Der «fliegende Mann» der Champs-Élysées hat allen die Show gestohlen und gehört gerade zu den meistgegoogelten Begriffen. Erfinder Franky Zapata schwebte bei der grossen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in schwarzer Uniform und Helm auf seinem «Flyboard Air» vor den Augen der Staatschefs Emmanuel Macron und Angela Merkel durch die Luft – und dies erst noch mit einem Sturmgewehr in der Hand.

Nein, Zapata ist kein fliegender Bösewicht aus Spider-Man, sondern ein «Daniel Düsentrieb» in Realität. Er hat das Fluggerät mit Unterstützung mit der französischen Armee entwickelt. Das steckt dahinter:

So funktioniert das Fluggerät

Der Pilot steht auf der fliegenden Plattform «Flyboard Air». Diese wird von fünf Miniatur-Düsentriebwerken angetrieben, mit denen sie gesteuert werden kann. Wie ein fliegender Segway sozusagen.

Das rund 20 Kilo leichte Flyboard fliegt derzeit bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast von 100 Kilogramm durch die Lüfte tragen. «Ich will schon bald durch die Wolken fliegen können», sagte Zapata nach der Show in Paris im Fernsehen.

Zapata bei der Militärparade in Paris.

Zapata bei der Militärparade in Paris.

Doch: Wie sicher ist das Gefährt? Das Flyboard kann selbst normal weiterfliegen, wenn eine Turbine ausfällt. Wenn gleich zwei Triebwerke ihren Dienst versagen, leitet das Gefährt eine automatische Landung ein. Zumindest in der Theorie. Die ersten Testflüge absolvierte Zapata vernünftigerweise über Wasser.

Die fliegende Plattform wiegt nur 20 Kilo.

Die fliegende Plattform wiegt nur 20 Kilo.

Dabei kann das Gerät bis zu zehn Minuten in der Luft bleiben. Es befindet sich aber noch in der Entwicklung. Die Firma strebt unter anderem ein Tempo von 200 Stundenkilometern, eine Flugzeit von 30 Minuten sowie Flughöhen von 3000 Metern an.

Ganz neu ist die Erfindung von Zapata übrigens nicht: Bereits im Jahr 2016 hatte der einstige Jetski-Champion einen neuen Rekord für den weitesten Flug mit einem Hoverboard geliefert: Die zurückgelegten 2252 Meter wurden auch ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Ganz neu ist die Erfindung von Zapata übrigens nicht: Bereits im Jahr 2016 hatte der einstige Jetski-Champion einen neuen Rekord für den weitesten Flug mit einem Hoverboard geliefert: Die zurückgelegten 2252 Meter wurden auch ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Die möglichen Einsatzgebiete

   

  • Zapata hat bei seiner Show nicht von ungefähr ein Gewehr in der Hand gehalten. Die französische Armee unterstützt die Entwicklung des fliegenden Hoverboards. «Wir testen alle möglichen Szenarien damit», sagt der französische Armee-Minister Florency Parly im Radio. Denkbar seien etwa Einsätze zur Unterstützung von Spezialeinheiten.
  • Auf seiner Webseite führt Zapata weiter Rettungsmissionen als Einsatzgebiet auf. Mit dem Hoverboard könnten Menschen evakuiert und Retter an unzugängliche Orte gebracht werden. Ist das fliegende Hoverboard auch ein Thema bei der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega? Solange das Gefährt nicht marktreif sei, könne man sich dazu nicht äussern, so ein Sprecher. Die Rega testet derzeit eine Drohne, die ab 2020 Such-Einsätze fliegen soll.
  • Das Hoverboard, der E-Scooter der Zukunft? «2030 werden wir mit solchen Gefährten ins Büro pendeln», frohlocken Fans bereits auf dem Youtube-Kanal von Zapata. Das bleibt wohl ein Wunschtraum. Das Ding kostet derzeit noch über 250'000 Franken. Immerhin braucht man laut Herstellerangaben keinen Pilotenschein. Ein Einführungskurs (über einem See...) reicht.

Der Erfinder

Jetski-Crack Franky Zapata.

Jetski-Crack Franky Zapata.

Franky Zapata hat das Adrenalin im Blut. Der 40-jährige Franzose machte sich in der Szene einen Namen als Jetski-Weltmeister und Erfinder. Er entwickelte das so genannte Flyboard: Dieses tragt Menschen auf Wasserdüsen durch die Lüfte.

Die Zukunft

Das nächste grosse Ziel hat Zapata bereits im Visier. Wie der Fernsehsender «TF1» berichtet, will er mit einer Weiterentwicklung des Hoverboards baldmöglichst den Ärmelkanal überqueren. (amü)