Solothurn

Der Endspurt hat es in sich

Schöngrünknoten: Die Ampeln verschwinden. Im Bereich zwischen den Unterführungen gehts künftig rund – dank provisorischem Kreisel bereits während den Bauarbeiten . zvg

Plan

Schöngrünknoten: Die Ampeln verschwinden. Im Bereich zwischen den Unterführungen gehts künftig rund – dank provisorischem Kreisel bereits während den Bauarbeiten . zvg

Kaum ist eine Grossbaustelle weg, folgt schon die nächste: Auf den Bahnhofplatz folgen die Unterführung Schöngrün und die Bielstrasse. Sie bilden den Abschluss der flankierenden Massnahmen zur A5.

Regula Bättig

Der Eindruck täuscht nicht - es wurde tatsächlich viel gebaut in den letzten Jahren in und um Solothurn. Allein die flankierenden Massnahmen zur A5 sind für 39 Bauprojekten zwischen Grenchen und Solothurn verantwortlich. Mit der Unterführung Schöngrün und der Bielstrasse ist diesbezüglich nun aber ein Ende in Sicht. Aber es sind noch einmal zwei respektable Brocken, die zum Schluss anstehen, das zeigen schon die Kosten. Das Projekt «Dornacherstrasse mit Unterführung Schöngrün» schlägt mit 5,4 Mio. Franken zu Buche, die Arbeiten an der Bielstrasse (zwischen alter Konsumbäckerei und Werkhofstrasse) mit 5,1 Mio. Franken. Beidenorts teilen sich Bund, Kanton, Stadt und Regio Energie Solothurn die Kosten.

Fast ein Jahr lang wird gebaut

«Wir fangen im Januar an, am liebsten gleich am 4.», sagte Stefan Niggli vom Amt für Verkehr und Tiefbau anlässlich der gesterigen Medieninformation. Hinderungsgrund kenne er nur einen: «Schnee. Und zwar in rauhen Mengen.» Zeitgleich sollen die Arbeiten dann auch im November 2010 abgeschlossen werden und dass dieser Termin tatsächlich eingehalten wird, will man mit einem Bonus-/Malus-System sicherstellen: «Vereinfacht gesagt erhält der Generalunternehmer Geld, wenn er schneller ist und muss zahlen wenn er in Verzug gerät.» Das ist insofern von Belang, da der Bund seine Beiträge an die flankierenden Mass-nahmen nur auszahlt, wenn der Hauptteil der Arbeiten bis Ende 2010 fertiggestellt ist. «Dass die abschliessenden Belagsarbeiten erst im Sommer 2011 ausgeführt werden, wurde im Vorfeld so abgesprochen», stellte Niggli klar.

Tausende von Autos und 400 Busse

Die beiden nun anstehenden Bauprojekte haben es allerdings in sich, wie die beiden Projektingenieure Otto Jost (Schöngrün) und Beat Affolter (Bielstrasse) erklärten. Gearbeitet wird nämlich unter Verkehr, deshalb sind beidenorts auch mehreren Ettappen vorgesehen, Eine einzige Totalsperre ist vorgesehen, dann nämlich, wenn beim neuen Schöngrünkreisel der Deckbelag eingebracht wird. Länger als eine Nacht sollte diese allerdings nicht dauern. An der Bielstrasse bedeutet unter Verkehr, dass nebst tausenden von Autos täglich auch rund 400 Busse an den Baustellen vorbeigelotst werden müssen - und das natürlich möglichst Verzögerungsfrei. Hinzu komme, dass mit dem Schulhaus Hermesbühl und der Zentralbibliothek recht viele Fussgänger in diesem Bereich unterwegs seien, sagte Beat Affolter. «Wir werden beim Schulhaus sicher einen Fussgängerstreifen erstellen und mit Verkehrslotsen arbeiten, damit die Kinder die Strasse sicher queren können.»

Bei der Unterführung Schöngrün stelle sich vor allem das Problem, dass diese ein echtes Nadelöhr sei, wie Projektleiter Daniel Zoller ausführte: «Täglich passieren gegen 17 000 Fahrzeuge diese Stelle.» Die Baustelle bietet aber noch ganz andere Herausforderungen: Der dort geplante Kreisel befindet sich nämlich unter dem Grundwasserspiegel, das Wasser muss daher abgepumpt werden, um arbeiten zu können. Und dann sind da noch die alten Stadtmauern. «Die sollten zwar nicht tangiert werden, aber Überraschungen sind nie ganz auszuschliessen», so Zoller. Dass es aufgrund archäologischer Funde zu einem kompletten Baustopp kommen könnte, glaubt er allerdings nicht. «Es ist eigentlich bekannt, was da liegt.» Man stehe jedoch in Kontakt mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie.

Dass diese beiden Grossbaurojekte erst jetzt angegangen werden, da der grösste Teil der Teil der Flankierenden Massnahmen bereits umgesetzt sind, hat laut Stefan Niggli einen triftigen Grund «Wir brauchen den Ring aussen herum. Ohne die Westumfahrung und den neuen Bahnhofplatz wären derart umfassende Bauarbeiten kaum realisierbar.» Dennoch sind sich die Verantwortlichen bewusst, dass die bevorstehenden Arbeiten Verkehrsbehinderungen und Staus zur Folge haben werden. «Wie wir aber beim Bahnhofplatz gesehen haben, sind vor allem die ersten beiden Wochen einer neuen Bauphase schwierig», sagte Zoller. «Danach pendelt sich das Ganze jeweils ein.»

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