu geben. Dabei wäre das eine grosse Entlastung und würde die Möglichkeit geben auch wieder Kraft zu tanken.
Das Regionale Alterszentrum Schöftland geniesst den Ruf, ein Kompetenz-Zentrum für Demenzbetreuung zu sein: Bis zum mittleren Stadium leben Patienten integriert im Alters- und Pflegeheim, verhaltensauffällige und weglaufgefährdete Personen werden in der geschützten Wohngemeinschaft aufgenommen.